V'Mii? m i &lW; mm iiili iiiilB ^iiiiiiii^^^^^Mii '-:m ■iiPi ;'-^-!J:f; J« i!pi|]!i!ii!:ip;iji!ii!iiji||!!^^ HH8BP-' ■ !':!iit};<l<:!i'$K^^^^^B^^^H^^:ie Kediaction. ARCHIV für die naturwissenschaftliche LANDESDÜRCHFORSCHUNG von BÖHMEN herausgegeben von den BEIDEN C0MITE3 FÜR DIE LANDESDURCHFORSCHUN(j unter der Redaction PROF. Dr. C. KOKISTKA imd PROF. J. KREJCI. Zweiter Band. Zweiter Tlieil. Mit 1 liüioffr. Tafel uud 126 Holzschnitten. PRAG. Commissions-Verlag von Franz Rivndc. 1873. Druck Ton Dr. FA. (Jröerr in Piag 1873. Inhalt des zweiten Bandes zweiten Theiles des Archives. Die Arbeiten der botanischen Section (III) enthaltend: Prodromus der P'lora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. (Fortsetzung aus dem I. Bande.) Die Arbeiten der zoologischen Section (IV) enthaltend: Die Wirbelthiere Böhmens von Prof. Dr. Ant. Fric. Die Flussfischerei iu Böhmen und ihre Beziehungen zur künstlichen Fischzucht und zur Industrie von demselben. Die Krustenthiere Böhmens von demselben. Die Arbeiten der chemischen Section iV) enthaltend: Über die Verbreitung des Kali und der Phosphorsäure in den Gesteinen Böhmens von Prof. Dr. Em. Boficky. Landesdurchforschuiig von Böhmen. Section III, Botanische Abtheilung enthaltend den II. Theil des Prodromus der Flora von Böhmen. PRODROMUS der FLOKA von BÖHMEN Zweiter Theil entlialtend die Apetalen und Sympetalen Von 0)p, Ltd. ©etik@¥akt* Custos am bölimischeu Museum und liou. Ducent der Botanik am k. böhmischeu Polytechnicum. Herausgegeben von dem Comite füi* die uaturwisseuscliaftliche Durcliforsclmiiir Böliinens. ^'Psie^^i^x^.^^s^-^ PRAG. Druck vou Dr. Eduard Gregr. — Selbstverlag des Comite's. 1871. / . IV. Classe. Dicotylen. Samen von einem Fruchtknoten eingeschlossen. Embryo mit 2 bhattartigen, gestielten oder doch zum Grunde verschmälerten, nie scheidenartigen Keimbliittern, sehr selten fehlt eines derselben, oder (bei Schmarotzern) auch beide. Gefässbiin. Fruchtknoten und Frucht einfächerig oder durch wandständige Samenti'äger nnvoll - ständig gefächert. Perigon oherständü/, ausgebildet, korollenartiri (jefürbt. a) Frucht Ifächorig, Isamig, nicht aufspringend. 40. Santalaceae, Blüthen zwitterig oder vielehig. Perigon oberständig 3 — 5- spaltig, innen gefärbt. Staubgef. 3 — 5, vor den Perigonzii)feln. Eichen 2 — 4 an der Spitze eines freien Samenträgers hängend. Griffel 1, Schliessfrucht nuss- oder steinfruchtartig. Keim im Eiweiss. — Kräuter oder Sträucher. 41. L r a n th a c e a e. Blüthen zwitterig oder eingeschlechtig. Perigon oberständig, A — Sblättrig, dessen Blättchen frei oder röhrig verwachsen; das der 9 Blüthen öfter aussen von dem napffih'mig vorgezogenen oberen Rande des Fruchtknotens kelchartig umgebrn. Staubgef. 4 — 8, vor den Perigonblättcrn und denselben mit dem Staubfaden oder, wenn dieser fehlt, mit dem Staubkolbon angewachsen, Fruchtknoten leiig, Eichen hängend oder aufrecht und mit dem Fruchtknoten völlig verwachsen. Griffel 1. Frucht eine Beere. Keim mit Eiweiss. — Schmarotzende Sträucher, mit Senkwurzeln den Ästen der Bäume eingewachsen. 1)) i''rucht durch 3— (j wandständige in der Mitte zusammenstossende Samonträger gefächert, vielsamig, meist aufspringend. 42. Ari st ol ocliicac. I'dütlien zwitterig, Perigon oberständig, gefärbt, röhrig zungenförmig oder 3spaltig, Staubgef. — 12. Griffel kurz, Narben lineal, strahlig ausge- breitet, die Staubkolben bedeckend Frucht kapsei-, seltener beerenartig. Keim klein im Eiweiss, — Kräuter; seltener TTalbsträucher mit kriechendem oder knolligem Wurzelstock. Ceratophyllum — ITippuris. 117 24. OrdiiiTiig. Ceratophylleeii Gray. 1. Ceratophyllum L. Hornblatt. Igellock. 1. C. demersum L. Blätter 1 — 2mal gahelig, in 2 — 4, meist starre, dickliche, lineale, fein stachelig gezahnte Zipfel gefheilt. Frucht länglich-eiförmir/, an den Rän- dern gerundet stumpf, an deren Basis jederseits mit einem herabgebogenen Stachel oder Höcker, in einen glcivldangen oder längeren stachelartigen Griffelrest auslaufend. Meist starr und dunkelgrün, auch inkrustirt, obere Wirtel bogig gegen einander geneigt. 2|. Juli — Seittemb. In Teichen, Tümpeln und sumpfigen Gräben, zwar verbrei- tet, aber nicht häufig fructificirend. Bei Prag: Kaiserwiesc, A^rsovic, Nusle, Volsan, Baum- garten ! Srbec bei Schlan! Stefansüberfuhr (Tausch) ! Ovcärer Teich bei Tupadl (Opiz) ; an der Elbe bei Pardubic, an der Adler bei Wildenschwert, Kostelec, Brandeis! Jiciner Teich (Pospichal)! Schlossteich bei Bfezno b. Jungbunzlau (Sekera). Böhm. Leipa! Nieraes (Schauta)! Roudnic (Prcsl), Lowositz! Tetschen (Malinsky)! Bilin, Kommern (Reuss). — Südböhmen : bei Bndweis in einem blinden Arm der Moldau ! 2. C. submersum L. Blätter 3mal gaielspaltig, mit 4 — 8 fast borstlichen, weicheren, verlängerten, fein und entfernt stachelig gezähnten Endzipfeln. Frucht eiför- mig , fein weichstachelig gekörnclt, an den Bändern stärher susammengedrilcht^ stachellos, mit einer etwas gekrümmten ganz hiirzen Griffelspitze. Weicher, feiner, lebhaft grün, Blätter länger, schlaffer, oft kalkig inkrustirt. 2|. Juni — August. In Wassergräben, stehenden Lachen, Teichen, sehr selten. Mit Sicherheit nur in der Gegend der mittleren Elbe: in Wiesengräben zwischen Pecek und Podebrad (1867, fructificirend)! Koufim (Jims, nicht fruchtend) ! bei Stefansüberfuhr mit C. demersum (Tausch)! im Teiche bei Pfcdboj (Lconhardi). — Vysocan b. Prag (Opiz) ; in der Rudiay bei Bilin (Prof. Reuss). 25. Ordnung. Hippuridcen Link. 1. Hippuris L. Tannwedel. 1. H. vulgaris L. Grundachse kriechend, sympodienartig, langgliedrig , auf den Gelenken büschelfaserig. Stengel theils untergetaucht, fluthcnd, theils aufrecht, empor- tauchend, ^/o — 3' hoch, engröhrig. Blätter lineal, ganzrandig, zu S— 12 in genäherten, nach oben kleiner werdenden und dichter stehenden Quirlen; die der untergetauchten Triebe grösser, dünn, durchscheinend, schlaffer, die emporgetauchten derb. Blüthen klein, achselständig quirlig, sitzend. ß) fluviatilis Schi. Stengel alle horizontal fluthend, untergetaucht, mit den Spitzen aufwärts gekrümmt. 2]. Juli, August. In Gräben, Tümpeln, kleinen Bächen und an deren Rändern, selten, am häufigsten in den Flussniederungen. Bei Prag: üunctice! Okor (Seidl) ! Clilo- min (Kostelecky), Melnik (Praesens)! bei Nimburg gegen Kfeckov! Podebrad (Opiz)! Teiche bei Zähornic hinter Künigstadtl mit Teucrium scordium (Pospichal) ! Teich Noha- vice bei Semin, Fischbehälter bei Bohdanec (Opiz). Teichdorf bei Pardubic! Brandeis an der Adler! im Bache Loucnä bei Hrusov nächst Leitomyschl (var_. /?) ! — In einem Dorfe nördlich von Zlonic ! an der Eger bei Budin nächst Pist und Zabovfesk (Reuss) ! Sullowitz und Tschischkowitz bei Lowositz (Neumann). Kommern und Neundorf (Reuss). — Voseker Teiche bei Bfezina (Sternberg) ! 118 Callitriche. 2G. Ordnung. Callitrichiiieeii Link. 1. Callitriche L. Wasserstern. Friiclite vom Rücken der Fruclitblättcr her zusammengedrückt; die 1^'ruchtliälftea daber ebenfalls zusammengedrückt, durch eine ringsum gehende Furche (Comissuralfurche) getrennt, auf dem Rücken ebenfalls mit einer Furche. 1. C. verna (L. part.) Kützing (C. vernalis Kützing). Früchte ciförniig oder ruiid- licli, vorn etwas herzförmig. Fruchthälften auf dem Wachen gewölbt, niH scharfer BücJcen- fnrche, durch eine seichte Commissuralfurche getrennt, m?t kurzem scharfem Kielrande. Narben aufrecht oder abstehend, nach der Befruchtung noch einige Zeit b'eibend. Vor- blät teilen der Blüthe breit, weisshäutig. Die Früchte sind die kleinsten von allen, häutig, besonders bei der Landform, mehr ländlich, seltener fast kreisruiidlich ; diese etwas grösser, minder gewölbt mit dauerhafteren Narben. Die Lanuform auf ausgetrocknetem Boden niedrig, oft nur 1" hoch, rasig, mit linealen, kleinen Rlättern und reichlich fruchtend (C. minima Iloiipe, caespitosa Schultz). In nicht tiefem Wasser schwimmen die Astspitzen auf der Obertläche mit Rosetten verkehrteiförmiger Rlätter (C. stellata Hoppe). So wie sich die Stengclglieder strecken, tauchen die JMätter unter, und verlängert sich ihre Rasis stielartig; der Stemjiel Avird über V/'asser befruchtet durch die aus dem Wasser ragen- den Antheren, sinkt dann ebenfalls und die Frucht bildet sich im Wasscn* aus. In tiefem Wasser erreicht die Pflanze nicht die Oberfläche, bildet keine Rosetten, sondern lauter entfernte, schmale, spater ge oder lineale, vorn -ispitzige Blätter (C. autumnalis Autt., üpiz, nicht Linne) : sie kann wohl unter Wasser blühen, fruchtet aber nicht. 2|. u. O Mai — Herbst. In stehenden und fliessenden Wässern, Gräben, Bächen, auf Schlamm stellen gemein, auch im Gebirge, z. B. bis in die 2. Region des Bölimcr- waldcs (Goeppert). 2. C. hamulata Kützing. Früchte kreisrundlich ; Fruchthälften auf dem Rücken ziemlich flach, mit scJuracher RücJcenfurcJu! und ebenfalls seichter breiter Commissural- furche, mit scharfem schmalem Kielraxde. Naiben lang, herahgeschlagoi, der Frucht ungcdrüclct und meist bald nach der Befruchtung abfällig. Vorblättchen der Blüthe schmal, oft sichelförmig, oder fehlend. Früchte grösser als an vor., jedoch nicht so gross wie bei C. stagnalis, einem an der Peripherie ruinigen Rade vergleichbar; ihr Querschnitt ist ein an den schmalen Seiten ausgeran- detes Rechteck. Die Blätter sind besonders zart und dünn, die Stengelglieder verlängert. Variirt : «) tr ic h pliy Ha (C autumnalis Autt. boh. part), sclnnalldättrig, Blätter sämmtlich sihmalUneal, sehr lang, gabelig 2spitzig, und ß) ovalifolia, l)reitblätterig, Blätter, wenigstens die oberen eiför- mig oder spatelig, am Grunde lang verschmälert. 2j. Mai — Herbst. Dürfte ziemlicli verbreitet sein, besonders in Torf und Moor- gege:;den, bisher an Avcnigen, jedoch weit auseinander liegenden Orten, a) in klaren kühlen Gewässern, ß) mehr in moorigen Gräben. Bei Leitomyschl und Nickel an der mähr. Gränze! Gräben der Ilöflitzer Wiesen bei Niemes (Schauta) ! Teplitz (Eiclder) ! im Bache bei Janegg b. Osseg (Thiel), im Dorfbache bei Rothenhaus (Roth)V [Tetschen (Mal.) und Komotau (Knaf, von mir früher so bestimmt) war unrichtig]. — Bei Wittingau im Gold- bach, herabgeschwemmt, wohl aus den südlich gelegenen Torfböden! 3. C. stagnalis Scop. Früchte kreisrundlich; Fruchthälften auf dem Rücken sauft geivölbt, durch eine tiefe Coinmissaralfurehe getrennt, mit breiterem, scharfetn, /lügelartigem Kielraxde. Narben aufrecht oder abstehend, auf der rcifeudcn Frucht lange bleibend. Vorblättchen der Blüthe breit, weisshäutig. Die Früchte grösser als bei den vorhergehenden, die Breite des nicht immer durch- scheinenden Flügels übrigens etwas verilndei-lich. Die Schlammform, in kleinen Rasen wachsend, hat kleine, spatclförmige Blätter, die Wasseiform grrissen', feistere, mehr eiuuide Blätter, und in grössere.' Tiefe auch die unteren Üliitter schmal, lineal ((". ])hitycarpa Kützing). Staubfäden zur IMiithezeit sehr kurz, oit fast fehlend, später verlängert. — Alle drei Arten gehören zur Section F u cal I i trich e Uegelm: ihre Fruchthälften sind in eiiuu' breiteren Fläche verbunden, die Ober- haut ihrer Stängel und Blätter besitzt Spaltöflnungen und ötcrnhaare. Euphorbia. 119 2|. Mai — Herbst. In Moorwässern, Gräben, besonders gern auf feuchtem Sclilamni- boden. Bisher mit Sicherheit nur in dem Striche längs des Erzgebirges und auf dem- selben, sodann in Nordböhmen. Franzensbad (Bracht) ! Karlsbad (Ortmann), Schlacken- werth (Reiss)! Um Komotau häufig: bei Eidlitz (Rcuss), Sporitz, Trauschkowitz, Petsch im Erzgebirge (Knaf) ! Seeberg b. Rotlienhaus (Roth), Wirsengräben bei Kommern (Knaf) ! Bilin (Reuss), Teplitz (Winkler} ! im Mittelgrund bei Tctschen ! Gräben im Barzdorfer Büschel bei Niemes (Schauta) ! bei Schluckenau (Karl, ohne Früchte). — Roudnic (Reuss), oberhalb Ebersdorf au der mährischen Gränze bei Iglau (Pokorny). 27. Ordnung. Euphorbiaceac R. Br. Gattungen : 1. Euphorb ia. Blüthen einhäusig: 4—5 Gruppen (^ Blüthen um eine centrale 9 gestellt und von einem gemeinschaftlichen 4 — Sspaltigcn Hüllkelche umgeben (Schein- blüthen\ Hüllkelch mir 4 -5 aufrechten häutigen und ebensovielen dicken drüsi- gen nach aussen gekehrten Zipfeln (Drüsen). J" ßlüthc aus 1 Staubgef. mit gegliedertem Träger. 9 Blüthe lauggestielt, ohne Perigon oder mit kleinem Slappigem unterständigem Perigon, 3 Griffel. Kapsel überhängend, Sfächerig, Ssamig. 2. Mercurialis. Blüthen 1- oder 2häusig, getrennt. Perigon 3— 4blättrig. Staubgefässe 9 — 12, ungegliedert. Stempel 2fächerig (ausnahmsweise Sfächerig) mit 2 Narben, von 2 (oder o) unfruchtbaren Staubfäden umg.'beu. Kapsel aufrecht, (meist) 2fächerig, 2samig. 1. Euphorbia L. Wolfsmilch. Scheinblüthen in blattachsclstiindigen Gabelcymen mit gegcustäudigen Vorblättern (oder in Wickeln) ; diese am Gipfel des Stengels bei unseren Arten doldig, in der Achsel von andors- gestalteten, dichtgedrängten Blättern (Hüllblättern der Dolde). A) Samen verschieden gruhig oder runzelig. Kapseln glatt oder nur gekörnelt rauh. Einjährige (oder zweijährige) Arten mit einfacher Pfahlwurzel. Dolde 3— 5strahlig, Strahlen (Aeste, Cymen) 2 — mehrmal 2— Sspaltig. a) Drüsen des Hüllkelches 2hörnig oder halbmondförmig. a) Blätter gegenständig, gekreuzt. Pflanze 2jährig. t E. lathyris L. Stengel im 2. Jahre unterwärts blattlos. Blätter lineal-länglich, fast sitzend. Vorblätter länglich eiförmig, spitz. Dolde 2 -4strahlig. — 1-3' hoch. O Juni — August. Staramt aus dem Süden, bei uns nur selten in Gärten und Parkanlagen verwildert; z. B. im Parke von Niemes (Schauta)! bei Jaroraer (Ilalla) ! ß) Blätter zerstreut, wechselständig. Pflanze Ijährig. Dolde meist 3strahlig (seltener 4 östrahlig;. Strahlen wiederholt 2spaltig. 1. E. exigua L. Blätter lineal. Hülle und Vorblätter aus breiterer oft hers- förmiger Basis Uncal-lanzeltlich. Drüsenhorner verlängert. Kapselfächer auf dem Rücken gerundet. Samen 4kantig, gruhig-rmizeliy. Stengel aufrecht oder liegend, ausgebreitet, 1—8" lang. Kraut gelblichgrün. Samen erst blaugran, zuletzt schwarzbraun. Die Blätter variireu vorn zugespitzt (« acuta) und gegen die Spitze verbreitert, abgestutzt oder ausgerandet, oft stachelspitzig [ß retusa). O Juni - Herbst. Auf Äckern, Brachen, Stoppelfeldern, besonders auf Lehm und Letten, allgemein verbreitet und zahlreich. Bei Prag: Cibulka, Michle, Lieben, Pod- baba, Baumgarten, Bohnic, Kralup, Chlumin, Nebusic, Dusnik, Butovic, Kuchelbad, Karl- stein u. s. w. Kacina, Kolin, Nimburg. Pecek , Voskoberg und Patek bei Podebrad, ]^20 Euphorbia. Clilumec bydz. Kr.! Hiochov-Teinitz, Leitoniysclil, Scnftenberg, Rychnovek b. Josefstadt! Zvol, SiDific, Ilolicnclbc. Jiciu ! Jiiiigbiiiizlau, Niemes selten, Klcin-Skal. — Bmlin, Wegstildtel Elbufcr, Ausclia ! Brozan, Lcitmeritz, Lowositz, Tetschon, Sandau bei Ben- scn. B. Leipa! — PüUna, liotlienbaus, Öernovic b. Komotaii, Karlsbad. Beroun, Bfezina b. Radnic. Moldautein, Strakonic unter dem Berge Kufidlo ! Priessnitz bei Krumau. 2. E. falcata L. Blätter lanz-ettlich^ zur Basis keilig verschmälert, sitzend, die unteren stumi)f, die oberen in eine kurze Stachelspitze zugespitzt. Hüllblätter den übrigen Blättern gleichgestaltet. Vorblätter schief rauten-eiförmig. lang stachelspitzig. Drüsen- hörner kurz. Kapselfächer auf dem Rücken sclnvach kantig. Samen zusammengedrückt 4kantig, mit 4 Längsreihen eingegrabener Querstriche. Graugrün, 3 — G" laug, bald ausgesperrt ästig, bald aufrecht und ziemlich einfach. Samen hellbraun. O Juli — Septemb. Auf Äckern, Stoppelfeldern auf Kalk und Thonboden, nur im wärmsten Flachlande, daselbst aber stellenweise häufig. Bei Prag nur zufällig an der Bahn bei Podbaba (Opiz)! Jungfer-Brezan (Leonh). Um Podebrad bei Pätek in schwarzem Thon, bei Sonic und unter dem Voskoberge ! Bei Chlumec nahe dem Klamoschberg, Konci bei Chrudim auf Kalk (nur 1 Expl.)! bei D\mokur (Kablik) ! — Schlau (Tausch)! Bei Laun gegen den Rannayer und am Nordfusse desselben auf Pläner, dann beim liradeker Wirtlischafts- haus massenhaft! Sovice bei Roudnic! Hascnburg bei Libochovic, Doxan, Rand der Brozaner Fasanerie (Reuss) I Leitmeritz gegen Pokratitz und den Radobyl häufig! Lowositz, Merzkies, Bilin im Debfethal auf Gneuss ! Um Teplitz bei Welbot (mit Nigella) und am Wege zum Schlossberge (Eichler), Osseg (Thielj. 3. E. peplus L. Blätter gestielt^ vcrhehrt-eiförmig oder rundlich, stumpf, ganzraudig. Vorblätter eiförmig, sitzend oder kurzgestielt. Kapselfächer auf dem Rücken mit JJ flügelartigen Längsleisten. Samen auf einer Seite mit 2 kurzen LäiigsfurcJien, ausserdem mit mehreren Längsreihen von je 3-4 Grähchen. 3" — 1' hoch, hellgrün, weichblätterig. Die Cynieu manchmal durch Verkümmerung eines der beiden Gabelzweige unregelmässig wickelartig. Drüsen gelblich. O Juli — Sept. Auf Äckern, Dorfangern, besonders aber in Gemüsegärten im bebauten Eande allgemein verbreitetes Unkraut, aber nicht überall gleich häufig. b) Drüsen abgermidet, qucroval. Dolde 4— 5strahlig, Strahlen erst 3-, dann '2spaltig. 4 E. helioscopia L. Blätter verkehrt -eiförmig oder spatelig, in den Blattstiel keilig verschmälert, vorn kloingesägt. Vorblätter eiförmig, stumpf, vorn gesägt. Kapsel- fächer auf dem Rücken abgerundet, glatt. Samen grubig-netzig, rundlich. ötäugel 3" — 1' hoch, zerstreut behaart, vom Ci runde oft ästig, unter der Dolde meist eiiifacli. Drüsen wachsgelb. Samen braun. O Mai — Septemb. Auf Äckern, Beeten, an Wegen gemein im ganzen Lande. B) Samen olatt. Kapseln warzig oder glatt. Terennirende Arten mit vielköptlgem oder kriechendem Wurzelstock (nur K. platyphylla Ijäluig). Dolde oft vielstrahlig. a) Drüsen abgerundet, queroval. Ivapselu meist warzig, seltener glatt. u) Wurzel jährig. Dolde 3— ostraldig, Strahlen erst 3— 4theilig, dann 1 - mehrmal 2theiHg. 5. E. platyphylla L. Stengel kahl. Blätter feingesägt, gegen die Basis ganz- randig, kahl oder unterscits behaart, verkehrt-lanzettlich, spitz, mit geöhrter Basis sitzend, die untersten verkehrt-eiförmig, stumpf, in den Blattstiel verschmälert. Vorblätter cifin-- mig-dreieckig oder rautenförmig, stachelspitz. Kapsel mit halbkugeligen, wenig erhabenen Warzen. Samen zusammengedrückt .'5seitig. 1—2' hoch. Blatter hellgrün, weich, oft herabgeschlagen. Drüsen gelb. O Juli, August. Vorzugsweise auf Dorfangern und in deren Gräben, auf etwas feuchten Grasplätzen, Triften, auch Äckern, sogar in lichten Ilainen, in den wärmeren Niederungen auf Alluvien viel verbreitet, im übrigen Lande und, soviel bekannt, in ganz Euphorbia. 121 Südböhaien fehlend. Bei Prag : Vrsovie, Michle und Zdbehlic, Kuchelbad, St. Piokop, Klukovic! Kralup, Weltrus. Pecky, Kolin, Elbeteinitz! Neuhof, Cdslau, Hefmanmestec, Clirudira, Semiu bei Pfelouc (Op.)! Moravany, Bofice, Zminy bei Pardubic! Hohenmauth, Chotzen, bei Leitomysl schon spärlich ; Chluni bei Königingrätz, Volovka bei Josephstadt ! Tui- und Zh6i; Vesec, Velis u. s. w. bei Jicin (Op., Pospichal)! Chlumec am Klamosch (im schwarzen Tlionbodcn) ! Sehr häufig und massenhaft um Podebrad und Nimburg, daselbst öfter auf solnvarzem Thonboden. auf dem Voskoberge im lichten Eichwalde ! Um Jungbunzlau häufig (Hipp.)I bis Münchengiätz (Sekera). B. Leipa gegen Piesnig! Ver- breitet von Koudnic bis Aussig, um Leitmeritz, Hlinay u. s. w. Im Egerthal bei Libo- chovic, Patuk, Meronic, um Laun! Horatitz und Schiessclit« bei Saaz, bei Podersam! Anmerkung. E. stricta L., mit doppelt kleineren Kapseln und Samen, walzlichen "Warzen der Kapsel und fast stielrunden, schwach Sseitigen Samen, schlanker als vor., sonst ihr sehr ähnlieh, sah ich nie aus Böhmen; sie wird jedoch von Pfund bei Stephansüberfuhr und im Böhiiierwalde (?!) augegeben. ß) "Wurzelstock wagrecht, zackig-gegliedert otler stellenweise knotig. Doldeustrahlen meist 5, meist nur einmal, seltener 2mal -ispaltig. 6. E. dulcis L. (Jacq.) Wurzelstock durchaus fleiscJdg, verdickt, zacM(/-(/e- yliedert. Stengel ."erstrenthehaart, stielriind. Blätter sehr kurzgesticlt, länglich, die untersten verkehrt-eiförmig, sehr fein gesägt oder fast ganzrandig ; alle unterseits zerstreut haarig. Scheinbliithen fast sitzend. Vorblättcr Seckig-eiförmig, meist länger als breit. Drüsen zuletzt dunkelpurpurn. Kapsel meist behaart mit halbkugeligen ungleichen Warzen. 1—2' hoch. Das Illiizorn sympodienartig aus den verdickten Basen nach einander folgen- der Steugelgenerationeu zusammengesetzt. 2|j April, Mai. In schattigen und feuchten Laubwaldungen, in Schluchten, an Waldbächen, verbreitet im Hügel- und niederen Gcbirgslande; liebt besonders Thon- oder aus Thon und Sand gemischten Boden; auch auf feuchtem Sandboden. Bei Prag: St. Mathaeus (Op.), Kundratic^r Wald, Zävist, Königsaaler Wälder, Kamenicer Thal, Mu- kaf ov ! Karlstein und St. Jvan ! Zdanic bei Koufim (Jirus) ! Cäslau, Hefmanmestec, Chru- dim, Semin bei Pfelouc, Choltic (Op.) Chotzen, Brandeis a. Adl., St. Antonibad und Chlu- mek bei Leitomyschl, Karlsbrunn an der mähr. Gränze, Bergrücken zwischen Leitomyschl und Böhm. Trübau, Olberndorfer Grund b. Landskron, Pastvin bei Senftenbcrg ! Bukovina b. Königgrätz (Op.), Zvol bei Jaromef (Knaf)! bei Skalic, Prachower Felsen bei Jicin! Hohenelbe (Kahl.)! Rochlitz (Gottstein)! Friedland (Seiht)! Ptcichstadt (Mann)! Fuss des Limbergs Itei Gabel! Niemes (Lorinscrf! Mnkafov b. Münchengrätz (Sekera)! Jung- bunzlau (Hipp.)!— Bei Leitmeritz: Pokratitz, Muchovitz, Hlinai, Satanabergl (A. Mayer). Wernstädtel (Kratzm.) ! B. Kamnitz am Fussc des Kaltenbergs ! Tetschen gegen Schöu- born! Graupen bei Teplitz (Laube), Osseg (Thiel), Seestadt! (Reuss), Karlsbad (Ortm,), — Lochovic (Wolfner) ! Zbirov (Finger), Kufidlo bei Strakonic ! Pisek (Dedecek) ! Krumau unter der Vogeltenne! Schwarze Leuchte bei Goldonkron (Jnngb.) ! — u. s. w. 7. E. angulata Jacq. Wurzelstock stielrund, kriechend, so dich u:ie der Sten- gel, nur stellemveise hiotig-verdicht. Stengel hild, oberwärts geschärft kantig. Blätter sitzend oder sehr kurzgestielt, oval oder eilänglich, vorn sehr fein gesägt, kahl oder iiaumhaarig. Scheinblüthen deutlich gestielt. Vorblätter Seckig-breiteiförmig, so lang oder kürzer als breit. Drüsen grünlich, zuletzt rothgclb. Kapsel kahl mit halbkugeligen und kurzkegeligen Warzen. Ähnlich der vor. ; aber schon durch die viel kürzeren heller grünen Blätter und Vorblätter auffallend. Nur die Scheinblüthen letzter Ordnung sind doppelgeschlechtig; die früheren nur männ- lich. •'4— l'/i' hoch. Variirt: a) glabra, Blätter ganz kahl, und ß) pilosa, Blätter besonders unterseits kurzhaarig-flaumig; so seltener. 2j. Mai, Juni. An Waldrändern, auf lichten beholzten Abhängen, auf Kalk und Silurschiefern, nur in der südlichen Prager Gegend unfern der Moldau: im Radotiner Thal gegenüber und unterhalb Kosof, dann gegenüber Hinter Kopanina! Zavister Berg 222 Euphorbia. um (las Glorictt (Pui'kyne), zwischen Königsaal und ftidka im jungen Laubwalde (Knaf 1827)! liinter Stechovic am Wege auf der Höhe gegen St. Johann (Jiru^) ! y) Wurzelstock niehrköpfig, aufrecht ästig, in eine senkrecht ahsteigende Pfahlwurzel übergehend. *) Dolde 5 — vielstrahlig, Strahlen zuerst 3spaltig. Blätter grasgrün, weich, vorn öfter ieiu gesägt. 8. E. epithymoides Jacq. Stengel £otti(/. Blätter sitzend, länglich, zur abgc- rundeteu Basis etwas verschmälert, unterseits dicJd, oberseits spärlicher sottiy, ganz- randig, randschweifig. Dolde meist 5strahlig (auch Istrahlig). Vorblätter eiförmig. Kapsel kahl, mit verlängerten^ fädliclicn Ausivüchsen hedecJct. y-i—l^k' hoch. Blätter weich, oft röthlich. Vorblätter hellgelblich. Scheinblüthen gestielt. Hüllkelche '/i' öspaltig. Drüsen wachsgelb. Auswüchse der fast erbsengrossen Früchte orangeroth. 2|. Mai, Juni. Auf steinigen, buschigen Abhängen. Bei Mileschau (Hackel) ! Die Pflanze lag in Ilackels Ilerbar ganz anspruchslos als E. platyphylla bestimmt; der nähere Standort, dessen sich der greise Finder nicht mehr zu erinnern wusste, bleibt der Zukunft vorbehalten. 9. E. palustris L. Stengel Jcahl. Blätter sitzend, lanzettlich oder länglich- lauzettlich, JcaJd, ganzraudlg, geschweift, nur ganz vorn sehr Mein entfernt gezähnelt. Dolde 5 — vielstrahlig. Vorblättcr oval. Kapsel kahl mit kurzwalzlichen Warzen. Stengel 2-5' hoch, feist und dick, unter der Dolde mit vielen theils sterilen, theils blutJientragenden, verlängerten Zweigen. Vorblätter gelblich Drüsen wachsgclb oder bräunlich. 2|. Mai, Juni. Auf sumpfigen Wiesenstellen, in Gräben, Waldsümpfen Nord- böhmens selten, aber gesellig. In der Elbeniederuug zwischen Melnik und Nimburg: bei Chlomin! Stephansüberfahr (Tausch)! Lobkovic (Kostelecky), Tisic und Neratovic! Nim- burg (Vsetecka) ! — Liebonau bei Reichenberg (Siegmund) ! 10. E. pilosa L anipl. (E. procera M. Bieb. anipl., E. cechica Opiz). Stengel kahl oder kurzhaarig, selten oben zottig. Blätter sitzend, länglich-lanzettlich bis eilanzett- lich, beiderseits, besonders untcrscils grau behaart, seltener zuletzt verkahlend ; am knorpeligen Bande im grössten Theile des Umfanges dicht kleingesägt. Dolde 5 — viel- strahlig. Vorblättcr oval oder elliptisch. Kapsel kahl oder behaart, glatt oder mit kleinen halbkugeligen Knötchen bestreut. 1—3' hoch, ähnlich der vorigen, durch die Behaarung und Bezahnung der Blätter sofort zu unterscheiden. Blätter mit unterseits vurspriiigeiulem Mittelncrven, am Rande etwas umgerollt. Unsere Form hat ganz glatte, bald kahlo, bald behaarte Früchte. 2j. Mai, Juni. Auf sonnigen steinigen Waldplätzcn und in i'lussnioderungen Ui^hcr nur bei Podel)ral (Opiz)! und bei Kuttenberg (Veselsky, als E. palustris) ! Beide Standorte sind noch genauer auszumittcln. **) Dolde vielstrahlig, Strahlen zuerst 2spaltig. Blätter graugrün, dicklich, starr, voll- kommen uanzraudig. 3 1. E. Gerardiana Jacq. Kahl. Blätter lincal-lanzettlich bis verkchrteiiormig- lair^etllich, stachelspitz, mit stielförmig verschmälertem Grunde sitzend. Vorblätter 3eckig- oder rautenförmig-eifiu'mig, querbreiter, stachelspitz. Drüsen oft theilweise halbmondför- mig ausgeschnitten. Kai)seln kahl, glatt oder nur fein punktirt. Stengel meist einfach, aufrecht oder niederliegend, V2— IV-/ hing. Erscheint in einer grösseren, hroitblättcriffcn uiul in einer in allen Theilen kloiueren, schmalblätterigen Form. Blätter der unfnichtbaren Triebe sclimäier, dichter gestellt, als an den blühenden. Drüsen gelb. 2|. Juni, Juli. Auf sandigen und kiesigen Fluren, Flussufem, Hügeln, nur an der unteren Moldau und Elbe. Bei Prag nur n()rdiich im Moldauthale: Podbaba, Selc, Roztok! Prosik Op. ! gegenüber von Libcic! bei Weltrus (Pohl). Im Elbthale : Neratovic Eupliorbia. 123 bei Lobkovic ! Vrbno und Hofiii bei Melnik (Sternberg) ! Oberbefkovic (Reuss), sehr liüutig um den Sovic und sonst bei Roudnic! Pfestavlk bei Budin (Reuss), Leitmeritz, Lovositz. Cernosek ! Birnay (A. Mayer), Aussig (K. Poläk)! Bodenbach (Malinskj') •' b) Drüsen halbmondförmig oder •2hörnig. Kapsehi ghitt oder nur gekürnelt-rauh, nie warzig. Dolde 5 — vielstrablig, Strahlen wiederholt 2spaltig. a.) Beide (Seckig rundlichen) Vorblätter ' an den nuteren Rändern bis auf 2 seitliche Einschnitte zusammengewachsen. Stengel im ersten Jahre steril, beblättert, erst im ■2tcn blühend. 12. E. amygdaloides L. Blühende Stengel aufsteigend, stielrund, zerstreut behaart, um die Mitte dicht, oben entfernt und kleiner beblättert, unten blattlos. Blätter flaumig, ganzrandig, die unteren länglicli-veikehrteif<')rmig oder länglich -keilförmig, in den Blattstiel verlaufend, die oberen länglich oder oval, fast sitzend. Hüllblätter verkehrt oval. Drüsen langhörnig. Kapseln fein punktirt, kahl. Schöne, kräftige Art. Das vielköptige Rhizom treibt einen ansgebreiteten Rasen nnfrucht- barer einjähriger und blühender 1 — 2' hoher Stengel. Die erst weichen, hellgrünen Blätter oder Ijälirigen Triebe überwintern, werden dann lederig, die unteren fallen ab. Drüsen gelb oder purpurn. 2|. April, Mai. Auf lichten Waldplätzen, steinigen Hügeln im niederen Gehölz im östlichen Böhmen. Cäslau (Veselsky) ! Libaü bei Chrudim (Patzclt)! bei Leitomysl in der Fasaneric Chlumelc auf Kalkboden! bei Landskron (Erxleben)! vielleicht im Olbern- dorfer Grunde. Alle Standorte uuter demselben Breitenkreise! ß) Vorblätter frei. Stengel gleich im ersten Jahre blühend. *) Blätter unter der Mitte am breitesten, nach vorn mehr weniger verschmälert, etwas derb, steif, fettglänzeud. 13. E. lucida W. Kit. Blätter länglich-lanzettlich oder lanzettlicb, am Grunde meist geöJtreli abgerundet sitzend, seltener verschmälert, stumpf oder stumpflich, selbst ausgerandet, mit oder ohne Stachelspitze, oberseits stark fettglänzeud; Seitenadern sämmtlich kurz, etwas schief zum Bande verlaufend und netzig anastomosirend. Voi'blätter rauten-eiförmig, so breit als lang, sehr kurz bespitzt. Urüseuhörner lang, fast parallel vorgestreckt. Stengel l''.^— 4' hoch, meist röhrig, dicht beblättert. Blätter satt gi'ün, unterseits bleicher, Ilull- und Vorblätter bleich gell)lich. Doldeustralilen und sonstige ]31üthenzweige meist kurz, selbst kürzer als die stützenden Blätter; öfter auch beblätterte sterile Zweige unter der Dolde. — Varirt ci) latifolia, Blätter länglich, lanzettlich, bei 3" Länge 6—10'" breit, und ß) angustifolia Tausch, Blätter schmallanzettlich, bei 3" Länge nur 3 - 4'" breit. 2|. Juni, Juli. Auf Triften, "Wiesen und in Gräben in der Nähe der mittleren Elbe, zerstreut, bisweilen gesellig. Am häufigsten um Podebrad: Wiesen gegen Pecek zu, bei Libic, auf der Blato-Wiese, bei Kfeckov! Bei Kolin in der Dubiua, im Radovesicer Revier (Op.) ! Neuhof (Veselsky) ! Wälder bei Kladrub ! bei Dasic in schwarzem Thou- boden! (zuerst von Mann 1819 gef.). 14. E. virgata W. Kit. Blätter lanzettlicb oder lineal-lauzettlicli, am Grunde in ein ganz kurzes Stielchen j}lötzlich sugeschweift, spitz oder stumpflich und zugespitzt, oberseits schwach fettgläuzend; die untersten Seitenuerven mit den Hauptnerven fast parallel, uuter sehr spitzem Winkel langhin zum vorderen Bande verlaufend, mit sehr schirachen Seitenadern. Vorblätter rautenförmig queroval, qwyrbreiter, ausge- zeichnet stachelspitz. Stengel dicht, hart, ruthenförmig, 1—2' hoch, minder dicht beblättert. Blätter trüb oliveu- grün, Hüll- und Vorblätter meist grün, obwohl lichter, seltener gelblich oder röthlich. Duldenstrah- len und tiefer stehende Blüthenzweige verlängert, dünn, unter diesen liiiutio; lieblätterte, theils nur sterile, theils eine Enddulde tragende Äste. Varirt eheutalls «) latifolia, Blätter unten bis 5'" breit, nach vorn stark verschmälert, und ß) angustifolia, Blätter 1—3'" breit, nach vorn wenig verschmälert. 1 24 ]S£ercurialis. 2\. Juni — August. In Gräben, auf Ackernlndein und in Feldern, Triften, besonders in schwerem Lettenboden, nur im wärmeren, niedrigeren Lande, zerstreut, oft nur vereinzelt. Bei Prag vereinzelt: Loreuicberg (Op.)! Kosir und Motol (Op.)! Tfebusic bei Sclilan ! Vinci- vor Brandeis in Strasscngräben (Op.) ! Sehr häutig und auch zahlreich um Podebrad, daselbst meist in schwarzem Letten : bei Pätek, Senic, um den Voskoberg und oben auf demselben, bei Libic! Wälder bei Koi)idlno (Pospichal) ! zwischen Jicin und Brody (Polak)! bei Miinchengrätz unter dem Berge Horka (Sekera), bei Zvol nächst Jaromef in Feldern (Knaf)! — Bei Hohenelbe (Kablik)! eine ungewöhnlich hohe Lage. — Bei Leitmeritz an der Strasse vor Schüttenitz in Gräben und im Kleefeldc zahl- reichst! auch auf den Eibufern (A. Mayer). Dämme der Kommerner Seewiesen (Rotli). Anme rkun.c:. VAnc besondere Form, violleicht eine E. lucida .-, virgata, fand ich auf der JUatowiese bei Todebrad, wo beide Arten wachsen. Sie stimmt mehr zu K. virgata, besonders in der Aderuiis und Zuspitzung der lililtter, aber diese sind dicht gestellt, hellergrün, auch rötli- 1 eh angeliuifeii, 4-5'" breit, vorn wenig schmäler, auch die Doldeustrahleu und tiefere Blüthen- zjweige kurz. **) Blätter vorn breiter oder gleichbreit, zur Bas's verschmälert, ziemlich dünn, undeut- lich geädert, heller grün und glanzlos. 15. E. esula L. Schui)penblätter am Stengelgrunde ^ur Bl'ätheseit abge- fallen. Blätter verhehrt-lansettlich oder lineal-länglich, zur Basis heilig verschmälert, sehr kurz gestielt, meist stachelspitz, die der unfruchtbaren wenig zahlreichen, oft fehlen- den Seitenzw^eige etwas schmäler. IlüUb'ätter länglich oder eilänglich, fast sitzend oder kurzgesticlt. Vorblättcr quer cirhombisch, herzförmig, meist stachelspitz, grün oder gelblich, krautig oder etwas häutig. 1—2' hoch. Varirt auch breit- und schmalblättrig, dann die Blätter nur 1'" br., wie bei E. cyparissias, mit ihr leicht zu verwechseln. 2\. Mai — Juli, einzeln auch später. Auf Rainen, Triften, mageren Grasfluren, Ufern, an Wegen, in niedrigeren Lagen besonders auf sandig-lehmigen Anschwemmun- gen bis 1000' hoch verbreitet und gemein, darüber seltener, in Gebirgsgegenden oft ganz fehlend. 16. E. cyparissias L. Schuppenblätter am Stengelgrunde j^ur Blüthezeit noch vorhanden, gedrungen. Blätter lineal oder lincalkeilig, vorn breiter, sehr kurz gestielt, meist ohne Stachelspitze; die der unfruchtbaren, zahlreichen, erst nach der Blüthe recht ausgewachsenen Zweige schmal lineal.^ fast fädlicli. Hüllblätter aus breiterem abge- rundetem Grunde lineal. Vorblätter quer eif.-rhombisch, fast herzförmig, meist stumpf- lich, bleich, gelblich, meist dünn membranartig. V, — 1' hoch. Perigon und Drüsen kleiner als bei voriger. Die Fruchtpflanze durch die schmallilättrigen sterilen Zweige sehr eigenthündicli und von der Frühlingspflanze auffällig ver- schieden. — Eine cigenthümliche Abnormität (yar. pinii'olia Opiz!) sah ich von Prag und erhielt ich von P. Mardetschläger von Krummau aus Äckern (als E. segetalis), nämlich mit sehr dichten, zahlreichen, 2'" breiten Blättern, die nach oben am llauptstengel ganz allmählig in bleiche, breite Deckblätter, mit kurzen ülütlienzwei.nlein aus deren Achseln, von der Gestalt der Vorblätter über- gehen; der Stengel ist also pyramidal verjüngt und die sterilen Zweiglein auf tiefer stehende Laubbiätter beschränkt. 2\. April, Mai, einzeln auch noch später. Auf Sandl'eldern, mageren Wiesen und Triften, dürren Hügeln, lichten Waldblössen, auch auf Kalk, wohl im ganzen Lande gemein und sehr gesellig; geht auch in höhere gebirgige Gegenden, z. B. im südlichsten Theile noch am Bergabhang der Moldau gegen Rosenberg massenhaft. 2. Mercurialis L. IMiiaelkraut. 1. M. pereniiisL. WtirsclstocJc kriechend, stellenweise kurzgliedrig, knotig, ästig. Stengel einfach, unterwärts mit schuppenförniigen Nicderblättchen. Blätter länglich-lan- zettlich, läiiglich-eiforurig bis eirundlich, kerbig-gesägt. 9 ßlüthenstiele 1 — 3blüthig, blalt- Juglans. 125 achselständig, viel länger als die borstig-rauhhaarige Frucht. Narben auf der ganzen Innenseite dicht papillös. a) genuina. Blätter länger oder kürzer gestielt, eilänglich oder länglich-lanzettlich. 9 Perigonzipfel eilanzettlich. b) ovata (Sternb. & Hoppe spec). Blätter sitzend oder die untersten ganz kurz gestielt, eiförmig oder rundlich-eiförmig. 9 Perigonzipfel eiförmig, kurz zugespitzt. Vo — 1' hoch. Blätter gegenständig, kurzhaarig oder fast kahl, zuletzt dunkelgrün, au der $ Pflanze häufig breiter; die Paare entfernt, oben am Stengel genähert. Blütlicu •2häusig, J" ge- knäuelt in langgestielten unterbrochenen Ähren. Samen grubig-netzig. Enthält Indigo und wird durch Trocknen dunkel blaugrün. 2|. April, Mai. In schattigen Laub- und Fichtenwäldern, an Waldbächen, zwischen Felstrümmern, in humosem Boden, im Gebirgs- und stellenweise im Hügellande verbreitet, a) Um Prag: Laurenzberg, Hiubocep, St. Prokop, Kuchelbad. Sarka, Künigsaaler Wälder. Radütiner Thal, Karlstein, St. Ivan, Kundraticer Wald, Kamenicer Tiial, Tfebohostic ! — Kuttenberg, Stöcken casl., Nimburg, Voskoberg b. Podebrad, Kiuiigingrätz, Chotzen, Leito- niyschl, Brandeis a. Adl., Borohradek, Senftenberg, unter dem Grlatzer Schneeberg, Neu- stadt a. Mettau ! Trautenau, Jicin, Muzsky b. Münchengrätz, Jnngbunzlau an der Iser, Weisswasser, Niemes, B. Leipa, Höllengrnnd, Rcicbstadt, Friedland, Scbluckenan, B. Kamni'z am Kaltenberg. Rosenberg, Tetschcn, LeiMneritzer Gebirge, böbm. Mittelgebirge, Erzgebirge, Brüx, Komotau, Schlackeuwerth, Duppau, Karlsbad. Kllbogen, Tepl ! Auch in Südbölimen häufig: Strakonic am Berge Kuridlol Eleonorenbain, Winterberg, Schöninger, Hochwaldberg bei Gratzen! am Stankauer Teiche im Buchenwalde! u. s. w. Im Böbmer- walde bis in die 2, Region (Göppert). — b) Die einzige Angabe: Karlstein (Presl in Opiz Böhm. phan. Gew.) ist mir sehr zweifelhaft. 2. M. annua li. W^lrzel spindelig. Stengel ästig, Äste zum Theile mit den Blütbenzweiglein in derselben Blattachsel. Blätter eilänglich bis länglich-lanzettlich, ent- fernt, kerbig-gesägt, 9 Blüthen zu 1 — .'! sehr Jcurs gestielt, fast sitzend in den Blatt- acbseln. Früchte rauhhaarig. Narben zu jeder Seite der Innenfläche mit einer Papillenreihe. '■.. — 1' hoch, ganz kahl. Blätter hellgrün. Blüthen bisweilen auch Ihäusig. Q Juni — Septemb. Auf Äckern, Beeten, Schutt, an Wegen, sehr zerstreut im niederen Lande. Häufig in der näheren Umgebung Prags. Cäslau in den Strassen der Stadt, bei Selau (Opiz). Melnik (Prazäk)! Vidim (Hackel), Jungbunzlau (Hippelli)! Jicin (Pospichal) ! Münchengrätz (Sekera)! Leitmeritz (Hackel), Osseg (Thiel) ! Laun und Umgegend ! — Krumau nur in Kürhengärten (Jungbauer). Buxus sempervirens L., der Buxbaum, (mit einhäusigen Blüthen in blattwiukelstän- digen Knäueln, 2samigen Fruchtfächern), aus Südeuropa, wird nur in Gärten und Parkanla- gen gepflanzt. 28. Ordnung. Ju^laiideen DC. L Juglans L. (pait.) Wallnuss. t 1. J. regia L. Blätter gefiedert. Blättchen 5 — 9 (meist 7) sitzend, länglich oder länglich-ellipti>ch, kahl, nur in den Nervenwinkeln bärtig, geschweift: (j Kätzchen seitlich, walzig, lang, hängend, Q Blüthen 1 — 3 in kurzer endständiger Ähre. P'rucht mit glatter Schale, — 40 - 80' hoch. tp Mai. Aus dem Orient, häufig gepflanzt in wärmeren Lagen; Blüthen und Blätter leiden oft von Frühjahrsfrösten. 126 ^inus. 2i). Oiduiiiig". Betuliiceeu (Rieh.) A. Braun. Gattungen : A) (Betuleac). J* Kätzchen(leckl)lätter schiklfönnio;, jedes ;il)liitliie-, ßlüthcn mit Porigon. Staubbeutel kahl. 9 Blütlicu in ähnlichen Kätzchen mit schildtörniigen Deckblättern. Oberständiger Perigousaum des Fruchtknotens undeutlicli. 1. Alnus. (^ und meist auch Q Kätzchen schon im Herbst vor der Blüthe entwickelt und frei überwinternd, fj Deckblätter mit 3, Q mit 2 Blüthen und je 4 Vor- blättern, mit diesen eine am Ende schildförmig verdickte, ölappigc, verliolsenäc, nicht ahfalltnde Schuppe bildend. (^ Perigon aus 4 (seltener 3 — 5) meist am Grunde verwachsenen Blättchen. Staubbeutel 4, 2theilig, Staubfäden ungetheilt. 2. Betula. (^ und ^ Kätzchen an jungen heurigen Zweiglein neu ausgebildet (niclit . überwinternd) ; beiderlei Deckblätter Sblüthig mit nur 2 Vorblättern, die bei den 9 Kätzchen mit dem Deckblatt zu einer Slappigen pergamentartigen, nach der Fruchtreife abfallenden Schuppe verwachsen, r^ Perigon aus 2 — 4 freien, oder durch Verkümmerung nur aus 1 Blättchen. Staubgefässe 2 — 3, mit 2spitzigen Fäden (scheinbar 4 — 6). B) (Carpineae). J" Kätzchendeckblätter schuppcnforraig, meist Iblüthig, Blüthen ohne Perigon, Staubbeutelhälften an der Spitze mit einem Haarbüschel. 9 Blüthen in knospen- oder kätzchenartigen Blüthenständen mit abfälligen Deckblättern, in deren Achsel je 2 Blüthen, jede umgehen von einer Hülle, gebildet aus dem mit '2 Vorblättern verwachsenen Tragblatt. Fruchtknoten mit deutlichem oberständigen Perigonsaume. 3. Corylus. Deckblätter der (^ Kätzchen mit je 2 Vorblättchen, daher 31appig, Iblüthig. Staubgef 4, völlig getheilt (scheinbar 8). 9 Blüthenstand knospenartig; nur 1 — 4 oberste Fruchtknoten desselben gelangen zur Pieife, Hülle der Frucht becherartig, zerschlitzt. 4. Carpinus. Deckhlätter der (J^ Kätzchen ohne Vorblätter, eiförmig, zugespitzt, 1—3- blüthig. Staubgef. auf dem Deckblatt 4 — 12 (scheinbar 8—24). 9 Blüthen- und Fruchtstand ein lockeres, mehrblüthiges Kätzchen. Hülle der Frucht 31appig, blattartig. 1. Alnus Tourn. Erle. a) (Clethra). (J Perigon 4spaltig oder 4theilig. Früchte flügellos oder mit undurchsich- tigem papiernrtigem Flügelrande. 9 ""^l cT Kät>^chen in demselben meist eudständigeu Blüthenstaiule, ersten' an den untern, letzterem an den oheien Zwciglein desselben, beide überwinternd, vor den Blättern aufblühend. Laubknüsi)en nur durch die Nebenblätter des uhtersten Blättchens bedeckt. Blätter an den Zweigen nach 'Ai spiralig. a) Blätter erwachsen unterseits kahl, drüseni)iinktig, nur in den Winkeln der Seiten- nerven gebartet, auf den Nerven und Blattstielen spärlich behaart. Frucht zusam- mengedrückt, kantig, scharfraudig, aber ohne Flügel. 1. A. glutinosa Gärtner (Betula alnus a. L.). Blätter gestielt, rundlich oder rundlich-verkehrteiförmig, vorn gestutzt oder ausgerandet, am Grunde "keilförmig, gleich- farbig, untcrsCits blässer, gcscJi/reift ungleich- bis doiipelt sägczähnig. 9 Seitenkätzchen ziemlich langgestielt. Fruclitzäpfchen länglich eiföimig. Schildchen der Schuppe breit, 'Jeckig, die Früchte lang bedeckend. Narben bald abfällig. Kriiftiger Baum mit brüchigen Ästen. Die abgehauenen Stumpfe schlagen wieder ans und bilden in den Sümpfen erhöhte kleine Inseln, vielen Sumpfpflanzen zum willkommenen Aufenthalt. t,> Febr. Würz. An Flussufern, Teichen, in Sümpfen und Mooren (sog. Erlbrüche bildend), allgemein verbreitet, in den Gränzgebirgen jedoch nicht viel über 2000' hoch gehend.- Alnus. 127 ß) Blätter unterseits weichhaarig bis zerstreut haarig, in den Aderwinkeln nieht besonders gebartet, anf den Nerven und Blattstielen dichthaarig, t'rucht platt, flügclraudig. X A. pubescens Tausch (A. glutinosa X ii^caua). Blätter rundlich oder rundlich- verkehrt eiförmig, stumpf, oder die oberen am Zweige sj)itzlich, ungleich- fast dnppelt- herhig-gesägi, mit schwach ausgedrückten Kerben erster Ordnung, beiderseits grün, untor- seits weichhaarig bis kurzfilzig, oberseits zerstreut flaumhaarig oder verkahlt. Seitenzäpfchen deutlich gestielt. Nuss schmal flügelrandig. Hält die Mitte zwischen A. glutinosa und incana. Zapfenstiele länger als bei letzterer, aber doch kürzer und minder abstehend als an A. glutinosa. tp Febr. März. Fängt gewöhnlich einige Tage nach incana und einige vor glutinosa an zu blühen (Doli). Im Böhmerwalde (Tausch)! wahrscheinlich in der Nähe beider Stammarten. In Nordböhmen? (Reichardfs Pflanze aus dem Wiener Tauschverein, die mir vorliegt, ist nur A. glutinosa.) 2. A. incana DC. (Weisserle). Blätter eiförmig oder schwach verkehrtclförmig, spitz oder kurz zugespitzt, am Grunde abgerundet oder etwas keilig verschmälert, scharf doppelt gesägt, mit grossen, vorspringenden Sägezähnen 1. Grades (deutlich gelappt), unlerselts bläulich grün, angedrückt flaumig bis zerstreuthaarig, auf Nerven und Blatt- stielen sehr fein flanmig-ßsig. Zäpfchen länglich eiförmig oder rundlich, die seitlichen sitzend oder sehr hirz gestielt. Schuppen mit breitem, Seckigem Schildchen, dessen Läppchen flach, niedrig; die Nüsse ganz bedeckend. Narben bald abfällig. Baum, seltener Strauch, mit graner Rinde. Vermehrt sich durch Wurzelausschlag. — Viir. ß) laciniata. Mit iiederspaltigen Blättern. t> Febr. IMärz, etwas früher als glutinosa (Doli). An Flussufern, Teichen, in feuchten Waldungen, in gebirgigeren Gegenden, auch gepflanzt in niederen. Im Bölimerwalde bis etwa 2500' Höhe, daselbst am häufigsten : bei Schüttenhofen (ß) (Purkyne), um Bergreichen- stein (Tausch) ! Kuschwarda (Jungb ), an der oberen Moldau bei Oberplan (Purkyne) ! häufig in kleinen Beständen zwischen Rosenberg und Hohenfurth! auch noch bei Krumau und Goldenkron, auf dem Schöninger (Jungb.), selten bei Budweis (Mardetschläger) ! Gratzen (Presl). Karlsbad (nach Presl). Hauenstein (J. Reiss)! In Nordböhmen bei Fugau. Schluckenau ! Schönlinde ! Reichenberg (Sigmund, als A. pubescens) ! Vorberge des Riesen- gebirges (Weitenweb) Neu-Königgrätzer Wald, vielleicht nur gepflanzt (Ascherson)! Tser- ufer bei Jungbunzlau , wohl gepflanzt. Slavetin auf Gut Lukavec (Eisenstein), Scliwarz- Kostelec (Tucek) ! t 3. A. serrulata Willd. (1805) (A. rugosa Spreng. 1826, A. autumnalis Hartig, Betularugosa Ehrhart). Blätter eifin-mig oder etwas verkehrt-eiförmig, am Grunde abgerundet oder schwach herzförmig, spitz oder stumpf, fast nur einfach oder undeutlich doppelt kleingesägt, mit schwach angedeuteten Sägezähnen 1, Grades (ungelappt), unterseits blässer grün, auf den Nerven und Blattstielen meist rostfarbig rauhhaarig, sonst weichhaarig bis zerstreut behaart. Zapfen ]Ang\ic\\,knvz\\iihAg. auch die seitlichen gestielt, abstehend. Schuppen etwas flach mit schmalem Schildchen, dessen Läppchen leisten - artig vorspringen, sich weit öffnend, die Nüsschen nicht bedeckend. Narben bleibend, zwischen den Schuppen vorragend. Strauchartig, reicblich mit Früchten überschüttet. Zweige sehr kantig, dunkelbraun, jung behaart. Blätter etwas dicklich, runzelig. Innenseite der Zapfenschuppen und Nüsscheu mit harzi- gem Lack überzogen, glänzend. t? März, April; Belaubung spät, im Mai. Aus Nord- Amerika ; ursprünglich kultivirt, bildet sie jetzt bei Schluckenau ganze Wäldchen (Karl): ich sah sie auf einem buschigen Hügel zwischen NixJorf und Schluckenau, auf Granit, so zahlreich, dass man sie gerne für ursprünglich einheimisch halten möchte. Auch im ,. Fiederholz" zwischen •j 28 Betvila, Bechovic und Ouval nalic der Bahn eine Anzahl Sträiicher ! (in meiner „Kvetena okoli prazskeho" irrthünilich als A. incana). b) (Alnaster). (/ Perigon 3— öblätterig. Nüsschen mit einem häutigen durchscheinenden Hügel, cj Kätzchen zu 1—3 endständig, überwinternd, $ auf seitlichen, beblätterten, heurigen Zweigleiu, die unteren in den Achseln von Laubblättern, mit den Blättern sich (iffnend. Seiten- knospen von 1—2 besondern Knospenschuppen bedeckt. Blätter an den Zweigen 2zeilig. — Ist zwar ein schönes Bindeglied zu Betula, aber doch entschieden noch eine Alnus. 4. A. viridis DC. (Betula alnobetula Ehrh., B. ovata Schrank). Blätter eiför- mig, spitz, scharf und dicht doppeltgesägt, beiderseits grün, jung harzig-klebrig, unterseits auf den Nerven flaumig und mit Harzdrüsen, in den Aderwinkeln schwach gebartet. (^ Kätzchen zuletzt hängend, 9 aufrecht, länglich elliptisch, langgestielt, ihre Schuppen dünn, flach, mit schmalem Schildchen. Narben vorragend. 3 — 8' hoch, von frischem Grün. Zweige kantig, graurothbraun. Zapfen hellgrün, zuletzt hellbraiui, weit geöffnet. t? April, Mai. Auf buschigen Abhängen (besonders Nordabhängen) der Gebirgs- thäler, sonnigen Hügeln, Rainen im südlichsten gebirgigen Theilc Böhmens, jedoch nicht im eigentlichen Böhmerwalde : Kubani (Purkyne), Satava (Müncke), Schwarzbach (Jungb.), Hohenfurth (Nenning)! Rosenberg! sehr häufig im Blanskerwald, auf Vorbergen der Süd- seite gegen Krenau, beim Kokeisheger, am Nordfusse desselben am Bache bei Krems, bei Goldenkron ! von Prietlial gegen Kaplitz auf allen Feldrainen (Jungb.), unterhalb Brünnel auf Rainen ! Noch bei Budweiss auf dem Nordabhang der Bergschlncht bei Gutwasser ! — Ferner im mährischen Gränzgebirge bei Iglau: bei Pocätek und Ober-Cerekve (Pokorny, Presl), Windig-Jcnikau (Steinreitcr). 2. Betula Touni. Birke. 1. B. alba L. Baum oder massiger Strauch. Blätter gestielt^ eiförmig. Sechig- eiförmig oder rhombisch, seltener etwas herzförmig, ungleich oder doppelt gesägt, mit starken Seitennerven und tceit undetitlichereni Adernetz, unterseits auf den Adermaschen mit im Alter vertrocknenden Harzdrüsen. 9 Kätzchen cylindrisch, langgcstielt, (wie die (^) hängend., einzeln auf kurzen Seitenzweigen unter den endständigen, meist gezw^eiten f^ Kätzchen. Nuss mit 1 — 2mal so breitem Flügelscmm, von den Sclbuppen völlig gedecht, diese .Sspaltig mit sehr ungleichen Zipfeln. Die Borke löst sich an jungen Stämmen in weissen pcrgauicntartigen Streifen. Zweige häufig mit halbkugeligen Wärzchen. a) verrucosa (Ehrh. spec ) Baum 20 — GO' hoch, seiton stmncliig. Zweige sehr häufig i'iberhängcad, nebst den erwachsenen Blättern kahl, an den Stock- und Wurzeltricben auch behaart. Blätter rhombisch oder dreieckig-eiförmig, meist länger zugespitzt und scharf doppelt gesägt, auch tiefer eingeschnitten. Mitti'llapjjeii der angedrückten Fruclits(lni])peu kurz, Seitenlappen länglich, horizontal oder zurückgekrümmt. Flügel doppelt breiter als die Nuss. ß) rotundata. Blätter rundlich 3eckig, kurz zugespitzt, mit einfachen eiförmigen Sägezähnen. Wuchs gedrungen, wahrscheinlich strauchig. y) microphylla. Blätter sehr klein, nur '/_. - ■%" lang, Kätzchen kurz, Seitenzipfel der Schuppen fast 4eckig und vorgestreckt. b) pubescens (Ehrh. spec). Niedrigerer Baum oder Strauch. Zweige aufrecht abste- llend, jung meist behaart. Blätter eiförmig bis rliombisch-eiförmig, kiirzer zugespitzt, am Grunde abgerundet oder keilförmig, an unfruclitbaren Trieben auch lierzförmig, ungleich oder dojipelt gesägt mit stumpferen Sägeziihnen, unterseits behaart oder in den Aderwinkein bäitig. Die tyjiische Form hat die Mittellapiien der liehaarteren, etwas sparrig abstellenden Schuppen läuglicli, die vier- eckigen Seitenlappen vorwärts gerichtet, die Flügel nur so breit als die Nuss. Docli kommen aucli ziemlich eliensolche l'"ruchtkätzchen und Niisse wie Iiei a) vor. ß) carpathica (Willd. spec), niedrig, straucliig, Blätter und IMattstiele ganz kahl. ti April, Mai. a) Im ganzen Lande verbreitet, in den Gränzgebirgen bis 2300', theils in kleineren Beständen, auf magerem, kiesigem Buden, theils einzeln in Laub- und Corylus. Carpinus. j^20 Nadehväldern eingesprengt, ß) und y) auf dem Langen Berge oberhalb Komotau (Knaf)! beobachtet. — b) Seltener auf trockenem Waldboden, mehr im Gebirge, vorzugsweise auf Torfmooren, auch der Ebene, Gebirgsmooren. Bei Prag sehr selten : zwischen der Cibulka und Motol! bei Kuchelbad (Opiz), einzeln auch im Stern und Baumgarten gepflanzt (Opiz); bei Karlstein (Sternberg)! — Sümpfe bei Lissa (Tausch)! Podebrad (Opiz)! Moorbruch bei Pfelouc ! Berg Kozlov bei Böhm. Trübau (Rybiöka). Bergwieseu bei Weisswasser (Hippelli) ! Habsteiner Sümpfe (Lorinscr) ! Torfwiesen bei Niemes (Schauta) ! Böhm. Leipa und B. Kamnitz ! Georgswalde, Kixdorf, Schluckenau (Xeumann). Mittelge- birge oberhalb Leitmeritz b. Babina (A. Mayer). Mileschauer (Jims) ! Im Erzgebirge hin und wieder auf Mooren: Zinnwald, Einsiedel (Reuss), Neuhauser Seehaide! Gottesgab (Reiss)! Franzensbad (Weicker) Busovic bei Pilsen (Lusek) Im Böhnierwalde verbreitet, bis 3000' hoch; Kuschwarta, Ferchcnhaid, Aussergetild, zwischen Zwiesel und Eisenstein, bei Schwarzljacli (Purkyne)! bei Christiansberg, Schönau, im Blanskerwald (Jungb.). Wittin- gauer Torfmoor, Rothes Moos bei Gratzen ! — ß) im höheren Gebirge. Im Ricscnge- birge : Kessel (Preslj, Riesengrund (Kablik)! kl. Teich. Schneegruben (Wimmer), Eibgrund (Tauscht Iscrwiesc (Gottstein)! Erzgebirge; Gottesgab; im Böhnierwalde von 2000' an: Reigeraue im Salnauer Revier, Plöckensteiner See (Jungb.) u. s. w. 2. B. nana L. Niedriger Strauch. Blätter sehr hursgestielt, kahl, rundlich oder quer breiter, stumpf ijeherht, untcrseits mit wenigen Seitenadern und (jleich dark lier- vortretendem Adernetz, ohne Uarzdrüsen. Q Kätzchen eiförmig walzlich, sehr kurzge- stielt, aufrecht. Schuppen kürzer als die Früchte, sie iiicJit (janz bedeckend, ungetheilt oder ;}spaltig mit fast gleich langen, länglichen, auseinanderfahrenden Ziiifcln. Flügelrand mehrmals schmäler als die breite ovale Nuss. 2— ;3' hoch. Jiiuge Zweige flaumig bis tilzig. Blatter zalflroich. klein, 3— 5'" lang, ober- seits dunkelgrün, glänzend. Kätzchen vor den Blättern kommend, klein. b Mai. Auf Torfmooren der Gränzgebirge. Iserwiese (Englcr) ! Erzgebirge: Raizenhain (Thiel), zwischen Pressnitz und Sonnenberg ! Gottesgab und Abertham (J. Reiss, Tausch)! Böhmerwald von 2500— :^000' auf den „Filzen' nicht selten: bei Ausscrgeflld, Fürstenhut, Kuschwarta (Purkyne)! bei Satava (Müncke), Wolfsaue bei Christiansberg (Jungb.). o. Corylus L. Hasel. 1. C. avellana L. Zweige anfangs Avie die Blattstiele rauhhaarig und drüsen- borstig. Blätter gestielt, 2zeilig, aus herzförmiger Basis verkehrt-eiförmig oder rundlich, zugespitzt, schwach lappig, doppelt gesägt, zerstreut behaart. (^ Kätzchen end- und seitenständig, zu 2 — 4, hängend. Fruchthülle glockig, oft'en, zerschlitzt, etwa so lang als die Frucht. Strauch oder Bäumcheu, 6— i'O' hoch. 5 Kätzchen kuospcnartig, seitlich, mit purpurnen, fadenförmigen, hervorragenden Narben. tp Febr. — April. Auf buschigen Hügeln , an Waldrändern, als Unterholz in Laubwäldern im Hügel- und Gebirgslande verbreitet und häuflg. Im Böhnierwalde auf südlichen Abhängen bis über 2000', besonders häufig um Schüttenhofen mit Alnus incana (Purkyne); am Hochwaldberg bei Gratzen 3000' hoch. t C. tubulosa Wiild, die Lambertsuuss, im Bauat, Istrien einheimisch, deren Fruchthiille über die Frucht röhrig verengert und doppelt so lang als diese ist, wird selten in Gärten gepflanzt; einen Strauch fand ich in einem Zaune des Scharkathaies bei Prag. 4. Carpinus L. Hainbuche. Weissbiiche. 1. C. betulus L. Junge Zweige flaumig. Blätter kurzgestielt, 2zeilig, aus schwach herzförmiger oder gerundeter oft ungleichseitiger Basis länglich-eiförmig, doppelt klein- gesägt, jung mit langen, schütteren Zotten, erwachsen kahl oder nur auf den Nerven 9 j[30 Fagus. Castaxxea. unterseits zerstreuthaarig. (^ Kätzchen dick und kurz, einzeln seitenständig, sitzend, 9 endständig auf beblätterten Zweigen, gestielt, sehr locker. Mittelzipfel der Hülle viel länger als die seitlichen, gesägt oder ganzrandig. Baum, auch Strauch, 60—80' hoch, mit weissgrauer Kinde. Kätzchen mit den Blättern, cf Schuppen grün mit rolhbraunen Spitzen. ^ April, Mai. Im niederen Hügellandi' und der Ebene Bestände bildend, oder mit Eichen und anderen Laubbäumen vermischt; in gebirgigeren Gegenden selten und vereinzelt bis zu 2000'. Fehlt z. B. dem eigentlichen Böhmerwalde ; im oberen Moldau- thal auf südlichen Hängen. Herrliche Wälder auf der Bürglitzer Herrschaft. 30. Ordnung. Cupuliferen (Rieh. pari.). Gattungen : a) Fruchtbecher 2 — mehrere $ Blüthen (dann Früchte) völlig einschli essend, zu- letzt 4klappig. 1. Fagus. (^ Kätzchen (eigentlich Doldentrauben) kurz, kopfförmig. Perigone glockig, 5 — 6spaltig. Fruchtbecher meist 2blüthig. Fruchtknoten ^fächerig; 3 Narben. Schliessfrucht .^kantig. Keimblätter über die Erde hervortretend. 2. Castanea. (^ Kätzchen verlängert, aus Knäueln zusammengesetzt, Perigon 5 — 6- theilig. Fruchtbeoher 2 — 5blüthig. Fruchlknotcn 5 — 8- (meist 6-) fächerig, meist 6 Narben. Schliessfrucht rundlich. Keimblätter unterirdisch. b) Fruchthcclier napftormig, eine $ Blüthe (dann Frucht) nur am Grunde umschliessend. 3. Quere US. (^ Kätzchen fädlich, hängend, aus Knäueln zusammengesetzt, Perigone 6 — Stheilig. Fruchtknoten 3fächerig, Snarbig. 1. Fagus Touni. Buche. 1. F. silvatica L. Blätter 2zcilig, kurzgestielt, eiförmig, spitzlich, randschweifig oder stumpf und entfernt gezähnt, auf dem Rande, den Nerven und Blattstielen seidig-zottig, erwachsen fheihveise vei'kahlt, am Rande gewimpert. Knospen kegelförmig, spitzig mit länglichen Schuppen. (^ Kätzchen gestielt, hängend an jungen Zweigen aus den unteren Blattachseln, die 9 Hüllen aus den oberen. Perigone gestielt, langzottig. Fruchthülle mit fädlichen Wcichstacheln. 80—100' hoclx mit glatter, grauer Rinde. ^T Perigone röthliclibraun. tp Mai. In schöner Eutwickelung auf die Gebii'gsregion über 2000' angewiesen ; im Böhmerwalde bis 3500'; liebt ]iChml)odcii, und in minder hoher Lage die feuchteren Nordabhänge ; theils reine Bestände bildend, theils mit Fichten und Tannen vermischt. In der Prager Gegend am entfernteren Horizonte, nur einzelne kleine, niedrigstämmige Haine auf Nordseiten: Zävist, Karlstein, Stifin, Mukafov. 2. Castanea Tourn. Kastanie. t L C. sativa Mill. (C. vesca Gärtn.) Blätter gestielt, länglich-lanzettlich, kurz zugespitzt, geschweift-gezähnt mit lang und stechend zugespitzten Zähnen, jung unterseits sternhaarig flaumig bis graufilzig, erwachsen meist ziemlich kahl. (J Ähren achselständig, steif; 9 Hüllen 1 — 3 am Giunde meist nur der oberen, seltener aller (^ Ähren sitzend, zur Fruchtzeit stachelig, Stacheln büschelig verästelt. 50 — 100' hoch, dickstümniig mit ausgebreiteter Krone. Quercus. 131 tp Juni. Stammt aus dem Südeu, ist aber in wärmeren Lagen hin und wieder mehr oder minder zahlreich im Freien gepflanzt. Bei Prag auf dem Lorenzberge, in der Cibulka! — Waltersdorf b, Böhm. Leipa (Watzel), Breiter Berg bei Brüx (^tika). Am zahlreichsten, essbare Früchte liefernd, am Fasse des Erzgebirges bei Komotau um den Alaunsee; daselbst ein Kastanieawald von mehr als 100 Stämmen, darunter mehr als hundertjährige von gi'ossem Umfange (Kuaf). 3. Quercus L. Eiche. 1. Q,. sessiliflora Smith anipl. Blätter meist länger gestielt, jung besonders unterseits dichter flaumig bis dickfilzig, erwachsen unterseits auf den Nerven zerstreut flaumi(j oder fdzig, meist etwas graugrün, länglich verkehrt-eiförmig oder länglich, vorn breiter, buchtig gelappt, in den BUätstiel herablaufend oder am Grunde breit und seicht aus(jerandet. Fruchtstiel meist sehr kurz, daher die gebüschelten Früchte in der Blattachsel fast sitzend, seltener etwas länger bis von der Länge des Blattstiels, aufrecht. a) geuuina (Q. rubur f^brh. Presl Ü. cecb., Traubeooiche, Wintereiche.). Jährige Zweige sammt den Blattstielen und cf Aehrenstieleu aulaiigs spärlich behaart, später völlig kahl. Blätter unterseits anfangs dichter, zuletzt zerstreut uud angedrückt flaumig, oft läuglich. Baum bis 100' hoch mit fast wagrecht abstehenden Ästen. Die Lenticellen aa den älteren Zweigen sind häufiger und auch wegen der Kahlheit merklicher als bei b). b) lanuginosa (Thuill. spec. 1798, Qu. pubescens Willd. 180.5). Jährige Zweige nebst Blattstielen und (/ Ährenstielen graufilzig, Filz bleibend. Blätter unterseits graufilzig, später oft nur flaumig, manchmal nicht viel mehr als bei a), meist breiter verkehrt eiföi'mig. — Niedrigerer Baum, bis <30' hoch, auch straachig. Eicheln häutig kleiner. Eine zwar sehr charakteristische Ra§e, gleichwohl nur durch reichlichere uud beständigere Behaarung, ursprünglich i'olge der Kalkstetig- keit, verschieden. Die Blätter von a) und b) variiren mit seichteren oder tieferen Buchten, stumpferen oder spitzeren Zipfeln, bleiben grusstentheiis dürr am Baume über den Winter. Die Blattbasis ist ein besseres Merkmal der Art als die Länge des Blattstiels, der zwar gewöhnlich V2 — 1" lang, doch bisweilen auch nur '6'" lang ist. h Mai. a) Verbreitet im Hügellande und niederen Gebirgsniveau nicht viel über 2OOO', besonders auf Abhängen der Thäler, in Thon- und Kalkboden ; oft nur ver- einzelt eingesprengt, auch in kleineren Beständen; auf Kalk auch mit b) zusammen. b) Nur auf kalkigen Plügeln der wärmsten Lagen, einzeln oder in Gruppen meist mit a) zusammen. Um Prag : St. Prokop uud Hlubocep (Op.) ! Kuchler Berg, Radotiner Thal gegenüber Kosor, bei Karlstein auf dem Pfafl'enberge, am schönsten, reichlich frucht- tragend am Wege von St. Ivan nach Beroun auf der Höhe mit a) und mit Q. pedun- culata! Berg Tobolka bei Tetin (Purkyne)! — Kralup (Purkyne) ! Loucin bei Jung- bunzlau (Purk.) Thiergarten bei Roudnic (Reuss). Straschizkenberg und Dreikreuzberg bei Leitmeritz ! Schüttenitzer Hügel (Hackel) ; über dem Fuss des Lobos bei Lobositz im Gebüsche der Weinberge ! 2. Q,. pedunculata Ehrh. (Qu. robur L. part., Smith, Stieleiche, Sommereiche). Blätter kurz, oft selir kurz (jestieU, fast sitzend, in der ersten Jugend mit bald abfälligen zerstreuten Haaren, sehr bald, wie auch die Zweige völlig kahl, unterseits bleicher grasgrün, länglich verkehrt- eiförmig, buchtig gelappt oder liederspaltig, an der verschmälerten Basis meist tief und schmal ausgeschnitten^ wie geöhrt. Fruchtstiel zuletzt verlängert, meist bedeutend länger als der Blattstiel, mit den oft auseinander gerückten Früchten überhängend, sehr selten kurz. Baum bis 108' hoch, kräftiger als vor. Art, mit minder hartem, besser spaltbaren, teck- nisch und forstlich höher geschätzten Holze. Die dürren Blätter fallen auf den AVinter grössten- theils ab. Blattstiele 1—4'" lang. Die Unterschiede unserer 2 Arten sind etwas schwankend, daher ihr spezifischer Werth noch problematisch. tp Mai. Verbreitung bei uns wie die der vorigen Art, aber weiter; nicht nur auf Abhängen und in höheren Lagen (bis über 2000'), sondern auch in den Niederun- 9* 132 ®»^^- gen des nördlichen Böhmens, besonders in den Alluvien der Elbe Bestände bildend, in Südböhmen ebenso in der Wittiugauer Ebene. 31. Ordnung. Saliciiieen Ricli. Gattungen : 1. Salix. Blüthen mit 1 (hinten stehenden) oder noch einer 2. (vorn stehenden) Drüse. Staubgef. 2 — i2. Katzchenschuppen ungetheilt. 2. Populus. Blüthen von einem Becher umgeben. Staubgef. 8 — 30. Kätzchenschu^pen geschlitzt oder gezähnt. 1. Salix L. Weide. A) Kätzchen zum knospentrageuden Zweige seiteiistiindig, am beblätterten Zweiglein endständig; ihre Schuppen etufarhirj r/etblich-grün. — (^ BliUhen --'drüsig. Staubfäden 2—12, frei, Staubbeutel verstäubt gelb. Fruchtknoten kahl. (4ritfel kurz, Narben dicklieb, ausgerandet oder 2]appig. Blattstiele an der Einfügung der BlattHäche in der Kegel mit 2 oder mehreren Drüsen- höckern. Kätzchen mit den Blättern hervorkommend. a) Kätzchenschuppen vor der Fruchtreife abfällig. Bäume oder höhere Sträucher. 1. Fragiles. 9 Blüthe 2drüsig; Fruchtknoten gestielt, Stiel 1— 3mal so lang als die hintere (grössere) Drüse. Zweige schlank, am Grunde leicht abbrechend. Blätter kahl, oberseits glänzend, jung klebrig. 1. S. pentandra L. (Lorbeerweide). Blätter eiförmig-elliptisch, mitunter auch länglich-elliptisch, zugespitzt, fein drüsig-gesägt. oberseits glänzend dunkelgrün, unter- seits bleicher, kahl, die der Kätzchenzweiglein fcingcsägt. Drilseu am Blattstiele melwerc. Kätzchen dicklich, cylindrisidi mit zottiger Spindel. Deckschuppen länglich, tiur am Grunde hraushaarig. Stempel eikegelförmig, ganz kurz gestielt, Stiel kaum länger als die hintere Drüse. Griffel kurz, Narben gespreizt. Staubgef. 5 — 10. Baum, bis 20' lioch. Zweige glänzend braun oder rothbraun, wie lackirt. tp Mai. Auf Torfmooren, in Erlbrüchcn, an Flussufern und Bächen, sehr zerstreut. Mährisches Grenzgebirge: an der Iglava bei Alteiiburg (Reichardt), Dobi'enc bei Stöcken, Zdercc (Steinreiter). Sulovic bei Sehusic, Senn'n bei Pfelouc, Bolidancc um die Fisch- behälter (Opiz). Ilohenmauth gegen Chotzen an Wiesengräben ! Seuftonbcrg bei Popluz (Brorsen), Wälder bei Borohrädek! Altpless bei Josefstadt unter Erlen am Teiche! Hohcnelbe (Eicrlinger) ! Jicin an der Cidlina 3 Bäume (Pospichal)! Klein-Skal (Neumanu), Bakoven am Zajezder Bache (Sekera), Ilöliitz bei Niemes (Schauta) ! Hirschberger Sümpfe (Tausch)! Sehicssnig ])ei Böhm. Lcipa im Fh-lbruchc ! Georgswalde (Neumann). Kommerer See (2 ExempL) und Kosten b. Teplitz (1 Ex.) (Winkler)! Fehlt überhaupt am Erzge- birge. — Padrf beroun Kr., Altsattelhrädek (Merkl). Euss des Böhmervvaldes an der oberen Moldau: bei Kuschwarta, Über-Plan (Purkyne)! Schwarzbach (Jungb.) — Wittin- gauer Schlossrevier im Erlbruche! 2. S. fragilis L. (Knackweide). Blätter lanzettlich oder länglich-lansettlich, langzugespitzt, gesägt, jung kahl oder spärlicii-iauglmarig, erwachsen kahl, freudig- oder dunkelgrün, unterseits bleicher, die der Kätzchenzweige alle oder grössteutheils ganz- randig:, Drüsen des Blattstieles 2 — 1. Nebenblätter hal])herz- oder halbniercnförmig. Kätzclicn dicklich, cyliiulrisch. Deckschuppen verkehrteiförmig, durchaus langhaarig. Stempel eikegelförmig, massig gestielt, Stielchen 2 — 3mal länger als die hintere Drüse. Gritfei massig kurz. Narben gespreizt. Staubgef. 2, selten mehr. Salix. 133 Zweige an ihrem Grmule sehr brüchig, glänzend, obwohl nicht so sehr, wie an der vor. Durch wiederholtes Abhauen der Äste entsteht die barocke Form der Kopfweide. Vaiürt: a) dia- color, Blätter unterseits graugrün, ß) concolor, Blätter nnterseits bleicher grün, y) polyandra Neilr. (S. Pokornvi Kerner). Staubgef. 2— .3, seltener 4— 5, Kätzchenblätter ganzrandig oder theilweise einerseits feiugesägt. Diese abnox'me Varietät hielt Kerner früher für eine der S. fi'agilis näher- stehende S. pentandra "■< fragilis. b Ende April. Mai. An Bächen, Flussufern, Wiesenrändern, in feuchten Auwäl- dern der Thäler verbreitet, auch an Wegen gepflanzt, y) Im nürdlichsten Böhmen (Karl nach Kerner) 9- 2. Albae. 9 B'üthen Idrüsig. Fruchtknoten sehr kurz gestielt, Stiel kürzer als die Drüse. Zweige biegsam, nicht leicht abbrechend. Blätter nnterseits seidenhaarig. 3. S. alba L. (Silberweide). Blätter länglich-lanzettlich, langzugespitzt, gesägt, oberseits mattgrün, unterseits graugrün, daselbst oder auch beiderseits seidenhaarig; die der Kätzchenzweige ganzrandig oder gesägt. Blattstiele 1 — 2drüsig. Nebenblätter lanzetflich. Kätzchen schJanJc. Deckschuppen konkav, länglich, am Grunde kraushaarig, vorn meist Jcahl. Griffel sehr kurz mit gespreizten 21api»igen Narben. Staubgef. 2. Hoher Baum, mit jung seidenhaarigen, dann glänzenden kahlen Zweigen, deren Farbe grünlich oder dottergelb oder hell mennigroth (S. vitellina L.). b Ende April, Mai. Wie die vorige, besonders an Bächen allgemein verbreitet, oft gepflanzt, auch als Kopfweide. b) Kätzchenschuppen bis zur P'ruchtreife bleibend. Sträucher. Q Blüthen Idrüsig. 3. Amygdalinae. Zweige biegsam. Blätter kahl, jung nicht klebrig. 4. S. amygdalina L. ampl. Blätter länglich-lanzettlich, spitz oder zugespitzt, gesägt, oberseits etwas glänzend, kahl, nnterseits deutlich zartnetzig. Nebenblätter halb- herzförmig, dauerhaft. Kätzchen sclilank, etwas lockerblüthig auf kurzem Zweiglein. Deckschuppen verkehrt eiförmig, ziemlich kahl, nur am Grunde etwas kraushaarig. Stempel eikegelföimiig, Janggestielt, Stiel 3 — 5mal länger als die Drüse. Narben fast sitzend, rechtwinklig abstehend, ausgerandet. Sfauhgefässe 3. Strauch ?» — -1, auch 10' hoch, mit im Alter sich abfetzender Rinde. Varirt cv) discolor, Blätter am Grunde verschmälert, unterseits graugrün, glanzlos, und ß) concolor i^triandra L.), Blätter am Grunde abgerundet, unterseits blasser grün, schwach glänzend. h April, Mai und manchmal Juli, Aug. zum zvveitenmale. An Bächen und Flüssen in den Niederungen und in Thälern durch ganz Böhmen. 7 S. babylonica L., die Trauerweide, ein hoher Baum mit hängenden Zweigen, lang lanzettlichen, unterseits graugrünen, matten Hlättern, gedrehten Blattstielen, dünnen, gekrümmten, bei uns nur $ Kätzchen und sehr kurz gestielten Stempein, wird in Anlagen, an Teichen und auf Kirchhöfen gepflanzt, stammt aus dem Orient. B) Kätzchen zum knospenbildenden Zweige seitenständig, auf kurzen, am Grunde beschuppten oder etwas beblätterten Stielen. Kätzchenschuppen :.'farbig, am Grunde heller, an der Spitze schwärzlich oder rostfarben. Beiderlei Blüthen Idrüsig. Staubgefässe stets 2. Blattstiele stets ohne Drüsenhöcker. a) Staubfäden bis zur Spitze oder zur Hälfte zusammengewachsen. Staubbeutel vor dem Blühen roth, dann gelb, zuletzt schwärzlich. Frucht kurz eiförmig, stumpf, Klappen klati'end, nicht zurücljgerollt. 4. Purpureae. Aufrechte Sträucher oder kleine Bäumchen. Zweige schlank, zähe, innere Rinde im Sommer citronengelb. Blätter lanzettlich vorn breiter, verwelkend schwarz. Kätzchen vor den Blättern, blattlos. 5. S. purpurea L. Blätter lanzettlich bis lineallanzettlich, vorn verbreitert und gesägt, jung häufig rostfarbig wollhaarig, erwachsen kahl, unterseits blaugrün, hellschimmernd, matt. Kätzchen schlank, dicht, walzig, meist gekrümmt. Deckschuppen verkehrteiförmig, gerundet, vorn schwarz, behaart. Drüse kurz. Stempel sitzend, eiförmig, füzig. Narben sitzend, eiförmig. 1^4 Salix. Buschiger Strauch; Äste riithenförmig, gelb oder purpurl)raun. Yariirt mit dünnen und doppelt dickeren iCätzchen nebst breiteren Blättern (S. Lamliertiana Smith). "h März, April. An Ufern, in Wiesengräben, au feuchten Waldrändern im niederen und gebirgigen Lnnde. auch im Bölnnerwalde bis über 2000'. b) Staubfäden frei; Fruchtknoten walzig-kegelförmig, zugespitzt, Fruchtklappen an der Spitze zurückgerollt. a) Griffel verlängert, meist fädlich. Stempel sitzend oder kürzer gestielt. Staubbeutel nach dem Verstäuben gelblich. *) Kätzchen sitzend, am Grunde nur beschuppt, vor den Blättern kommend. 5. Viminales. Stempel seidig filzig, sitzend oder kurzgestielt. Narben lineal, bogig zurück- srekrümmt Sträucher mit schlanken, zähen, nicht bereiften Zweigen, gelbgrüner innerer Rinde. Blätter schmal, oberse"ts nicht glänzend, mit vertieften Seitennerven. 6. S. viminalis L. (Korbweide). Blätter verlängert lanzettlicb oder lineallan- zettlich, langzugespitzt, am Rande wellig und umgerollt, oberseits kahl, unterseits seiden- haarig^ siJbenrriss schimmernd. Nebenblätter schmal lanzettlich. Kätzchen dicht, länglich walzig. Deckschuppen vorn schwärzlich, spitz, langhaarig. Stempel eikegelförmig sitzend oder sehr kurz gestielt. Griffel lang mit ebenso langen fädlichen Narben. Zweige reichbeblättert, kahl oder anfangs sammetartig flaumig. Variirt mit breiten lanzett- lichen und mit schmalen linealen Blättern. Letztere Form scheint bisweilen für S. incana Schrank, die in Böhmen nicht vorkommt, bei uns gehalten worden zu sein. fy März, April. An Fluss- und Bachufern, besonders an der Moldau, Elbe, Eger, Iser, u. s. w. als Buschweide sehr verbreitet und häufig auch gepflanzt. 6. Pruinosae. Stempel kahl, sitzend oder ganz kurzgestielt. Narben lineal, aufrecht abstehend. Meist Bäume mit brüchigen, oft hechtblau bereiften Zweigen ; innere Rinde im Sommer citronengelb. Blätter lanzettlich, oberseits glänzend. 7. S. daphnoides Vill. (S. praecox Hoppe). Blätter länglich-lauzettlich, vorn oft etwas breiter, zugespitzt, gekerbt-gesägt, jung meist etwas seidenhaarig, später kahl, ober- seits sattgrün, unterseits grau bereift. Nebenblätter halbherzförmig. Kätzchen länglich- eiförmig, gross, dick. Deckschuppen eiförmig, vorn schwärzlich, langzottig. Stempel fast sitzend, spitz, etwas zusammengedrückt. 10 — .30' hoch. Junge Zweite und Knospen filzig; erwachsen grün oder roth und im Sommer meist hechtgrau bereift, cf Kätzchen in einen glänzend weissen Pelz gehüllt, die 9 grau- grün, bei der Fruchtreife aufwärts gekrümmt. h März, April, am frühesten von allen Arten. An Ufern, sehr selten, nur bei Karlsbad am Ufer der Tepl (Tausch) ! und bei Ellbogen (Ortmann) !, ob wirklich wild oder nur gepflanzt, weiss ich nicht; wird übrigens um Karlsbad auch in Zäunen, um die Dörfer und an Strassen gepflanzt (Ortmann). Moldautein an der Moldau (Pfund Fl. v B.). t S. acutifolia Willd. mit lang und schmal lauzettlichen Blättern, lanzettlichen Neben- blättern, dünneren 9 Kätzchen , wahrscheinlich eine Culturvarietät der vorigen, soll manchmal gepflanzt vorkommen : Abteigarten in Osseg (Thiel), bei Niemes (Watzel). **) Kätzchen später gestielt und beblättert, V fast mit den Blättern gleichzeitig, (^ vorzeitig. 7. Arbusculae. Stempel meist filzig, sehr kurz bis massig lang gestielt. Niedrige Sträu- chec, zumeist des Hochgebirges, mit vielen kurzen, alt knorrigen, braunen Zweigen. Blätter lanzett- lich bis elliptisch, welk braun werdend. 8. S. phylicaefolia L. (Fries) (S. Weigeliana Willd., S. bicolor Ehrh., S. arbus- cula Wahlbg., Tausch). Blätter elliptisch oder verkehrt-eiförmig, beiderseits verschmälert, spitz, entfernt JcleinJcerhig-gesägf, jung unterseits behaart, erwachsen JcahJ., oberseits glänzend grün, unterseits seegrün., erhaben nervig. Kätzchen dicht, länglich walzig. Deckschuppen länglich, meist spitz, vorn scliwarzpurpurn, langzottig. Stempel graufilzig, seltener kahl, sein Stiel 2~3mal länger als die Drüse. Narben 2spaltig mit bogig Abstehenden, linealen Lappen. Salix. ~ 135 . 2—3' hocli, mit kahlen, später kastanienbraunen glänzenden Zweigen. Blätter derb, fast lederartig. h Mai, Juni. Im Riesengebirge auf der Lehne des Brunnenberges im Riesen- grunde (Tausch, Kablik) ! — Bei Gratzen an der österr. Grcänze (schon von Pres!, Pfund angegeben), neuerdings am Rande des Teiches beim Jägerhause Fakule von Kal- brunner gefunden. 9, S. Lapponum L. iS. arenaria L. part., Presl, Tausch, S. nivea Presl fl. cech.). Blätter eiförmig, elliptisch, länglich bis länglich-lanzettlich, zum Grunde nipist verschmälert, kurz zugespitzt, om Rande tvellig, gansrandig, oberseits tri'ih grün^ glanzlos, runze- lig Kätzchen etwas vorläufig, (^ click, sehr zottig, eiförmig, Q später walzig, kurz gestielt, dichtbliithig. Deckschuppen spitzlich, vorn schwärzlich oder dunkelpurpurn. Stempel weiss- woUig-filzig. seltener kahl; Stiel kürzer als die Drüse. Narben lineal-keulig, meist ungetheilt. 1_2' hoch. Blätter derb, fast lederartig. Nebenblätter meist verkümmert. Die Stempel ragen zwischen den grossen Deckschuppen nur mit den Griffeln hervor. Kapseln dick, oben wenig verschmälert. a) tomentosa (S. argyroides, cystifolia, pulverulenta, stricta Tausch!). Einjährige Zweige flanmio- Blätter i'ung beiderseits seidenhaarig-filzig, erwachsen oberseits graubehaart, unter- seits \\eiss oder graofilzU', seltener zuletzt verkahlt. Deckschuppen laugzottig. Stempel weissfilzig. — Hieher die var.^) marrubiifolia Tausch, ausgezeichnet durch breit eiförmige oder eilängliche, am Grunde gerundete oder selbst etwas herzförmige, unterseits dicht weisstilzige Blätter. b) daphneola (Tausch spec !V Zweige kahl. Blätter von Jugend auf ganz kahl, ober- seits schwacholänzend. unterseits grün oder schuacligraugrün, lanzettlich. Kätzchen schlanker, ihre Spindel und die vorn kahlen Deckschuppen sonst schwach behaart. Stempel kahl. Niedriger, kaum '/. ' hoch, knorriger. b Mai, Juni. Auf quelligen und sumpfigen Orten, an Bächen auf den hohen Kämmen und den Lehnen des Riesengebirges, nicht unter 3500'. a) am häufigsten am Kleinen Teiche (auch ß, Tausch)! dann am grossen Teiche, R^esengrund (Wimmer), Eibgrund (Tausch)! Elb- und Pantschewiese, Kessel, Dreisteine, um die Schlingelbaude (Wimmer), b) auf der Pantschewiese (Wiramer; Tausch zeigt keinen Standort an.) ß) Griffel kurz, luichstens so lang als die kurzen, eiförmigen Narben oder fehlend. Stempel meist langgestielt. Stiel 2— Gmal länger als die Drüse. 8. dapreae. Aufrechte Bäume oder Sträucher mit kurzen Zweigen. Blätter verkehrt- eiförmig bis elliptisch, kurz zugespitzt, unterseits hervorragend nervig, im Verwelken braun wer- dend. Drüse kurz, gestutzt. Staubbeutel abgeblüht schmutzig gelb. *) Kätzchen kurzgestielt, die Q mit den Blättern erscheinend, mit 2-3 grösseren Blättern, (^ vorläufig. Blätter erwachsen fast kahl. 10. S. silesiaca Willd. (S. rubens Presl teste Tausch). Blätter eiförmig-elliptisch oder verkehrt-eilanzettlich, ivcllig- gesägt, jung weisswollig, braunroth, ausgewachsen ober- seits kahl, dunkelgrün, unterseits stark nervig und netzadrig, gleichfarbig oder etwas hläulich grün, auf den Adern flaumhaarig oder ganz kahl. Nebenblätter halbnierenförmig. Jährige Zweige und Knospen flaumig, zuletzt kahl. 9 Kätzchen walzig, ziemlich lock er- blüthig. Deckschuppen vorn rostbraun oder schwärzlich, langhaarig. Griffel massig kurz, Narben abstehend. Stempel kahl oder graubehaart, sein Stiel 3— 5mal länger als die Drüse. Sparriger Strauch mit bogigen Zweigen. Die Kapselstiele verlängern sich zur Zeit der Reife und überragen bedeutend die kleinen Deckschuppen : Kapsel aus eiförmiger Basis kegelför- mig langzugespitzt. fp Mai, Juni. Auf Wiesen, Lehnen und an Bächen des Riesengebirges 2500 bis 4000' hoch. Eibgrund, Riesengrund, Kleiner Teich (Tausch)! Grosse Schneegrube (Gott- stein) ! Fuss des Glatzer Schneeberges (Opiz) ! **) Kätzchen fast sitzend, vorläufig, am Grunde mit Schuppen oder ein paar sehr kleinen Blättchen, zuletzt auch ganz kurz gestielt. Blätter mehr weniger filzig. t) Einjährige Zweige und Knospenschuppen sammtig-filzig. 136 iäB.\i:!c. 11. S. cinerea L. (S. aquatica Smith, S. acuminata Hoffm , Presl teste Pfund). Blätter verkehrt -eilaiizettlich oder länglich-elliptisch, zum Grunde oft verschmälert, wellig gesägt, oher.'seifs fichnmtzUi grün, glanzlos, Icnrzhaarig, unterseifs graufilzig. Neben- blätter halbnierenförniig. (^ Kätzchen eifiirmig, 9 walzig, dichtblüthig. Deckschuppen vorn braunscliwai-z. langliaarig. Stempel graufilzig, Stiel 3 — 5mal länger als die Drüse. Griffel sehr kurz, Narben aufrecht-abstehend. Sti'aucli mit dicken, mattbraunen Ästen. Variirt mit schmäleren (verkehrtlanzettiichen) und lirciteren ßlitttern. mit z\veigeschlPobtie;en Ivätzchen (S. Timmii Schkuhr). t_) Mär7. Ai)ril. Auf feuchten Wiesen, an Gräben, Bächen. Teichen, feuchten Waldrändern, dann in Sümpfen und Moorbrüehen. zerstreut, sowohl in Niederungen als in gebirgigeren Gegenden; geht aber im Gebirge nicht viel über 2000'. Bei Prag selten : unter den Kornthorschanzen, b'-i Vrsovic (Opiz) ! Dasic (Mann)! Hohenmauth, Chotzen ! Friedrichsdorf an d. mähr. Gränze bei Iglau fReichardt). — Mün<'hengrätz (Bayer), Niemes am Bolzentiuss (Schauta) ! Torfe bei Wartenberg! Habsteiner Sümpfe (Tauch)! Böhm. Kamnitz! Georgswalde (Neum.), Fugau (Karl)! — Roudnic (Reuss), Fuss des Kl. Radischken bei Leitineriiz! Fuss des Mileschauer (Ascherson), Bilin (Reuss), Osseg (Thiel), Komotau ! Vysocan (Thiel), Schlackenwerth (Reiss\ Karlsbad, Fischern (Ortm.), Marienbad häufig (Friedr. August), Böhmerwald (Purkyne), ff) Einjährige Zweige und Knospen kahl, nur die krautigen Triebe tilzig od. weichhaarig. 12. S. caprea L. (Sahlweide). Blätter breiteiförmig oder rundlich-elliptisch, Tcurz zugp^pitzt. wel ig gesägt bis ganzrandig, erwachsen oherfieiU kahl., gesättigt grün, etwas glänzend, unterseits bläulichgrün, mehr weniger dicht weissfilzig. Nebenblätter halbnierenförmig. Kätzchen gross, dick, r^ eiförmig, Q walzig, dichtblüthig. Deckschuppen viit schwarzer Spitze, langzottig. Stempel graufilzig; sein Stiel 4 — 6mal so lang als die Drüse; Narben zusammenneigend. Baum oder Strauch mit dicken Zweigen : Blätter zuletzt lederartig. Durch die grossen, dicken, sehr zottigen Kätzchen und grosse Früchte ausgezeichnet. t^ März, April, eine der ersten. In gemischten Laub- und Nadelwäldern, an Waldbächen, vom niederen Hügellande bis in das höhere Gränzgebirge verbreitet, im Böhmerwalde bis 4000' hoch, in stattlichen Stämmen. 13. S. aurita L. Blattei' verkehrt-eiförmig oder länglich verkehrt-eiförmig, in eine znrvckgrkrüniDite Spitze verschmälert, wellig-gesägt, erwachsen oberseits runzlig, trühgrün, lurzJtanrig, unterseits graugrün, weichhaarig bis filzig, seltener verkahlend, nur zerstreutflaumig. Nebenblätter halbnierenförmig, oft gross und dauerhaft. Kätzchen klein, (^ eiförmig, 9 ^^^ii'^ walzig, etw"as lockerblüthig. Deckschuppen vorn rostfarben, behaart. Stempel graufilzig (selten kahl), sehr lang verschmälert, Stiel 3 — -ömal so lang als die Drüse. Narben aufrecht abstehend. Niederer Strauch, bis 0' hoch mit ausgesperrten dünnen, biegsamen Ästen. Blätter lange dünn, häutig. In allen Theilen kleiner als die 2 vorhergehenden. An sterilen Bodentrieben sind die Blätter unterwärts nur spärlich auf den Adern behaart, dagegen mit stärkerem bläulichen Überzug. t? April, Mai. An Walrändein, auf buschigen Hügeln, feuchten Wiesen, an Wald- und Gebirgs-.Bächon, auch in Moorsümpfen sowohl der Fibene, z. B. b. Lissa (Tausch) ! als auch auf Hochmooren im Frzgebirge, Böhmei wähle bis 4000' und darüber; allge- mein verbreitet. 9. Repentes. Niedrige Sträncher mit in der Frde kriechendem Stamme und aufsteigenden Ästen. Blätter ellii)tiscli liis liueallanzettlich, heim \'er\velkcn schwarz werdend. Staubkölhchen abgeblüht schwärzlich. 14. S. repens T^, Blätter oval bis lineal, kurz zugespitzt, ganzrandig oder unmerklich wellig-gezähnelt, unterseits graugrün, anliegend silhenveiss seidenhaarig oder zuletzt veikahlt. zerstreut flaumig, oberseits trübgrün, beiderseits mit schzvach erhabomi Nerven. Zweige meist rauhhaarig-filzig. Knospen seidenhaarig, Kätzchen etwas Salix. J37. vorläufig, die 9 eiförmig oder kurz walzig, dichtblüthig. erst sitzend, dann sehr Jcur^ gestielt. Deckschuppen behaart, meist vorn schwarzpurpurn. Stempel seidenhaarig-filzig, selten kahl, Stiel nur 2 — 3mal so lang als die Drüse und hürzer als sein Deckblatt. 1/2-2' hoch. Geile Herbsttriebe oft mit fast kahlen, grossen Blättern. a) genuina. Blätter oval, elliptisch, eilänglich oder lanzettlich, lederartig, brüchig, mit oft gefalteter zurürkgekrümmter Spitze und umgerolltera Rande. Kätzchen kurz-walzig. — Die Blätter variiren .■)'"- 1" lang, breit oval und beiderseits seidenhaarig (/?. argentea Smith spec), dann oberseits grün und mehr verlängert ; Kapseln filzig und kahl [y. leiocarpa). Deckschuppen ungew(ihnlicher Weise auch gleichfarbig rnstgelblich [8. lutescens). b) rosmarinifolia {h. spec.) (S. repens ß. angustifolia Tausch!) Blätter lineal oder lineal-lanzettlich bis länglich, langzugespitzt mit gerader Spitze und flachem Ramie, weicher, bieg- sam. Q Kätzchen fast kuglig. Zweige sehr dicht beblättert. t? April, Mai. a) Auf feuchten Wiesen mit Haideboden. auf Moor- und Torf- wiesen in der Niederung und im gebirgigen Lande, zerstreut. Bei Prag nur auf dem Plateau zwischen Modfan und Lhotka, nicht blühend ! bei Stii-in fSykora). Elbeniederung : Chrasf, Öecelic bei Lobkovic ! Wiesen zwischen Pecek und Podebrad! Pardubic (Opiz)! — Slatina bei Chrudim! Böhmisch Trübau an der mähr. Gränze! Michelsdurf bei Lands- kron! — Hirschberjrer Sümpfe (Scbauta. mit ß\ daselbst auch y. nach Bayer). Hammerteich (Schauta, /3) ! Wartenberg, Schiessnig b. B. Leipa! Böhm. Kamnitz (Zizelsberger), Schlucke- nau (Karl) ! Königswalder Wiesen bei- Tetschen (Malinsky) ! Seestadtler Wiesen (Ptoth) ! Ottenteich bei Schlackenwerth (Reiss. mit y. nach Bayer), Donawitz b. Karlsbad (Fischer, ß), Marienbad (Fr, August), Franzensbad (Bracht, mit ß und d)\ — Verbreitet im Böhmer- walde und auf dessen Vorbergen: Hohenfurth (Xenning)! Krumau, am Blanskerwald ! Bud- weis! — b) Auf Moorwiesen, selten: Herrschaft Podebrad (Opiz)! Drazkovic b. Pardubic (Opiz) ! Böhm. Trübau (Bayer), llabichtstein (Schauta) ! Seestadtler Wiesen (Roth) ! Auf der Haid bei Ellbogen (Ortmann). Hohenfurth (Nenning) ! 15. S. myrtilloides L. Blätter kurzgestielt, elliptisch oder oval, ganzrandig, kurz gespitzt, am Grunde meist gerundet, halil, jung etwas flaumig, oberseits dunkel- grün, unterseits seegrän, beiderseits erhaben nervig. Zweige kahl, glänzend, Kätz- chen mit den Blättern, die -^ sitzend eiförmig, die 9 ^^'/ beblätterten Zweiglein, walzig, locker und armhlüthig. Deckschuppen schwach behaart, vorn röthlich. Stempel kahl, bereift, Stiel 4 — mehrmal länger als die Drüse und länger als sein Deckblatt. 1--2' hoch. Kapseln und junge Zweige oft geröthet. Blätter denen der Heidelbeere ähnlich, ziemlich dicht. Nebenblätter sehr selten ausgebildet, klein, lanzettlich oder oval. tp Mai, Juni. In waldigen Moorsümpfen der Gränzgebirge, sehr selten. Iser- wiese im Isergebirge (Tausch) ! Sumpfige Halden beim Kaltenhof bei Ellbogen (Ortra.) ? Im Böhmerwalde im Filz bei Fürstenhut (Purkynö) ! sehr kräftig, aber ohne Früchte gesammelt. C) Kätzchen am beblätterten, knospentragenden, im nächsten Jahre einen neuen Spross treibenden Zweige endständig. Kätzchenschuppen einfarbig, bleich. 10. G lacial es. Zwergige, wenige Zoll hohe Hochgebirgssträuchlein mit kriechendem Stämm- chen, mit am Grunde brüchigen Zweigen, stumpfen, kahlen Blättern. Kätzchen sehr armhlüthig. IG. S. herbacei L. Blätter sehr kurz gestielt, eirund oder kreisrund, stumpf, kerbig gesägt, beiderseits grün, glänzend, vorragend netzadrig. Kätzchentragende Zweige 2 — Sblättrig. Deckschuppen länglich, kalil oder behaart. Stempel kahl, sehr kurz gestielt. Griffel sehr kurz mit 2theiligen Narben. Slämmchen rostbraun, vielverzweigt, im Moose versteckt, Zweige V^— 2" hoch ; das kleine Kätzchen anfangs zwischen den Blättern eingewickelt. tp Mai, Juni. In Felsritzen des Hochgebirges : nur am Basalt der Kleinen Schneegrube (Wimmer) ! 158 Salix. Bastarte. Die P.astarte dieser Gattung folgen abgesondert von den echten Arten, um die Bestim- mung dieser letzteren nicht zu erschweren und zu verwirren. Denn wenn schon die Bestimmung der Arten wegen der Zweihäusigkeit, der häufig vor die IJlattcntfaltung fallenden Blüthezeit und der Yariahilität manche Schwierigkeiten bietet, so steigert sich die Schwierigkeit beim Bestimmen der zahlreichen Bastarte, durch welche die Gränzen der Art und selbst der Gruppen verwischt werden. Manche sind nur unter Berücksichtigung ihres Vorkommens in der Nähe der Stammarten und bei sorgfältiger Vorgleichung mit diesen sicher zu bestimmen. Daher ist eine gute Kenntniss der Stammarten vorerst nothwendig. Man bestimme daher zuerst nach den vorstehenden Analysen und Diagnosen der Arten, und übergehe, wenn die Ptlanze zu keiner Art vollkommen passt, oder auch der Controle wegen seihst dann, wenn man die Art gefunden zu haben glaubt, zur Analyse der Bastardformen. Diese sind bisher bei uns nur wenig erforscht, dennoch stieg ihre Anzahl während der Bearbeitung über meine Erwartung: sie würde sich durch einen böhmischen Wimmer oder Kerner noch namhaft vermehren lassen, währeiul die der echten Arten kaum einen Zuwachs noch erwarten darf. A) Kätzchenschuppen einfarbig, gelblich oder rostgelb, a) Dieselben vor der Fruchtreife abfällig. Meist Bäume. ? X S. cuspidata Schultz (S. fragilis X pentandraV Blätter länfflich-lansettlich, lang zugespitzt, drüsig-gesägt, an den Kätzchensti-elen die meisten ebenfalls klein drüsig- gesägt, unterseits blass oder graulich grün; Blattstiele mehrdrüs'g. Deckschuppen nur am Grunde behaart. Blüthen 2drüsig. Fruchtknotenstiel 2—3mal länger als die innere Drüse. Staubgef. 3—5, meist 4. tp Mai. Für Böhmen zweifelhaft, nachdem die S. Pokornyi Kern, aus Nord- böhmen (Karl) viel eher zu S. fragilis gehört, und die S. cuspidata von Opiz ebenfalls nur S. fragilis war. X 1. S. viridis Fries (S. fragilis X '^^^^■, S. fragilis ß. Russeliana Koch.). Blätter lanzettlich oder läcglich-lanzettlich, jung seidenhaarig, ertvachsen kahl, unterseits see- grün oder bleichgrün, Kätzchen schlank, Q etwas lockerblüthig. Q Blüthe 1 drüsig. Frucht- knotenstiel nur so lang als die Drüse. a) excelsior (Host) (S. gracilonta Tausch). Blätter oberseits etwas glänzend, rein grün ; Kätzchenschuppen flach, überall zerstreut behaart. b) palustris (Host). Blätter oberseits trübgrün. Kätzchenschuppen hohl, am Grunde krausbehaart, an der Spitze kahl. ♦p April, Mai, Wie die Stammarlen, sehr häufig, durch Anpflanzungen vielfach vermehrt, b) Kätzchenschuppen bis zur Fruchtreife dauernd. Meist Sträucher, X 2. S. alopecuroides Tausch (S. fragilis X amygdalina, S. speciosa Host). Blätter lünglich-lanzettlich, langzugespitzt, unterseits ziemlich gleichfarbig, völlig kahl, Staubkätzchen sehr verlängert, dick und dichthlüthig (dicker als an amygdalina). Deck- schuppen stumpf, gelblich, durchaus langhaarig. Vom Ansehen der S. amygdalina, ziendich die Mitte der Altern haltend. Andere bei uns nicht gefundene Formen des Bastartes nähern sich mehr der S. fragilis (S. subtriandra Kerner) oder mehr der amygdalina (S. Kovätsii Kerner). tp April, Mai. Nur (J auf der Hctzinsel bei Prag (Tausch)! X 3, S. hippophaifolia Thuill. amjil. (S. amygdalina X viminalis, S. undulata Autt, hohem ), Blätter lanzoftlich oder linealhuizettlich, oft sehr verlängert, langzugespitzt, geschweift drüsig-gezähnelt, jung unterseits dann scidenhaar/g , erwachsen fast kahl und unterseits bleicher oder graulich-grün. Kätzchen kurzgestielt, mit wenigen Blättchen, schlank cilindrisch, etwas vorläufig. Deckschuppen rostgclb (in's Bräunliche), länglich, Salix. t$9 langzottig. Fruchtknotenstiel so lang oder etwas länger als die lineale Drüse. Griffel massig lang, Narben getheilt, über's Kreuz ausgesperrt, zurückgebogen. Blätter ähnlich denen der S. rubra, aber glänzend, bei dieser matt ; Blattzähne sehr klein, fast nur aus der Drüse bestehend. a) genuin a. Fruchtknoten grau-filzig oder dichtflaumig. b) Trevirani (Sprengel spec.) Fruchtknoten kahl schärflirb oder spärlich flaumig. t) April, Mai. Wie die Stammarten, Q: a) Hetzinsel bei Prag (Tausch)! b) bei Vrsovic bei Prag (1847 Opiz, als S. vitellina) ! Fugau bei der Mühle (Karl, als S. undu- lata Ehrh.)! Budweis (Jechl, als S. mollissima Ehr.)! — (j" (S. sciaphila Tausch nach Wimmer) in Böhmen (Tansch\ angeblich bei Karlsbad (Ortmann). — [Malinsky's S. hippoph. von Tetschen war S. viridis.] >: S. mollissima Ehrh., der S. viminalis näher stehend, unterscheidet sirh von den vor. durch sitzende rauhhaarig-filzige Fruchtknoten und trüb-grüne, unterseits dünn seidigfilzige Blätter, ist mir aber aus Böhmen nicht bekannt. >=r S. undulata Ehrh. (S. amygdalina X alba nach Wimmer), unterschieden durch länglich-lanzettliche, deutlicher qemgte Blätter, kahle oder fast kahle gestielte Fruchtknoten, deren Stiel 2mal länger als die T)rüse, ist für Böhmen auch sehr zweifelhaft, da bei uns gewöhnlich die S. hippopUaif. als undulata angegeben worden ist. B) Kätzchenschuppen 2farbig, vorn schwärzlich oder purpurn. a) (Semipurpureae). Staubfiiden am Grunde, zur Mitte oder darüber verwachsen. Stempel kurz oder sehr kurz gestielt, Hnffel ebenfalls kurz. Blätter wenigstens in der Jugend seidig-filzig. Sträucher mit gertenarti«fen Zweigen. Bastarte der S. purpurea (welche sich von ihnen durch meist vollständig verwachsene Staubfäden, sitzenden Fruchtknoten und fast sitzende Narben, kürzere eiförmicre stumpfe Kapseln und selbst in der Jugend fast ganz kahle Blätter unterscheidet) mit den Yiminales, Capreae und Rcpentes. ci) Fruchtknoten fast sitzend. GrifTel mittel, oft so lang als die Narben. X 4. S. rubra Huds. ampl. (S. viminalis X purpurea). Blätter lansettticJi oder länglich 'lametttich, geschweift kerbig-gesägt, jung schimmernd feinseidenhaarig, erwachsen oberseits kahl oder fast kahl, glandos, vorragend nervig. Kätzchen sitzend, vorläufig, walzig, dicht. Deckschuppen spatelig, lang-zottig. Fruchtknoten ans eiförmigem Grunde kurz kegelförmig, grau seidig-filzig. Narben lineal-länglich, einfach, ausgespreizt. Fruchtklappen sichelförmig zurückgerollt. a) elaeagnifolia (Tausch spec.) Zweige juner sammtig-flaumig. Blätter unterseits schimmernd seidenhaarig, graugrün, 9 Kätzchen ziemlich dick. Staubkolbchen stets gelb. b) genuina (S. rubra Tausch, Kerner, S. transitoria Karl). Zweige ziemlich kahl. Blätter unterseits grün, blasser, zerstreut angedrückt feinhaarig oder ziemlich kahl. Staubfäden meist zur Mitte verwachsen, Kölbchen erst roth, dann schwärzlich. c) Forbyana (Smith spec.) (S. heliciflora Tausch). Zweige kahl. Blätter vorn breiter, unterseits bleichgrün, kahl oder mit einzelneu Häärchen. 9 Kätzchen dünner, länger. Staubfäden oft hoch hinauf verwachsen, Staubkolben zuletzt schmutzig-gelb. h April. An Ufern in Weidengebüschen ziemlich häufig, besonders b). Bei Prag auf der Hetzinsel (a, b, c, Tausch)! Bürglitz (Gintl)! Karlsbad an d. Eger (a und b, Ortm.), Schiesselitz b. Saaz (Thiel)! Brüx an der Biela (Stika), Janegg (Thiel), Bau- schowitz an der Bahn (Jims)! Fugau, Fiumburg (j* n. 9 (Karl)! Kleinskai an d. Iser (Neum.), bei Turnau ! An der Strasse von Hohenmauth nach Chotzen ! Landskron (Presl), und gewiss noch vielfach. ß) Fruchtknotenstiel 1— 2mal so lang als die Drüse. Griffel sehr kurz. X 5. S. Doniana Smith. (S. purpurea X repens). Strauch, 2—3' Jioch, Zweige jung dichtflaumig, vorjährige kahlj etwas glänzend. Blätter länglich ■ bis, litieallanzett- lich, vorn deutlich klein gesägt und meist verbreitert, oberseits verkahlt und schwach glänzend, unterseits graugrün seidenhaarig zuletzt verkahlend. Kätzchen kurz cylin- drisch, vorläufig, sitzend. Deckschuppen stumpf, vorn purpurschwarz. Staubkolbchen zuletzt 140 Salix. schwärzlich. Frachtknotenstiel 2mal so lang als die sehr kurze 4eckige Drüse. Narben ausgerandet, abstehend. tp April. Auf Torfwiesen um die Thannnühle bei Ilirscliberg (Neumann) ! X G. S. Pontederana (Sclileich.) Koch. (S, purpurea X cinerea, S. sordida Kerner). Strauch, 4 — 8' hoch, aucli baumartig. Zweige jung sammfi()-fihiq, vorjährige verkahlend. Blätter verhehrt -eiförmig-lanzettlich, über der Mitte breiter, daselbst deutlicher gesägt, etwas wellig, oberseits dunkelgrün, verkahlend, nnterseits seegrün, zerstreut fein flaumig. Kätzchen sitzend, vorläufig, schmal cylindrisch. Staubkölbchen zuletzt schwärzlich. Fruchtknotenstiel so lang irie die Dr'fise. Narben ausgerandet oder 2spaltig. tp April, Bei Prag in der Cibulka auf einer Wiese, nur in Blättern, mit den Altern! Im nordwestlichen Böhmen (Winkler). Gratzon in Südbühmen (Presl). Am Flo- hen bei Karlsbad und bei Ellbogen (Ortm.). X 7. S. dichroa D()ll (S. aurita X purpurea, S. auritoides Kerner). Strauch, 3 — 4' hoch. Zweige schon jung hahl, rothbraun, schlank. Blätter verkehrt-eiförmig-lan- zettlich, vorn breiter gesägt, oherseits ettvas runzlig , trühgrnn, unterseits seegrün oder graugrün, jung hirz- iveichhaarig, erwachsen oft verkahlt. Kätzchen kurz, cylin- drisch, klein. Staubkölbchen zuletzt schwärzlich, Stempel eikegelförmig, kurzhaarig-filzig. Stiel doppelt so lang als die Drüse. tp April. Im nördlichsten Böhmen (Karl nach Neureich). X 8. S Siegerti Andersson (S. sijesiaca X purpurea, S. silesiaca ^, synandra Tausch). Strauch, 4- — 8' hoch. Zweige von Anfang fai^t J:ahl. Blätter länglich- oder lan- zettlich-verkehrteiförmig, kurz zugespitzt, vorn unregchnässig gesägt, jung seidig-flaum- haarig, zuletzt kahl, oberseits etwas glänzend, unterseits graugrün, r^ Kätzchen dicklich, walzig, 9 etwas lockerblüthig. Fruclitknoten graufilzig oder kahl. Stiel doppelt so lang als die lineale Drüse. Griffel fast so lang als die kopfig zusammenschliessenden kur- zen Narben. Ein sehr veränderlicher, vielgestaltiger Hastart. tp Mai. Im Riesengebirge, an der Gränze, wo die beiden Stamniarten auf ein- ander treffen. An der Aupa im Dorfe Gross-Aupa (Siegert nach Wimmer), im Riesen- grunde (Tausch) ! — Zahlreicher auf der schlesischen Seite, b) Staubfäden frei. Stempel kiirzgestielt, Stiel 1 — 2 mal (selten ;5mal ) so lang als die Drüse a) Blätter in das Lanzettliehe gehend, nnterseits seidenhaaris-tilzig. Bastarte von S. viminalis mit den Capreae. X 9. S velutina Schrad. (S, cinerea X viminalis, S. Smithiana Willd.'? S. lancifolia Doli.) Strauch. Junge Zweige dicJit grauflaumiff mit dunkelbrauner Rinde. Blätter länglich-lanzettlich bis länglich-lineal, vorn bi-eiter, klciiigesägt, oberseits schmutzig grün., flaumig, unterseits seidenhaarig- fdzig, erhaben nervig. Kätzchen etwas vorzeitig, länglich walzig, ihr Stielchen ItUinhlätterig. Stempel kegelförmig, grau oder weisslich filzig; sein Stiel 2—2^/,,mal so lang als die lineale Drüse. Griffel kurz dick. Narben schmal, ausgesperrt. tp März, April. An der Spree bei Fugau in Nordböhmen (Karl 1851, als S. aquatica Smith) ! ? X S. sericans Tausch (S. caprea X viminalis). Baumartig. Zweige stark, jung anfangs flaumig., später Jcahl, braun. Blätter länglich- oder breit-lanzettlich, zur Basis verschmälert, zugespitzt, am Rande wellig gekerbt, oberseits dunkelgrün, kahl, etivas glänzend, unterseits erhaben nervig-netzig, graulich dünn-seidenhaarig, schimmernd. Salix. 141 Kätzchen dichtblüthig, dick, länglich, sitsenä. Fruchtknoten eikegelförmig, weiss seidig- filzig, kurzgestielt, Stiel so lang oder et\Yas länger als die Drüse. Gritfei massig kurz, öfters so lang als die linealen auswärtsgekrümmten Narben. 1p März, April. Für Böhmen zweifelhaft, im Herb. Bohem. von Tausch nicht enthalten; dürfte aber noch später gefunden werden. ß) Blätter in das Elliptische gehend, erwachsen unterseits kahl oder weichhaarig. Bastarte der Arbusculae mit den Capreae. t X S. Schraderiana Willd. (S. aurita X phylicaefolia? S. bicolor Tauschi) Strauch, 1—3' hoch, mit dicken, kastanienbraunen, etwas glänzenden, jung flaumigen Ästen. Blätter elliptisch, gefaltet-kurzgespitzt, fein sägezähnig, etwas umgerollt, jung seidenhaarig, erwachsen kahl, obcrscits dimkehjrün, glänzend , unterseits graugrün, Kätzchen fast mit den Blättern, sitzend, dicht, (^ kurz, dick. Fruchtknoten seidig-zottig, auf ziemlich kurzem Stiele, Griifel kurz mit kurzen, dicken, aufrechten Narben. tp Mai. Gepflanzt in Anlagen, Gartenzäunen: Weltrus, Prag (Tausch, (j' uod 9) ! Bubenc (Ortmann) ! X 10. S. Tauschiana Sieber (S. silesiaca X Lapponum, S. nepetaefolia Presl). Strauch. 2 — 3' hoch, mit kurzen, knorrigen Zweigen. Blätter verkehrteiförmig, elliptisch oder länglich, am Grunde aljgerundet oder keilig verschmälert, vorn kleingesähnelt oder beinahe ganzrandig, oberseits schmutzig-dunkelgrün, kahl oder weichhaarig, unterseits etwas graugrün, angedrückt weichhaarig, jung seidlg-hehaart. Kätzchen vorläufig, 9 walzig, ziemlich dicht, Deckblätter zottig. Stempel aus breitem Grunde schmal kegelför- mig, graufilzig bis beinahe kahl; sein Stiel 2 — 3mal so lang als die längliche Drüse. Griffel meist lang, doch auch wieder sehr kurz; Narben 2theilig, zusammeugeneigt. Ein wegen der Verschiedeidieit der Stammarten sehr abgezeichneter, leicht kenntlicher Bastart, der aber besonders in der Behaarung!; der Blätter und Fruchtknoten, der Blattforiu, Lange des Fruchtstiels uud des Üriftels vielfach abändert. Tausch, der ihu zuerst entdeckte, unterschied : S. tomentosa, multiglandulosa ! sphenogyna! albiphila! rupicola ! riphaea! u. a. tp Mai, .Juni. Auf sumpfigen, (pielligen Lehnen des Riesengebirges unter den Altern: Kl. Teich, Eibgrund (Tausch)! Riesengruud (Kablik)! ferner nach Wimmer: Pantschefall, Schlingelbaude, zwischen den Dreisteinen und dem Mittagsteine, Melzergrtibe. c) Staubfäden frei. Stempel lauggestielt, Stiel 3 ömal so lang als die Drüse. «) Bäimie oder aufrechte Sträucher. Bastarte der Capreae. X 11. S. multinervis Doli (S. cinerea X ^^urita, S. lutescens Keruer). Strauch, vieläslig, vom Ansehen der S. aurita, mit deren dünnen Zweigen; diese im 1. Jahre flaumig-sammtig, im 2. verkahlt. Knospen fast kahl. Blätter oberseits stark runzlig, länglich- verkehrteiförmig, vorn breiter, stark wellig, unterseits dicht grau-filzig und erhaben- nervig. Kätzchen Q cylindrisch, dichter, grösser als b. aurita, aber der Stempel kleiner als bei cinerea. tp April, Mai. An feuchten Waldrändern mit den Altern. Im nordöstlichen Böhmen (nach Winkler), doch sah ich noch kein Exemplar. X 12. S. Reichardti Kerner ('S. caprea X cinerea). Baumartig, wie S. caprea. Einjährige Zweige und Knospen aber flaumig oder feinflaumig-fllzig. Blätter breiter als bei cinerea, am Grunde ziemlich abgerundet, vorn stumpf, bespitzt ; Adern der Unterseite stärker vorragend als bei S. caprea. aber zum Rande mehr ästig-netzig als bei cinerea, welliggezähnelt, weisslich kurzfilzig. 9 Kätzchen dichter als bei caprea. Narben länglich, zusammenneigend. t? April. Bei Vrsovic nächst Prag mit S. cinerea (Opiz 1849, indeterm.)! 142 DPopulus. Die Bastarte der S. s i 1 e s i a c a mit den 3 übrigen C a p r e a e, durch Diagnosen ebenso schwer zu bcgränzen, wie die 2 vorausgehenden, sind im Riosengebirge bisher nur auf schlesischer Seite beobachtet. ß) Niedrige Sträucher mit niederliegendem, liriechcndem Stamme und aufrechten Zwei- gen. Bastarte der Repentes mit S. aurita. X 13, S. ambigua Ehrh. (S. aurita X vcpens, S. plicata Fries). Niedriges, spanuhohes, sparrig-kurzästiges Sträuchlcin. IJlätter länglich-lanzettlich oder elliptisch, vorn etwas breiter, kurz zugespitzt, obcrseits dunkelgrün, schwach seidenhaarig oder ziemlich kahl , längs der Nerven eiiKjedrüclct-runzlig^ unterscits tfhuben-nerviij und seidenarti(j-filzig ^ etwas scliimnicrnd, zuletzt graugrün. Kätzchen cilänglich oder kurz walzlich. Fruchtknoten kegelförmig, zugespitzt, (jraiifilziy, sein Stiel 3 — imal länger als die Drüse. Griffel sehr kurz oder fehlend. Narben aufrecht abstehend, oft getheilt. Staubkölbchen erst rüthlich, verstäubt schmutzig gelb. tp April. Auf feuchten Wiesen, Moorwiesen mit den Altern, Im nördlichen Böhmen : Thamraühlc bei Hirschberg, Drabskä skäla bei Kleiu-Skal, Georgswalde, Rum- burg, Nixdorf (Ncunianu); wohl künftig noch öfter aufzufinden. X 14. S. onusta Besser 1H2L' (S. aurita X myrtilloides, S, finmarchica Fries 1832) Blätter eilänglich oder verkehrt-eilänglich, am Grunde etwas abgerundet, an dem sehr klein gezähnelten Bande etwas umgeroUf , runzlig, mit meist gefaltetem Spitz- chen, unterseits hervorragend netzig, blass bläulichgrün, nebst den rinnigen Blattstielen und jungen Zweigen Jcwzhaarig-flaumig,, oberseits zuletzt meist kahl, Nebenblätter sehr selten ausgebildet, rundlicli -halbnierenförmig, einerseits spitz, mit 2 Drüsenzähnen. Kätzchen mit den Blättern, (^ länglieh mit bleichen, roth berandeten Deckschuppen. Staubbeutel abgeblüht braun. 9 Kätzchen länglich oder cylindrisch auf beblättertem Stiele, Deckschuppen spatelig, rostbraun, zottig. Fruchtknoten kahl, röthlich, sein Stiel 4 — 8- inal länger als die Drüse und länger als die Deckschuppe. Gritfei kurz, Narben eiförmig, aufrecht, Sträuchlcin 1— ■JV2 hoch, sehr ähnlich einem Vacciaium uligiuosum, aber durch die Blatt- adern sofort zu unterscheiden. tp Mai, Juni. Im Filz bei Fürstenhut im Böhmerwalde (in Blättern von E, Purkyne mit S, myrtilloides gesammelt) ! 2. Populus L. Pappel. a) Kätzchcnschuppeu gewimpert. Staubgefässe (meist) 8. Junge Triebe kurzhaarig oder filzig, junge Blätter nicht klebrig. 1. P. alba L. (Silberpappel). Blätter eiförmig oder rundlich eiförmig, ivinkelig grobgezähnt oder seicht gelappt, die der Stockausschläge und junger Stämme auch /iawd- förmig 3 — ölappig, unterseits, nebst den jungen Zweigen, iveiss- oder graufilzig, oder im Alter ziemlich kahl, unterscits silbergrau glänzend. Blattstiele stielrimdlich, obcrwärts ein wenig zusammengedrückt. Knospenschuppen dünnfilzig, nicht klebrig. Kätzcheu- Bchuppen rostfarben, ungleichgezähnt oder fast ganzraudig. Kapseln eikegelförmig. Baum, 80— lUO' hoch. Narben blassgelb. Varirt mit dichtfilzigen Blättern und ß) denu- data (P. canescens Autt. höh. plur.) mit zuletzt ziemlich kahlen, unterseits silbergrauen Blättern. t? März, April. An Ufern, in Auen der Niederungen der Hauptflüssc, sehr zer- streut und vereinzelt, öfter auch in Anlagen, in Dörfern gepflanzt; ß) hin und wieder mit der Hauptform gepflanzt, z. B. bei Wegstädtcl, Prag, Anmerk, Von der var. ß. der P. alba verschieden ist P. canescens Smith (P. hybrida M. Bieb., P. alba >< tremula). Diese hat dünngrautilzige Äste und Knospen (nach Neilreich auch kahle und klebrige Knospen), jung diinnfilzige, im Alter ebenfalls fast kahle Blätter, aber die Blätter der Stockausschläge smd nicht gelappt, alle rundlich, geschweift, grobgezähnt, die Kätzchen- Morus. X49 schuppen wie bei tremula braun, glänzend, und tiefer eingeschnitten gezähnt. Ob dieser echte Bastart hierzulande vorkommt, lasse ich dahingestellt; bisher wenigstens konnte ich, was mir als P, canesceus vorkam, von P. alba nicht trcnnon. 2. P. tremula L. (Espe). Blätter JcreisrundUch, schwach rhombisch, ausge- schweift oder eckig- gesahnt, in dt-r ersten Jugend behaart, später samnit den Ziveigen völlig JcaJd, unten blasser, die oberen an den Stockaussclilägen grösser, herzförmig, gesägt und sauimt ihren Zweigen grau wcichhaarig. Blattstiele stark zusammengedrückt. Knospenschuppen kahl klebrig. Kätzchenschuppeu stark zottig, handförmig tief einge- schnitten, braun. Kapsel kegelförmig, spitz, warzigrunzlig. Schwächerer Baum, 20 — 60' hoch, mit abstehenden Aesten. Narben purpurn. Blätter hellgrün, sehr beweglich. Kätzchen pelzartig tilzig. tp März, April. In Wäldern, auf buschigen Abhängen im Hügel- und GSbirgslande verbreitet, einzeln oder truppweise, besonders auf kiesigem, sandigem Boden. b) Kätzchenschuppen kahl oder fast kahl. Knospen und junge Blätter klebrig-harzig, Zweige und Blätter auch der jungen Triebe kahl. Staubgef. 12—30. a) Äste ledergelb. Blattstiele von den Seiten zusammengedrückt. Blätter dreieckig oder rhombisch. 3. P. nigra L. Jüngere Zweige rundlich, schwachkantig. Blätter rautenf.- oder Seckig-eiförraig, langzugespitzt, geschweift gesägt, mit einwärts gekrümmten drüsigen Säge- zähnen, am Rande kahl oder fast kahl. Blattstiele an ihrer Einfügungsstellc ohne Drüsen. Kätzchen blühend kaum 1" lang. Kätzchenschuppeu bandförmig geschlitzt. Fruchtknoten mit fast sitzenden, zurückgehogencn breiten Narben. a) genuin a. Stamm in ausgebreitete Äste getheilt, 50 — so' Iioch. b) pyramidalis (Rozier spec.) (P. italica Mönch, P. dilatata Ait.). Stamm 80—100' hoch, bis in die Wipfelspitze auslaufead, mit aufrechten, eine pyramidale Krone bildenden Ästen. tp April, a) In den Niederungen an den Hauptflüssen zerstreut, auch in nie- deren Wäldern; hin und wieder an Strassen, in Dörfern gepflanzt. Bei Prag an der Moldau, an der Elbe bis Königgrätz (Rcichel) ! und Tetschen (Maliusky), an der Biela bei Brüx (Stika), Eger bei Kaaden (Thiel)! In W^äldcrn bei Karlstein (Tausch)! — Bei Krumau in Südböhmen nur gepflanzt (Jungb.). — b) Aus dem Orient, an Laudstrassen in Alleen häufig gepflanzt. t P. monilifera Ait. Jüngere Zweige korkig-kautig. Blätter breit SecJcüf-eiförmig, am Grunde gestutzt oder etwas herzförmig, am Bande (lewimpert. Blattstiele an ihrer Einfügung meist mit 2 Drüsen. Kätzchen 9 3-4" lang; Schuppen feingeschlitzt. Fruchtknoten mit langge- stielten, aufgerichteicn, grossen, 21appigen Narben ; sonst v,ie vor. |> April. Aus Nordamerika, seltener gepflanzt, so bei Prag ! Niemes (Schautä), Schlacken- werth (Reiss) 1 ß) Äste braun, rundlich. Blattstiele stielrundlich, oberseits rinnig. t P. balsamifera L. Blätter eiförmig oder elliptisch, zugespitzt, stumpf-gezähnt, uuter- seits weisslich mit sehr deutlichem dunklerem Adernetz, sehr harzig riechend. t> April. Aus Nordamerika, an Strassen, in Anlagen, an Bächen selten gepflanzt. Prag, Bysic am Bache, Niemes an der Strasse von Komotau nacli Kralup (Reuss), um Karlsbad (Ortm). 32. Ordiiiiiig. Moreeii Endl. 1. Morus L. Maulbeerbaum. Blüthen in kätzchenartigen Aehren. Perigon 4blättrig. Staubgef. 4. Früchtchen im blei- benden saftigen Perigon eingeschlossen. t 1. M. alba L. Äste graubraun. Blätter rundlich-eiförmig, uugetheilt oder durch stumpfe Buchten gelappt, ungleich grob gekerbt gesägt, am Grunde etwas ungleich 144 Ulinus. und mehr weniger herzförmig, weich, oherseits glatt, unterseits zerstreut kurzhaarig. 9 Ähren etiva so lang als ihr Stiel. Perigon am Rande Jcahl oder etwas geivimpert. Narben papillös. 20—40' hoch. Blätter hellgrün. Scheinfrüchte weiss, selten röthlich oder schwarzj süsslich fade. ^ Mai. Aus dem Orient, hin und wieder im wärmeren Lande gepflanzt, neuerer Zeit auch in Plantagen für die Seidenculturen, z. B. bei Prag vor den östlichen Stadt- )naucrn, bei Cäslau, Königingrätz, Brüx u. a. 0. t M. nigra L. Äste hellrotlibraun. Blatter dicklich, oherseits sehr rxah, unterseits kurz- haarig. 9 Ähren viel länger als ihr Stiel oder fast sitzend. Hand des Perigons und die Narben rauhhaarig; sonst wie vor. Haum 20 — 40' hoch. Blätter dunkelgrün. Scheinfrucht purpurschwarz, grösser und dicker als bei vor., säuerlich-süss. ^ Mai. Aus dem Orient, wird nur sehr selten in Gärten gepflanzt. 33. Ordnung. Uliuaceeu Miibel. 1. Uimus L. Ulme, Rüster. a) Blnthen langgestieU, liäugend. Flügelfrucht ellii)tis(li, zottig gewimpert. Seitennerven des Blattes fast alle einfach, allenfalls ein oder der andere unterste gegabelt. 1. U. eiFusa Willd. (U. ciliata Ehih., U. pcdnnculata Fouger.) Junge Zweige abstehend beliaart. Blätter eiförmig oder elliptisch, am (irundc sehr ungleich, doppelt scharfgesägt, oberseits zuletzt ziemlich kahl, unterseits kurzhaarig dichtflaumig. Staub- gef. 6 - 8. Griffelkanal 2mal kürzer als der Same, so lang als der tiefe Narbenausschnitt. Kräftiger Baum. Perigone purpurn. l''rüchte kleiner als bei der folgenden. tp März, April. In feuchten Wäldern der Thäler des Hügellandes und in Auen der Flussniederungen, auch an Dörfern und in Anlagen gepflanzt. Bei Prag: Königsaal, Vran, Radotiner Thal, um Karlstein! Folimanka (Schöbl) ! Baumgarten Tausch! Am häutigsten in den Eibauen : b. Lobkovic ! Podebrad, Pf elouc, Semin (Opitz) ! Kuttenberg (Vescl.)! Dämme der Pardubicer Teiche (Opitz)! Königgrätz ((Jcnek)! Dorf Strokele bei Leitomyschl ! Reichenberg (Siegmund) ! Münchengrätz in Wäldern (Sekera) ! Leitmeritz, Lovositz in den Eibauen ! Tetschen (Malin.) ! Fasanenbusch b. Osseg (Thiel), Brüx (ätika), Vysocan b. Saaz (Thiel). b) Blüthen kurzgestielt, aufrecht. Flügelfruclit oval, vorn abgerundet, kahl. Seitennerven des Blattes die meisten gegabelt, nur etwa die obersten einfach. 2. TJ. montaua Wither. ap. Smith (Tl. excelsa Borkhausen, U. major Sm., U. nuda Ehrh., Tausch). Junge Zweige behaart, fast filzig. Blätter dann, häutig, eiförmig oder eilänglich, vorn breiter, am Orunde sehr ungleich, langzugespitzt, doppelt scharf- gesägt., oberseits von scliarfen Zäckcben rauh, unterseits auf den Nerven mehr weniger kurzhaarig oder vcrkahlend. Staubgef. 5 oder (i. Grift'clkanal länger als das ziemlich mittenständige Samenfach und weit länger als der kurze Narbenausschnitt. Bis 100' hoch. Rinde braun, Blütheuknäuel grösser als hei canipestris, Knospenschuppen desgleichen. Flügelrand dünn membranös, grünlich. tp März, April. In Wäldern besonders des gebirgigeren Thciles von Böhmen, vereinzelt, auch häufig gepflanzt. Bei Prag in der Scharka (Opiz) ! und in den Karl- steiner Wäldern (Tausch)! In Nordböhmen auf den Basaltbergen: Rauchberg, Pirskeuberg b. Schluckenau (Neumann) Rollberg (Schauta)! b. Tetschen (Malinsky)! — Ausnahmweise in der Ebene bei Pardubic nahe der Elbe ! — Bergwälder um Karlsbad (Ortmann), bei Huiriulus. Cannabis. 14^ Marienljad (Friedr. August). Im Böhmcrwalde in der Buchcnregion (Göppert, als U. caai- pestris). Krumau am Kalscliiiigbaclic in den Anlagen und sonst! 3. U. campestris (L.) Smith, (ü. tetrandi-a Schkuhr). Junge Zweige zerstreut fem flaumig, datin hold. Blätter erwachsen derb, fast lederartig, eiförmig oder eiförmig- länglich, vorn breiter, am Grunde ungleich, hurs zugespitzt, doppelt Icerhig-gesägf, oberseits glatt oder ziemlich glatt und etwas glänzend, unterseits JcaJil oder fast Jcahl, nur in den Adcrwinkeln gehärtet. Staubgef. meist 3 —4. Griffelkanal sehr kurz, M'irser als das im vorderen Drittel der Fruchtlänge befindliche Samenfach und als der Griffelausschnitt. Massiger Baum, oi't straucliig, Holz rotlibvauii. Früchto kleiner als bei vor., Flügel derber, gelblich. — Varirt ß) s übe rosa, Äste korkiggeüügelt; meist niedrig, strauchartig. t) März, April. Scheint selten bliihreif zu werden. In Laubwäldern, auf buschigen Abhängen, Triften im Hügel lande und in den riusse1)enen, selir zerstreut, auch ange- pflanzt. Prag: Felsen bei Troja krüppelig! Stern (Tausch, mit Frucht)! Laubwäldchen bei Libcic! Eibauen bei Koliu! Voskoberg bei Podebrad! Elbe bei Pardubic und im Gehölz gegen Brozan I Eibauen bei Lobositz ! am Lobosch ! Maischen bei Gastorf (ß) ! Fasanbusch bei Osseg (Thiel), Breiter Berg b. Bfüx (Stika, /i.). — Zwischen Frauenberg und Protivin (Purkyne). Bei Krumau in den Anlagen ein hübscher Baum (ß.) gepflanzt, sonst niigends in der Gegend zu sehen. o4. Onliiiing. €aiiiia]>iiieeii Kmll. Gattungen : 1. Humulus. Q Blüthenstände kätzchen- später zapfenartig, aus trockenhäutigen, sich sehr vergrössernden Nel)enblattpaaren, aus deren gemeinsamen Achseln je ein Zweiglein mit 2 — 5 sich ebenfalls vergrössernden, schuppenartigen Blättchen entspi'ingt, welche je eine ßlüthe am Grunde umfassen. Keim schraubenförmig. 2. Cannabis. '^ Blüthenstände beblättert, rispig-fibrig ; Blüthen meist paarweise in der Achsel der Blättchen, jede von ihrem scheidenfitmiig eingerollten Deckblatt umhüllt. Keim knieförniig gebogen. 1. Humulus L. Hopfen. 1. H. lupulus L. "Wurzelstock kriechend. Stengel rechts windend, von kurzen Zäckcben rauh. Blätter langgestielt, herzförmig, bandförmig 3 — ölappig, obere auch ungetheilt, grob kerbig-gcsägt, oberseits höckerig-ranli, unterseits mit goldgelben Drüs- chen. Nebenblätter theilweise verwachsen, f^ Blüthen in end- u. achselständigen, trug- doldig verzweigten Rispen, 9 Kätzchen in end- u. seitenständigen Trauben. ' 4—15' hoch. Fnu'htkätzchen bleicli gelblich, Iniieiiseite der Kätzchcuschiippon, BliUhcn- deckbliltter und die Fruchtknoten mit goldgelben, abfälligen Drüsen (Hopfenmehl, Tjupuliu) besetzt. 2|. Juli, August. In feuchten Gebüschen, Auen, besonders an Bach- uud Fluss- ufern, sowohl in niederen, als in höher gelegenen Gegenden, sehr zahlreich in den Eib- auen z. B. bei Podebrad; bei Bndweis auch in nicht zu sumpfigen Erlbrüchcn. Berühmt sind die grossen Saazer, dann die Anscha'er Ilopfeidviüturen ; wird ausserdem noch hin und wieder mehr im Kleinen gebaut. 2. Cannabis L. Hanf. t 1. C. sativa L. Stängel aufrceht, angedrückt kurzliaai'ig. Blätter langgestielt, handförmig 5 — Tzählig, oberste Szäblig oder ungetheilt; Blättchen lanzettlich, beiderseits 10 14:Q Urtica. vprsclimiilcrt, tiofgeziilmt, oberseits rauh, uiiterseits angedrückt grauflaiimig, drüsig. Neben- blätter frei. BU'ithcnstiuidc acliselständig, (^ doldentraubig verzweigt, oberwärts am Stengel eine cndstäiidige Rispe bildend. l—o', kultivirt bis 5' hoch. 9 Pflanze knlftiger, buschiger. O Juli, August. Aus Indien stamniciul, kultivirt besonders im nördlichen Böhmen in niederen Lagen hin und wieder auf Sandboden, gar nicht in der Prager Gegend; kommt auch einzeln auf Schutt, an AVcgen, auf Gemüsefeldern verwildert vor. 35. Oi'diuing. Urticeen Endl. Gattungen: 1. Urtica. Blnthen ein- oder LMiänsig; (J mit 4 — .^theiligem Perigon, 4 — 5 Staub- gefässen und einem Fruehtknotenrudimentc (ausnahmsweise durch Ausbildung desselben auch zwittrig); C^ Blüthen : Perigon 4 blätterig, die 2 äusseren Blättchen kleinen* oder fehlend, die inneren zuletzt die b'rucht bedeckend, vergrössert. Karbe sitzend, koiifig-pinsel förmig. — Kräuter mit Brennborsten. 2. l'arieiaria. Blüthen viclehig ; (J (mit Fruchtknoteiirndiment) und Zwitterblüthea 4theilig mit 4 Staubgefässcn. '^ Blüthc : Perigon röhrig mit 4zälmigem zusammen- neigcudcm Saume. Griffel lairz mit sprcngwedelartiger Narbe. 1. Urtica L. Nessel, 1. TJ. urens L. Wurzel jälirifj. Stengel meist ästig, aufrecht oder ausgebreitet, mit starken Brennborslcn, fast kahl oder spärlich flanmig. IMätter oval oder rundlich, spitz, eingeschnitten-gesägt. Blülhen einhäusig^ beiderlei auf demselben achselständigen Blüthen- zweig, dieser aufrecht oder ivagrecht, kurz, rispig, meist (wenigstens die unteren) Icürzer als der JJluttstiel, die ihn l)egleitenden ]>l;ittzweige entwickelt. V- — IV2' hoch. Blätter kleiner ols bei fo]g(Mi(ler, licllgiüii. O Juli — Sei)tenibei'. Auf bebautem Acker- und (iartenl>oden, auf Schuttstellen höchst geuK^in. 2. TJ. dioica T;. Wurzelstock hrieelienä. Stengel aufrecht, einfach, nebst den Blättern und Bliithon mehr Aveniger kurzhaarig und brennborstig. Blätter länglich oder eiförmig, am Crunde herzförmig, langzugespitzt, gro])gcsägt. Blüthen meist Shäasig, Blüthenzweige achselständig, ährig-rispig, länger als die Blatlstielr, Q dichter geknäuelt, zuletzt nherhängend; die sie begleitenden Blattzweige wenig entwickelt. 2 — 3' hocli. Diätler tnibgrün. Var. : cc) monoica Tauseli. |]lüthenzweige der unteren Blattnchseln der vorwiegend 9 Pflanze an den oberen Zwciglein mit J" Blüthen. Soiist wie die •Jhänsigc Form. ß) h ermaj)!! rod i ta. Bliitlicuzwcigc dunliaiis mit Zwitterblüthen (statt der J"). 2|. Juli — Sept. Auf wüsten Plätzen, an Bächen, in Zäunen, Gebüschen uml Wäldern gemein, im Böhmerwalde z. B. l>is auf die höchsten Gii)fel, an Stellen, die durch weidende Thierc gedüngt werden (Sendtnei-). ß) bei Pj-ag (Tausch)! 7) bei Gradlitz (Preissler; ! t F. ])il n 1 i iera 1.1., oinLäusig, durcli die langf^esticlteii kngelig-koptigen 9 l'b'then- stiindo sehr autHUlig, aus öiKleuro[ia stamnumd, wurde ^viedcrliolt cinzchi Ijei Prag am Smichov (Umgebung des bot. Clartcns), bei Chrudim (Patzelt)! gefunden. IParietaria. 147 2. Parietaria L. 1. P. ofFicinalis L, (Mönch) (P. erecta Mert. Koch). Stengel aufrecht, einfach oder kurzästig, nebst den Blättern kurzhaarig-flauniig. Blätter gestielt, eilänglich bis länglich-lanzettlich, beiderseits zugespitzt, ganzrandig, warzig-punktirt, oberseits dunkel- grün, glänzend, unterseits blasser, mit 4 bogigen Seitennerven, deren 2 unterste meist opponirt. Blüthenstände achselständig, kopfförmig gekuäuelt, bisweilen mit einem Laub- zweiglein aus ihrer Mitte, von einer Hülle aus freien Deckblättern umgeben. Blüthen wenige 9' ^i^ meisten zwittrig, deren Perigone so lang als die Staubgefässe, so lang oder wenig länger als die Hüllblätter. 1 — 3' hoch. Ilülkhen grün, Zwittorperigon zur Blüthezeit weisslich, ansüobrcitct, später bräunlich, aufgerichtet. Die Staubfäden strecken sich nach einer Berührung und Reizung, und schnellen aus der lUüthe plötzlich hervor. 2\. Juni — Septemb. In Hecken, auf Schutthaufen, an Mauern, selten und spär- lich, offenbar nur eingebürgert. Bei Prag auf dem Laurenzberg (Tausch) ! bei Kosir (Mann), im Kanal'schen Garten (Opiz), im Museumsgarten seit etlichen Jahren eingenistet. Jung- bunzlau (Hipp.)! Weisswasser im Schlossparke! Roudnic auf dem Scldossberge (Reuss)! Lobositz (Hackel, nur 1 Exempl.). Osseg im Klosterhofe (Thiel 1855)! 36. Ordnung. Chenopodiaceeii Yent. *) Gattungen : A) Blüthen ohne Vorblätter oder nur die 9 uiit 2 solchen an Stelle des Perigous. Peri- gon krautig. Keim ringförmig. a) Blüthen lliäusig, die 9 alle oder die meisten mit 2 zur Fruchtzeit vergrösserten (die Stelle des fehlendeu Perigous vertreteuden) die vertikal stehende zusammengedrückte Frucht ein- sehhessemlen Vorblättern.**) Griffel 2. Perigon der ,J Blüthen 3— ütheilig, mit 3—5 Statüjgef. im (Irnude. 1. Atriplex. Q Blüthen dimorph: wenige mit 3 — 5theiligem Perigon und horizontalem Samen ohne Vorblätter, die meisten perigonlos mit 2 Vorblättern und \ertikalem Samen. Vorblätter unter einander völlig frei, mit den getrennten unteren Rändern dem Blüthenstielchen flügelartig herablaufend angewachsen ; daher die Fruch scheinbar zwischen den Voi blättern liegend. 2. Schizotheca. 9 Blüthen homomorpli, alle perigonlos mit 2 Vorblättern und verti- kalem Samen. Vorblätter am unteren Rande mehr weniger mit einander ver- wachsen, an dem (gewöhnlich sehr kurzen) Blüthenstielchen nicht herablaufend, eine mehr weniger tief gespaltene Tasche bildend , in deren Grunde die Frucht sitzt. *) Hierunter vereinige ich die AmarnnfJu und Atriplices Jussieu's, die sich durch kein einziges Blütheumerkmal unterscheiden lassen. Moquin-Tandon (in De Candolle's Prodromus) giebt diess auch zu, beruft sich aber auf die ganz verschiedene Tracht. Wäre sie auch uubestreitbar verschieden, so könnte sie doch für sich allein (da sie oft das Resultat mehr äusserlicher Diffe- renzirungen ist) kenie besondere Familie begründen, wie ja auch andere Familien, ja selbst Gat- tungen gar verschiedene Trachten aufweisen. Fs sieht aber auch z. B. die C!henopodee Salsola der Amarantacee Polycnemum (die übrigens bereits Koch zu den Chenopodeen rechnete) habituell auffallend ähnlich, so zwar, dass kräftiges Polyen. majus schon öfter von passablen Ptlanzenkennern für Salsola gehalten wurde, und selbst All)ersia blitum ist, allerdings nur nach dem Habituseiu- druck, wiederholt mit Cheuopodium polyspermum verwechselt worden. **) Dass die BUlttchen wirklich nur Vorblätter und kein Perigon vorstellen, geht daraus hervor, dass ausnahmsweise auch schon innerhalb dieser Blättchen ein verkümmertes Perigon und selbst mehrere Blüthen beobachtet worden sind. 10* J48 ^triplex. li) Itliitlion 'iluiusia'. l'criu'oii der Q Üliillicu 2 Izahiiiri', obiio Vorlilättcr. .*). Spill acia. Griffel 4. Frucht von dem angcwacliseiien verliärteten Perigou völlig eingeschlossen. (J* Pcrigon 4 — 5theilig mit 4 — 5 Staubgefässen im Grunde. (■) r.lüthoii zwittrig, Perigou 4 — 5theilig, selten 2 — ".tlieilig, ohne Vorliliitter. nr) r)lütlien eines Knäuels am Grunde verwaeliseu; Fniclit mit dem Grunde des 5spal- tigeu Perigons verwachsen. Staid)g('f. f» cincin den l''rii(htkiioten umgehenden Piingc eingefügt. 4. Beta. ß) Blütlien des Knäuels frei, ebenso die b^rucht vom Perigone. Staubgefässe dem Peri- gongi linde eingefügt. 5. Blitnm. Perigon zur Fruclitrcife ohne Anhängsel, vergrössert, saftig-fleischig. Samen vertikal mit krustiger Schale. G. eil eil op d i um. Perigon zur Fruchtreife ohne Anhängsel, krautig oder wenig fleischig. Samen horizontal oder vertikal mit krustiger Schale. 7. Kochia. Perigon 5spaltig, Absclniitte am Piiicken unter der Spitze mit einem Anliängsel, Samen liorizontal mit häutiger Schale. B) Blüthen sümnitlich mit 2 YoibUittern, I'origon trockeuhäutig. {i) Blütlien einzeln lilattwinkelständia', zwittrig. Perigon öldättrig. 8. Salsola. Perigonblätter auf (b^n llückcn mit querem fliigelartigem oder wulstartigem Anhängsel. Staubgef. 5 im (! runde des Perigons. Samen horizontal mit häutiger Sclialc und spiralig eingerolltem Keim. 9. Polyen emum. Pevigoiiblätler ohne Anhängsel. Staubgef. .3, am Grunde in einen unteiAveibigen Piiig verwachsen. Samen vertikal mit krustiger Schale und ring- förmigem Keim. b) lUütheii geknüuelt, polygamisch. Perigon 3— .'jtheilig. Staubgef. o-ft, frei. Samen vei'- tikal mit krustiger Schale. 10. Albersia. P^uelit dünnhäutig, nicht aufspringend. H. Ainarantus. Frucht rumlumsclmitten aufsiiringend. 1. Atriplex L. (gen. plant.). Melde, (Atripl. See.t. J'jnatripb'x C". A. IMeyer, Dichosperninm Dnmort.) 1. A. nitens Schkuhr (A. talarica Tausch). Blätter .Teckig-länglidi, die unteren etwas herzförmig oder spiessförmig, buchtig-gezälmt, wir die ohrrsfcn in der Rispe manchmal Janzcitlicli., obcrfinls grün, (jhnirend, itnierseit^ mehr weniger (bisweilen nur schwaeh) f/rau- oder irnssscliidfrig. Vorblätttu' der Frucht ei rautenförmig^ spitz, ganzrandig; Fruchtslielchon mehrmals kürzer als die Frnehf. Stengel 2—4' hocli, oiierwärts ästiu', Aste aufrecht abstehend oder ausgesperrt. — Variirt «) albida, I>lätter nnterseits von dichten Schülfern weissschinnneind, und ß) denn data, Blät- ter nnterseits ziemlich grini, von dinineni Schü]ferül)erzii!i' um' granlicli. O Juli, August. Auf wüsten Plätzen, an "Wegen, Gräben und Bächen, im Gebüsch, der Ebenen und warmen Pliider zerstreut. Bei Prag häufig: Stadtschan/eii, Nusle, Vyse- hrad, Kaiserwiese. Belvederc, Sarka, Kuchelbad, Kiniigsnal u. a. 0. Juiiglmnzlau (Ilippelii) ! fehlt schon bei Miuichengrütz (Sekera) ; jedoch b. Böhm. Peipa gegen Piessnig! Leitmeritz, liesonders an der alten Fger (A. Mayer), Flbnfcr bei Tetschcn (Malinsky)! bei Aussig! bei Bilin sehr häufig (Beuss), Saras hei Ihiix (Sfika), Bothenhaus (lioth), l^ostclherg (Knaf)! Saidschitz! Srpina-Wicsc! Webi-an bei Louu ! häniig um Saaz! l)ei Schiesselitz und V^ysocan (Thiel)! — Tu Südbiihmen bei Witlingau! t -. A. hortensis T,. Blätter .">eckig oder .'ieckig-länglich, am (ii'unde etwas lierz- förmig, huchtig gezäinit oder fast ganzrandig, die oberen in der Rispe hhu/lieh^ e/an.2- randig, siemlich gleich farbig, mall, nnterseits nur spärlich beschülfert. Vorblätter der Sohiesotlieca. j^q Frucht rundlich^ kurz zugespitzt oder gerundet, selbst ausgcrandet, ganzrandig. Fruclit- stielcliea ungefähr so lang als die Scidiessfrachf. Der vor. iihiilicli, aber uorli kräftiger, o -5' hoch, von ihr als Art hinreichend verschieden. O Juli, August. Verwildert bisweilen besonders an Flussufern. Bei Prag z. D. unweit Pelz an der Moldau einmal in Menge ! Tetschcn (Maliusky) ! Brüx an der Eiela (Stika). Ilrusovan bei Saaz (Thiel) ! 2. Schizotheca C. A, Meyer. (Atriplicis Sect.) (Atripl. Sect. Teutliopsis Dumort.) Nicht nur der Dimorithismus der vor. Gattung, sondern auch die sehr verschiedene Bil- dung der Vorbliitter (welche bei dem Mangel eiues Perigons in engster Verbindung mit der liliithe stellend, wie bei Gramineen u. Ä. systematische Wichtigkeit beanspruchen) erfordert nach meiner Ansicht eine generische Trennung, zumal wenn Obione abgetrennt wird. Die Atriplex L. in den Genera plantarum ist in der That auch nur auf A. hortensis und nächste Verwandte gegründet, und muss der Xame der vorigen, obgleich arteuärmeren Gattung verbleiben. Indem ich die Schizotheca zur Gattung erhebe, gebe ich diesem sehr glücklich gebildeten und bezeichnenden Namen den Vorzug vor dem älteren Sectionsuamen Teutliopsis, welcher, wie Dumortier's übrige — opsis und — typus eben nur für eine untergeordnete Section sich eignet. a) Vorblätter krautig (übiügens mit dem ganzen unteren llaude verwachsen). 1. S. hastata m. (Atr. hastata L., A. latifolia Wahl.). Stengel ausgesperrt ästig. Blätter 3ecJcig spiessförmig, am Grunde ivagrecM ahgestiit.rt und rasch in den Blatt- stiel zusammengezogen mit ahsteUendeu Spiessecken, ganzrandig oder buclitiggozähnt, nur die oberen zum Grunde verschmälert, lauzettlich, grün oder unterseits etwas grau- schülfrig, die untersten häutig entgegengesetzt. Vorblätter der Fracht .ziemlich Secliig, spitz,QQZÖhni oder ganzrandig. 1—5' lang. Variirt a) macrocarpa, Vorblätter bedeutend grösser als die Frucht, dabei die Ähren locker geknäuelt, ß) microsperma (W. Kit. spec), Vorblätter kaum grösser als die Frucht, Ähren dichter gekui'üu'lt. — Ferner sintl die Vorblätter auf den Flächen bald glatt, bald in der Mitte der Aussentläche nut zahnartigeu Auswüchsen. Gewöhnlich ist die Pflanze erwachsen ziemlich kahl und grün, an Salzstelleu nu'hr grauschülferig (var. saliua). O Juli — September. Auf Schutt, wüsten Plätzen, an Wegen, besonders an Gräben und Ufern, nicht viel verbreitet, jedoch meist zahlreich beisammen. Bei Prag ziemlich häufig: Podbaba, Vrsovic, Lieben u. a. 0. — Melnik (Maly), Weisswasser nur im Garten (Hipp.)! Münchengrätz in der Stadt (Sekera). Jiciu an der Cidlina! Böhm. Leipa unter dem Berge Kosel am Wasser! Tctscheu (Malin.) ! Wegstädtel am Eibufer! Wiesen- gräben zwischen Choteschau und Cerniv (A. C. Muycr)! Saidschitz! Srpina- Wiesen ! Püllna gegen Lischnitz! Bilin! Brüx (Eicliler), Kommerncr Sauerbrunn (Pteuss). Saaz! Vysocan (Thiel)! Franzensbad (Ortm.). 2. S patiüa m. (A. patula L., A. angustifolia Smith). Stengel mit ausgesperrten oder aufrechten Ästen. Blätter alle siir Basis keilförmig verschmälert, die unteren oft spiessförmig mit vorgestreckten Spiessecken, die oberen oder obersten, dann die aststän- digen und bisweilen alle lanzettlich bis lineal-lanzettlich, gras- oder graugrün. Vorblätter der Frucht meist spiess-raatenförmig^ ganzrandig oder gezähnelt. 1— .5' hoch, aufrecht, aufsteigend oder niederliegeud. Auffallend ist die liracheufurm ß) angustissima. Blätter alle schmal lineal-lanzettlich, Stäugel vom Grunde ausgebreitet ästig, nieder- liegend. Die Vorblätter der Frucht variiren wie bei der vor. Art. O Juli — September. Auf wüsten Plätzen, Ackerrainen , Brachen , an Wegen, Dorfangern, sehr gemein im ganzen Ijande. 3. S. tatarica m. (A. tatarica L., A. oblongifolia W. Kit.) Stengel aufrecht, mit kurzen, stets aufrecht abstehenden Asten. Blätter alle ^ur Basis keilfönnig verschmä- lert, die unteren eilan.settUch, spiessförmig mit vorgestreckten Spiessecken , gezähnt. •jp/\ Spinacia. oder lanzcttlicli, die oborcn lanzcttlicli bis liucal-lanzettlicli , meist dicht grauschülferig. Vorblätter der l'^rucht rhombisch-eifönnig^ an den unteren Ecken gerundet, selten ein wenig spiessförmig, fast ganzrandig. 1 — 3' hoch. Vorblätter oft sehr vergrössort. Meist dichter schülfcrig als vor. Vorstehende 3 Arten sind ziemlich schwach begränzt, sodass sie M'ohl besser als Kacen einer Art S. polymorpha (Atrii)lex polymorpha Coss. & Germ.) behandelt würden, zu der auch Atr. calotheca Rafn und Fries und A. litoralis L. zu bringen wäre. O Juli —Sept. Wie die vorige, aber von beschränkter Verbreitung. Bei Prag : vor dem Ross- und Kornthor, bei Nusle, Vrsovic! Lieben (Opiz) ! Saidschitz! Kummern (Reuss)! Bilin im Schillingethale ! im Dorfe Loosch b. Teplitz (Winkler)! Aussig an Dämmen mit S. patula! Tetschcn (Malinsky)! — Scbiesselitz (Thiel]! und Saaz! b. Vorblätter bei der Fruchtreife bis nahe zum Rande knorpelig-erhärtct (mit dem grössten Theile der unteren Ränder zusammengewachsen). 4. S. laciniata m. (A. laciniata L.) Blätter Scckig-eiförmig, die oberen rauten- förmig-länglich, tief und ungleich huchtig, die obersten oft spiessförmig-lanzettlich, fast ganzrandig. Knäuel iw schweif artigen, dvnnen, obenvärts nachten und gedrungenen rispig vereinigten Ähren, die oberen Knäuel rein (j', in den übrigen nur wenige (1 — 4) 9 Blüthen. Vorblätter der Frucht rautenförmig, daher bis fast sur hallen Höhe ver- ivachsen, darüber Seckig-lanzettlich, oft .'ilappig und meist gezähnelt. Stengel 1—2' hoch, vom Grunde ausgel)reitet ästig, meist kahl, die langen Ähren zur Blüthezeit durch vorherrschende J* Blüthen wachsgelb. O Juli, August. An Wegen, auf Schutt, Mauern, auf kurzgrasigen Dorfangern, in den Thälern der unteren Moldau, Elbe, der Eger und Biela : Prag: Karlshof (Knaf)! Salniterhügel (Opiz)! bei Nusle, Vrsovic! Dvoroc (Opiz)! Vysocan, Podbaba! — Chlu- min! Pecek bei Podebrad! Roudnic (Reuss), Leitmeritz (Thiel)! Prosmik (Hackel) ! Teplitz (Eichler), Koramern (Reuss), Saidschitz, Püllna ! u. von da häufig in den Dörfern bis Komotau: Klein Priesen, Hoschnitz, Eidlitz ! häufig an der Eger bei Laun, Vebfan Vrsovic, Dobromefic! am zahlreichsten um Saaz, stellenweise die einzige Ruderalpflanze, oft mit S. rosea : in Trnovan, Libocan, Horkovic, Horatic, Hrusovan, Sösau, Podersam! 5. S. rosea m. (Atr. rosea L., A. alba Scop.) Blätter Seckig- oder rhombisch- eiförmig, ungleich buchtig-gesähnt, die oberen oft eilanzettlich. fast ganzrandig. Knäuel am Zweige entfernt, besonders die unteren, und mit TragUättern versehen, nur die obersten (2 — 8) gedrungen und blattlos, meist alle doppelgeschlechtig, vorherrschend 9- Vorblätter der Frucht fast Seckig, daher nur 3U V^ der ganzen Höhe verwachset, am freien Rande gezähnelt. Stengel 1—2' hoch, weisslich, nebst den Blättern weisslich beschülfert, vielästig mit steifen ausgesperrten Ästen. Die unteren Knäuel vorherrschend 9? daher die entfernten Knäuid zuletzt in Fruchtrosetten verwandelt. Variirt: «)dentata, Blätter alle buchtig gezähnt, und /3) hctcrophylla, obere Blätter imd die der Äste eiförmig, fast ganzrandig. O Juli, August. Wie vorige, besonders auf Dorfangern, aber viel weiter verbreitet und oft masscidiaft. Häufig um Prag, z. B. Michlc, Vosocan, Lieben, Veleslavin u. s. w. Kolin, Elbeteinitz, Brozan bei Pardubic, Hrochov-Teinitz ! um Jungbunzlau, München- grätz, Jicin! um Auscha häufig! Chodora b. Roudnic (Reuss), so auch um Leitmeritz (Thiel)! bei Lobositz, Welemin (Ascherson), Hlinai (Malinsky)! um Teplitz (Eichler), Osseg (Thiel), Bilin, Brüx, Saidschitz, Komraern, Komotau. Vebfan, Laun ! Krusovice, Schlan (Ascherson), Saaz! Lubenz (Fischer). — Lu südlichsten Böhmen nicht gesehn noch angegeben. o. Spinacia L. Spinat. f 1. S. oleracea L. Kahl, aufrecht. Blätter langgestielt, länglich oder Seckig, am Grunde spiessförmig, die oberen oft ganzrandig. 9 Blüthcnknäuel blattwinkelständig, (5" in nackten, achscl- und endständigen Ähren. Beta — ClierLopoclium, j^gj a) spinosa (Möncli spec.) Friichtperigone durch unter ihren Zähnen auswachsende starke Stacheln 2 — 4hörnig. I)) inermis (Mönch spec.) (S. glabra Mill.). Fruchtperigone ohne Hörner, zusammen- gedrückt verkehrt-eiförmig; sonst wie a), zu dem sich b) verhält w^ie Salsola kali b) zu a). O n. ^. Mai — September. Häufig iii Gemüsegärten gebaut, aus dem Orient stammend. 4. Beta L. Mangold, Pamkelriibe. t 1. B. vulgaris I^. Stengel aufrecht, ästig, kautig-gofurcbt. Blätter wellig-ge- schweift, die unteren eiförmig, stumpf, am Grunde etwas herzförmig, mittlere eilänglicli oder rauten-eiförmig, die obersten lanzettlieb, kurz gestielt. Knäuel 2 — öblütbig in lan- gen, steifen, rispenförmig vereinigten, kleinbcblätterten Ähren. 2 — 4' hocli. Wurzel der (an südeuropäischen Küsten) wildwachsenden Pflanze dünn, spindelförmig, an der kultivirten bei a) cicla (L. spec.) cylindrisch, bald dicker, bald dünner, dabei Blattstiele und Eippen der r4nindl)lätter oft tieischig, auch roth gefärbt, und bei ß) rapa (Dumort. sp.") (Runkelrübe) Wurzel rübenförmig, dick fleischig, innen weiss, stark zuckerhaltig (Zuckerrübe) oder gelb oder blutroth (rothe Rübe). ^ od. O Juli — September. Gebaut, cc) selten in Gärten, ß) allgemein und in schneller Zunahme für die Zuckerfabrikation in lehmigen Alluvialboden. 5. Blitum L. Erdbeerspinat. Die Gattung ist von Chenopodium nur schwach verschieden, etwa so wie Fragaria von Potentilla. t 1. B, virgatum I.. Stengel 1 — 2' hoch, aufrecht, steif, bis zur Spitze he- hlättert, ästig. Blätter rhombisch- oder Seckig-länglich, zum Grunde keilfiu'mig, tief buchtig spitz-gezähnt, kahl. Knäuel alle hlattivinliclständig, entfernt. Pcrigon meist Stheilig, Staubgef. meist 1. Scheinfrüchte saftig, blutroth. 'S>\m\Q\\ am Tiande sfH>n2)f, nnnig. O Juni — August. Aus Südeui'opa, nur sehr selten und gewöhnlich einzeln auf Schutt, an Wegen, in Gemüsebeeten verwildert. Bei Prag z. B. in den Wimmerschen Anlagen (Opiz) ! bei Leitmeritz ! bei Kaplic (Kirchner, als B. capitatum) ! gefunden. f Blitum capitatum L., mit oberwürts tinheblättertem Stänr/el, daher die oberen Knäuel zu einer nackten Ähre zusammeuflicssen, und mit scliarfrandigen Samen, kommt, wenu überhaupt, so höchst selten und zufällig verwildert vor. 6. Chenopodium L. Gänsefuss. A. (Agathophytum). Samen alle vertikal gestellt, mit ringförmigem Keimling, im Sspaltigen öraänuigen Perigon. Narben lang, weit vorragend. Perennirendc Pflanze; alle Theile, besonders in der Jugend, von gestielten, später theiliveise ahfäUigcii Bläschen mehlig und etwas klebrig. 1. Ch. bonus Henricus L. Stengel lateral zur unbegränzten Pihizomachse. Blätter gestielt, spiessförmig-Seckig, feinspitzig, oberseits etwas glänzend, am Rande wellig-ge- schweift bis buchtig-gezähnt. Knäuel in dichter, pyramidaler, schweifartiger, oberwürts ganz unbeblätterter Rispe. Samen glänzend, stumpfrandig. 1—2' buch. Blätter weich, Blüthen klein, gclblichgrün. — Var: ß. dentatum Knaf in herb., Blätter l)uchtig gezähnt. Diese l'orm scheint bisher nicht beacittct. — Die Art ist so ausgezeichnet in der Gattung, dass sie eine eigene Section verdient, während Ch. glaucum und rubrum ohne weiters zu Chenopodiastrum gehören. ^^ Mai, Juni. An Wegen, Mauern, auf Scliutt und besonders auf Dorfangern, im niederen und gebirgigeren Lande sehr verbreitet; in höheren, rauheren Gegenden iKi> Chenopocliuin, oft einzige Clienopodicc; ß) selten, so bei Komotaii (Knut)! bei Tctsclicn (Malinsky)! im Stern bei Prag (Iloser) ! 13. (Clicnopodiastrum). Samou alle otler iloch der oberste iii jedem Knäuel horizontal, mit vollständig ringförmigem Keimling im öspaltigen umännigen Perigon; senkrechte Samen meist im 2— ;isi)altig('u 1 — umännigen Perigon. Narben kurz. Ptlanze einjälirig, ihre Tlieile wenigstens jung, oft ancli erwaciisen von aufsitzenden, zusammensinkenden Dläsclieu schülferig bestäubt, oder iveis$llocld(j, sonst kahl. a) Blätter am Grunde herzforn)ig. Dlüthenstandachsen bestäubt, Perigoue fast ganz glatt. 2. Ch. hybridum L. Blätter langgestielt, oeckig-ciförniig, grob buclitiggezcähnt, hingzugospitzt, oft mit weissen höckcrförmigen Etflorescenzen. Knäuel in fast ganz unbe- blätterter, gespreizt trngdokliger oder ähriger Endrispe und in Seitenrispen. Perigon- zipfel ungekielt, die horizontale Frucht nicht ganz bedeckend, breithäutig beraudet. Samen wenig glänzend, tief punktirt. 1_3' lioch, aufrecht, ästig, mit Ausnalime tler lüütlu'ustiele ganz kald. Rieclit unangenehm nach Stechapfel. O Juli — Septemb. Auf wüsten Plätzen, Rainen, auf Garten- und Ackerboden im ganzen Lande allgemein verbreitet. b) Blätter in den Blattstiel verschmälert. Perigoue und Bliitlienstandachsen nicht bestäubt. «) Blätter ganzrandig, völlig kahl. 3, Ch. polyspermiim L. (Ch. acutifolium Sm.). Bhitter langgestielt, eiförmig oder cilänglich, die unteren stumpflich oder an der Spitze ausgerandet, die obersten oft lanzettlich, stachelspitz. Blütbenstände theils achsel- theils endständig, fast blattlos, bald einfach tranbig. bald trugdoldig rispig. Perigonblätter ungekielt, am Ptamlc bleich, die hoiizontale Frucht nicht deckend. Samen glänzend, schNvarz. Liegend oder aufreclit, meist von Grunl aus ästig, ganz kahl, zart, diunililättrig, oft rotli idierlaufen, einer All)ersia l)litum in der Tradit älinlicli, von Laien öfter mit ilir vt-rwcchselt ; aber die üUithen selir klein, Samen leiclit ausfallend. JSacli Doli kommen manchmal auch einzelne senkreclite Samen in der Indoresceuz vor. O Juli — Septemb. Auf Gartenboden, Äckern, Erdaufwiirfen, in ausgetrockneten Grüben im ganzen Lande verbreitet, doch zerstreut. ß) Blätter buchtiggezähnt (scheu fast ganzrandig), unterseits seegrüu und mehlig bestäubt. 1. Ch. glaiicum L. Blätter länglich oder cilänglicli oder schwach rhombisch ent- fernt buciitig- oder gescliweift-gez;ihnt, in den kurzen BUätdiel keUfönnli/ verschmälert. Knäuel locker tu unierbrocJicncn, nackten Ährot. Perigonzipfel gekielt, die grösstentheils wagrechten, zum Theil aber auch seida-echten Früchte nicht ganz bedeckend. Samen glänzend. Stengel liegend oder aufreclit, meist ästig, später ganz llätter eirhombisch oder eiliiuglich, doppelt so lang als bre/f, oft fast olappig, obere, seltener alle (Ch. lanceolatum Mühlenb., Ch. concatenatum Thuill.) länglich-lanzettlich, fast ganzrandig, spitzig. Samen stark glänzend, (auch unter der Lupe) sehr fein linirt. — Yar. mit aufrechten, ähren form igen (('h. album L., Cb. glomerulosnm Reichb.) und mit ausgesperrten mehr trugdoklig-verzweigten Seitenblüthenständen (Ch. viride L. fl. suec ). Die Form mit ganzrandigen Rlättera darf nicht mit Ch. vulvaria verwechselt werden. b) opulifoliura (Schrad. spec). Untere und mittlere Blätter rundlich- oder eiförmig- rhombisch, fast so bre/'t als lang, seicht Slappig mit kurzem abgerundet Slappigem Mittelzipfel, obere schmäler und spitz. Samen wie bei a). c) ficifolium (Smith spec). Untere und mittlere Blätter bedeutend länger als breit, fast spiessfiirmig-dreilappig, Mittellappen lang vorgezogen, mit fast parallelen Seitenrändern; ober- ste Platter last ganzrandig. Samen kleiner als bei den vorigen, '/s'" l^'^g? minder glänzend, etwas deutlicher pnidvtirt-linirt. Pie Unterschiede dieser 3 Formen, besonders von a) und b) sind bei sonst ganz gleichem Typus so geringfügig, dass sie mir zur Aufstellung von Racen hinreichen, zwischen a) und b) sind auch zweifellose IJibergänge. Höhe ^li—i'. Juli — Sept. Auf Schutt, an Wegen, auf Äckern, Dorfangern, Triften, in Gräben, Zäunen, a) im ganzen Lande verbreitet und gemein, b) weit seltener. Bei Prag: Podbaba, Pletzinscl, Bubenc, Kaisermtihle, Lieben, Lorenzberg, Hlubocep! Melnik (Prazäk) ! Clu-udim! Niemes (Schauta), Svijan b. Turnau (Sekera). Kommern (Reuss) ; häufig um Komotau (Knaf)! Laun! Karlsbad bei der Papiermühle (Ortmann), c) wird zwar mehrfach ange- geben, z. B. bei Prag, Stifin (Sykora), bei Bilin (Prof. Reuss), Rothenhaus (Roth), ich sah aber noch kein biihmiscbcs Exemplar, auch Tausch fand es nicht. 0. Ch. vulvaria L. Durchaus graumehliy . Stängcl niederliegend, ausgebreitet ästig. P)lättcr rhomhisch- eiförmig, gansrandig, höchstens mit 1 Zähnchen jederseits. Knäuel in blattlosen cnd- und seitenständigeu zusammengesetzten Ähren. Perigonzipfel nngchieU, die wagrechte Frucht bedeckend. l»rr ckclliaftc lang anhaftende Ceruch dieser Pflanze nach faulen lläringen rührt von Trimcthylamin her. Blüthen sehr klein, unansehnlich. O Juli — Sept. Auf Schutt, Erdhaufen, an Mauern, in Strassen und Gassen der Städte und J)örfcr an amnioniakreiclicn Orten allgemein verbreitet, obwohl nicht über- all gleich häutig. C. (Botryoides). Samen ;ille horizontal, K(;iinling das Fiweiss nicht ganz umschliesseud. Narben ziendich lang. l!liith(ui seiir klein. Pflanze )jnhvvj:, /laumig und driieckigen, spitzen, krautigen, Anhängsel. 1—3' hoch, dunkelgrün oder gelblich. O August, Septemb. Auf Schuttplätzen, nur verwildert, südlicheren Ursprungs. Bei Prag: Wimmer'sche Anlagen, Nusle (Opiz)! auf der Kepperschen (Rohan'schen) Insel 1870! in Hunderten dichtgesäeter Exemplare. Am Eisenbahndamme vor dem grossen Tannel in Bodenbach (1851 Malinsky) ! Bei Küniggrätz ((^'enek) ! bei Dasic cultiv. (Hackmann) ! 8. Salsola L. Salzkraut. 1. S. kali L, ampl. (S. tragus Presl fl. cech.) Stengel ästig, ausgebreitet liegend oder aufsteigend, grün und weissgestreift, höckerig. Blätter sitzend, lineal-pfriemlich, die unteren stengelstäudigen sehr lang, am Grunde erweitert, randhäutig, die obersten blüthenständigen eiförmig zugespitzt, nebst den 2 Vorblättern dornig bespitzt. Blüthen einzeln blattwinkelständig, Pcrigonblätter anfangs häutig, zur Fruchtreife knorpelig mit häutiger Spitze, kürzer als die Yorblätter. a) rosacea. Stengel und Blätter kurz steif haarig. Anhängsel der Pcrigonblätter als ein grosser, häutiger, nervig berippter, weisser oder gerötheter Flügel. b) marginata (S. tragus Koch). Behaarung von a). Anhängsel nur als ein niedriger knorpeliger querer Wulst oder Rand. c) tragus (L. spec.) Stengel und Blätter kahl. Va — IS' l'i"?5 starr, schmutziggrün. O Juli — September, Auf Sandtluren, sandigen Äckern an der Elbe, unteren Egcr und Moldau, oft mit Plantago arenaria und meist zahlreich beisammen. Nördlich von Prag : bei Holesovic (a) ! Lieben (Opiz), Prosck (a, Schöbl) ! (b, Opiz) ! Ilusinec hinter Klecan ! Volovic bei Kralup (GintI)! — Melnik (a, Melichar)! Liboch (Pöch), Tousim (Streinz), Lissa (Opiz), Nimburg (a. Ysetecka)! zwischen Xiinburg und Podebrad(b)! Elbc-Teinitz gegenüber Kojicc bei der Ziegelei (b)! — Egerufer bei Vrsovic nächst Laun ! bei Bro- zan (Ilackel), Bauschowitz (Mayer), — Zwischen Gastorf und Maischen im Kalksande (b) ! bei Roudnic an der Elbe und an Eisenbahndämmen sehr verbreitet (Reuss) ; Leitmeritz auf der Herzinsel, bei Lobositz (Mayer). Tetschen (b. Malinsky) ! — c) habe ich aus Böhmen nicht gesehen, ist wohl nur südeuropäisch. 9. Polycnemum L. 1. P. arvense L. Stengel ästig, aufrecht oder sammt -den Ästen niederliegend, mehr weniger warzig-höckerig, kraushaarig oder ziemlich kahl. Blätter sitzend, lineal- pfriemlich, beinahe Skantig, am Grunde mit trockenhäutigen Rändern. Blüthen einzeln 156 A^lbersia. jVmarantus. achsclstüiidig, sitzend, ihre Vorblätter aus eifürniigciii Grunde ptVieinlich, weiss trocken- häutig, rcrigoublüttchen zugespitzt. a) minus. Vorblättei- nur so lan.L;- als das Porigon. Frucht nur 1'" laug. Stengel und Äcste diiiuu'r. — Ilieher als l)üsoiulere tVine Form ß. rccurvum (P. inundatum tSchraidc), mit stiiiiialcn tadlichen, am Gründe wenig verbreiterten Jüättern. ii) iiiajus (A. üraun spoe.) (P. bracteatum Wallr. herb.) Vorblätter lilnger als das Perigou. Stengel uiul Aste diekm-, steiter, Platter grösser, am Ciruiide iireiter trockenluUitig. ]''rueht doppell grosser. — Die Untersehiedc sind zu gering für eine besondere Art. 1—8" lang, gn'ui, nicht selten roth angelaufen, auch die lÜiUhcn und Vorblatter öfter roseiu'oth. Kräftige Ivveiuplan; von b) sind der Salsola kali ähnlicli. Juni— August. ;i) Auf sandigen uiul sandig- leliinigou Äekcru, Hraelieu, steinigen Hügeln, zerstreut im niederen Laude, meist gesellig. Ü.'i Prag: Generalka, Steinbrueli b. Lieben (Opiz), V^socau (/5. Presl ) ! Quarzitrüeken bei der Väpenka hinter Volsan! oberhalb der Modraiier Schlucht! Eibufer bei Davie! — ■ Konetop b. Elbc- Kostelec! Lissa (Presl)! Sadska (Manu). Strasov, Pardiibic (Opiz). Weisswasser (liip- pelli)! Koudnie: bei Straskov (Rercht.), Bezdekov (lieuss). iSrozan (Oj)!/,), Tetschen (Maliusky)! Te]»litzcr Schlossberg (Lichler), Debrethal bei Hiliii (Keuss). Komotau: SauiUleker bei Udwitz und steinige Hügel des llolilandcs (Knafj ! Vysücan b. Saaz (Thiel) ! Horkovic an der Lger! den Hoden bedeckend wie ein Polygonuni aviculare. Eichberg b. Podersam im Hastaltgesteiu ! — Plan (Pohl). Suchcntlial bei Gratzeu (Jechl) ! — b) Nur auf Kalkboden ähnlicher Standorte. Hei Prag: St. Prokop! Vohrada bei Holiu (Nickerl), Steinbruch vor Kuehelbad! an der Strasse gegen Horoun (Oi)iz)! Koleduik b. Heroun! Prosek (Schidd)! — Pei Koudnie Ins ]>udin stellenweise häuhg, am Kip, Hasenbnrg bei Lil)()clu)vic (lleuss)! Unter dem Rannayer Herge bei Loun! — • Weg- städtel Elbufer! Gastorf (Neumaun) ! Schiu^dowitz (Poch) ! Leitmeritz am Hloclchaushiigel gegen Ti-eboutic und bei Lukavcc (A. Mayer)! Tschisehkouitz (Hackel) ! VysoC-au bei Saaz (Thiel j ! 10. Albersia Kuiitli. L A. blitum Ivunth (Amarantus blitum L,? Autt. hohem., A. adscendens Lois-, A. prostratus Presl, Oitiz). Stengel vom Grunde ästig, niederliegend bis aufrecht, bei- nahe ganz kahl. Hliltter ei-rauteufurmig oder eiförmig, stumitf oder getvöhnlich vorn ausfitriindct^ am liande wellig, unterseits blasser, stark nervig, liöckerig-])unktirt. Knäuel theils blattwinki'lsiäiidig, theils (die (jbercii) in eine dickte 6chiveifarti(je eiulständige Ähre vereini(jt. Pliitiieii omiiuuig. 1 — 1'// laie^-. ÜlaUcr trubgrtin, in der Mitte oft S(;hvvarz oder weiss gefleckt, beim 'J'rocknen etwas M-lnvarz werdend. Perikar]) grün. Der BlUtlnmschweif ist bisweilen imr ganz kurz. O Juli — Septemb. An Strassengräbcn der Dürfer und Städte, auf Garten- beeten, an Häusern zerstreut, doch nur in den wärmeren uml bebauteren Gegeiulen. Um Prag, Semin (0[)iz), Chrudim! Nedosin b. Leitomysclil (Pospichal) ! Münchengrätz (SCdccra)! .lungbunzlau (Hipp.)! Schwabitz b. Niemes niclit häutig (Sehauta), Leitmeritz (Thiel)! Te])litz liilutig (l']ielilerj. — Güldenkron bei Krumau selten (Juugbauer). — Sicher noch vielfach verl)reitet. IL Amarantus (L.) Kimth. 1. A. silvestris Hesfont. (A. Herchtoldi Seidl, A. adscendens Tausch herb.!) Stengel meist aufrecht oder aufsteigend, vom Grunde ästig, beinahe ganz kahl. Hiätter rauteneiförmig, meist spitz, seltener stumpf oder etwas ausgerandct, mit oft gefalteter Spitze, am liande wellig. Knäuel sämmtlich blatltvinkelständij. Plütheu Smänniy. A'orblättei- hnzettlich, spitz, etwa so lamj als das Perigon. Eniiiex. IST '/o— 1'/2' hoch. Porikarp hloicli. Der Albersia sohr ähnlich, ausser durch die Früclite aucli dnrch die grössteiitheils spitzen Blätter und den Mangel einer endständigen Ähre zu unter- scheiden. Jedoch gibt Fenzl eine mir unhekannte var. prostrata an, die eine kurze endständige Ähre hat, hei uns indessen nicht vorkommt. — Jjinne's Amarantiis hlitnm und A. viridis enthalten in den Diagnosen und Synonymen so viel "Widersprechendes und sind so strittig, dass ich es fiir das Beste halte, von ihnen ganz abzusehen. O Juli, August. lu Weinbergen, an Wegen. Rainen bei Prag und Leitmerit/ selten. Prag: Nusle (Opiz)! Belvedere (Hoser)! Podol, Jesuitengarten (Opi/). — Bei Leitmeritz (schon Hackel!). neuerdings (1869) nnterlialb Gross-Cernosek am Kusse des Dreikreuzberges in einem Weingarten (A. Mayer) ! 2. A. retroflexus L. Stengel aufrecht, Tiuri-ranliharmfi, unterste Äste aufsteigend. Blätter liiombiscli-cifürniig oder eiläiiglicb, stumpf oder schwacii ausgcrandet, kurz stacbel- spitz, am Rande wellig-geschweift. Knäuel m .Tusammengesetsten, end- und achselständigen, rispig vereinten, dichten, la])2)igen Ähren. Blüthen ömännig. Yorblätter lanzettlicb, dornig stachelspitsig^ doppelt länger als das Perigon. l"—?t' hoch, hleichgri'in. O Juli — Septemb. Auf wüsten Plätzen, Äckern, an Mauern. Wegen, durch einen grossen Theil des Landes verlireitet, besonders in den wärmeren, niederen bebauten Gegenden in der Nähe der Städte, theilweise gemein. Prag, Kolin, Kuttenberg, Podebrad, Chrudim, Cbotzen; Jungbunzlau, Weisswasser, Münchengrätz, Niemcs, Arnau, B. Leipa, Leitmeritz, Aussig, Tetschen, Teplitz, Komotau, Saaz, Laun, Schlau u. s. w. — Golden- kron (Jungbauer). Fehlt aber in gebirgigeren, höheren Gegenden, z. B. in Nordböhmen schon um Böhm. Kamnitz (Zizelsberger), vollends um Rumburg und Schluckenao (Karl). 37. Ordnung. Polyssoneen Jitss. Gattungen : 1. Rum ex. Perigon Gblättrig, die ?> inneren Blätter nach der Blüthe vergrössert, die Frucht einschliessend (Fruchtklappen); die ,3 äusseren klein. Staubgef. 6, paarweise vor den 3 äusseren Perigonblättern. 3 Narben. Fiucht 3kantig. 2. Polygon um. Perigon 5theilig, selten 3— 4thei]ig, Abschnitte ziemlich gleich, auf- recht, zuletzt die Frucht einschliessend, aber nicht viel vergrössert. Staubgefässe 5 — 8, einzeln vor den Perigonabschniften oder paarweise vor den .". inneren. 2 — 3, am Grunde oft verwachsene Grili'el. Frucht 2 — Skantig. L Rumex L. Ampfer. A. (Steinmannia Opiz), Blüthen zwittrig. Ti\an7.e l—3j(ihnff. Blätter alle in den Blattstiel verschmälert; Scheinwirtel der Blüthen mmnälich von einem lijatte gestützt, h'rucht- klappen klein, jederseits mit 2 (selten ;;— I) borstlichen Zähnen. 1. R. maritimus Tj. Blätter Ifwi-dtlich oder liueal-lnnseltlidi, die unteren nur grösser, länger gestielt, wellig-gekerbt oder ganzrandig. Fruchtstiele 1 — 2mnl so lang als die Klappen. Klapiten nacli vorn lanzettlicb verschmälert, sjdtz, jederseits mit 2 abstehenden, die Breite der Klappe irrnigfitens erreichenden, meist aber übertreft'enden pfriendiehen Zähnen, alle mit lanzettlicher oder länglich-lanzettlicher Schwiele. a) aureus (Wither. spec.) (Steinmannia aurea Opiz). "j— 2' hoch, hei der Frnchtieit'e oberwärts goldgelb. Scheinwirtel gedrungen, ununterbrochene Trauben bibb'iid. Klappen rhombisch, kürzer zugespitzt, ihre Zähne so lang oder länger als die Klappenlänge. 158 EuiTiex. b) lim OS US (Tbuill. sp.) (R. palnslris Smitli.). 1—2' lioch, bei dor Fruchtreife grünlich gelb. Traubon locker, am Grunde unterbrochen. Kliipix'u län^irlicli- eiförmig, lang zugespitzt, (meist (ki])pelt) länger als ihre Zäbiu>. — An unserer l'Hanze sind die Klai)pen und Schwielen nicht so gross, wie bei der westdeutschen, kaum grösser als bei a). O oder Q Juli, August, a) Auf feuclitcu sandigen Ufern der Teiche und Flüsse, an SinnpiVändern, in ausgetrockneten Gräben der niederen wasserreichen Gegenden vielfac.li verbreitet. Bei Prag selten und spärlich: Iletzinsel Moldauufer, Holesovic! Volsaner Teich! Miclile (Opiz) ! Schwarzer Ochs bei Ounetic (Opiz) ! Stifiu (Sykora), Unhost"! — Thal von Srbec bei Schlau ! — Eger bei Uaun ! Koliu! Katcnic bei Pecek ! Skalka bei Lochy cäsl. (Opiz). Chlumec bydz. mit Ileleocbaris ovata sehr zaldreich am Teiche! Elbe-Tei- nitz! Pardubic bei Tinovä und im eliemal. Semtiner Teiche! Chrudim ! Leitomysl selten (Pospichal)! Königgrätz, Sniific, Jaromef (Knaf ) ! Jicin bei Milicoves, Jinolic! Miinchen- grätz unterhalb Kloster (Sekera) ; unter dem Bösig (Hippelli) ! am Bolzenfluss bei Böhm, Leipa ! bei Schluckcnau nur vorübergehend (Karl). Bodenbach (Winkler)! Leitmeritz (Thiel) ! Boreslau, Bilin (Ileuss). Kommerner Seewiosen, Komotau ! Altrohlau und Schlacken- worth (Ortmann). Theusing (Opiz)! — Voseker Teiche (Opiz)! Protivin (Prosl), Sobeslau (Berchtold) ! Rosenberger Teich bei Wittingau ! zwischen Krems und Adolfsthal, (Jung- bauer); Krumau (Mardetschläger). — b) An Teichen im Wasser, in Morästen. Teichel bei Hoschnitz unweit Komotau! Tetschen (Mal.)! Oberliebich b. B. Leipa (Zizelsberger) Niemes (Lorinser)! Elbe bei Pardubic (Opiz)! und wahrsclieinlicli häufiger. B. (Lapathum Tournef.) Bliithen zwittrig. Pflanze perennirend, untere Blätter meist sehr gross, nie spiessförmig, sondern am Grunde herzförmig, abgerundet oder in den Blattstiel versclniullcrt. Die oberen Scheiuwirtel stets blattlos. 1) Fruclitklapiien länglich oder länglich Seckig mit vorgezogener Spitze. Bliithenstand sparsam verzweigt, untere Sclieinwirtel eiitl'ernt. a) Klappen jederseits mit 2 borstlichen Zähnen. XR. Knafiim. (Pt. maritimus X conglomeratus, R. palustris Autt. part. ?) Wurzel- stock kurz. Stengel schon nahe vom Grunde an sehr ästig, mit verlängerten, aufrechten Ästen, Blätter die untersten läm/h'eh-IanseUlich, am Rande wellig-gekerbt, an der Basis in den Blattstiel ziigeschiveift, die übrigen lanzettlich bis lincal-lanzettlich, spitz, zum Grunde versclimälert, schwach wellig. Sclieinwirtel beblättert und massig entfernt, nur die obersten nackt und susammentllessend. Fruchtstiele iVo — 2mal so lang als die Klappen. Fruchtklappen aus breiterer schwiclentragender Basis lineal länglich stumpflich, am Grunde jederseits mit 2 pfriemlichen Zähnen etwa von der halben Länge der Klappe, jede (wenn entwickelt) mit einer länglichen dicken Schu-iele. 2' hoch. Stengel gelblich grün, oben röthlich. Blätter hellgrün. Steht so vollkommen zwischen (h'u präsumtiven Altei'ii, als nur von einem Bastait gefordert Werden kaum, Der Habitus der Verzweigung eher der von B. congUimeratus. Die Sclieinwirtel weniger entfernt als bei diesem, aber entfernter als bei gewöhnlichem nniritinnis. lÜüthen zahlreicJier und länger gestielt als bei R. conglomeratns ; die Wiitel sind wie l)ei diesem öfter um'egelmässig beblättert, derart, dass einzelne nackte (mit verkümmertem Tragblatte) zwischen den übrigen beblätterten stehen. Die Blüthen schlagen grcisstentheils fehl, und nur Avenige Fruclitklappen bilden sich aus. Dieser unzweifelhafte Bastart liegt auch im Wallrotirschen ilerbar als lt. limosus Thuill. uiul mag auch sonst schon ausserhalb nöhmens gefanden worden, aliei- stets mit K. limosus verwechselt Ävorden sein. Aber dieser, dem er in den Fruchtklappen wohl ähnlich sieht, ist 2jährig uiul seine Scheiuwirtel durchaus beblättert. 2|. Juli, August. Im Graben an der Strasse bei Libanicc nächst Ilrochow-Teinitz in Gesellschaft beider Altern, in mehreren Stöcken (2G. Juli ISG'J)! X E,. Steinii Becker (R. palustris X obtusifolius Doli). Stengel ästig. Grund- blätter hreit-länglich, an der Basis herzförmig, die stengelständigcn aus abgerundeter Basis lanzettlicli, die obersten laiizettlich. Sclieinwirtel entfernt, die unteren beblättert, die oberen nackt und zusammen fliessend. Fruchtstiele kurz, kaum so lang als die Klap- pen. Klappen :>eckig-nförmig mit stumpflicher vorgezogener Si)itzo, jederseits mit 2 forstlichen /ahnen, die kürzer als die Klappen sind, alle mit länglicher, dicker Schwiele. Kunaex. 15.9 Die Klappen sind viel breiter als bei R. Knatii; jederseits ilire Blattfläclie so breit als die Schwiele, die Zähne stärker und steifer; reichliche Fruchtilikation. Na(;h der ganzen Bildung sehr wahrscheinlich Bastart aus R. maritinius und obtusit'olius. — Pfund bemerkt in seiner hand- schriftlichen Flora Böhmens über diese Pflanze folgendes : „Höher, aber ebenso ästig als R. maritimus, dem er im Perigone nahe kommt, allein nur die unteren Quirle sind mit Blättern ver- sehen, die oberen blattlos. Die Basis der Blätter ist eiförmig, die der unteren herzförmig, daher zur Blüthezeit dem K. obtusifolius ähnlich, welcher indess nie die Menge von I)eblätterten, etwas abstehenden Bliithenästen hat. Die Menge der Blätter giebt ihm einen eigenen Habitus." 2|. Juli, August. In einem Graben unfern Wittingau (Pfund). Nacli vorcitirtei* Anmerkung muss Pfund die echte Pflanze vor sicli gehabt haben. b) Fruchtklappen schmal-länglich, mit stumpfer Spitze, ganzrandig oder doch mit kaum merklichen Zähnchen. 2. R. conglomeratus Murr. (R. nemolapathum Ehrli. p., Autt. hohem,) Stengel ästig ; Äste ahstehanh oft sparrig. Blätter wellig-kleingekerbt, die unteren eilänglich. an der Basis abgerundet oder herzförmig, die oberen länglich-lanzettlicli bis lanzettlich, spitz. Scheinwirtel entfernt. Ms auf die obersten nicht zusdmmenfliessenden edle he- hlättert. Fruchtstiele nur Va — iVs™'^^ ^o lang als die Klapiion. Klappen lineal-länglicb, ganzrandig, selten mit 1 Zähnchrn, jede mit einer längiicJien, dicken, fast ihre ganze Breite bedeckenden Schiviele. 1—3' hoch. Stengel, Blattstiele und Blattrijjpen nicht selten blntroth übeilaufen. I-Vuclit- perigone sehr klein. 4 Juli, August. An Wiesen- und Stiassengräben, auf Dorfangern, im Gebüsch, an Flussufern, allgemein verbreitet und liäuhg, auch in gebirgigen Gegenden; geht im Böhmerwalde bis in die 2. Region, an 300(V hoch (Goeppert, Sendtner). 3. R. sanguineus L. (ampl.) (R. nemorosus Schrad.). Stengel ästig. Äste scltlnnlc ruthenförmig, aufrecht abstehend. Blätter wellig feingekerbt, die unteren eilänglich, am Grunde etwas geöhrt, die obersten lanzettlich. Scheinwirtel entfernt, nur die unteren bc- hlättert^ sonst nackt. Fruchtstiele ^j., — l^/.,mal so lang als die Klappen, Klajjpen lineal- länglich, nur eine mit einer ei-kngeligen ISehiviele. 1\ — .S' hoch. Blätter dünn, schlaff. Der untere Tbeil des Stengels, ältere Blätter öfter blutroth überlaufen, auch die Schwielen blutroth. Eine Gaitenv;irielät (der eclitc U. sanguineus L.?) zeigt diese Färbung in luihcrem Grade. 2|. Juli, August. In feuchten Auwäldern, Ilainen der Ebenen, wie auch in nie- deren Bergwäldern, sehr zerstreut. Prag : Micbler Wald ( Oidz ) ! Houska bei Brandeis (Opiz) ! bei Nimburg in don Eibauen mit R. conglomeratus und obtusifolius, und bei Podebrad gegen Libic! Wälder bei Tupadl (Opiz). Chrudim in einem feuchten, lichten Eichenhain unter Dvakacovic! — Rollberg b. Niemes (Schauta) ! B. Kamnitz (Zizelsberger), Tetschen (Malinsky)! Teplitz (Opiz). Bilin (Reuss). Bürglitzer Wald (Pfund j. Satava im Böhmerwalde (Müncke). c) Klappen 3eckig-länglicli, am Grunde gezähnt, mit Seckig pfriemlichen, liisweilen nur schwachen Zähneu. 4. E. obtusifolius L. Äste aufrcclit abstehend. Blätter wellig oder fein ausge- fressen gekerbt, die unteren und mittleren eiförmig oder länglich, am Grande lierz- fürmig oder abgerundet, die obersten lanzettlich. Die tmteren Scheinfvirtel entfernt, beblättert, die oberen blattlos, genäliert. Fruchtstiele 1 — 2mal so lang als die Klappen. Fruchtklappen stumpüich, an der Basis breiter, beiderseits 1 — mehrzähnig, alle oder nur die grösste mit einer länglichen oder länglicli-Ian/.ettlichen Schwiele. iVj— 4' hoch. a) Sil vestris (Wallr. spec.) iR. obtusifolius (irenier). Klappen kleine-, .■?eikig mit schmaler vorgezogener Spitze, jederseits mit kurzen, stumpfen, öfter unmerklichen Zähnchen, mit häutig 1 ßQ Kunaex. nuiii' cit'ilrniiii'oii, stark,üt'\völbtcii Sclnvielcn. Wirtt'l oft solir entfV'nit, Gruiulblättcr breit, liorz- eit'örmig, stumpf. — lS''ähcrt sich dorn K. sauguiiious, von doni ihn dio lungeren Fruchtstiele, die doch deutlichere liezuhnimg und die Form der Klappen und der Schwiele unterscheidet. b) agrestis Fries (R. Friesii Grenier, II. obtnsifoHns Wallr.). Kla])]ien fast doppelt grösser, Seckig-länglich mit breiterer vorgezogener Spitze, jederseits mit 2 —:> dreieckigen oder aeckig-pfrienilichcn Zähnen. Wirtel mehr geniUiert. Schwielen länglich-lanzettlich. 2|. Juli, August, a) Auf Wiesen, Ufern, in Dörfern, an Bäclien und Gräben und in feuclitoni Waldgebüscli, allgemein verbreitet, im Bühmerwalde bis zu 4000' auf die liiicbsten Gipfel (Sendtner). — b) habe ich mit so grossen Klappen und Zähnen, wie z. B, die "\Vallroth"schen Pflanzen zeigen, in Böhmen nicht gesehen, überhaupt scheint er viel seltener als a); ich habe ihn nur von 8elc b. Prag (Opiz)! Clirndim! Rollberg (Schauta)! Komotau (Knaf)! oberhalb Kuschwarta auf Wiesen (Purkyne) ! 2. Klaiiiien gross, breit eifiirmig rundlich oder ]ierzf(irmig mit nicld voi'gezogener Spitze. Blüthenstand mehrfach verzweigt, gedrungen, Schi'inwirtel zuletzt einander iienilireiul und zusammen- fliessend, ol)ere blattlos. a) Klappen sinnmtlich oder wenigstens eine schwiclentragi'iid, beiderseits gezähnt. >:' R. pratensis Mert. et Koch (R. obtusifolius X crispus, R. cristatus Wallr., R. obtusifolius ß. angnstifolius 'i'ausch herb, hohem.!). Blätter etwas w'ellig, die unteren länglich , am Grunde herzfih'inig, die iil)rigcn länglicli-hinzettlich. Scheinwirtel sehr ge- nilhert. Klappen ,'}c(:h'(/-rnn' hoch. Die Fruchtpflanze durch ihre grossen, gezähnten Klappen sehr zierlich, scheint ihren hybriden Ursprung sehr dentlicli anzuzeigen. Dagegen sagt Neilreich, sie sei um Wien sehr gemein und blosse Varietät von R. obtusifolius. 2j. Juli, August. Auf Wiesen, Grasplätzen, unbebauten Orten : um Prag (Tausch) ! nach Opiz in der Podbaba. — Andere Angaben sind nicht verlässlich, so ist z. B. die Pflanze Roth's von Rothenliaus ein R. crispus. b) Klappen sämmtlich oder wenigstens eine schwielentragend, ganzrandig oder nur schwach gezähiielt. k) Blattstiel oberseits flach, aber beiderseits berandet. 5. H. crispus Fi. Blätter wellig-gekerbt und ijelcraust., die unteren länglich oder l(h}f/lt'(:h-l((n:jrft/i(l/, an der Basis von Koryt bei Münchengrätz (Sokera). Kleinskal an der Tser und bei Splzov (Spilsow) (Ncnniann). — Elbnfer bei Brzanken bei Rnudiiic (Renss). Euinex. 161 Tetschen am Eibufer und am Schlossteiche (Malinsky) ! Teplitz (Eichler). Bielaufer bei Biliu (Reuss), Komerner Seewiesen (Knafi! — Kruraau (Jungbauer) ! am Teiche bei Kirchschlag (^Mardelschläger). X R. maximus Sclirebcr (R. Iiydrolapathum X aquaticus). Blätter am Rande wellig, die gruiulstäudigeu gross, länglich, spitz, am Grunde schief, ahgerundet, oder etwas herzförmig ausgeschnitten, die stengelständigen am Grunde ebenfalls abgerundet, nur die obersten blüthenständigen zum Grunde verschmälert. Klappen 3 eckig-eiförmig oder etwas herzförmig, am Rande klein gezähnelt, alle oder doch die meisten schwielentragend. 3 — 5' hoch. Steht durchaus iu der Mitte zwischen den präsumtiven Altern; die Blätter minder dick und lederig als gewöhulich bei R. hydrolapathum, eine Hälfte der Blattfläche reicht am Stiele tiefer hinab als die andere, die Fruchtstiele sind minder deutlich gegliedert als bei hydrolapathum, die Schwielen häufig kleiner, oft ganz verkümmert. Befremdlich ist nur der Um- stand, dass imnun- nur eine der beiden Staramarteu iu der Nähe des wahrscheinlichen Bastartes bemerkt wurde. 2}. Juli, August. "Wie voriger, selten. Au Gräben bei Jaromef iu der sogen. Chraster Flur au der Mettau (Knaf 1840, nur mit R. aquaticus gesammelt)! Eibufer bei Podebrad (1867)! mit R. hydrolapathum, aber R. aqua'icus in der Nähe nicht bemerkt. Wiesen graben bei Grulich (18GS)! mit R. aquaticus, aber hydrolapathum nicht bemerkt. — Wird ferner angegeben: Böhm. Kamnitz (Zizelsberger), am alten Teich bei Tschausch (Roth), Hohenfurth am Moldauufer (Pfund). ß) Blattstiel schmal-rinuig. f R. patientia L., dem R. crispus ähnlich aber kräftiger, bis 5' hocli, mit düinien grossen, nicht gekrausten Blättern, mit 2 — 3mal grösseren herzförmigen einscliwielii;en Klappen, aus Siulcuropa stammend, wird wohl sehr selten iu Gemüsegärten gebaut, verwildert aber sah ich ihu noch nicht. c) Fruclitklappen ohne Schwielen, ganzrandig oder nur unmerklich gezähnelt. 7. R. aquaticus L. Blätter Avellig feingekerbt, spit"., die unteren herzförmig cilänglich, an der Basis geigenförmig verbreitert mit abgerundeten Ohren, die oberen ciläuglich, am Grunde abgerundet. Blattstiele oben schmal, nach unten breiter rinnig. Fruchtstiele nicht merldicli gegliedert., unter den Klappen breiter, aber niclit ange- schiüoUen. Fruchtklappen herzeiförmig oder eiförmig. o— 5' hoch. Blätter dünn, freudig-grün. Fruchtstiele sehr fein, fädlich. 2}. Juü, August. An Flussufern, Bächen, in Wassergräben der Niederungen und tieferen Thäler, selbst im Gebirge, mehr verbreitet als R. hydrolapathum. Bei Prag an der Moldau bei der Podbaba! auf der Insel gegenüber Troja (Opiz)! Stcfansfübcrfuhr (Tausch). Hradistko an der Elbe bei Nimburg (Opiz). Teich von Chlumec bydM Pardubic (Opiz). Grulich ! Senftenberg (Brorsen) ! Neustadt an der Mettau ! Jaromei- am Aupaufer und in der Chraster Flur an der Mettau! Hohenelbc (Kablik! schon Mann 1825), Bolzen- fluss b. Niemes einzeln (Schauta) ! Reichstadt (Tausch! schon Mann 1829). Schluckenauer Gegend (Karl). Elb- und Bolzenufer bei Tetschen (Malinsky)! Leitmeritz hie und da an der Elbe, alte Eger bei Teresienstadt, Sumpf auf der Herzinsel (A. Mayer)! Duxer Teiche (Thiel)! Bilin, Scestadtel (Pr. Reuss), Biela bei Brüx (Stikaj! Rothenhaus am Aubach und Neumühlteich (Roth). Petsch oberhalb Komotau im Erzgebirge (Knaf)! Eger und Tepl bei Karlsbad und Ellbogen (Ortm.), Marienbad (Heidler). — Moldau bei Budweis, Rojau, Krumau häufig, auch am Kalschingbache daselbst, zwischen Rosen- berg und Hohenfurth ! 8. R. alpinus L. Blätter wellig gekerbt oder geschweift, die unteren herzförmig- rundlich oder herz-eitormig, sehr stumpf, oder stumpf und Jcurs hespitzt, die mittleren länglich-eiförmig oder herzförmig, die obersten lanzettlich. Blattstiele breitrinnig Frucht- stiele unter den Klappen hrciselförmig angeschivollen. Fruchtklappen herzeiförmig. 11 162 Euinax. 1—3' hoch. Blätter gross und breit. 2|. Juli, August. Auf sumpfigen und quelligen Wiesenstellen im Riesengebirge, besonders um die Bauden: Ilaiiipel-, rudel-, Spindler-Baude, Iserwiese (Wiramer). Kessel (Tausch)! Mährisches Grenzgebirge lici Grulich (Erxleben) ! C. (Acetosa Touru.) BliUheu •2häusig oder polygannsch-einhäusig. Blätter pfeil- oder spiess- förmig. Schein^^'irtel blattlos, entfernt, armblüthig. Geschmack säuerlich nach sauerem oxal- sauercn Kali. a) Fruchtklappen herzförmig-rundlich, häutig vergrössert, viel breiter als die Frucht, ohne Schui)i)e oder Schwiele; die äusseren Perigonblätter den Klappen angedrückt. f 9. R. scutatus L. Blätter alle langgestielt, oft grau bereift, aus herzförmiger, abgestutzter oder spiessförmiger Basis 3eckig-eirundlich bis länglich eifurmig, die unteren durch 2 tiefe Seiteneinschnitte oft geigenförmig, die oberen lanzettlich, ganzrandig. Tuten ganzrandig. Zwitter- und männliche Blütheu auf derselben Pflanze. 1 — 2' lang, niederliegend oder aufsteigend. Klappen gross. Blätter sehr verschiedenge- staltig oft auf derselben Pflanze. 2). Mai- — Juli. Wild auf Alpen und Voralpen, bei uns nur auf Mauern in der Nähe von Gärten verwildernd; z, B, bei Prag: Schanzen vor dem Strahover Thor, am Laureuzberg (Opiz)! Schlau (Tausch)! Weltrus (Bracht)! Königingrätz! 'Schlackenwerth (J. Reiss) ! Ellbogen (Ortmann), Krumau ober der Wasserwehr bei Turkovic, und bei Goldenkron unter der Fabrik (Jungbauer). b^ Fruchtklappen herzförmig-rundlich, häutig, vergrössert, viel grösser als die Frucht, am Grunde mit einer kleinen 4kantigen herabgebogenen Schuppe; äussere Perigonblätter herab- geschlageu. 10. R. arifolius Allione (R. montanus Poir.). Blätter dünn, weich, grasgrün, kahl, vorspringend nervig, hreithersförmig 3ecki(j mit abstehenden gerundeten oder kurz hespitzten und seitlich aufwärts gerichteten Lappen, die obersten fast ohne Scheide sitsend. Tuten ganzrandig, gestutzt^ zur Blüthezeit schon zerstört. Blütheu zweihäusig. 1—8' hoch, aufrecht. Steht dem folgenden sehr nahe, scheint mir aber doch genügend spezifisch verschieden, obzwar ^'eilreieh und sogar Wimmer ihn einziehen. Die Schliessfrucht ist grösser und hellfarbig. 2J. Juli, Aug. Auf Bergwiesen, in feuchten Wäldern der Grenzgebirge. Im Riesen- gebirge sehr häufig, ziemlich tief hinabgehend, z. B. noch hei Hohenelbc (Kablik)! auch unter dem Glazer Schneeberge ! — Auf den lioiicn Kuppen des Böhmerwaldes zwischen 3500—4500': Arber, Lusen (Sendtner), Dreisessclberg (Mardetschl.), Hochlicht, Berg „Alpenweide" oberhalb Glöckelbcrg (Jungbaucr). 11. R. acetosa L. Blätter dicklich, derh^ grasgrün, nebst den Scheiden und Tuten kurzhaarig ^ mit weniger deutlichen Nerven, aus pfeil- oder spiessförmiger Basis ei-länglieh, die obersten lanzettlich, uiit verlängerten, spitzen, herabgezogenen oder abstehenden Lappen, die obersten auf einer deutlichen Scheide sitzend oder kurzgestielt. Tuten am Rande geschlitzt-langzähnig. Blüthen 2häusig. 1 — o' hoch. Variirt a) sagittatus, Blätter mit abwärts gerichteten Ohren, ß) auricu- latus Wallr. mit horizontal abstehenden ganzen Olu-en, y) fissus Koch mit ebensolclien 2— 3spal- tigen Ohren. -!■ Mai, Juni, im Herbst öfter zum zweitenmal. Auf Wiesen, Triften, Waldplätzen im Hügel- und Gebirgslande allgemein ver])ri'itet. c) Fruchtklappen eirund, nicht grösser als die Frucht, ohne Schuppe ; äussere Perigon- blätter aufrecht. FolygonTam. 163 12. R. acetosella L Blätter alle gestielt, länglich, lanzettlich oder lineal, am Grunde meist spiessförmig mit abstehenden oder aufwärts gekrümmten Spiesslappen, selten ohne solche, grasgrün. Tuten weisstrochenhäutig, zerspaltend. Blüthen 2häusig. ■;.^ — r hoch. PYüchte röthlich. Yariirt «) hastatus, Blätter spiessförmig, meist lanzelt- lich mit ganzen Ohren, ß) multifidus, Blätter mit •_> — .Sspaltigeu Ohren, >■) int egrif olius, Blätter lanzettlich oder lineal, olme Oliren in dea Blattstiel verlaufend. 2j. Mai — Juli, einzeln in den Herbst. Auf mageren, sandigen Fluren, Triften, Äckern, Felsen, in "Waldhaiden, Waldschlägen sehr gemein, oft in Unmasse gesellig, ganze Strecken rothfärbend. In den Gebirgen bis auf die höchsten Punkte, im Böhmer- walde z. B. auf dem Arbergipfel 4500' hoch. 2. Polygonum L. Knöterich. A) Frucht vom Perigou umhüllt. Keim seitlich vom Eiweiss in einer Ecke des Samens, mit flachen Keimblättern. 1. Scheimvirtel (eigentlich Wickel) in traubigen oder ährigen Blüthenständeu in der Achsel von (meist auf blosse Tuten reducirten) häutigen Hochblättern, nur die untersten manch- mal in den Achseln kleiner Laubblättchen. Fruchtkaoten von einem Drüsencinge umgeben. Frucht- stielchen dicht unter dem Perigon sich abgliedernd. a. (Bistorta). Stängel lateral zur uabegränzten Grundachse, meist einfach mit end- ständiger dichter Scheinäbre. Deckblättchen nur halbstengel umfassend, häutig, ia eine Grannen- spitze auslaufend. Blattscheide (aus deren Spitze der Blattstiel abgebt) verlängert, tceit länger als die eir/entliche (über der Blattstielbasis stehende) häutige Tute. Griffel 3 getrennt mit klei- nen Narben. 1. P. bistorta L. Wurzelstock dick holzig, meist gekrümmt. Blätter schwach- gekerbt oder wellig, unterseits seegrün, die unteren eilänglich oder eilanzettlich, in den geflügelten Blattstiel zugeschweift, die oberen an der Basis herzförmig, sitzend. Tuten kahl, uugewimpert. 1 — 3' hoch. Ähren dick. Perigon rosenroth oder fleiscbrothj länger gestielt. Früchte scharf Skantig, spitz, glänzend, so lang als das Perigon. 2{. Juni, Juli, und nochmals theilweise August, Septemb. Auf fetten, feuchten Wiesen im gebirgigeren Theile von Böhmen verbreitet, stellenweise gemein, sehr gesellig, im niederen Hügellande und den Niederungen seltener. Bei Prag selten : einzeln bei Lhotka (^Krell), Kundraticer Wald (Nepevny), Stifin (Sykora), bei Bechovic! zwischen Dusnik und Ouhonicl bei Ch.Miava (Feistmantel)! und in den smetschna'er Wäldern bei Mrakov (Fr. Cclakovsky)! Bei Lana ! An der Elbe erst bei Semin, Pardubic, Dasic! Hruchov-Teinitz I Königgrätz, Jaromer! u. s. f. im nördlichen Böhmen längs des Riesen- gebirges im breite]! Streifen über Jicin, Münchengrätz, Niemcs, bis herab zum Leitmeritzer Gebirge; verltreitet im Riesengebirge selbst. Ostböhmen, z. B. bei Landskron, Leitomyschl! Häufig längs des ganzen Erzgebirges und auf der Höhe desselben. Im Böhmerwald bis auf die Gipfel (über 4000') und auf den Yorbergen desselben in Südböhmeu, um Rons- perg (Hocke). Krumau, und bis in die Ebene bei Budweis! b. (Persicaria). Stengel terminal, meist ästig, mit dichten oder lockeren Scheinähren. Deckblättchen tutenförmig. Blattscheide kurz, höchstens so lang als die eigentliche häutige Tute, oft \iel kürzer. Gritfei 2—3, halbverwachsen, mit kopfigen Narben. a) Pflanze perennhend mit kriechender, langgliedriger Grundachse. Blattscheide so lang als die Tute. Narben stets 2. Früchte alle 2seitig, 2kantig. 2. P. amphibium L Blätter ganzrandig, länglich oder lanzettlich, am Grunde abgerundet oder herzförmig. Tuten am Rande fein gewimpert oder glatt. Ähre dicht, walzig. Staubgef. 5, länger als das Perigon (au manchen Exemplaren verkümmert, nur halb so lang als dasselbe). 1—5' lang. Perigon rosenroth, doppelt länger als die Frucht. — Variirt: «) natans. Unter Wasser, nur die langgestielten, länglichen, glänzenden, nebst den Tuten kahlen Blätter auf dem Wasser schwimmend, die Ähre emporgetaucbt. 11^^ J[64 Folygonuna. ß) terrestre. Landform; Stengel liegeiul, aufsteigend oder aufrecht, Blätter kurzgestielt, länglich-lanzettlifli, langzugespitist, nebst den Tuten angedrückt steifhaarig. 2|. Juni — August, a) In Tümpeln, Teichen, Siinipfen, an selilanunigen Fhissufern zwar zerstreut, aber allgemein in niediigen und gebirgigen Gegenden verbreitet; ß) auf feuchten sandigcu Wiesen, in ausgetrockneten Gräben, auf feuchten Äckern, Sandufern, in den wasserreicheren, feuchteren, kühlergclegenen Landstrichen, so im nördlicheren Böhmen, am Erzgebirge u. s. w. häutig, ausserdem selten, überhaupt viel seltener blühend als a). ß) rflanze Ijähricj. Blätter kurzgesticlt. lUattscheidon viel kürzer als die Tute. Narben 2—8. Früchte theils aflächig, theils .'ikantig. 3. P. lapathifolium L. Blätter eiförmig, länglich-lanzettlich bis lineal-lanzettlich, in den steitliaarigen Blattstiel verschmälert oder zugesclnveift, unterseits drnsig-punktirt. Tuten locker anliegend, kahl oder etwas flaumig, am Rande mit kurzen und warten Wimpern oder glatt. Ährenstiele, Blüthenstielchen und Pcrigone mehr weniger mit Dntsen bestreut. Deckblatttuten einerseits spreitenartig vorgesogen, am Rande fast glatt. Frucht linsenförmig, auf den Flächen eingedrückt., nur selten auch 3kantig, glänzend, selten matt. Stengel '/i"^' ''«cli, oft rotli angelaufen, an den Knoten dick. Blätter öfter mit einem halbmondförmigen' schwarzen Fleck. Die Blattdrüsen erscheinen anfangs auf der Unterfläche als kleine gleichfarbige Höckerchen, welche sich dann metaniorphosircn und als harzig-glänzende, von einem vertieften "llöfchen umgebene, im durchfallenden Lichte wenig durchscheinende Körnchen sich abheben); sie bilden sich aber, wie es scheint, uiclit inuner vollkommen aus. a) genuinum (?. lapathifolium Ait.). Ähren dicht und dick, kurz walzenförmig, Vz""!" lang, die seitenstäudigen meist kurzgestielt. Perigone meist grünlich-weiss, nebst Blüthen- und Ährenstielen starkdrüsig, und nebst den Früchten grösser. — Variirt ästig und einfach, niederliegend bis aufrecht, mit länglich lanzettlichen und mit schmalen, fast lineal-lanzettliclien, nnt kahlen oder unterseits grau oder weisslich filzigen Blättern. P. tomentosum Sclirank (P. incaiunn Schmidt) gehört hieher wegen der flores constanter majores albiih; indessen mag Schmidt auch filzige Formen von b) mitbegrift'en haben, auf welche folia ovato-lanceolata, caulis basi procumbens hinweisen, ja die vaginae ciliatae entsprächen sogar dem P. Persicaria (welches Schmidt in kahl- blättrigen Formen von P. lapatliifolium auch nicht unterschied), doch habe ich au diesem niemals fiizige Blätter bei uns gesehen. b) nodos um (Pers. spec). Ähren etwas locker, verlängert, bis 2" lang, öfter nickend, die seitlichen meist länger gestielt. Äln-enstiele und Blüthen mit spärliclien Drüsen. Perigone rosa oder weiss, nebst den Früchten kleiner. — Variirt äliidich, die Blätter auch elliptisch und ei- förmig, dann gewöhnlich unterseits weisslich-filzig. O Juni — Septemb. a) Auf feuchten Äckern, Rainen, Dorfmgern, wüsten Plätzen, b) besonders an Teicli- und Flussufern, in Gräben auf feuchten Sandplätzen, bisweilen auch mit a) zusammen, beide allgemein verbreitet, oft gesellig. 4. P. persicaria L. Blätter länglich- bis lineal-lanzettlich, in den steifbehaarten Blattstiel verschmälert oder zugeschweift, unterseits bloss höckerig aber nicht drüsig. Tuten enganliegend, angedrückt-steifhnarig, am Rande mit steifen und langen Wimpern. Ährenstiele, Blütliensti(dchen und Perigone glatt, Perigone am Grunde höchstens mit ganz kleinen und schwach ausgedrücliten Drüsen-Punkten. Deckblatttuten schief abge- schnitten., steif geivimpcrt. Frucht theils linsenförmig, auf den Flächen theils flach, theils bucklig getvölbf, theilweise auch okantig, glatt, mehr weniger glänzend. V2— -' hoch. Die Höcker auf der l'iiterseite der llbUter wandeln sich nie in harzige Drüsen um und ersclieinen im durchfallenden Liclite als Hellte, weisse, aber nicht sehr autl'ällige Punkte. P.latttuten grünlicli, Perigone am Grunde griinlic]i, sonst rosa- oder pfirsichblütliroth, seltener weiss. a) densiflorum Xeilr. (P. persicaria Autt. piurim.). Ähren, besonders die cndständigen walzig, dicklich, gedrungen, ';. — 1" lang, meist aufrecht, aus fj-Oblüthigea Scheiiiwirteln, die der feitenäste aber oft diunier, länger und armblüthiger; einzelne unterste Wirtel auch öfter entfernt. Perigone von der Grösse derer des P. nodosum. Deckblatttuten kürzer als bei b). Blätter lanzettlich oder langlich-lanzettlich, selten aber auch lineal-lanzettlich, wie bei c) (Persicaria longeciliata Opiz!). I*oly-goiiuin. jgg b) laxiflorum ("Weihe spoc.^ (P. mite Sclirank. der ältere aber als Gegensatz zu den beiden Nebenra(,en unpassende Name). Ähren verlängert, bis 2" lang, locker, am Grunde unterbrochen, meist nickend, aus 1—3 (meist 2-) blüthigcn Scheinwirteln, 1 — 2 untersten Wirtel wolil aucli in der Achsel kleiner Laubblätter. Perigone ein wenig gnisser als bei a), hoher hinauf grün. Deckblatt- tuten länger trichterftirmig, wie auch die lilatttuten besonders lang gewimpcrt. Früchte etwas länglich, minder glänzend. Blätter läuglich-lanzettlich, in den Blattstiel verschmälert. c) minus (Hudson). Ähren wie bei b), Perigone und Früchte aber etwa nur halb so gross, übrigens selbst in der Grösse etwas variabel. Staubgef. 5 (bei a. und b. meist G). Blätter meist schmal, 1 — 4'" breit, lineal-lanzettlich; doch giebt es auch grössere Formen mit breiteren, (Vj" breiten) lanzettlichen Blättern, die oft irrig für b) gehalten werden; doch sind dann diese Blätter zum Grunde weniger verschmälert, daselbst etwas abgerundet. b) und c) sehen im IJlüthenstande wohl dem P. hydroi)!per ähnlich, entfernen sich aber sonst weit von demselben, stimmen dagegen in allem Übrigen mit P. Persicaria genninum wesen- tlich überoin. Die Gestrecktheit und Armblüthigkeit der Ähre halte ich aber an und für sich für nicht genügend zur spezitischen Abtrennung, zumal auch bei a) die Seitenähren öfter armblüthiger und gestreckter erscheinen. Linne begriff unter P. Persicaria wissentlich auch P. minus, wie das Synonym Hallers und die var. ß) klar beweisen. Auf die Ra^'enbastarte (P. persicaria >< mite A. Br. P. persicaria V minus A. Br.) ist künftig noch zu achten. O Juli — September, a) Auf feuchten Äckern, Dorfangern, wüsten Plätzen, in Gräben, zerstreut, minder häufig als P. lapathifolium. — b) In feuchten AuwäUlern, auf feuchten Wiesenstellen, in Sümpfen, Gräl)en, nur an der mittleren Elbe, bei Podebrad : Zbozi (Jirus)! in den Auen gegen Libic an mehreren Stellen, in mehr thonigem als sandigem Boden, am Erlsumpfe des Teiches bei Chlumec, bei Elbe-Teinitz („na rybnikäch"), bei Pfelouc im feuchten Erlenbusche! häufig um Dasic bei Teichdorf und Län mit P. hydropiper und P. nodosum ! — c) wie b), ausserdem in feuchtereu Gegenden auch auf sandigen Äckern, Dorfangern zerstreut. Bei Prag sehr selten: Kaiserwiese, Dejvice! Am häufigsten in den Eibgegenden : um Ximburg, Podebrad, Kolin in den Eibauen ! König- stadtl in Waldgräben ! Semtiner Teich bei Bohdanec ! Dasic (Mann) ! Wiesen bei Künigin- grätz, und im Neukönigingrätzer Wald als Waldunkraut, unterhalb Josefstadt! Kostelec a. Adl., um Borohradek, Grulich, Senftenberg! — Jicin: bei Popovic! Klein-Skal (Neumann), Reichenberg (Sigmund, als P. mite)! Iserufer bei Münchengrätz (Sekera), Jungbunzlau (Hipp.)! Cistaj b. Niemes (Schauta)! Schiessnig b. B. Leipa auf Sandäckern! Schluckenau, Nixdorf an Teichrändern (Karl)! Tetschen (Malinsky als P. mite)! Leitmeritz (Hackel)! Turn b. Teplitz (Mürk) ! Oberleutensdorf (Thiel) ! — Lana Gräben an der Strasse nach Nizburk! (in der Kvet okoli prazsk. als mite), und bei Nizburk selbst (Feistmantel)! Voseker Teiche (Tausch)! — Cernicer Teich bei Budweis mit Bidens radiatus! Rosen- berger Teich bei Wittingau ! 5. P. hydropiper L. Blätter länglich-lanzettlicli oder lanzettlich, in den kahlen Blattstiel verschmälert, am Rande feinborstlich-rauh, unterseits drüscnlos, aber durch- scheinend glänzend piinhtirt. Tuten hald^ mit hurzen aber steifen Wimpern. Ähren sehr locker, unterbrochen; Wirtel 1 — Sblüthig, mehrere (3 — 5) unterste in der Achsel kleinerer Laubblättchen ; Ähren- und Blüthenstiele glatt, Deckblatttuten schief abge- schnitten, am Bande glatt oder spärlich kurzgewimpert. Perigon 3 — 4theilig, von zahl- reichen^ halbkugeligen glänzenden Drüsen punktirt. Früchte eiförmig, auf einer Seite geivölht^ höcJcerig-raiih, matt, seltener Skantig. 1 — 2' hoch. Die Höcker der Elattfläche erscheinen im durchfallenden lachte als gelbliche metallisch-glänzende helle Punkte, es sind innere Blattgewebsgruppen, durchtränkt von einem brennend-scharfen ätherischen Öle. Die Tuten und theilweise auch die Stengel färben sich braun- roth. Perigone grünlich, nur oberwärts pfirsichblüthroth oder weisslich: ihre Drüsenpunkte weingelb.-' O Juli — Septemb. In feuchten Gräben, an feuchten oder sumpfigen Waldstellen, Dorfpfützen, auch in gebirgigen Gegenden, allgemein verbreitet. Bei Tetscheu sogar in einem Weizenfelde in Thonboden. 2. Wickel büschelartig in den Achseln gewöhnlicher Laubblätter, von einander entfernt, oder nur am Ende der Äste ährenförmig genähert und in der Achsel kleiner Laubblättchen. Frucht- knotenring fehlt. Blattscheiden kürzer als die häutigen Tuten. 166 Folygonum, c. (Avicularia) Stengel nicht windend, glatt. Tuten ganz trockenhäutig, silberweiss glänzend, zuletzt sich zerschlitzend. Perigon ghxtt. Griffel ii, sehr kurz. G. P. aviculare L. Blätter oval bis liiieal-laiizettlich, nervig, ganzrandig oder geschweift. Tuten 2spaltig. "Wickel wenigblüthig, alle beblättert. Blüthen kurzgestielt, aufrecht. Früchte scharf 3kantig, längs gestiichelt und matt. V4— IV2' lang, bald sehr ästig, niederliegend, bald aufsteigend, einfacher; die Blätter variiren sehr in Grösse und P"'orm. Perigonblätter grün, krautig, nur am Rande gefärbt, weiss oder röthlich. BemerkeDswerthe Var. : a) niolle. Blätter elliptisch, oval oder länglich-lanzettlich, stumpf oder stumpflich, weich bis etwas fleischig mit wenig vorspringenden Nerven. Tuten kurz, zartTiervig, daher bald völlig zerfasernd. ß) nervös um (Wallr. in herb! spec.) (P. neglectum Bess. part.) Blätter lanzettlich oder lineal-lanzettlich, lang zugespitzt, starr, fast knorpelig, mit stark vorspringenden Rippen. Tuten etwas verlängert, mit starken, beim Zerfasern überbleibenden Rippen. O Juni — November. An Wegen, Mauern, Triften, Ackern, selbst im Strassen- pflaster der Städte überall höchst gemein ; ß. bisher selten beobachtet, auf Sandboden. Bei Prag: bei Butowic (Opiz), oberhalb der Cibnlka! am Bohnicer Walde (Opiz) ! Böhm. Leipa auf Armeria-Triften ! Mühlgraben bei Jaromef (Knaf) ! d. (Tiniaria). Stängel (rechts) windend, auf den Kanten zackig-rauh. Blätter herz- pfeilförmig, dreieckig. Tuten häutig, nicht glänzend, vergänglich. Perigon dicht mit Papillen bedeckt, an der Frucht etwas vergrössert. Griffel 1 mit kopfigen Narben. 7. P. convolvulus L. Blüthenstiel Imrzer als das Fnwhfperigon, nahe unter demselben gegliedert. Äussere 3 Perigonabschnitte stumpf gekielt. Frucht runzlig-ge- streift, matt, scharf Skantig. 'j — 2' lang. Perigon grün, am Rande und innen weiss. O Juli — Oktober. Auf Äckern , Stoppelfeldern , auch in Zäunen, Hecken, im ganzen Hügel- und Gebirgslande allgemein verbreitet, im Böhmerwalde bis 3300' (Sendtuer). 8. P. dumetorum L. Blüthenstiel so lang als das Fruchtperigon, unterhalb der Mitte gegliedert. Äussere 3 Perigonabschnitte mit einem häutigen, auf dem Blüthenstiel bis zum Gelenke herablaufenden Flügelhiel. Frucht glatt .^ glänzend., scharf Skantig. 3 — 8' hoch sich windend; sonst dem vorigen sehr ähnlich. O Juli — Septenib. In Hecken, feuchten Gebüschen der Fluss-Niederungen und der Thäler des Hügellandes, zerstreut, selten im gebirgigeren Lande, so z. B. im Mettau- thale bei Neustadt! am Rollberg bei Niemes nicht häufig (Schauta), Spitzberg b. Böhm. Leipa, Rosenberg b. B. Kamnitz Südseite! bei Karlsbad nicht häufig (Ortm.), ebenso bei Goldenkron (Jungbaucr). Bei Pi'ag hin und wieder, an der Moldau, Michler Wald, Dablicer Berg, Zävister Berg ur a. Häufiger auch in der Eibniederung bis Josephstadt hinauf, und in der Ebene zwischen dem Erzgeb. u. Mittelgebirge. B) Frucht frei, nur am Grunde vom Perigon bedeckt. Keim senkrecht in Mitten des Eiweisses, mit längsgefaltcten Keimblättern. Fruchtknoten mit einem Drüsenringe umgeben. Griffel 3. t 9. P. fagopyrum L. (Buchweizen), Stengel aufrecht. Blätter herz-spiessfürmig. Wickel in deckblätterigen Ähren, diese ebensträussig am Ende des Stengels. Früchte mit 3 scharfen ganzrandigcn Kanten. ',2 — l'/^j' hoch; oft purpurn angelaufen. Perigon weiss oder rosa angelaufen. O Juni — August. Aus Mittelasien. Wird zumal in niedrigeren Gegenden hin und wieder auf Sand , auch auf Kalkboden (z. B. bei Chrudim, am Woskoberge) der mehligen Früchte wegen gebaut, und verwildert auch nicht selten. Anm. Ob P. tataricum L. mit wellig-geschweiften Kanten der Frucht und grünlichen Perigonrn irgendwo gebaut wird, ist mir nicht bekannt. Thyii^elaea. r>aphne. 167 38. Ordnung. Thymelaeaceeii Juss. Gattungen : 1. Thymelaea. Porigon krug- oder röhrenförmig, 4spaltig, wenig gefärbt, bleibend, die Frucht einschliessend. Griffel lairz, selten- oder fast endständig. Schliess- frucht trocken. 2. Daphne. Perlgon trichterförmig oder rührig, meist gefärbt, abfällig, (selten blei- bend), mit 4theiligem, ausgebreitetem Saume. Narbe kopfförmig, fast sitzend. Steinfrucht mit fleischiger oder lederartiger Aussenschicht und krustiger Innenschicht. 1. Thymelaea (Tourn.) Lamk. 1. Th. arvensis Lamk. (Stellera Passerina L., Passerina annua Wickstr.). Stengel meist ästig mit aufrechten ruthenförmigen Ästen. Blätter sitzend, lineallanzettlich oder linealiscli, spitz. Blüthen zwittrig, im oberen Theile des Stengels und der Äste in den Achseln der immer kleiner werdenden Blätter zu 1 — 4 in kleinen von 2 Yor- blättern gestützten Büscheln, auf kurzen langhaarigen Blüthenstielen. Perlgon behaart, grün, an der Frucht gelblichgrün mit kurzen, aufrechten Zähnen. Frucht birnförraig, nach oben verschmälert. V,-l'V hoch, kahl. O Juli, August. Auf sandigen und lehmigen Feldern, Triften, grasigen Rainen nur an der Elbe von Lissa bis Roudnic : Felder beim Hofe Kalesov und in der sog. Habrovka auf einem grasigen Waldwege (Reuss)! Gastorf (Neum.), lehmige Äcker um Schnedowitz (Keil) 1 Drum bei Grabern (Karl) ! Zivonln, Husov bei Melnik (Prazäk) ! Lissa (Tausch) ! — Bei Böhm. Trübau auf dem Eisenbahndamme 1 Ex. (Pospichal) ! als Beispiel der Verschleppung durch die Bahn. — Nach Pfund Fl. Böhm, auch bei JuDgbunzlau, doch geben sie Hipelli, Himmer, Sekera daselbst nicht an. 2. Daphne L. Seidelbast. 1. D. cneorum L. Zweige flaumig, im Alter verkahlt. Blätter iihenvhüernd^ lederartig, sitzend, verkehrteilänglich, spatelig, kurz stachelspitz, am Rande feingezähnelt- rauli. Blüthen kurzgestielt in einem endständigen, vielbJiHJdgen, von Laid)blättern gestützten Büschel. Perigonri'ihre grauflaumig, dopj^elt länger als der Saum, Steinfrucht ellipsoidisch, lederig trocken, gelblichbraun. Y, — 1' hohes Sträuchleiu mit braunen Ästen. Blüthen hellpurpurn, wohlriechend. Früchte selten ausgebildet. tp ]Mai, Juni. Auf buschigen Hügeln, Thalabhängen an schattigen Stellen, beson- ders auf kalk. Karlsteiner Wälder : gegen Kozolup (J. Kalmus) ! Velikä Hora (Stern- bergh Berg Bane bei Königsaal (Xcumann), im Radotiner Thale ! — In einem Kiefer- walde zwischen Mezific und Elbe-Kostelec auf Sandboden (Purkyne) (ungewi.hnlicher Standort; mir gelang es nicbt ihn wieder aufzufinden); Wälder (Thiergarten) zwischen Weisswasser u. Münchengrätz (Hippelli)! Chlumec in Südböhmen (Leonhardi)! 2. D. mezereum L. (Kellerhals). Zweige angedrückt behaart, zuletzt verkahlt. Blätter einjährig, ahfallend, weich, verkehrt länglich-lanzettlich, in einen Stiel ver- schmälert, spitzlich, unterseits graulich grün. Blüthen meist zu 3 in den Achseln vor- jähriger Blätter sitzend, von braunen, trockenen Knospenschuppen gestützt. Perigon- 1(58 lEHaeagnus. Thesiuiia. röhre graubcliaart, so lang als der Saum. Steinfrucht cllipsoidisch, saftig, scharlachroth (selten gelblich). Sti-iuich mit vorliinporton Aston, mit gollilicli-firanor, riuizliff-warzigor Rinde, 2—4' hoch. Bliithon vor den lilättorn, plirsichblüthroth, selten woiss (var. ß. albiHora), zimmctartig wolilrie- ohond, aber betäubend. t^ März, April. Tu pcliattigcn, feuchten Bergwäldern, an Bächen, steinigen Waldabhängen, auf huniosem Boden, besonders auf Kalk, Basalt sclir verbreitet. Bei Prag: bei Skvorcc und Mukafov! bei Stifin (Sykora), im Radotiner Thale, hinter König- saal, um Karlstein! Ncnliülte bei Beroun spärlich, Klicavatbal bei Lana! Wälder um Sohwarzkostclec! Podol, Klokocov, Selau (Opi/), Leitomyschl bei St. Antonius, Chotzen, Brandeis a. Adler, Landskron : Olberndorfer Grund, Borohrädek, Neukönigingrätzer Wald, Jicin! Kleinskal (Neumann), Dymokur hinter Königstadtl! Münchengrätz in den Mukafovcr Wäldern fauch ß. Sekera), Juugbunzlau, Melnik (Prazäk) ! Weisswasser (Ilippelli) ! RoU- berg bei Niemes (Schauta) ! Limbcrg bei Gabel, Kaltcnberg bei Böhm. Kamnitz, Daubitz, Rosenberg, Bidim. Schweiz! Nixdorf, Rumburg (Neumann). — Geltschberg! Triebsch (Xeumann). Leltmeritzer Gebirge: Winterborg, Zinkenstein (A. Mayer). Böhm. Mittel- gebirge : Mileschauer ! Radelstein , Stepanov (Reuss). — Pcruc (Vondra) ! Tetschen (Malinsky)! Aussig Elbeschlucht, Rabny-Bcrg bei Türmitz ! Erzgebirge; bei Osseg, Görkau, Komotau u. s. w. Ploben bei Karlsbad und bei Ellbogen (Ortmann). Tepl (Konrad), Ronsperg (Hocke). Vorberge des Bölimerwaldes: Kubani, Salnan (Müncke). Blanskerwald, Vogeltennc bei Krumau, Ilohcnfurth! Ilochwaldborg beiGralzcn! Buchwald am Staukauer Teiche bei Grafzcn ! — u. s. w. u. s, w. 39. Ordiumg. Elacagiieeii R. Brown. 1. Elaeagnus L. Ocl weide. Blütben zwittrig oder durch Fehlschlagen des Fruchtknotens thcilweise J*. Perigon röhrig-glockig. t 1. E. angustifolia L. (ampl.) Junge Zweige nebst Blättern und Perigonen silberglänzend schülfcrig. Blätter abwechselnd, gestielt, länglich bis elliptisch-lanzettlich, stumptiich, oberseits zuletzt nur locker bcschülfcrt oder sternhaarig. Ijlüthen zu 1 — 3 blattachselständig, kurz gestielt, aufrecht. Perigon am Grunde verschmälert mit occkigen spitzen Zipfeln. Scheinfrüchte elliptisch, trocken. Baumartig, 10—20' hoch, häufig dornig. Blüthcn innen citroncngelb, süsslich wohlriechend. 2}- Mai, Juni. Aus Südeuropa und dem Orient. Wird in der Nähe der Städte, in Anlagen, Promenaden hie und da als böhmischer Ölbaum (ceska oliva) kultivirt. Prag: auf den Schanzen! Marienberg bei Kuttenberg (Preiss), Üaslau (Opiz), Leltmeritzer Anlagen (Ilackel), Brüxer Biolapromenadc (Stika), Netolic (Jungbauer). t Ili p poiihai' rhamnoides 1.,., Sanddorn, ein vielästip^or Strancli mit 2bäusigon P>liitheii, saitijron Scliointriuliton und schmalen lineal-laiizettlichcn lÜiUtern, in den Alponläiidorn und au den Küsten einheimisch, wird nur selten in IJaumschulou und Parkanlagen gepÜanzt. 40. Ordnung. Saiitalaeeeii R. Brown. 1. Thesium L. Blütben zwittrig. Perigon trichterförmig oder glockig oder präsentirtellerförmig, -4 spaltig, bleibend. Staubgcfässc 5—4 dem Grunde der Perigonabschnittc eingefügt, Thesium. 169 (bei uns) daselbst jedes von einem Haarbüschel begleitet. Griffel 1. Frucht trocken oder beerenartig, berippt. Rhizom sympodienartig, aus den bald verlängerten, bald kurzen (nur etwa 1 Linie langen) Grundtheilcn der Stengelaxen bestehend (in diesem Sinne lang- oder kurzgliedrig), wie die Stengel - basis mit schuppigen Niederblättcheu besetzt. Blüthen in unbegränzter endständiger, beblätterter Traube; die Blüthenstiele einfach oder durch 1--2 Seitenblüthcnstielc einmal oder wiederholt (in den 2. Grad) cymenartig verzweigt; jeder Blüthenstiel zur Fruchtzeit gegliedert in ein kurzes mehr weniger fleischig, manclimal sogar saftig und gelb gewordenes, zuletzt mit der Frucht abfallendes Fruchtstielchen und in den unveränderten Grnndstiel. Die Tragblätter an ihren Blüthen- stielen mehr weniger hoch, meist bis an die Gliederung und zwischen die 2 seitlichen Vorblätter (wenn solche vorhanden) emporgeriickt. a) Traube stets einfach, Blüthenstiele ohne Vorblätter, Tragblatt überall bis zum Frucht- stielchen emporgerückt. Über der Tra;Ube e n Schopf blüthenleerer Blätter, unter ihr oft sterile Zweiglein. Perigonzipfel ohne seitliche Öhrchen, verblüht mit der Spitze eingerollt. 1. Th. ebracteatum Hayne (Tb. comosum Roth). Wurzelstock langgliedrig, fädlich, kriechend^ zerbrecblicli. Stengel einfach oder mit 1 — wenigen sterilen Ästchen unter der Traube. Blätter sclunal-lineal-lanzettlich. Blüthenstiele abstehend. Perigon röhrig-glochlg^ halb öspaltig, eingerollt hürser als die langgestielte^ lederige, ellip- soidische Frucht. \ — ^|^' hoch, zart. Fruchtstielchen meist saftig. Als seltene Ausnahme fand man ander- wärts auch 1—2 Vorblättchen ausgebildet. 2|. Mai, Juni. Auf grasigen Anhöhen und Waldplätzen, auch auf sumpfigen Wiesen. Bisher bloss von Böhmisch-Aicha (Ed. Hofmana 1842) ! (Die Pflanze ist richtig, der Standort aber verlangt erneuten Kachweis, da eine Irrung nicht ganz unmöglich wäre.) Andere Angaben sind mir ganz zweifelhaft, und zwar: Wiesen um Leitmeritz (Neumann), nicht wiedergefunden, Ronsperg (Hocke nach Ök. Techn. Fl. Böhm.), da in Opiz's Herbar nur Tb. pratcnse von dort vorliegt, Prag (Presl), nie wieder gesehen worden. 2. Th. rostratum Mert. et Koch (Tb. macranthum Presl!). Wurzelstock lang- gliedrig, aufrecht vielästig. Stengel häufig unter und selbst oberhalb der Traube sterile Zweige treibend. Blätter lincal, beiderseits verschmälert. Blüthenstiele aufrecht abstehend. Perigon röhrig, halb Öspaltig, eingerollt doppelt so lang wie die Jcur^gestielte, saftige, citrongelbc, eihugelige Frucht. Blühend ^l^—V, fruchtend bis l'/j' hoch. Stengel in ansehnlichen Büschen, am Grunde mit breiten gelben Niederblättern, durch die vielen sterilen Zweige nach der Blüthe besenartig wie Euphorbia cyparissias. 2J. Mai, Juni. Im Reviere Zlin bei Lnkavic unweit Pfestic in Südböhraen, auf einem ehemals mit Eichen bestockten, gegenwärtig mit niederem Buschwerk bewachsenen, sanft nach Westen abgedachten Hügel in gutem Haideboden, zahlreich ! (zuerst vom Forst- adjunkten Dolansky aufgefunden. Wächst zunächst der böhm. Gränze bei Regensburg und in den Isarauon bei München). Auf Hügeln bei Kuttenberg (Presl im Prager Univer- sitätsherbar) ! Der Standort ist noch zu konstatiren. b) Blüthenstiele der (häufig verzweigten) Traube mit 2 Vorblättchen. Traube ohne Schopf und ohne sterile Zweige. Perigonzipfel jederseits mit einem Ohrchen. «) Perigon röhrig, zur Fruchzeit nur mit der Spitze eingerollt und dann so lang^- oder länger als die Frucht. 3. Th. alpinum L. Wurzelstock kurzgliedrig, rasig. Stengel oben einfach oder, mit wenigen Blüthenästen. Blätter lineal, zugespitzt. Blüthenstiele stets einfach, so lang'. oder kürzer als die Frucht mit ihrem Stielchen, aufrecht oder seltener spreizend ab-' stehend, gewöhnlich einseitsu-endig. Tragblätter überall Ms zu den Vorhlättchen empor- . gerückt, wie diese am Rande feinsägezähnig-ranh. Perigon röhrig, his auf ^,3 oder ivenig darüber dspnltig. Fiucht fast kuge'ig, trocken. jyQ Thesium.. >/., — r hoch. lUiitter ':,— 1'" br. An einer seltenen Form (Th. sessiliflorum Sekera) sind die Rlüthen'stielchen sehr kurz, die Früchte (mit Stielchen) dalier fast sitzend. Rippen der Frucht bald vorragend, bald undeutlich. 2}. Mai, Juni. Auf grasigen Waldpliitzen, Abhängen und selbst auf sandigen Triften in gebirgigeren Landestlieilen, bosonders auf den Gränzgebirgen und deren Vor- bergen. Im Riesengebirge: Kesselgrund, Eibgrund (Gottstein)! Schneegruben, Kl. Teich (Wimmer), Riesengrund (Tausch)! u. s. w. Glazer Schneeberg (Erxleben). Reichstadt (Hockauf), Niemes am Rollberg (schon Mann 1829) und bei Rabendorf (Scliauta)! Unter- Rokitey bei Münchengrätz (Sekera)! (nach Sekera bereits verschwunden). Weisswasser auf einer Trift (IlippoUi)! — Ridka südlich von Königsaal (Knaf) ! Dobfis (Wolfner)! Karlstein und St. Ivan (Pohl), neuerer Zeit nicht gefunden. — Erzgebirge: bei Komotau unter dem Ranzenberge! Joachirasthal (Hofmann)! und Ilauenstcin (Walter). Karlsbad (Weicker)! am Hirschensprung (Ascherson). — Vorberge des Böhmerwaldes: Rons- perg (Hocke). 4. Th. pratense Ehrh. (Th. brevicolle Presl!). Wurzelstock aufrechtästig, rasig, langgliedrig oder unecht kurzgliedrig. Stengel einfach oder mit Traubenästen. Blätter lineal oder lineallanzettlich. Die unteren Blüthenstiele mit 1—2 Seitenhlüthen (nur an Schwächlingen auch alle einfach), so lanfj oder viel länger als die lauggestielte Frucht, wagrecht abstehend, allseitswendig. Tragblätter (an kräftigen Stengeln) oUmälig an den Blüthen stielen emporrüchend, wie die Vorblätter am Rande feinsägezähnig-rauh. Perigon röhrig glockig, his Vo 5spaltiy. Frucht walzig-oval oder walzig-kugelig, trocken. ''2 — 1' hoch. Fruchtperigon dicker und kürzer als bei vorigem. Früchte scharf bis undeut- lich berippt. 2). Juni, Juli, (oder Mai, Juni?) Auf trockenen oder torfigen Bergwiesen selten. Um Brozan (Neumann) (?) sonst aber aus der Leitmeritzer Gegend nicht bekannt. An der Beroun unfern Bürglitz (Gintl) ! Hochlibin bei Jechnitz (A. Mayer) ! Karlsbad und Elbogen (Ortmann), St. Annaberg bei Franzeusbad (Bang) ! Tepl (Konrad) ! Ronsperg (Hocke) I Chlumec b. Wittingau auf Torfwieseu (Presl) ! Gratzen (Pfund Fl. Böhm.). ß) Perigon glockig, 5spaltig, zur Fruchtzeit bis auf die Basis eingerollt und dann ümal kürzer als die Frucht. 5. Th. linophyllum L. Wurzelstock langgliedrig, ausläufertreibend oder auf- steigend-ästig. Stengel oben einfach oder mit Traubenästen. Blätter lineal- bis breit- lanzettlich. Blüthenstiele meist nur einmal verzweigt, mit 1 — 2 Seitenblüthcn, selten fast alle einfach, Iblüthig, länger als die Frucht mit ihrem Stielchen. Tragblätter an den Blüihenstielen (und schon an den Blütlienästen) allmälig zu den Vorblättern empor- rüchend, wie diese am Bande glatt. Frucht ellipsoidisch oder fast kugelig, trocken, gerippt, mit schwachen Seitenrippchen. a) intermedium (Ehrh. spec). '/,— 1' hoch. Wurzelstock zerbrechliche Läufer trei- l.end ; in seltenen Fällen bilden sich diese mir kurz oder gar nicht aus. Blätter undeutlich 3ner- vig, dicklich, meist gelbhcTigrün. Frucht ellipsoidisch. b) montanum (Ehrh. spec). VU—2' hoch. Wurzelstock in der Regel ohne Läufer, aufrecht ästig, ausnahmsweise auch kriechend. Blätter deutlich :^ -5nervig, dünn'er, meist dunkel- grün. Frucht kurzellipsoidiscli. — Seitdem ich im Lotos 18(J3 nacli Neilreichs Vorgange a) u. b) vereinigt habe, bin ich nach fortgesetzter Beobachtung immer weniger im Stande, ihnen Arten- werth zuzugestehen. 2|. Mai — Juli. Auf grasigen Waldplät/cn, buschigen Abhängen, Feldrainen, in Ilaideboden, zerstreut im Hügel- und CJebirgslandc. a) Bei Prag: über dem Kleinseitner Kirchhof, St. Prokop, Radotiner Thal häufig. Karlstein ! zwischen Modfan und Lhotka ! Baumgarten, Sarku (Opiz)! Hain hinter Libcic! — Bei Liblic unweit der Elbe in schwarzem thonig-moorigem Wiesenboden! Voskoberg bei Podelmul ! Gross-Barchow (Seidl), Sendrazic bei Königingrätz (Cenekj! und Königingrätz (Reichcl) ! St. Annaberg b. Jicin (Pospichal)! Münchengrätz am Horka-Berg (Sekera), Juug-ßunzlau, Weisswasser, Bösig (Hippelli)! T^oranthus. "Viscuin. J^J Niemes (Schauta) ! — Im Riesengebirge am Kesselberge (Kablik). — Hügel am Fusse des Göltsch bei Ratzken (mit Potent, rupestris)! Leitmeritz hie und da: Uhuberg (Neumann), zwischen Malitschen und dem Straschizkeberg! Hradischken (Mayer), Lobosch bei Lobositz an einer der tieferen Spitzen ! Sebusein (Malinsky ) ! Rip bei Roudnic (Reuss), Radelstein, Fuss des Boren b. Bilin (Reuss), Tetschen (Malinsky)! Osseg (Thiel), Breiter Berg b. Brüx (Laube)! Komotau Feldraine unter dem Erzgebirge! Wysocan b. Saaz (Thiel) ! Marienbad am Haselhofe (Fr, August), Franzensbad (Palliardi), — b) besonders auf höheren Bergen, in gebirgigen Lagen, viel seltener. Karlstein und St. Ivan (Tausch, Berchtold)! Radotiuer Thal, Abhang gegenüber Kopanina! Stern b. Prag (Opiz)! Leito- myschl (Macälek) ! Leitmeritzer Gebirge : bei Welbine (Hackel), Babina und am Fusse des Winterberges (A. Mayer). Gipfel des Lobosch ! Radelstein (Pr. Reuss) I Mileschauer (Malinsky) ! Im Erzgebirge : bei Hennersdorf (Roth), bei Petsch (Knaf) ! Schönlinde oberhalb Komotau ! — Darova an der Beroun vor Pilsen (Sternberg) ! 41. Ordnung. Loranthaceen Don. Gattungen : 1. Loranthus. Blüthen zwittrig oder durch Verkümmerung 2häusig. Perigon meist 6blättrig, frei- oder verwachsenblättrig, am Grunde von einem niedrigen gestuzten oder schwachgelappten kelchartigen Saume umgeben. Staubgefässe so viel als Perigonblätter, denselben mit den Staubfäden angewachsen ; Staubkölbchen 2fächerig, durch Längsritzen sich öffnender Griffel fädlich mit kopfiger Narbe. 2. Vis cum. Blüthen ein- oder 2häufig. Perigon der (J* 4theilig, der Q 4blätterig, kleiner, oberständig, ohne kelchartigen Saum. Staubkölbchen 4, den Perigonabschnitten ganz angewachsen, vielzellig, mit vielen Löchern sich öffnend. Narbe sitzend. 1. Loranthus L. 1. L. europaeus L. Stämmchen dunkelgrün, mit schwärzlicher grauer Rinde gabelästig. Äste mit 3 Blattpaaren, deren unterstes an ihrem Grunde. Blätter nicht genau gegenständig, verkehrteiförmig oder länglich, schwach nervig, deutlich gestielt, meist stumpf, lederartig, ahfällig. Blüthen (durch Fehlschlagen) 2häusig, in endständigen armhlüthigen Ähren. Perigonblätter 6, fast bis zum Grunde frei, die (^ grösser, ab- fällig. Beeren birnförmig, sattgelb. tp Mai, Juni Auf Eichen, besonders Qucrcus pedunculata, zerstreut in der nordöstlichen Landeshälfte. Weltrus (Malinsky)! Hofin b. Melnik (Tausch)! Brandeis (Sieber, Purkyne). Herrschaft Podebrad (Opiz) ! Bejchory bei Kolin '? (A. Fric „Mistel auf Eichen") Kloster Selau (Opiz). Chvojno b. Königingrätz (Cenek)! Sobotka (Kablik)! Mankovicer Wälder bei Münchengrätz (Sekera) ! Roudnic (Pöch). Kostner Thiergarten (Winkler) ! Teplitz nächst der oberen Bergschenke und im Kühbusche (Eichler). 2. Viscum L. Mistel 1. V. album L, Stämmchen gelblichgrün, wiederholt gabelästig, mit e^W/Z^e(iW<7(?w nur 2 Blätter an der Spitze tragenden., sich leicht abgliedernden Ästen. Blätter gegenständig, keilförmig länglich oder eiförmig, schwach Snervig, stumpf, lederartig, aus- dauernd. Blüthen 2häusig, gelbgrün, zu 3 — 5 sitzend in gabelständigen, zuletzt end- ständigen Knäueln. Beere kugelig, weiss, das Mesocarp aus sehr zähem klebrigem Fleische bestehend. 172 -A_ristoloohia. A-saruin. "tp März, April. Zerstreut, aber allgemein verbreitet in Wäldern auf verschiedenen Bäumen, allgemein auf Kiefern, Fichten und Tannen (auf diesen sehr kräftig, breit- blätterig), seltener auf Laub])äumen, so bei Leitmoritz bei Tllinai und Hummel auf Äiifel])äumen (Flackel, A. Mayer), ])ei Müncliengrätz auf Lindoa (breitblättrig)! (Sekera). üb auch auf Eichen? 42. Ordiiiiiii?. Aristolocliieeii Juss. Gaikiiigeii: 1. Aris tolochia. Pcrigon abfällig, röhrig, am Grunde bauchig. Staubbeutel 6, dem hohlen Griffel mit Glappiger Narbe angewachsen. Kapsel Gklappig aufspringend. 2. Asarum. Perigon bleibend, Stheilig. Staubbeutel 12, 2reihig, frei vom Gritfei. Narbe scheidenförmig, 6strahlig. Kapsel unregelmässig zerreissend. 1. Aristolochia L. Osterluzei. 1. A. clematitis L. Wurzelstock kriechend. Stengel aufrecht, einfach, hin und her gebogen. Blätter langgestielt, rundlich- oder eiförmig-,3eckig, stumpf oder ausgerandet, mit tiefer gerundeter Bucht herzförmig. Blüthen zu 2 — 6 in blattwinkelständigen Wickeln, massig gestielt, erst aufrecht, dann herabgebogeu. Perigonrohre fast gerade, so lang als der zungenförmige Saum. 1'.^ — 3' hoch. Blätter gross, notzadrig, untcrseits blass graulichgrün. Peiigone hellgelb. Früchte selten ausgebildet, da die Befruchtung nur durch Insekten stattfinden kann. 2|. Mai, Juni. In Weingärten, Hecken, auf Rainen, im Ufergestripp, srhr zerstreut und meist nicht sehr zahlreich, wahrscheinlich nirgends ursprünglich wild, doch jetzt völlig eingebürgert. Bei Prag: Smichov (Presl), jetzt wohl nicht mehr, Felsen des Weingartens Folimanka (Bozdech) ! Zabehlic auf Stoppelfeldern 1837 (Opiz)! Lieben (Opiz). — Hinter Stechovic am rechten Moldauufcr (Krell)! — Neuhof cäsl. (Patzelt)! Chraustovic quasi sponto (Cenck)! Lauterbach b. Leit )myschl , Jicin in Gärten nur verwildert (Pospichal) ! Jungbunzlau am Bache (Himmer) ! am Chlum und in der Vor- stadt Podolec (Zouplna). Liebeschitz (Presl). Ploskovitz (ILackel), Peruc ( Wondra) ! Schrecken- stein (Hackel), Tetschen (Malinsky)! Bilin! Teplitz hinter Schönau (Eichler), Kaaden (stud. Pioth). 2. Asarum L. Haselwurz. 1. A. europaeum L. Grundachse sympodienartig verzweigt, kriechend und wurzelnd ; Blüthenzweige aufsteigend, kurz, am Grunde mit 4 Scbuppcnblättern, unter dem endständigen Blüthenstiel mit 2 langgestielten Laubblättern, sammt den Blattstielen und der unter moderndem Laube versteckten Blüthe langhaarig zottig. Blätter nierenfürmig- rundlich, oft schwach 3eckig, selten Slappig, glänzend, dunkelgrün, am Rande gewimpert, zuletzt lederartig und überwinternd. Ersatzknospe in der Achsel des obersten Laubblattes. Perigonabschnittc mit einwärts gebogener Spitze, wie der Stempel aussen Inaungrün, innen schmutzig blutroth. Staubbeutel alle aussen aufspringend mit pfriemförmig ver- längertem Connektiv. 2j. April, Mai. In schattigen humosen Wäldern, Vorhölzern der Hügel- und Bergregion des ganzen Landes verbreitet, am häufigsten zwischen 1000—2000'. Nur als Skizze der Verbreitung einige ausgewählte bekannte Standorte. Bei Prag: St. Prokop, Kuchelbad, Wälder um Königsaal und Karlstein, Kundraticer Wald, Kameniccr Thal A-saruna. 173 u. s. w. — Klicavathal bei Lana (Slappiges Blatt!) Rakonitz. — Melnik, Nimburg, Kladruber Wälder mehr in der Ebene; sehr häufig im östlichen Theile: Leitomyschl, Policka, Rok3tnic. Nordböhmen: Jaromei-, Altbuch, Jungbunzlau, B, Kamnitz, Georgswalde, Tetschen. Verbreitet im biihm. Mittelgebirge und im Erzgebirge. Karlsbad, Elbogen, Marienbad. Im Böhmerwalde bis über 2000'. Krumau an vielen Orten. B. Sympetalen (Gamopetalen, Monopetalen). Blütlienliülle doppelt: Kelch und Krone (Corolle). Kronenblätter mehr oder minder hoch mit einander ver^Yachsen. Uebersicht der OrdnuDgen. I. Staubgefässe mit den Kronblätteru gleichzählig oder minderzählig. Fruchtknoten unterständig. 1. Kelch bis auf die freien Zipfel mit dem Grunde der Corolle in einen Becher verwach- sen, beide zusammen abfällig. Staubgef. dem (irunde oder Schlünde des Bechers eingefügt. 43. Cucurbitaceae. Blüthen meist eingeschlechtig, regelmässig. Krone bis zum Grunde ötheilig oder öspaltig. Von den 5 Staubgef. meist 2 und 2 vollständig ver- wachsen (selten alle frei oder alle verwachsen). Narben 3 — 5, dick, 2lappig. P'rucht- knoten ursprünglich Ifächerig mit 3 — 5 wandständigen, sehr verbreiterten, zusammen- stossenden und das Fach ausfüllenden, (in 6 — 10 Höhlungen) beiderseits zahlreiche Eichen tragenden Samenträgern, selten vollkommen Ifächerig mit 1 wandständigen hängenden Eichen. Frucht meist bccrcnartig, fleischig mit breiartig sich auflösenden Samenträgern, die äussere PVuchtschicht oft, bisweilen die ganze Fruchthüllo trocken. Keim eiweisslos. — Schlingende saftige Kräuter (selten Sträuchcr). Blätter handnervig und meist gelappt, rauh, einerseits mit einem rankenartigen Nebenblatte. Blüthen blattachselständig, einzeln oder büschelig. 2. Kelch von der Krone und diese von den Staubgefässcn vollständig gesondert, Krone für sich abfallend. 44. Campan ulac cae. Blüthen zwitterig, regelmässig. Staubgef. mit den Kronzipfeln abwechselnd, Staubkolben frei oder in eine Röhre zusammengeklebt, "ifächerig, längsaufspringend. Fruchtknoten 2 — Sfäclierig mit zahlreichen Eichen am Innenwinkel. Griffel 1 mit sovielen Narben als Fächer, Kapsel viclsamig mit Ritzen oder Löchern aufspriogend. Keim im Eiweiss. — Kräuter. 3. Krone vom Kelche gesondert, unmittelbar auf dem l''ruclitknoten. Staubgefässe der Krone emgeirachsen, mit ihr vereint abfällig. a) PYuchtknoten Ifächerig, leiig. Blüthenstände kopfförmig, nnbegränzt, am Grunde von einer Hülle (von Blattorganen) umgeben. 45. Ambr osiaceae. Blüthen Ihäusig, (^ in besonderen, von einer mehr- blätterigeu Hülle umgebenen Köpfchen, mit röhriger kurz 4 — özähniger Krone ohne Kelch, mit 5 nnter sich freien, auch dem Grunde der Krone kaum etwas angewachsenen Staubgefässen. 9 Blüthe ein nackter Fruchtknoten, 2narbig, einzeln oder mehrere in eine erhärtete, 1 — mehrfächcrige, meist stachelige Hülle eingeschlossen. — Kräuter, höchst verwandt den folgenden. 46. Comp sitae. Blüthen zwitterig oder theilweise eingeschlechtig im Köpf- chen, auf einer meist stark verbreiterten, flachen oder konischen Köpfchenaxe (Blüthen- boden, Lager), mit oder ohne besondere Deckblättchen (Spreublätter), vom gemeinsamen Hüllkelche umschlossen, selten jede mit ihrem besonderen Hüllkelche. Kelchsaum (Pappus) auf oder an dem oberen Rande des Fruchtknotens, unentwickelt, meist aus 174 Haaren (Haarkelch), oder Schüppchen und Spreublättchen bestehend. Krone röhrig, regelmässig 3— öspaltig oder einseitig zungenförmig, selten 2lippig, ihre Zipfel in der Knospe klappig. Staubgef. 5, der Kronröhre eingefügt mit fädlichen meist freien Fäden und linealen, in eine den Griffel umschliessende Bohre verbundenen StaubJcolben. Eichen grundständig, aufrecht. Griffel 1, in 2 behaarte und papillöse Schenkel (Narben) getheilt. Scbliessfrucht meist von dem vergrösserten Kelchsaum gekrönt. Keim ohne Ei- weiss. — Kräuter mit abwechselnden oder gegenständigen J^lättern ohne Nebenblätter. Köpfe einzeln endständig oder trugdoldig (doldentraubig, doldenrispig). 47. Dipsaceae. Blüthen zwitterig in behüllten Köpfchen, jede mit einem eigenen, vertvachsenblätterigen^ den Fruchtknoten und die Frucht eng einschliessenden Hüllclien (Aussenkelch, Hüllkelch). Kelch oberständig, beckenförmig, meist gezähnt oder grannig gewimpert. Krone trichterig 4 — öspaltig, mit in der Knospe dachigen Zipfeln, mit 5 freien Staubgefässen aus ihrem Grunde. Griffel 1. Eichen hängend. Scbliess- frucht häutig vom Kelche gekrönt. Keim im Eiweiss. — Kräuter mit gegenständigen Blättern. b) Fruchtknoten 2— öfächerig , Fächer 1 — raehreiig, bisweilen nur eines mit einem Eichen, alsdann die Frucht durch Fehlschlagen manchmal 1 — 2fächerig. Blüthen- stände doldenrispig mit Termiualblüthen, hüllenlos, seltener (z. B. Sherardia) in ein kopftormiges Büschel zusammengedrängt und behüllt. 48. Valerianeac. Blüthen zwitterig. Kelchsaum undeutlich oder zuletzt in einen Haarkelch auswachsend. Krone trichterig, am Grunde oft mit einem Höcker, mit in der Knospe dachigen Zipfeln. Staubgef. meist 3, frei. Fruchtknoten Sfächerig, 2 Fächer leer, kleiner, das 3. mit 1 hängenden Eichen. Griffel 1. Schliessf nicht lederig oder häutig. Keim eiweisslos. — Kräuter, Blätter gegenständig, ohne Nebenblätter. 49. Stellatae. Blüthen zwitterig oder pol3^gamisch. Kelch als zahnartiger oder undeutlicher Saum. Krone röhrig bis radförmig, meist 4spaltig, in der Knospe klappig. Staubgef. meist 4 (3 — 5), frei. Fruchtknoten ^fächerig, Fächer leiig. Griffel 2, frei oder theilweise verwachsen. P'rucht eine 3kiiöpßge Spaltfrucht, in die beiden Knöpfe (Fächer) zerfallend. Keim im Eiweiss. — Kräuter mit häutig 4kantigem Stengel und Echeinbar quirlständigen Blättern ; eigentlich sind sie zu 2 gegenständig aber jedes Hauptblatt hat noch fast ganz gleiche, gewöhnlich aber doch etwas kürzere Nebenblätter. 50. Caprifoliaceac. Blüthen zwitterig. Kelch ein oberständiger gelappter oder ganzrandiger Saum, Krone röhrig oder radförmig, meist öspaltig, in der Knospe deckend, selten klappig. Staubgef. meist 5, frei. Fruchtknoten 2 — 5fächerig, Fächer mit 1 bis mehreren hängenden Eichen. Griffel oder Narben 1 — 5. Frucht fleischig, beeren-, oder steinfruchtartig, durch Fehlschlagen manchmal 1 fächerig. Keim im hornartigen Eiweiss. — Sträucher, seltener Bäume, sehr selten krautig mit gegenständigen Blättern, mit und ohne Nebenblätter. II. Staubgefässe mit den Kronblätteni gleichzählig oder minderzählig. Fruchtknoten ober ständig. Blüthen fast immer zwitterig. A) Staubgefässe mit den Krontheilen abwechselnd, nicht selten minderzählig. fZer ifrone eingewachsen. Fruchtblätter meist minderzählig {2, selten 3). a) Fruchtknoten 2 — 4fächerig oder Ifächerig mit wandständigeu, vieleiigeu Samenträgern, a) Krone regelmässig 4theilig. Staubgef. 2. 51. Oleaceae. Kelch 4zähnig oder 4theilig, selten fehlend. Krone ausnahms- weise auch 4blälterig oder fehlend. Fruchtknoten L' fächerig. Fächer mit 2 hängenden Eichen. Griffel 1. Frucht trockene oder beerciiartige Scbliessfrucht oder 2klappige Kapsel. Keim im Eiweiss. — Bäume oder Sträuchcr mit gegenständigen, ncbenblattlosen Blättern und rispigen Blüthen. ß) Krone regelmässig 1 — 5thcilig (nur bei Echium und Hyoscyamns die ."itheilige Krone und die 5 Staubgef. etwas ungleich), Staubgef. gleich viele, meist 5, selten 4 gleich lange. 175 1. Fruchtknoten 2, getrennt, Ifächerig, jeder mit einer wandständigen Samenleiste (Bauch- nath). Narbe 1, durch nachträgliche Verwachsung beiden gemeinsam. Früchte balgfruchtartig, auf der Bauchnath aufspringend. 52. Apocyneac (Euapocyneae Endl.). Kelch 5theilig. Krone 5spaltig, in der Knospe zusammengedreht. Staubgef. 5, Fäden frei, Staubkölbchen der Narbe aufliegend und mit ihr öfter zusammenhängend, 'ifächerig, längs aufspringend, Blüthenstaub körnig. Keim im Eiweiss, 53. Asclepiadeae. Kelch ötheilig, Krone Sspaltig mit in der Knospe dachigen meist gedrehten Zipfeln, Staubgef. 5, Fäden verbreitert, meist in eine Röhre verwachsen, aussen mit Anhängseln, ivelche eine Nebenkrone hilden. Staubkolben 2- oder 4fächerig, meist mit häutigem endständigera Anhängsel. Blüthenstaub in wachsartige blassen zusammengeballt, welche den 5 Drüsen der grossen ökantigen Narbe paarweise ange- heftet sind. Keim im spärlichen Eiweiss. 2. Fruchtknoten einer, einfächerig, mit 2 einfachen oder gedoppelten wandständigen Samenleisten, seltener durch deren Vorwachsen nach Innen unvollkommen 2fächcriy. 54. Gentianeae. Kelch 4 — lOtheilig. Krone trichterig bis radförmig, 4 — 10- spaltig, mit in der Knospe deckenden und zusammengedrehten Zipfeln, meist verwelkend und länger stehen bleibend. Staubgef. 4 — 10, frei. Griffel und Narben 2, erstere meist verwachsen. Frucht eine 2klappige Kapsel, seltener nicht aufspringend, nur durch Fäul- uiss sich öffnend. Keim im Eiweiss. — Kräuter mit meist gegenständigen Blättern. .3. Fruchtknoten einer, zwar aus 2 Fruchtblättern, aber durch 2 falsche Scheidewände dfächerif/, 3—4lappig, mit leiigeu Fächern, auf einer unterständigen Scheibe sitzend. Frucht in die 4 getrennten Jbächer (^Theilfrüchtchen) oder in 2 zweifächerige Theilfrüchte zerfallend. 55. Boragineae. Kelch ötheilig bis Szähnig. Krone trichterig bis radförmig, öspaltig oder özähnig, in der Knospe deckend, abfällig. Staubgef. 5, frei. Griffel 1, einfach oder 2spaltig, zwischen den Theilfrüchtchen. Keim ohne Eiweiss. — Kräuter mit abwechselnden einfachen Blättern, meist steifhaarig. Blüthen terminal, meist in trauben- oder ährenförmigen, vor dem Aufblühen schneckenförmig eingerollten Wickeln (Scor- pioncyraen). 4. Fruchtknoten einer, .'Jfächerig, Fächer 1 — mehreiig. Kapselfrucht. 56. Polemoniaccac. Kelch 5theilig bis Szähnig. Krone trichterig bis rad- förmig. in der Knospe dachig. Staubgef. 5, frei. Griffel 1 ungetheilt. Kapsel fachspaltig- Sklappig, Klappen von der 'Scheidewand sich ablösend. Keim im Eiweiss mit flachen Keimblättern. .5. Fruchtknoten einer, 2fäc]ierig oder ifächerig, aber äusserlich ungetheilt. Frucht Kapsel oder l^eere. 57. C onvolvulaceae Kelch ötheilig bis 5zähnig. Krone 5spaltig, abfällig, in der Knospe meist gedreht, glockig bis trichterförmig. Staubgef. 5. frei. Griffel 1, einfach oder 2spaltig. Kapsel 2— Iklappig, die Klappen von den Scheidewänden sich ablösend, zuweilen unrcgelmässig oder gar nicht aufspringend. Keim gekrümmt im spär- lichen Eiweiss, mit gefalteten Keimblättern. — Meist windende Kräuter mit abwechselnden, nebenblattlosen Blättern. 58. Cuscuteae. Kelch 4— 5spaltig. Krone krugförmig. 4— öspaltig, innen in der Röhre meist mit 4—5 Schuppen, verwelkend. Staubgef. 4 — 5, frei. Griffel 1 — 2. Kapsel am Grunde ringsum aufspringend, 2fächerig, 2 — 4samig. Keim walzig ohne Keim- blätter, spiralig um das fleischige Eiweiss gerollt. — Blattlose ivindende Kräuter, nach der Keimzeit durch Saugwurzeln auf verschiedenen Pflanzen schmarotzend, Blüthen knäuelförmig gehäuft (mit Terminalblüthen). 59. Solaneae. Kelch (3-5-) meist 5spaltig oder Bzähnig. Krone trichterig, glockig oder ladföimig, Öspaltig, in der Knospe gefaltet oder gefaltet-klappig, abfällig. 176 Staubgef. 5, frei. Griffel 1 einfach. Frucht vielsaraig, eine Beere oder scheidewand- spaltige oder ringsumnufsprhKjende Kapsel. Keim im Eiweiss, spiralig oder gerade. y) Krone luircgeliiiässig, unglciclizipfolig, oft 2lii)pig. Staubgef. 4, zweimächtig, bis- weilen mit einem 5. Riulimcnt, selten (bei nuvuchen Labiaten) gleichlang, oder durch Fehlschlagen nur 2, sehr selten (nur bei Verbuscum) 5, davon 2 länger. 1. Fruchtknoten 2fiicherig oder Ifächerig mit 2 wandständigen Samenleisteu. Griffel einfach endständig mit 2laiipiger oder ungetheilter Narbe. l"'rucbt eine klappige oder mit Lüchern aufspringende Kapsel. 60. Sero fularin eae. Kelch 4 — Stheilig bis -zähnig, manchmal fast 21ippig. Krone ungleichzipfelig oder 21ippig und auch rachenförmig. ahfällif/, d 'ren Zipfel in der Knospe von oben nach unten (oberschlächt'xj, also z. B. die Oberlippe die Unterlippe) deckend. Staubgef. 4 2mächtige, öfter mit einem 5. Rudiment, selten 5 ungleiche oder nur 2. Staubkolbcu meist mit ausfinandenveichenden, oder selbst in einer Linie liegenden Beiitehi oder Ifächerig, ohne basilärc Anhängsel. Kapsel 2fächerig. Keim im Eiweiss mit Keimblättern. — Bei uns nur Kräuter, mit gegen- oder wechselstän- digen Blättern. 61. Rhiu an thaccac. Kelch 4 — öspaltig oder -zähnig. Krone 21ippig oft rachenförmig, abfällig^ in der Knospe tinterscldäclitig decke)id, d. h. die Oberlippe von der Unterlippe gedeckt. Staubgef. 4, 2mächtig ohne ein 5. Rüdinlen^ Staubkolbcu 2fächcrig mit jxirtil/clen, am Grunde durch tiefen Einschnitt getrennten und oft in (inen stachelspitzigen Anhang auslaufenden Beuteln. Kapsel 2- oder Ifächerig, 2klappig, zwischen den Scheidewänden oder wandstän iigcn Samenträgorn spaltend, öfter am Grunde mit einer Drüse. Samen kugelig oder zusammengedrückt, mit krustiger oder schwammiger Schale. Keim im Eiweiss mit Keimblättern. — Ein —2jährige, seltener vieljährigc Wurzelschmarötzer, deren Wurzeln mit fremden Wuizelfasern anschwellend verwachsen, jedoch meist mit grünen Blättern, selten (Lathraca) beschuppt ohne Blatt- grün, mit traubigen Blüthcn, im Trocknen schwarz werdend. 62. Orobanclicac. Kelch meist halbirt mit 2spaltigen Hälften oder röhrig 4 — özähnig. Krone am Grunde etwas fleischig, zuletzt über dem Grunde wie abgeschnitten losgelöst aber bleibend und verwelkend^ rührig, vorn 21ippig, in der Knospe in der Regel unterschlächtig deckend. Staubgef. 4, 2mächtig, Staublvolben am Grunde gespalten, (bei uns stets) 2spitzig. Kapsel Ifächerig mit 2 gedoppelten wandständigen Sanienleisten, am Grunde vorn mit einer Drüse oder von einem Drüsenringe umgeben, zwischen den Saraenleisten spaltend aufspringend. Samen sehr klein, feilspänartig mit schwammiger Schale, Keim im Grunde des Eiwcisses, selir klein, kugelig, ohne Keimblätter. — Blatt- lose Schmarotzer, mit beschuppten, meist (bei uns stets) eine endständige Traube tragen- den, mit dem knollig verdickten Grunde fremden Wurzeln aufsitzendea Stengeln. 2. Fruchtknoten 2— 4fächcrig, ungetheilt, Griffel 1 endstäudig. Frucht eine ziemlich trockene 1— -isteinige Steinfrucht, öfter in die 2 — 4 l''ruclitsteiue zerfallend (sonst auch lieere). ' 63. Verbenaceae. Kelch röhrig. Krone mci~t trichtorig, ungleich oder 21ippig, in der Knospe oberschlächtig deckend. Staubgef. 4 zweimächtige oder 2. Keim ohne oder mit spärlichem Eiweiss. .'5. Fruchtknoten tfächerig und -ttheilig, auf unterständiger Scheibe!. Griffel 1— 2spaltig, aus dem (iruude zwischen den gctheiltcn Fächern aal'stcigcud. Die I einsaiuigon Theilfrüchtcheu einzeln abfällig. 64. Labiatae. Kelch röhrig. Krone meist 21iitpig, sciteii fast gleichzipfelig, trichterig, in der Knospe oberschlächtig deckend. Staubgef. 4 2mächtige oder 2. Samen aufrecht. Keim im dünnen Eiweiss. — Stark aromatische Kräuter und Halbsträucher. Blätter gegenständig gekreuzt auf 4kantigem Stengel ; Blüthen in achselständigen oder zu Trauben vereinigten büschelförmigen Gabelcymen, selten einzeln achsclständig. 1)) Fruchtknoten (wie auch die Frucht) Ifächerig, Iciig oder zwar ursprünglich 2— 4fäclie- rig, aber durch Abreissen der das INIittelsäulchen tragenden Scheidewände von der Fruchtkuoteu- wand in eine einfächerige Frucht sich verwandelnd. 177 65. Plant agineae. Blüthen bisweilen einhäusig. Kelch 4theilig, in der 9 Blüthe Sblätterig. Krone regelmässig, röhrig, 3 — 4spaltig, in der Knospe deckend, trocken- Mutig, bleibend. Staubgef. 4 gleichlang, mit langen in der Knospe eingeknickten Staub- fäden; Staubkolben mit parallelen Beuteln, längsaufspringend. Griffel 1 mit einfacher Narbe. Frucht: einsamige Schliessfrucht oder 2 — m ehrsamige rundum aufspringende Kapsel. Keim im Eiweiss, — Kräuter, meist mit grundständigen Blättern und einfachen Blüthenschäften. 66. Globularieae. Kelch Sspaltig. Krone bleibend, trichterig-röhrig mit zwei- lippigem Saume; Oberlippe kleiner, 2spaltig, selten ungetheilt oder unmerklich, Unterlippe Sspaltig. Staubgef. 4 2mächtig, dem Schlünde der Krone eingefügt ; Staubbeutel in einer Linie liegend und in gemeinsamer Spalte aufspringend. Griffel 1. Schliessfrucht l sämig, schlauchartig, vom Grifielreste bespitzt. Keim im Eiweiss. c) Fruchtknoten Ifächerig mit einem kugeligen vieleiigen Mittelsäulchen. 67. Lentibularieae. Kelch otheilig oder 2blätterig. Krone 21ippig, maskirt, gespornt, mit unmerklich kurzer Röhre. Staubgef. 2, seitlich, Staubbeutel in einer Linie, mit gemeinsamem Ritze aufspringend. Griffel 1 kurz, Narbe 21ippig. Kapselfrucht. Keim ohne Eiweiss. — Sumpf- oder Wasserpflanzen. B. Staubgefässe vor die gleichzähh'gen Krontheile gestellt. Fruchtblätter ebenfalls gleich- zählig (.5 oder 4), aber bei 68. vollständig verschmolzen. 68. Primulaceae. Kelch 5 — 4theilig bis -zähnig. Krone regelmässig, trichterig bis radförmig, 5 — 4 spaltig, selten tehlend. Staubgefässe der Krone eingefügt, Staubkolben mit parallelen, längs aufspringenden Beuteln. Fruchtknoten Ifächerig mit einem freien kugeligen., vieleiigen Mittelsäulchen. Griffel 1 mit ungetheiUer Narbe, Frucht eine Kapsel. Keim im Eiweiss. — Kräuter mit centralem nacktem Schafte und Grundblättern, oder mit beblättertem Stengel; Blüthen meist in doldigen oder rispigeu Blüthenständen. 69. PI umb agineae. Kelch rölirig, öfaltig, 5zähnig. Krone regelmässig, öspaltig oder bis zum Grunde ötheilig, fast freiblätterig. Staubgef. dem Grunde der Kronentheile oder dem Blüthenboden eingefügt, Staubkolben mit parallelen, längs aufspringenden Beuteln. Fruchtknoten Ifächerig mit einem von der Spitze eines centralen Stieles hängenden Eichen. Griffel 5 oder 1 mit 5 Narben. Frucht schlauchartig, nicht auf- springend, zuletzt sich vom Grunde mützenförmig ablösend, oder Öklappig. Keim im Ei- weiss. — Kräuter mit bisweilen (bei uns so) kopfförmig gehäuften Trugdoldeu. III. Staubgefässe doppelt so viele als Krontheile, in 2 alternireuden Kreisen (10 oder 8), untereinander frei und von der Krone getrennt, einer bodenständigen oder oberständigeu Scheibe eingefügt. Fruchtblätter (Fächer, Klappen, Griffel, Narben) in der Regel (bei mis stets) mit den Krontheilen gleichzählig (5 oder 4). 70. Ericaceae. Kelch 4 — ötheilig, uuterständig, seltener mit dem Frucht- knoten verwachsen, dann als oberständiger, 4 — özähniger oder undeutlicher Saum. Krone 4 — 5spaltig., röhrig bis glockig, selten (nur b. Ledum) freiblätterig. Staubkolben 2fächerig, jedes Fach an der Spitze mit einem Loche oder einer kurzen erweiterten Spalte auf- springend, öfter mit stachelspitzigen oder kammförmigen Anhängseln. Griffel 1. Frucht 4 — öfächerig, eine Kapsel, Beere oder Steinfrucht; Fächer 1 — vielsamig. Keim im Eiweiss ausgebildet mit Keimblättern. — Niedrige Sträuclüein, meist immergrün mit nadeiförmigen oder lederigen Blättern. 71. Hypopityeae. Kelch 4— ötheilig, stets unterständig. Krone freiblätterig, 5 — Iblätterig, nebst den Staubgefässen bodenständig. Staubkolben 2fächerig, am Grunde mit 2 Löchern aufspringend, oder Ifächerig queraufspringend, ohne Anhängsel. Griffel 1. Kapsel ganz oder halb 5 — 4fächerig, fachspaltig mit vielsamigeu Fächern. Samen sehr klein., feilspanartig, mit lockerer zelliger Samenschale, ivinzigem Keim ohne Keim- blätter im Eiweiss. — "Waldhumus bewohnende Kräuter, theils beschuppt ohne Blatt- grün, theils mit grünen lederigen Blättern im unteren Theile des Stengels. 12 ^•7 Bryonia. Cucumis. IV. Staubgefässe in 2 Kreisen, doppelt oder fast doppelt so viele als Kronblätter (8—10), unter cioander und mit dem Grunde der unregelmässigen Krone verwachsen. Fruchtblätter minder- zählig (1-2). * Polygaleae. Staubgef. 8. Fruchtknoten 2fächerig. * Papilionaceae part. (Trifolium part.) Staubgef. 10. Fruchtknoten Ifächerig. 43. Ordnung. Cucurbitaceen Juss. Gattungen : a) Frucht durch die Saraenträger gefächert, innen saftig. a) Zwei Paare der Staubgefässe mit einander verwachsen, das 5. Staubgefäss frei. 1. Bryonia. Krone tief ötheilig. Beere kugelig, saftig, aussen dünnhäutig, wenigsamig. 2. Cucumis. Krone tief Ötheilig. Beere aussen berindet, mit 3 zweitheiligen viel- samigen Fächern. ß) Staubkolben alle in einen Kegel zusammengewachsen. 3. Cucurbita. Krone öspaltig. Beere berindet, mit 3 zweitheiligcn vielsamigen Fächern, b) Frucht Ifächerig, Isamig, lederartig, stachelig und filzig. 4. Sic}' OS. Krone öspaltig. Staubbeutel alle kopfformig verwachsen. 1. Bryonia L. Zaunrübe. 1, B. alba L. Blätter mit eckiger Bucht herzförmig ausgeschnitten, bandförmig Ölappig, Lappen spitz, scharf buchtig gezähnt, durch tiefere, meist spitze Buchten ge- trennt. Blüthen Ihäusig (^ Doldentrauben in d n unteren Blattwinkeln, langgestielt, die 9 i" den oberen, kürzer gestielt, jedoch so lang oder länger als der Blattstiel. Krone der Q Blüthe so lang als der Kelch. Karben kahl. Wurzel rübenförmig. Stengel 3—6' hoch kletternd, wie die Blätter von kurzen s^ntzen Borsten rauh. Ivronen klein, gelblichweiss, die J' viol grösser. Beeren schwarz. 4 Juni — August. In Zäunen, Ufergebüschen in der Nähe von Ortschaften hin und wieder verbreitet, otfeubar nur eingebürgert. Bei Prag: Smichov, St. Prokop, Kuchel- bad, Liboc, lladlik, Holesovic, Libcic, Kralup! Tetin b. Beraun! Vebfan b. Laun ! Hoben- mauth! Leitomyschl (Pospichalj! Jicin! Semin (Opiz). Jung-Hunzlau (Himraer)! Weisswasser (Idippj! Niemes (Schau'aJ! bei Lcitmeritz häutig (Hackel). Komotau! Karlsbad (Ortra)! Aumcrk. B. dioica Jacq., ähnlich der vor., aber die Blätter seichter und spärlicher gezähnt, stumpfer buchtig, Blüthen 2bäasig, 9 DoUlentrauben kürzer als der Blattstiel, 9 Krone doppelt so lang als der Kelch, Beeren kirschroth. Ist bei uns sonderbarer Weise noch nie ge- funden worden. 2. Cucumis L. t C. sativus L. (Gui'ke). Steifhaarig-borstig. Blätter tief herzförmig, eckig ölappig, Lappen spitz, spitzgizälint. Ranken einfach. Blüthen ziemlich kurzgestielt, (J ge- huschelt, 9 einzeln blattwinkelständig. Frucht läuglieh, höckerig warzig. — Blüthen gelb. O Mai — Septemb. Aus Indien. Wird zwar meist in Gärten, bisweilen aber auch im Freien in Kräuterbeeteu gebaut, besonders um die grösseren Städte : Prag, Küiiigingrätz u. s. w. t C. melo L., die Melone, deren Blätter abgerundet gelappt sind, ebenfalls aus Indien, wird Jiur in Gärten in Treibbeeten gezogen. Cucurbita — Jasione. jyg 3. Cucurbita L. Kürbis. t C. pepo L. Borstig steifhaarig Blätter herzförmig, seicht Öeckig gelappt, Ranken verzweigt. (^ Blüthcn langgestielt, zu 1 — 2 blattwinkelständig Frucht kugelig oder el ipsoidisch, glatt. — Blumen dot' ergelb, sehr gro-s. O Juni — Semptemb. Wird in Gärten, auf Maue^spali'ren, wohl auch in Wein bergen gezogt^n. 4. Sicyos L. Haargurke. t S. angulatus L. Blätter herzförmig, sT'icht Slappig mit spitzen Lappen. Ranken ästig. (^ gestielte Doldentrauben in den unteren Blat'achseln, auch mit den Q fast kopfig gehäuften gestielten Blüthenständen in derselben Blattachsel. — Ist der Bryonia alba ähnlich, durch die Früchte sofort zu unterscheiden. Kronen gi'ün- lieh ■weiss. Q Juli — Septemb. Aus Nordamerika, wird in Gärten, bisweilen auf Spalieren gezogen und verwildert, obwohl sehr selten, so bei Leitomyschl in Zäunen (Posplchal) ! 44. Ordnung. Camj)anulaceeii Jiiss. Gattungen : a) Blumenkrone vor dem Aufblühen röhrenförmig, dann vom Grunde nach obea in 5 lineale abstehende Abschn tte sich trennend. Blüthenstände eudständig, reichblüthig, am Grunde umhüllt, köpf- oder ährenförmig. 1. Jasione. Staubfäden fädlich, Staubkolben am Grunie zusammenhängend. Narben 2, kurz. Kapsel 2fächerig, au der Spite durch ein Loch aufspringend. 2. Phyteuma. Staubfäden am Grunde verbreitert, Staubkolben frei. Narben 2 — 3, faden- förmig. Kapsel 2— Sfächerig, oben mit ebensoviel seitlichen Löchern aufspringend. b) Blumenki-one glockig, Slappig. Staubfäden am Grunde eiförmig verbreitert. Kapsel ei- oder kreiseiförmig, mit seitlichen Löchern aufspringend. 3. Campanula. Griffel mit 3 — 5 fädlichen Narben am Grunde ohne Ring. 4. Adenophora. Griffel mit 3 fädlichen Narben, am Grunde von einem napfförmigen Drüsenringe umgeben. c) Blummkrone radförmig, kurz ölappig. Staubfäden am Grunde verbreitert. Kapsel ver- längert prismatisch, Sfächerig, imter der Spitze mit 3 Löchern aufspringend. 5. Specularia. 1. Jasione L. 1. J. montana L. Wurzel spindelig. Stengel meist aufre ht, einfach oder mit mehreren aufsteigenden Nebenstengeln, sammt den Blättern steifhaarig, oberwärts völlig nackt und kahl. Blätter sitzend, lineal-länglich^ wellig-geschweift, stumpf oder stumpflich, am welligen Rande dicht papillös. Blüthen gestielt in flacher kopfförmiger Dolde, Hüll- blätter ei- oder länglich-lanzettlich. 1—2' hoch. Blumen azurblau, selten weiss. Eine grosse vielsteugeliire Form mv grossen Dolden und langem dickerem Wurzelhals ist ß. major Koch. Q Juni -August. Auf trockenen Hügeln, Felsen, dürren Waldhaiden, Raiaeu.. kurzgrasigen Fluren, auf Sandböden und grussigem, verwittertem Miueralboden, auf Quarz, 12* 2 gQ Phyteuma. Granit, Gneuss u. s. w. im niederen und gebirgigeren Lande verbreitet. Um Prag : Libcic, Horomei-ic, Scharka, Stern, Krcer Wald, Kosif, St. Prokop, Zävist, Karlstein u. a. Häufig auf Sandboden an der mittleren Elbe, im ganzen nördlichen Gebiet, seltener in der Leitmeritzer Gegend; auch im Erzgebirge, z. B. oberhalb Komotau. Auch in Süd- böhmen sehr häufig: Lukavic hinter Pilsen, Strakonic, um Budweis und Krumau, Gratzen, Chlumec u. s. w. — ß) Am Laurenzberg bei Prag (Opiz)! Hügel über der Menthauer Mühle bei Lcitmeritz auf Basalt (A. C. Mayer) ! Karlsbad (Ortm.). 2. Phyteuma L. Ptapunzel. a) Blüthen in einer eiförmigen bis walzigeu Ähre; äussere grössere Deckblätter wenige, lineal, oft verlängert, ganzrandig oder vorn etwas gesägt, keine rechte Hülle bildend. 1. Ph. spicatum L. "Wurzelstock ganz kurz. Stengel aufrecht, einfach, dünnkantig. Blätter ziemlich kahl, die unteren oder nur die untersten doppelt sägezähnig, die grund- ständigen und mehrere der stengelständigen langgestielt, herzeiförmig, die folgenden eilanzettlich, am Grunde gerundet, kürzer gestielt, scharfgesägt, alle in einen oben kaum breiteren Blattstiel zusammengezogen, die obersten lanzettlich oder lineal, zum Grunde stielartig verschmälert. 1—2' hoch. Wurzel, wie bei den 2 folgenden, rübenförmig. Blätter bisweilen im Mittel- felde wässerig-schwarzviolett gefärbt. Ähren meist verlängert cylindrisch, selten kürzer eiförmig. Die langen Griffel gleich nach dem Blühen horizontal weit abstehend. Kronen gelblichweiss, zur Spitze ziemlich gleichmässig walzig, grünlich, selten blassblau (jS. c oerulescens, vielleicht Bastart?) 2|i Mai, Juni. In schattigen humosen Wäldern, besonders Laubwäldern in gebir- gigeren Lagen von 1000' — 3500' verbreitet. Bei Prag: Tuchomefic (Fieber)! Stern (Opiz), Kundraticer Wald. Zävist, Königsaaler Wälder! Stix'in (Sykora), Radotlner Thal, Karlstein, Stechovic, Tfebohostic! Bad Sternberg, Strasic, Lauer und Bürglitzer Wälder! Neuhütte (Feistm.) ! — Molitorov bei Koufim (Jirus) ! Bfezi casl. (Op.J, Voheb bei See (Op.), Chotzen, Nedosiner Park bei Leitomyschl ! Häufig auf den Vorbergen der Sudeten und bis auf das Hochgebirge : Glazer Schneeberg ! Johannisbad (Aschs.), Schatzlar, Hohenelbe (Pohlk) ! Schneegruben, Kl. Teich (Wimmer). — Königingrätz auf d. Podhüra (Cenek) ! Jicin : bei Popovic, Vesecer Fasanerie ! Turnau ! Kleinskal (Neum.), Reicheuberg (Lauger)! Horkaberg bei Münchengrätz (Sek.)! bei Jungbunzlau, Chlum u. s. w. (Him- mer) ! Weisswasser (Hipp.) ! Warta, am Rollberg (Schauta) ! Reichstadt (Hockauf) ! Bürg- stein b. B. Leipa, B. Kamnitz ! Wernstädtel (Kratzm.), Triebsch (Op.). Leitmeritz: bei Skalic, Welbine, Babina! Häufig im Mittelgebirge: am Mileschauer, Granatbach des Radelsteins, I]lbabhänge bei Aussig, bei Türmitz, Tetschen am Pfaffenberg ! u. s. w. Turner Park b. Tcplitz, Bilin (Reuss.). In den Thälern des Erzgebirges : z. B. bei Osseg, Rothenhaus, Komotau! Hauenstein (Opiz)! Sonnenwirbel (Aschs.), Dui^pauer Gebirge! Karlsbad (Ortm.), Marienbad, Franzensbad, Tepl (Konrad) ! — ■ Zbirov (Finger). Pisek, Protivin (Dedeßek)! Verbreitet auch im Böhmerwalde: Maderrevier (Müncke), Salnau, Oberplan, Friedberg (Mardetschläger) , fehlt jedoch um Krumau und Lagau (Jangb., Mard.). — ß) nur bei Karlsbad (Ortm.) und im Böhmerwalde oberhalb Krumau (Mardet.) ! 2. Ph. nigrum Schmidt. Wurzelstock ganz kurz. Stengel aufrecht, einfach, dünn- kantig. Grundblätter und untere Stengelblätter länger gestielt, Grundblätter und 1 — 2 unterste Htcngclhlättcr einfach, ungleich gekerbt- gesägt, seicht herzförmig, die fol- genden eilänglich, zum Grunde heilförmig verschmälert. Mein gezähnt, alle in den ober- ivärts flügclartig umsäumten Blattstiel herablaufend, die oberen lanzettlich, mit brei- terer Basis sitzend. Ähnlich dem vor. Ähren meist kürzer, eiförmig, selten cylindrisch. Die Kronen mehr aufgerichtet nnd zur Spitze dentlicher keulig verdickt, srhwarz violettblau; die Narben nach dem Blühen nicht so verlängert und ausgebreitet. — Ich nehme die Art auf, da mir die Unterschiede ganz genügend erscheinen, da ich unter zahlreichem Material keine Spur von Übergängen sah, und die Pflanze eine eigene Verbreitung hat. CamparLula. 181 2}. Mai, Juni. In Bergwäldern, auf Waldwiesen und in Waldschlägen des west- lichen und südlichen Böhmens, im Böhraerwalde und Erzgebirge, besonders auf Urgebirge. Im Bühmerwalde bis über 3500', Wiesenfleckc schwarz färbend, und auf den Vorbergen ziemlich tief in das Land gehend: Kuscliwarta, Hirschbergen, Obermoldau, Maderhäuser, bei Wiuterberg um die Kubanihüttcn (Miincke) ; Prachatic, Friedberg (Jirus)! Hohenfurth, Rosenberg! bei Lagau und Krumau einzige Art (Jungb.), Blanskerwald, bis gegen Budweis (Mardetschl.). Noch bei Strakonic (Würl) ! Protivin und Pisek zahlreich mit Ph. spicatum (Dedecek)! Jedenfalls aus Südböhmen herabgeschwemmt oberhalb Stechovic südl. von Prag (Krell)! Häufig um Karlsbad und Ellbogen (Ortmann). Erzgebirge bei Sebastians- berg (Thiel)! Bei Tetschen am linken hohen Eibufer zwischen Ober- und Niedergrund (Winkler) ! b) Blüthen in einem kalbkupeligen, zuletzt kugeligen oder kurz eiförmigen Köpfchen; äussere Deckblätter gedrungen, eine Hülle bildend, aus eiförmiger gezähnter Basis lanzettlieh. 3. Ph. orbieulare L. Wurzelstock langgestreckt, dünn, oft ästig. Stengel auf- recht, einfach. Grund- und untere Stengelblätter langgestielt, gekerbt- gesägt, kahl oder gewimpert, eiförm-g oder eilanzettlich , in den oherwärts geflügelt verbreiterten Blattstiel verschmälert, die der unfruchtbaren Rosetten auch herzförmig, die oberen lanzettlich bis liueallanzettlich, mit breiterem Grunde sitzend. V,— iVi' hoch. Stengel oberwärts oft hohl. Blumen tief azurblau. 2|. Juni, Juli. Auf Wald- und Bergwiesen in einem niederen, wärmeren Gebirgs- niveau, besonders auf Sandstein und grussig verwitterndem ürgebirgsboden, selten. Stern bei Prag (Möik nach Opiz.? Königsaal (Tausch)! Bad Sternberg! Laner und Bürglitzer Waldungen sehr häufig! Wolesna (Mörk)! und Holoubkov bei Zbirov (Opiz;. Hlubos (Neumann). — Klotzberg im böhm. Mittelgebirge (Reuss). Tetschen (Malinsky) ! Wosna- litz, Vidim bei Dauba (Hackel) ! Weisswasser! Jungbunzlau (Hipp.)! Pfestavlk bei Mün- chengrätz mit Taraxaeum palustre (Sekera) ! Herrschaft Podebrad (Opiz)! Leitomyschl (Pospichal) ! 3. Campanula L. Glockenblume. A. Kelchbuchten mit zurückgeschlagenen, der Kelchröhre anliegenden Anhängseln. 1. C. barbata L. Wurzelstock dick, schief, mehrköpfig. Blätter länglich-lan- zettlich, fast ganzrandig, nur wellig, die grundständigen gross, in den breiten Blattstiel verschmälert, die wenigen stengelständigen kleiner, sitzend. Blüthen gestielt, 2 — 5 in einseitig überhängender einfacher Traube. Kelchanhängsel breiteiförmig, den Fruchtknoten bedeckend. Krone walzig-glockig, langbärtig. Kapseln hängend, dünnhäutig, mit grossen Löchern sich öffnend. 3"— r hoch, hellgrün, rauhhaarig. Kronen gross, violettblau. 2|- Juli, Anfang August. Auf fruchtbaren Bergwiesen zwischen Gebüsch auf dem Glatzer Schneeberge und auf der Lehne des Mohrauer Thaies bis hinab zur Baude! B. Kelchbuchten ohne Anhängsel. a) Blüthen sitzend, in end- und achselständige Köpfe gehäuft. Kapseln aufrecht, an der Basis mit Löchern aufspringend. 2. C. cervicäria L. Borstig-steifhaarig. Wurzel dick rübenförmig. Wurzelstock kurz, senkrecht, braunbeschuppt. Stengel schärfer kantig. Blätter ungleich gcJcerbt, die unteren länglich-lanzettlich, in den oherivärts geflügelten Blattstiel verschmälert, die oberen lanzettlich oder eilanzettlich halbstengelumfassend-sitzend. Kelchzipfel eiförmig. Griffel aus der Krone vorragend. 1—2' hoch, steifaufrecht, in allen Theilen sehr rauh, hellgrün. Grundblätter herzförmig- länglich, am blühenden Stengel bereits vertrocknet. Kronen hellblau, selten weiss {ß), kleiner als gewöhnlich bei folgender. jg2 Cainpannla. 2\. Juni, Juli. Anfang August. Auf Waldwiesen, in lichten Laubwäldern mittlerer Gebirgslagen, auch im Hügelterrain, besonders auf Lehmboden, sehr zerstreut. Kamenicer Thal bei Stifin südl. von Prag (Sykora)! Wald Vosträk zwischen Schwarz-Kostelec und Molitorov (Jirus) ! Kobyll dül auf Herrschaft Ledec (Steinreiter, auch ß.), Slavetin öäsL (Eisenstein). Pardubicky (Opiz). KOnigingrätz (Reichel) ! Zvol bei Jaromef (Cenek)! Aders- bach (Knaf) ! Jicin: bei Slatina, Popovic, Vesec! bei ZiUiornic hinter Konigstadtel (Vafecka). Herrschaft Podebrad (Opiz 1836)! Lissa (Tausch)! Benatek (Hocke)! Chlum bei Jung- bunzlau (Hinnncrj! Kratzau (Schroff), Friedland (Opiz). Böhm. Kamuitz (Zizelsberger). Hii'ter Schüttenitz (Hackel) ! Königswald bei Tetschcn (Malinsky)! Erzgebirge: Krinsdorfer Grund bei Osseg (Thiel) ! Rothenhauser Waldrevier (Roth). Karlsbad : Stadtgut (Ortm.), Lomnitzthal und Rüstwald bei Hammer (Fischer). — Tucap (Berchtold). 3. C. glomerata L. Kurzhaarig -flaumig oder fast kahl. Wurzelstock stellenweise etwas verlängert, abgebissen, schief. Stengel stumpf-kantig. Blätter Idein kerhig- gesägt, die untersten länglich-eiförmig bis länglichlanzcttlich, am Grunde ahgernndet oder herzförmig, gestielt, die oberen eilanzettlich, halbstengelumfassend-sitzend. Kelchzipfel schmal lanzettlich. Griffel meist kürzer als die Krone. 1—3' hoch. Blätter bald nur flaumig, bald unterseits graufilzig. Blumen hellviolett, selten weis«, in der Grösse veränderlich. 4 Juli — Septemb. Auf buschigen Hügeln, trockenen Wiesen und grasigen Lehnen, auf Lehm- und Kalkboden im wärmeren Hügellande und Mittelgebirge viel verbreitet. Prag: Branik (Opiz)! Stern, Kuchelbad, Königsaal! Stifin (Sykora). Karlstein u. St. 'van! zwischen Nizburg und dem Forsthause gegen Lana ! Horomeficer Wald ! Votvovic (Gintl) ! — Melnik (Praziik) I Liblic nahe der Elbe auf Wiesen schwaizen Lehmbodens! Wosko- berg bei Podebrad (mit Linum flavum und Cirs. pannonicum) ! Eichwälder um Chlumec bydz. ! und hinter Konigstadtel! Popoviccr Haine bei Jicin! bei Lomnic (Poläk) ! bei Volovka zwischen Josefstadt und Neustadt! Vogelberg bei Jaromef (Knaf)! Königin- grätz unter dem Chlum ! bei Holic (Cenek) ! Böhm. Trübau (Rybicka). Horkaberg bei Münchengrätz (Sekcra), Jungbunzlau, Weisswasser im Sandgerölle (Hippelli)! Niemes (Loriner) ! Pochberg bei Böhm. Leipa ('Watzel) ! bei Leitmeritz häufig, z, B. Lauretta Straschitzkenberg! Rip bei Roudnic (Reuss), Mileschaucr (Tausch)! Aussig Eibhänge! Kulmer Scheibe bei Tetschen (Malin) ! Lippenei bei Teplitz (Eichler), Bilin (Reuss). Erzgebirgshänge bei Rothenhaus, Komotau! Thal bei Schiesselitz, bei Holetitz, Eichberg bei Podersam, Dnppauer Gebirge oberhalb Deutschenrust! Schlackenwerth (Reiss), Fischern (Ortmann), Tepl (Konrad). — Vorlik Schlossbergfelsen (Sternberg), Zlin bei Lukavic! Stadlec b. Täbor (Sykora). Krumau im Vogeltenn ! bei Krenau am Südfusse des Blansker unter Alnus viridis ! b) Blüthen gestielt, in Trauben oder Rispen. a) Kapseln aufrecht, über der Mitte oder an der Spitze mit Löchern aufspringend. 4. C. persicaefolia L. Wurzehtoch ivalzig, Jcurzgliedrig, meist abgebissen. Stengel kahl oder unten etwas kurzhaarig. Blätter Mein gesägt oder gekerbt- gesägt, derh, glänzend, die grundständigen länglich oder lanzettlich, keilförmig in den Blattstiel ver- schmälert, die stengelsländigen lanzettlich, die obersten lineal, klein, deckblattartig. Traube meist einfach, wcnigblüthig, Blüthenstiele am Grunde mit 2 meist sterilen Deck- blättchen. Krone halbhugelig-glockig. Kelchzipfel lanzettlich, ganzrandig. 1—3' hoch, steifaufrecbt, meist einfach, gewöhnlich traubig 3- Gblüthig, selten Iblüthig oder etwas rispig mehrblüthig. Kelch kahl oder mehr weniger dicht schnppig-steifhaarig {ß. erio- carpa Koch). Krone ansehnlich, über 1" lang, bis 2" breit, violett-azurblau, sehr selten weiss^ 2|i Juni— August. Auf buschigen oder waldigen, trockenen Hügeln, in Laub- und Nad» Iwäldern, Halden, ziemlich allgemein verbreitet, sowohl in der wärmeren Hügel- als in der Gebirgsregion auf Kalk, Gneiss, Schiefern und Sandsteinboden, Bei Prag: Krcer, Horomeficer Wald, Scharka, Vran, Karlstein u. s. w. Am Voskoberge bei Podebrad n Campanula. 183 Gesellschaft von Liuura flavum, am Hocliwaldberg bei Grazen mit Arnica, Cirsium liete- rophyllum, bei Rosenberg mit Soldanella! — ß) hin und wieder, z. B. Michle, Krcer Wald, St. Prokop, St. Mathaeus bei Prag ! Bürglitz (Knaf) ! Tetschen (Malin.) ! Jungbunz- lau (Silber) ! Jaromef (Knaf) ! 5. C. patula L. Wurzel dünn, ästig, hoUig. Stengel besonders auf den Kanten unten kurzhaarig. Blätter etwas w ellig - g eherU , grundständige verkehrt eilänglich, zur Blüthezeit meist frisch, die stengelständigen länglich oder länglich-lanzettlich, sitzend. Rispe locker, trugdoldig übergipfelnd, seltener einfache Traube. Deckblättchen an den Rispenästen über der lf«7i^e stehend. Kronen trichterig-glockig mit abstehenden Zipfeln. Kelchzipfel lineal-pfriemlich, am Grunde öfter gesähnelt, von V3 — V2 Kronenlänge. 1_2' hoch. Kelchrohre meist kahl, bisweilen mit Drüsenpunkten (/?. adenocarpa) oder rauhhaarig (y. dasycarpa). Krone lilablau, seltener weiss. Eine Abnormität mit 5 völlig freien spateligeu, langbenagelten Kronblättern iß. pentapetala). Q Mai— Augi'st. Auf Wiesen und Waldrändern in niederen und gebirgigeren Gegenden allgemein verbreitet, ß) selten, bei Krc (Knaf)! d) 1 Exempl. 1866 am Abhänge der Sazava bei Davle ! Anmerk. C. rapunculus L. unterscheidet sich von der ähnlichen C. patula durch die dicke, fleischige Wurzel, gekerbt-gcsägte Blätter, eine schmale traubiffe oder am Grunde ruthen- förmig: verästelte Rispe, deren kurze Seitenzweiae 2 Deckblättchen und Seitenblüthen liber ihrem Grunde tragen, und durch langpfriemlich zugespitzte, fast die Kronlänge erreichende Kelchzipfel. Sie wurde bisher bei uns nicht gefunden. ß) Kapseln tiberhängend, am Grunde mit Löchern aufspringend. *) Kelchzipfel lineal-pfriemlich. Kronzipfel kahl. Blüthen einzeln in den Achseln von Hochblättern, in armblüthigen Trauben. 6. C. rotundifolia L. Grundachse kurz, gestaucht mit centraler, jedoch häufig absterbender Rosette langgestielter, herz- oder nierenförmig-rundlicher oder herzeiför- miger winkelig-gezähnter Grundblätter. Stengel seitenständig, aufsteigend oder aufrecht, dessen Blätter kurzgestielt, elliptisch, länglich oder lanzettlich, die obersten lineal. Sehr variabel, gewöhnlich ganz kahl, seltener im unteren Theile kurzrauhhaarifif (var. hirta Koch, wozu auch C. lanceolata Pres^ fl. cech!): untere Stenffelblätter bald eiförmio: oder elliptisch gezähnt, bald länglich-lanzettlich und lanzeftlirli, bald wie die oberen schmal lineal, verlängert (var. tenuifolia Tausch herh.). Stensel bald IblüthiGr bis wenisblüthi?, niedriger mit grösseren Kronen, bald höher, bis 1' hoch, oberwärts rispi? vielblüthig mit kleineren Kronen. Blüthen vor dem Aufblühen oft nickend, Krone violettblau, selten weiss. — Bemerkenswerthe Gebirgsrace : b) Seh euch zeri (Vill. sp) (C. linifolia Haenke), 3"—!' hoch, einfach, straff aufrecht, kräftig, 1 — Tblüthig. Blätter sämmtlich lanzettlich bis 2'" breit, gekerbtgesägt, Kelchzipfel auch meist breiter. Kronen grösser, tiefglockig, seichter gelappt. 21- Juni — Oktober. Auf trockenen Wiesenstellen, Triften, Waldwiesen, grasigen Hügeln und Felsen, besonders auf Sandstein und sandig bröckelnden Bodenarten, überall verbreitet, b) Im höheren Riesengebirge, z. B. bei Hohenelbe (Kablik)! Kesselberg (Gottstein) ! u. s. f. Im Böhmerwalde an der baierisch-böhm. Grenze, am Lusen 3450', Schoenebene 3180' (Sendtner). **) Kelchzipfel lanzettlich. Kronzipfel kahl. Blüthen sehr kurz gestielt, in den Achseln von Hochblättern, im unteren Theil der Traube zu 2 — 1 büschelig gestellt. Traube oft rispig. 7. C. hononiensis L. Wurzel spindlig, ästig. Rhizom kurz ohne Läufer. Stengel endständig, steif, hart, fast stielrund, stumpfliantig, flaumig, dichtbeblättert. Blätter ober- seits kurzhaarig, unterseits graußhig oder nur grmiflaumig^ ungleich klein gekerbt- gesägt, die unteren herzförmig-länglich, gestielt, die oberen eiförmig, zugespitzt, mit herzförmiger Basis halbstengelumfassend, mit der Spitze zurückgekrümmt. Bis 4' hoch. Blüthen nickend. Kronen ziemlich klein, trichterig-glockig, hell blauviolett. C. Simplex D, C. ist die Form mit einfacher Traube. 184 Campanula. 2\. Juli, August. Auf sonnigen, buschigen, mit lichtem Laubholz bewachsenen Abhängen, Felsen der wärmsten Lagen, besonders auf Kalk, Basalt, Gneiss u. s. w. Bei Prag nur bei Roztok (Opiz), am Kuchler Berge, um Karlstein, besonders auf der Velikcl hora! Eibfelsen bei Elbetciiiitz! Iserlehne bei Jungbunzlau (Hipp.)! Liebeschitzer Schlosspark (Reuss). Cernosek bei der Hradeker Kapelle (Hacke], Malinsky) ! zwischen dem Wostrey und dem Schreckenstein (A. Mayer), Aussig, Bielathal bei Türmitz (Ham- pel)! Teplitz: Berg bei Welboth (Eichler), Bilin: Schillinge und Debfe, Schlosspark (Reuss). Brüxer Schlossberg (Knaf) ! Eidlitzer Eichbusch bei Komotau ! — Vogeltenn bei Krumau (Jungbauer) ? *** Kolchzipfel lanzettlioh oder oilanzettlich. Kronzipfel Cfcwimpert. Wenigstens die unteren Blütlicnstiele in der Achsel von (wenn auch kleineren) Laubblättern. 8. C. rapunculoides L. Wurzelstock kriechend, unterirdische Läufer trei- bend, mit fädlichen und holzigen oder etwas fleischigen Wurzelfasern. Stäugel stielrund- h'eh-fttumpf kantig, sammt den Blättern kurzhaarig-rauh bis dicht flaumig. Blätter ungleich gekerbt-gesägt, untere herzfürm.-eilänglich, gestielt, obere länglich oder länglich- lanzettlich, mit verschmälertem Grunde sitzend. Kelchzipfel schmallanzettlich, zurück- geschlagen. Traube einseitsw endig, einfach, seltener rispig zusammengesetzt. 1 — 3' hoch. Blüthentragfblätter meist stark verkleinert. Kronen trichterig-glockig, nickend, violettblau, meist etwa 1" lang. Var. ß) parviflora ra. Krone klein, kaum ',,'' lang. Pflanze oberwärts, besonders auf den Kelchen dicht grauflauniig fast filzig, etwas steifblätterig, der C. bononiensis ähnlich sehend (vielleicht von Jnngbaner bei Krumau dafür gehalten). y) umbrosa Opiz! Blätter pross, weich, mehr grün; untere Tragblätter der Blüthen grösser, Blüthenstiele bis Sblüthig und ziemlich aufrecht. Sieht wieder der C trache- lium mehr ähnlich. 2|. Juli -Septemb. In Feldern, auf Rainen, Hügeln, in Zäunen, Gebüschen allge- mein verbreitet, ß) Auf trockenen Hügeln und Felslehnen, besonders auf Kalk : bei Karlstein! Eidlitzer Eichbusch! Kalkfelsen bei Krummau! y) in tieferem Schatten, bei Prag (Opiz) ! 9. C. trachelium L. Wurzelstock kurzgh'edrig, läuferlos. mit rüben förmigen Wurzelfasern. Stengel obertvärts scharfkantig, sammt den Blättern und Kelchen zer- streut steifhaarig. Blätter ungleich grob gesägt-gezähnt, untere herzeiförmig, gestielt, obere eilänglich, kurzgestielt oder sitzend. Kelchzipfel breit oder eiförmig-lauzettlich, der Krone anliegend. Traube allseitswendig, ihre unteren Blüthenstiele häufig ShUlthig, oder eine Rispe. Zwei Deckblättchen am Grunde der Blüthenstiele. 2-3' hoch. Blätter bald seichter gezähnt, bald tiefer, fast fiederspaltig-gesägt (C. urti- caefolia Schmidt). Kronen länglich-glockig, satt violettblau, selten milchweiss (ß), variiren ebenfalls gross (IV2 — 2" lang) und klein, nur ^//' lang (y. parviflora m.) 2|. Juli, August. In Gebüschen, Wäldern, allgemein verbreitet, auch in Gebirgs- formationen. ß. in Gebirgsgegenden, Moldauthal südlich von Krumau! Karlsbad beim Säuerling hinter der Wandelbahn (Ascherson), Schatzlar (Opiz). y. um Karlstein ! 10. C. latifolia L. Wurzelstock kurzgliedrig, läuferlos, mit langen, horizontal streichenden, theilweise gegen das Ende rübenförmig verdickten Wurzelfasern. Stengel oben stumpfkantig, ziemlich kahl oder zerstreuthaarig. Blätter beiderseits zerstreut kurzhaarig, dünn und weich, ungleich gekerbt-gesägt, die unteren schwach herzförmig eiförmig, langgestielt, obere eilänglich, langzugespitzt, kurzgestielt. Kelchzipfel breit lanzettlich, langzugespitzt, etwas abstehend. Blüthenstiele Iblüthig, nach dem Abblühen in der Mitte knieförmig herabgebogen und darunter öfter mit 2 Deckblättchen. 2—4' hoch. Kronen gross, bis über 2 ' lang, hellviolett. 4 Juli, August. In Bergwäldern, feuchten Gründen des Erz- und Riesengebirges und iluer Vorberge. Unter dem Glatzer Schneeberg in der Schlucht am Bache! Kühberg -A-denopliora — XlanthiTam. 185 bei Freiheit (Opiz), Hohenelbe (Manu 1825). Eibgrund (Tausch)! Grosse und kleine Schneegrube (Kablik, Wimmer) ! Rochlitz (Gottstein) ! Friedland am Wittigflusse (Schmidt), Kratzau (Pfund Fl. B.), Reichstadt (Mann 1829). Kröglitz bei Tetschen (Malinsky, scheda absque specim.). Bei Stadic (Fieber), zwischen Aussig und Leitmeritz (Hackel). Erzge- birge: Krinsdorfer Grund bei Osseg (Thiel), Hassberg bei Pressnitz! — Brezina (Pfund)? in Graf Sternberg's Herbar aber nicht vorhanden. 4. Adenophora Fischer. 1. A. liliifolia Bess. (A. suaveolens Mayer, Campan. liliif. L.) Stengel stielrund, kantig-belegt, bis über die Mitte dicht, oberwäi'ts locker beblättert. Blätter länglich-lan- zettlich bis schmal-lanzettlich, die unteren auch elliptisch, in einen breiten kurzen Stiel zugeschweift, vorn scharf ungleich gesägt, zerstreut rauhhaarig oder kahl. Blüthen in endständiger Rispe oder einfacher Traube. Kelchzipfel eilanzettlich , ganzrandig oder schwachgezähnt, etwas kürzer als der Fruchtknoten. Griffel oberwärts verdickt, unten drüsenhaarig, aus der Krone lang hervorragend. 1 — 3' hoch. Pihizom horizontal oder schief absteigend, dick. Kronen ziemlich klein, trichterig-glockig, hellazurblau oder weisslich. 2}. Juli. August. Auf bewaldeten Bergen, im Gebüsche des wärmeren Mittel- gebirges, auf Kalk und Basalt. Um Karlstein: auf der Yelikä hora (schon Pres! 1819, neuerdings Krell und Jims 1869)! und in den sogenannten „mejtky" sparsam (Ruda 1857')! Im Leitmeritzer Mittelgebirge unter dem Radelstein in einer Schlucht unweit des Granatbaches in schwarzem speckig torfigem Boden (Krell) ! dann bei Babina im Wiesen- gebüsch ! (zuerst A. C. Mayer). 5. Specularia Heister. Venusspiegel. t 1. S. speculum A. De Cand. (Campan. specul, L., Prismatocariius specul. l'Herit.) Wurzel spindelig. Stengel schwachkantig, ästig. Blätter zerstreut kurzhaarig oder kahl, die unteren spateiförmig, seicht gekerbt, die oberen länglich, sitzend. Blüthen kurz- gestielt in armblüthigen, ausgesperrten, beblätterten Trugdolden. Kelchzipfel schmal lineal- lanzettlich, so lang oder etwas länger als die Krone. 3"-!' hoch. Blumen purpurviolett, Staubkolben gelb. O Juni, Juli. Auf Äckern im Getraide, auf Brachen, vereinzelt bei Budweis am Fischhof (Jungbauer, Jechl) ! und bei Lagau (Mardetschl.) ! , kaum ursprünglich. Sonst nur zufällig verwildert und wieder verschwindend, so im Baumgarten bei Prag (Koste- letzky nach Opiz), Osseger Conventgarten (Thiel), Gemüsegärten bei Eidlitz (Reuss). 45. Ordnung. Ambrosiaceeii Link. 1. Xanthium L. Spitzklette. a) Pflanze ohne Blattdomen. 1. X. strumarium L. Blätter .Seckig-eiförmig, am Grunde herzförmig, im Aus- schnitt von 2 Stitennerven heyränst keilig, seicht o — Slappig, ungleich eckig gezähnt, weich striegelhaarig. Fruchthüllen oval, mit weichen Gliederhaaren und kurzgestielten Drüseuknöpfen besetzt; Stacheln gerade, au der Spitze grösstentheils hakig, etivas ent- fernt^ nicht bis su den Schnäbeln hinaufreichend, nur am Grunde weichhaarig, und bis über die Mitte drüsig. Schnäbel Ispitzig^ mit gerader Dornspitze, abstehend oder zusammenneigend. jgg Xanthium. 1_2' bocli, graugrün, geriulilos. Blätter trübgrüii. Blütlienstäiule ährig, meist kurz, achsel- und endständig, unten 9 Hüllen, oberwärts ^f Köpfchen tragend. Blumen grünlich. Q Juli — Septemb. Auf wüsten Plätzen, Dorfangern, Wegrändern, Fluss- und Teichufern zerstreut, aber verbreitet. Bei Prag: Hetzinsel, Bubna, beim Invalidenhaus, Holesovic, Kobylis, Husinec! Netfeb b. Chlumm (Chotek). St. Prokop, Königsaal! Hostyn i^Ruda). — Beraun am Beraunflusse! Abtei Plass (Sternberg)! — Häufig in den Elb- gegendcn: Liboch, Pecek, Voskoberg, Budimei-ic bei Nimburg, Pametnik bei Chluraec, Elbe-Teinitz, Zminy, Trnovä bei Pardubic, Teich Rozkos bei Bohdanec massenhaft ! Holo- blav bei Smific! Jaromei- (Knaf)! Von Roudnic bis Tetscben mit X. italicum, aber minder zahlreich als dieses. Cejtic bei Juiigbunzlau (Hipp.) ! Kloster bei Münchengrätz (Sekera) ! Reichenberg (Langer) ! Niemes in Feldern selten (Sehauta) ! B. Leipa, Pohlitz (Watzel) ! B, Kamnitz (Zizelsb.)! — Brüx, Tschausch (Eichler)! Kommern, Eidlitz (Reuss), Tschirmich (Knaf)! Vysocan, Schiesselitz (Thiel); zahlreich bei Saaz, besonders an der Eger, dann die Eger abwärts, bei Laun, Libochovic! — Südböhmen : Tucap (Berchtold), um Krumau sehr vereinzelt (Jungbauer). 2. X. italicum Moretti. Blätter Seckig- oder rundlicheiförmig, wenigstens die unteren am gestutzten Grunde von Blattsubstanz hegränzt, die oberen auch am Grunde keilig, alle 3 — 51appig, ungleich eckig-stnmpfgezähnt, rauh- striegelhaarig. Frucht- hüllen oval oder eilänglich, mit Drüsenhaaren besetzt; Stacheln gerade, theils an der Spitze hakig, theils nicht hakig, dichtgedellf, bis zu den Schnäbeln Idnnu fr eichend^ bis zur Mitte mit langen wagrechten steifen Giiedcrhaaren und Drüsen beetzt; Schnäbel 2sintzig, mit meist etwas hackiger Dornspitze, oben auseindergehend. 2_3' hoch, Blätter mehr gelbgrün, Früchte viel grosser als am vor. Riecht, besonders die Früchte, stark, mir unangenehm aromatisch. a) genuin um (sec. specim. italica!) FruclithiÜlen sehr gross, Stacheln kräftig, fast alle hackig, theihveise stark hackig, .so lavg als der nüllendurchmesser. Blätter seichter gelappt und gezähnt, die oberen am Grunde keilförmig, von den Seitennerven beraudet. b) riparium (Lasch spec.) Fruclithüllen kleiner. Stacheln schwächer, theils sanft hackig, theils gerade, halb so lang als der HüUeiidurchmesser. Blätter meist alle am Grunde von Blattsubstanz berandet, deutlicher gelappt und gezähnt. 2}. August, September, a), die südlichere Race, wächst bei uns nicht, b) Auf den Eibufern von Roudnic bis Tetscben, sehr häufig bei Leitmeritz mit dem spärlicheren X. strumarium zusammen, höchst wahrscheinlich erst seit den letzten 3 Decennien ein- gewandert. b) Am Grunde der Seitenzweige zu beiden oder nur zu einer Seite des Tragblattes ein starker, gelber, meist 3theiliger Dorn. 3. X. spinosum L. Blätter am Grunde keilig, 31appig mit verlängertem länglich lanzettlichem Mittelzipfel, seltener ungetheilt, oberseits striegelhaarig, unterseits grau- filzig. Fruchthülle oft einzeln, länglichelliptisch, kurzhaarig; Stacheln dünn, stark hackig; Schnäbel sehr ungleich, der grössere in einem pfriemlichen Stachel auslaufend. 1 — 2' hoch. Die Dornen, die bisweilen in mehr als 3 sehr ungleiche Äste getheilt sind, sind metamorphosirtc Blätter (wie bei Berberis), regelmässig am Grunde jedes Zweiges gebildet, und zwar so tief unten, dass sie zu beiden Seiten des Tragblattes zu stehen scheinen. Nur selten, besonders an der Achsel eines untersten Blattes am Aste sind sie manchmal nicht ausgebildet. Die Spitze der 2 zur Hülle verwachsenen Blätter (Schnäbel) endigen in analoge Dornen. O Juli- Septemb. Auf Schutt, an Wegen, Weiden, ursprünglich aus dem Süd- osten eingewandert, aber gegenwärtig an vielen Stellen eingebürgert und sich immer weiter ausbreitend, auch durch Eisenbahnen weiter befördert. In der Flora cechica 1819 wird sie noch nicht aufgezählt, musste daher wenigstens bei Prag noch nicht vorkommen. Jetzt um Prag: am Invalidenhause! Lieben (Opiz), Husinec hinter Klecan ! Volovic bei Kralup (Gintl) ! Wimmer'sche Anlagen (Fr. Celakovsky) ! Karlshof (Hofmann) ! Gross- Kachel an der Moldau ! Radotin an der Bahn (Jirus) ! Pecky nahe der Bahn auf Dorfangern gemein! Jung-Bunzlau beim Schiesshause! Münchengrätz sehr selten (Sekera). Xanthiuixi. 137 Reichenberg (Siegmuncl)! B. Leipa (Watzel)! — Roudiiicer Bahnhof (Reuss), Salesl und Öernosek einzeln (A. Mayer). Bodenbach (Malinskyj! Bilin (Reuss), Komotau am Wege nach Eidlitz! 46. Ordnung. Compositen Yaillaut. Uebersidit der Familien : A) Griffel •2schenke]ig , uutcr den Schenkeln nicht verdickt oder gegliedert, noch pinselhaarig. I. Cichoriaceae (Liguliflorae). Alle Blüthen des Köpfchens zwitterig, alle mit sungenförmiqen (auf der Innenseite aufgeschlitzten, flach ausgebreiteten, am Ende 3 — Szähnigen) Kronen. Griffelschenkel cylindrisch, meist zurückgerollt, kurz weichhaarig. — Milchende Kräuter. II. Corymbiferae. Blüthen entweder alle zwitterig oder liäufiger die rand- ständigen (Randblüthen. Strahlblüthen) 9> bisweilen geschlechtlos. Kronen der inneren Blüthen (der Scheibe) immer röhrig, regelmässig 5 — izalmig, die des Randes (Strahles) gewöhnlich zungenförmig oder sehr dünn röhrig, fädlich. V.) Griffel der Zwitterblüthen unterhalb der bald freien bald der Länge nach_ zusam- mengewachsenen Griffelschenkel gelenkartig verdickt und daselbst meist pinselför- mig behaart. in. Cynareae, Blüthen alle zwitterig, fruchtbar, seltener zweihäusig-einge- schlechtig oder die randständigen Q oder geschlechtlos. Kronen alle röhrig, Sspaltig, selten die des Strahles trichterig, grösser. I. Familie. Cichoriaceen Juss. Uebersicht der Gattungen : A) Früchte ohne Haarkelch. 1. Lapsana, Hüllblätter Inihig, 8—10, bei der Fruchtreife aufrecht, am Grunde mit einer kurzen Aussenreihe. Früchte zusammengedrückt, vielrippig, mit stumpfem unmerklichem Kelchrande. Blüthenlager glatt. 2. Arnoseris. Eüllblätter Ireihig, 16 — 18, bei der Fruchtreife bogig zusammen- schliessend, mit einer kurzen AussenhüUe. Früchte ökantig, zwischen den Kanten mit 5 feinen Rippen, mit geschärftem ökantigen Kelchrande. Blüthen- lager nackt. 3. Cichorium. Hüllblätter 2reihig, die inneren S am Grunde verwachsen, die äusseren 5 kürzer abstehend. Früchte 3 — 5kantig, mit einem aus vielen einreihigen Schüppchen gebildeten Krönchen. Blüthenlager mit zerrissen -gezähnten Grübchen- räudern. B) Haarkelch aus einfachen, borstlichen, feinbehaarten Haaren. a) Früchte schnabellos oder geschnäbelt, aber am Grunde des Schnabels glatt. a) Früchte stielrund berippt oder prismatisch kantig, nicht zusammengedrückt. 4. Crepis. Hüllblätter 2reihig, die äusseren meist kürzer. Früchte sur Spitze ver- clännt oder in einen Icürscren oder längeren Schnabel verschmälert. Haar- kelch rein weiss, weich, selten schmutzig-weiss, zerbrechlich. 188 5. Hieracinm. Hüllblätter molir weniger dachig, seltener 2reihig. Früchte walzlich, ohenrärts eher dicker, gestust. Haarkelch sclimutzig bräunlich-weiss, steif, zerbrechlich. ß) Früohto niohi" weniger ziisanimeiigodrückt, nngcschnäbelt. 6. Mnlgedium. ITülle fast 2reihig, die äussere Reihe sehr kurz (als Aussenkelch). Blütlien zahlreich, viclreihig. Früchte zusammengedrückt-oylindrisch, berippt, oberwärts nicht verschmälert, abgestutzt, am Rande um den eigentlichen zer- brechlichen, schmutzig-weissen HaarJcelch mit einem dichtborstigen Krönchen. 7. S n ch u s. Hülle dachig. Blüthen zahlreich, viclreihig. Früchte zusammengedrückt, beiderseits gleichmässig deutlich herippt^ oder durch eine stärkere Rippe jederseits zusammengedrücld vierkantig, auf den Kanten und meist auch auf den Rip])en runzelig oder feingesägt. Haarkelch weich, schneeweiss, ohne Ausseukrönchcn. 8. Prenanthes. Hülle 2reihig. Blüthen 5, einreihig. Früchte zusammen gedrückt Skantig, nämlich auf einer Seite gewölbt, undeutlich berippt, auf der anderen in der Mitte mit einer stärkeren Rippe (3ten Kante), völlig glatt. Haarkelch wie bei vor. y) Früchte flach zusammengedrückt, plötzlicli in einen walzlichen oder fädlichen Schnabel verschmälert. 9. Lac tu ca. Hülle walzig, zur Fruchtreife am Grunde meist bauchig. Hüllblätter 2- bis mehrreihig, die äusseren kürzer, ungleich. Haarkelch rein weiss, weich, bisweilen von einem kurzborstigen Krönchen umgeben. b) Früchte prismatisch oder etwas zusammenücdrüfkt, geschnäbelt, am Grunde des fadlichen Schnabels mit Knötchen oder Schüppchen besetzt. 10. Chondrilla. Hüllblätter 2reihig. die äusseren sehr kurz (als Ausseuhülle). Blüthen nur 7 — 12, zweireihig. Früchte prismatisch, öfurchig, vielrippig, oberwärts knotig- schuppig; die 5 obersten grössten Schuppen die Schnabelbasis als Krönchen umgebend. 11. Willemetia. Hüllblätter 2reihig, die äusseren viel kürzer, ungleich. Blüthen zahl- reich, viclreihig. Früclitc prismatisch, ,5kantig, Öfurchig, die dicken Kanten ober- wärts knotig querrunzelig, in .5 ein Krönchen um die Schnabelbasis bildende grössere Zacken auslaufend. 12. Taraxacum. Hüllblätter mehrreihig, die äusseren dachig, viel kürzer als die innerste Reihe. Blüthen zahlreich, viclreihig. Flüchte etwas zusammengedrückt, gerippt, oberwärts mit schuppigen Weichstacheln oder Knötchen, jedoch kein besonderes Krönchen bildend. C) Haarkelch aus gefiederten (langhaarigen) Haaren oder Borsten (Fiedern). a) Blüthenlager mit Spreublättchen. Fiedern des Haarkelches untereinander frei. 13. Hypochoeris. Hüllblätter dachig. Früchte geschnäbelt oder die randständigen schnabellos. Haarkelch durchaus gefiedert oder noch mit einer Aussenreihe kür- zerer, einfacher, rauher Haare. b) Blüthenlager ohne Spreublätter. Fiedern des Haarkelches untereinander frei. a) Hüllblätter dachig. 14. Leontodon. Früchte oberwärts schnabelartig verschmälert. Haarkelch auf der Fracht bleibend, durchaus gefiedert oder mit einer Aussenreihe einfacher rau- her Haare. 15. Picris. Früchte in einen sehr kurzen Schnabel zusammengezogen. Haarkelch abfällig, seine Haare am Grunde in einen Ring verwachsen , die inneren gefiedert, die äusseren kürzer, einfach, raub. ß) Hüllblätter -Jreihig, die äusseren andersgestaltet, 3—5, die inneren 8 länge . Zjapsana — Ciolioriura. Jgg 16. Helminthia. Früchte oben abgerundet mit aufgesetztem fädlicbem Schnabel, die randständigen allmälig in den Schnabel verschmälert. Haarkelch bleibend, durch- aus gefiedert. c) Blüthenlager ohne Spreublätter. P'iedern des Haarkelches durch die Seiteuhaare mit einander verwebt, 5 derselben verlängert, oberwärts nur rauh. 17. Tragopogon. Hüllblätter einreihig. Früchte in einen langen Schnabel verschmälert, nicht gestielt. 18. Scorzonera. Hüllblätter dachig, Früchte nicht geschnäbelt, einem später hohlen Stielcheu aufsitzend, mit demselben abfallend. 1. Lapsana L. 1. L. communis L. Stängel ästig, oben rispig, unterwärts sammt den Blättern flaumig bis rauhhaarig, oben kahl, Blätter eiförmig, spitz, geschweift, gezähnt, in den breiten Blattstiel zugeschweift, die unteren leierförmig mit grossem, rundlichem Endzipfel, die oberen länglich, lanzettlich, zu oberst in lineale Deckblätter übergehend. 1—3' hoch. Köpfchen klein, walzig. Blumen citronengelb. Q Juli, August, einzeln auch später. In lichten Hainen, Schlägen, auf wüsten, dürren Plätzen, Mauern und Rainen häutig im niederen und gebirgigen Lande, 2, Arnoseris Gärtner. 1, A. pusilla Gärtner 1791 (A. minima Link 1822, Hyoseris minima L.) Wurzel spindlig. Stengel blattlos, zahlreich aus grundständiger Blattrosette, oberwärts mit wenigen kleinen, borstlichen Hochblättchen, Iköpfig oder mit 1 — 2köpfigen Seitenästen. Grund- blätter läuglich-spatelig, vorn geschweift gezähnt, zerstreut feinflaumig und gewimpert. Köpfchenstiele keulenförmig verdicTit und hohl. Hüllblätter eilanzettlich mit häutigem Kiel, 2—9" hoch. Unterer Iheil der Steugel und der Äste röthlichhraun und hart, der übrige Theil grün. Köpfchen klein, zur Fruchtreife vergrössert. Blüthen gelb. O Juni — Septemb, Auf sandigen Äckern und Sandhaiden zerstreut, am häufig- sten in kühleren, feuchteren Gegenden, oft in Gesellschaft der Hypochoeris glabra. Fehlt gänzlich in der Prager Gegend, erst nördlich von Melnik ! bei Libaü (Tausch) ! und See gegen die Ruine Wiegstein auf der Herrschaft Nassaberg (Opiz). Pfelouc gegen den Opatovicer Kanal ! Bohdanec ! Böhm. Trübau am Rande der herrschaftlichen Wälder (Rybicka) Holic bei Königingrätz (Cenek) ! Weisswasser (Hipp.)! jedoch nicht um Jung- Bunzlau. Höflitz bei Niemes gemein (Schauta) ! Sichrow (Neumann). Böhm. Leipa! Reich- stadt (Mann) ! B. Kamnitz (Zizelsberger), Fugau (Karl). Tetscheu (Malinsky) ! Wald Bor bei Roudnic (Reuss), Teplitz (Kratzmann) ! Schimberg bei Eisenberg (Prof. Reuss), Komotau gegen Oberdorf und GOrkau ! Karlsbad (Winkler)! am Wege nach Funkenstein (Ilofmann)! Elbogen am Stemeissl und Vogleis (Ortuiann), — Bfezina (Sternbergj! „Budweis- (Jechl) ! Kaplitz (Kirchnerj ! Neuhaus (Fr, Novotuy) ! 3. Cichorium L. Cichorie, 1. C, intybus L, Steugel meist ästig, beblättert. Untere Blätter schrottsäge- förmig oder buchtig-fiederspaltig, obere lan^ettUch, am Grunde pfeilförmig- oder abge- rundet-halbstengelurafassend. Köpfe traubig, die oberen einzeln, die unteren zu 2 — 3 in der Deckblattachsel. Hüllblätter drüseuborstig, die äusseren eilanzettlich, dem Küpfchen- stiele am Grunde mit breiter Blattspur angewachsen, die inneren lineallanzettlich, Krön- chen viel kürzer als die Frucht. 190 OrepiB. 1—3' hoch, grasgrün, mehr -vN-eniger kurzhaarig, oberwärts sparrig-ästig. Blumen korn- blumenblau, selten weiss oder rosa. 2^. Juli, August, einzeln auch später. An Wegen, Rainen, Triften auf Lehmboden im Hügel- und niederen Gebirgslandc allgemein verbreitet; auch auf Feldern der als Kaffeesurrogat dienenden Wurzel Avegen bisweilen gebaut. t C. cndivia L., die Endivie, der Cichorie ähnlich, aber blaulichgrün, ziemlich kahl, mit breiteiförmigen oberen Blättern, deren Krönchen nur 4mal kürzer als die Frucht, wird, gewöhn- lich mit liederspaltigen und gekrausten Blättern, selten als Salatpflanze in Küchengärten gebaut. 4. Crepis (L. ein.) Tausch. Grundfeste, Pippau. a) (Barkhausia Mönch). Früchte alle oder die inneren in einen langen fädlichen Schnabel auslaufend. Haarkelch weich, sclineeweiss. 1. C. foetida L. Stengel aufrecht, ausgebreitet ästig, sammt den Blättern weich - oder steifhaarig. Blätter fitderspalli(j bis fic(lertJieilielt kleiner, nur so gross wie bei H. bifurcum, sonst aber in nichts verschieden. 2j. Mai — Juli. Auf Grasplätzen, Waldraincn und sonnigen Haiden, nur im nord- östlichen Landcstheile. Glatzer Gebirge (Tausch) ! Strokeler Wälder bei Leitern} schl unter Gnaplialium dioicum und Filago minima sehr zahlreich (Pospichal) ! Wiesen um Jiciü (Tausch)! Reichenberg auf Lehmboden (W. Siegmund) ! ß) bei Leitmeritz (Thiel)! ,X H. bifurcum M. Rieb. (Fries) (IL du])iiim d. f Tausch! H. prateuse X pilosella V) Stengel am Grunde 1 — 2blätterig, wie die Blätter mit abstehenden Zotten oder Borsten, von der Mitte oder darüber gabelig-ästig, Aste verlängert Iköpfig oder seltener 2—5köj)ßg. Blätter hellgrün, lannettlich, die untersten grundständigen auch elliptisch, zum Grunde lang verschmälert, unterseits zerstreut sternflauiiiig uiul am Grunde nebst dem Stengelgrunde rostfarbig-zottig. Köpfe siemlicJt breit, eiförmig, nach der Blüthe am Grunde bauchig, trüblärbig, zerstreut schwarzhaarig, am Grunde nebst den Kopfstielcn graufilzig und abstehend-borstig. a) genuinum, 's— 1' hoch, von der Mitte gabelästig mit 1 — 2köpfigen Ästen, stark rauhhaarig, oherseits der Blätter mit stärkeren Borsten. ß) cor ymbul Sinn Doli (II. dubium ö. elatius Tausch! H. stoloniflorum sec. Fries! (Jelak. Kvetena okqi. prazsk.) Fast 2' hoch, mit zerstrenteren Ilorsthaaren, Sciiaft nur oben ge- gaboU. die nberen Äste kürxor. .",- ."ililiitbig. Hieracium. 195 Ist zwar dem H. stoloniflorum ähnlich, aber doch von anderem Habitus, schlanker, Blatter lan-seltlich, langgezogen, minder steruhaarig, Köpfe bedeutend kleiner, weniger bauchig, die Randblumen manchmal reingelb, manchmal aussen rothgebändert. Ob dieser mtithmassliche Bastart überall von H. pratense abstammt, ist mir z^veifelhaft, da mir II. prateusc an seinen Standorten bei Prag nicht bekannt ist. 2|- Mai— Juli, a) Podbaba (Opiz) ! Berge um Karlsteiii (Tausch)! "Wiesen bei Osseg (Thiel)! Oberdori' bei Komotau (KnaQ! ß) Obstgärten um Prag (Tausch)! X H. brachiatum Bertol. (H. praealtnm X pilosella?). Ausläufer besonders unter den Blättern rostfarbig-zottig. Stengel am Grunde Iblätterig, sehr zerstreut borstig, oft fast kahl, wiederliolt, oft schon iihcr dem Grunde gaheläsiig, Äste sehr verlän- gert, Iköpfig, armfOrmig auseinanderfahrend, oder steif aufrecht, dünn. Grundblättcr lan- zettlieh oder zungenförmig, giün oder etwas graugrün, oberseits horstig, unterseits locker stcrnüaumig. Köpfe Mein, icalzlich- ei förmig, am Grunde filzig und borstig, die inneren Hüllblätter mit breitem, bleichem Rande. V,— 1' hoch, ähnlich dem 11. bifurcum, aber feiner, der Stengel oft schon über dem Grunde gegabelt, di'ese unteren Äste bilden sich oft zu liegenden aufsteigenden, nicht blühenden Läufern aus; die kopftragenden (rabeläste sind lang, fast fädlich, die Köpfchen kleiner und schmäler, minder borstig. Dennoch wäre es möglich, dass diese und die vorige t'orm zusammengehören. Fries zog die Präger Exemplare (FI. dubium Tausch part. und H. brachiatum Tausch) zu H. bifurcum mit der Bemerkung: „ad H. brachiatum accedunt, at non genuina", dagegen bemerkte Grenier zu denselben Pflanzen: „ad brachiatum nee ad bifurcum spectare videntur." — Diess als Probe der bei den besten Autoritäten herrschenden Unsicherheit und Widersprüche. Ich ziehe die Prager Pflanze mit Grenier liierher, weil ich sie von südeuropäischem, von Fries anerkanntem H. brachiatum nicht unterscheiden kann. I^twas abweichend ist ß) pilosellaeforme m.; es sieht mehr zu pilosella, ist mehr Aveisslich dünntilzig auf Blättern und Köpfen, die Blätter sattgrün, Schaft nur am Grunde imd über dem Grunde getheilt, die aufrechten Äste aber mehrere kleine Hochblättchen tragend. 4 Mai — Juli. Obstgärten um Prag (Tausch)! beim Kanal'schen Garten (Opiz)! Sonnige Felsen im Zizkathale bei Bilin (Prof. Reuss 1834). ß) An einem Ackerrande zwischen Leitmeritz und Schüttenitz (A. C. Mayer) ! b) Stengel an der Spitze doldentraubig, oft sehr vielköpflg, nur selten an abnormen, verkümmerten P'ormen Iköpfig oder etwas gabelig. a) Wurzelstock kriechend, unterirdische Läufer treibend; die oberirdischen Läufer senken sich in die Erde, bewurzeln sich und verholzen eine längere Strecke (als kriechender Wurzelstock). * Blätter grau- odei- bläulichgriin. 3. H. auricula L. Läufer oft zahlreich und lang, gern wurzelnd, gegen die Spitze langhaarig. Schaft aufsteigend oder aufrecht, blattlos oder über dem Grunde Iblätterig, an der Spitze meist 2 — Gküpfig, ziemlich kahl. Blätter bläulichgrün, zungen- förmig, stumpf oder mit faltig zusammengezogener kurzer Spitze, in die lange, blattstiel- artige Basis verschmälert, daselbst, seltener und spärlicher auch vorn am Hände von dünnen sclüängeligen Borsten getvinqjcrt, sonst lahl. Köpfe kurz gestielt, mittelgross, eiförmig, an der Basis gerundet; Hüllblätter mit bleichcrem Rande, am dunklen Kiel zerstreutborstig und drüsig, die unteren nebst den Kopfstielen auch tilzig. V.J— IV2' hoch. Hüllen in der Kegel ?>'" lang, bisweilen aber nur halb so gross. An hohen üppigen Exemplaren selten mehr als 6köpfig, an ärmlichen selten nur Iköpfig. 2\. Mai— Juli, einzeln auch im Herbst. Auf Wiesen, Mooren, Haiden im ganzen Lande und bis ziemlich auf die höchsten Punkte der Gränzgebirge, im Riesengebirge z. B. um die Teiche, im Böhmerwalde am Rachel 4500' hoch. 4. H. floribundum Wimm. Mit Läufern. Schaft aufsteigend oder aufrecht, meist Iblätterig, an der Spitze doldentraubig 3 — lököpfig, abstehend feinborsthaarig. Blätter graugrün, zungenf<»rmig, stumpf oder bespitzt, (besonders das Stengelblatt oft plötzlich in eine kappenförmige Spitze zusammengezogen), am Bande und der Mittelrippe unter- seits fein langborstig und unterseits häufig serstretit sternliaarig. Köpfe kurzgestielt, 13* 196 JEIieraciutxi. mittelgross, eiförmig, am Grunde besonders zur Fruchtzeit hauchig. Hüllblätter meist trübgrün, Avie die Stiele schwarzborstig, ülzig und drüsenhaarig, die inneren mit bleiche- rem Kandc. ^,', — 2' hoch. Eine der sclnvilchsten Arten, der vor. sehr nahe stellend, anderseits aber auch zu II. praealtnm hinneigend. l>esshalh, und weil ich sie noch niclit genügend lel)end beobachten konnte, mag sie vorläntijf noch stehen bleiben. Sendtner und A. erklärten sie für H. pratense >., anricnla, was die Schlesier bestreiten. 2J. Mai, Juni. Auf Grasplätzen, Waldplätzcn, Rainen im nördlichen Böhmen, wahrscheinlich verbreitet und bis auf die Höhen des Riesengebirges (Tausch, als II. auri- cula ß. nigricans Tausch)! Um Lomnic ziemlich häulig (Poh'ik)! Jicin auf Rainen häutig (Polak, rospichal)! Jungbunzlau (Hipp.)! Rollberg bei der ZiegeHiüttc (Schauta)! zwischen dem Tollcnstcin und Tannenberg (Ilicronymns). Sedl im Gebirge bei Aussig ! Tetschen (Malinsky)! — Nach Sendtner auch im Ilöhmcrwaldo, zunächst freilich auf bairischcr Seite. H. suecicum Fi'ies (H. floribundnm pilosella Kranse). Im Riesengebirge um die Grenzbauden, auf der Iscrwiese (Wimnier). Die von Knjjler auf der Iserwiese gesammelten Exem- plai'e lassen sich von II. floribundum nicht weiter unterscheiden, als dass die Borsten an Stengel und lilättern zahlreichiT sind, auch auf der ühittoberseite, die Unterseite mehr Stei-nhaare trägt, und (lie Kandblüthen roth gebändert sind. *'^) Blätter grasgrün, n(-'hst dem Stengel mit Aveichen, abstehenden, meist am Grunde verdickten schwarzen 15orsthaaren besetzt, spärlich sternhaarig. 5. H. pratense Tausch. Mit oder ohne beblätterte Läufer. Stengel aufrecht. unten meist Sblättvr'hj, oberwärts nackt, an der Spitze regelmässig doldenrispig mit ausgesperrten kurzen, selten mit verlängerten gabeligen Stielen. Blätter weich, grün, länglich bis lanzettlich; grandständige 2 — 1, gczähnclt, stielartig verschmälert, das oberste StengclIjJatt verschmälert sitzend Kopfsticlc tilzig und mit schwärzlichen Drüsen- und Borsthaaren dicht besetzt, Hüllen sch/vär:;lich, eiivcddich. Kronen und Grift'cl gelb. \-iV hoch, durch das lauge, am Stengelgrmide dichte Zottenhaar, die dunklen, reich- drüsigen Hüllen bemerklich. Var. ß) furcata m., mit verlängerten gabeligen, ungleichen Cymeu- ästen, die kein Bastart sein kann, da sie sonst nicht verschieden ist und in die gewöhnliche P'oi'm ailmälig idjergeht. 2|. Juni — August. Etwas feuchte Wiesen, Waldwiesen, Strassengräbcn, zerstreut, häufiger in gebirgigen Gegenden, Um Prag bisher selten beobachtet: Vrsovic, Dabliccr Berg (Opiz) ! Ouneticer Thal! Generalka (Opiz)! — Klicava-Thal bei Lana! Eibwiesen bei Kostelec! Wald b. Krcblcb b. Pardubic (('enek)! B. Trübau hinter Schirmdorf! — Im Riesengebirge: Riesengrund (Tausch)! Isergebirgswicsen (Tausch)! — b) Trautenau (Kablik)! Lomnic selten (K. Polak)! Klein-Skal bei Turnau (Neumann). IVlünchengrätz unter dem Ilorkabergc (Sckcra). Jungbunzlau (Hipp.) ! Warta in Strassengräbcn (Schauta) ! Habichtstein (Hackcl). Bozenberg bei Schluckenau (Karl) ! Runiburg, Nixdorf (Neumann). Babina oberhalb Leitmeiitz (Mayer)! Maischen bei Gastorf! Tetscbner Schneeberg (Malinsky, Degenkolb)! Teplitz (Eichlcr), Rothenliauser Park (Tschck) ! Telisch, Gör- kauer Neuhaus im Erzgebirge (Roth). Komotau im Graben der Prager Strasse (mit ß.) ! Sporitz (Knaf) , Vysocan (Thiel). Zwisclien Kupferberg und Gottesgab (Aschers.), Joachimsthal, Karlsbad : Ploben (Ortmann). Marienbad seltener (Fr. August). — Bud- wcis : bei Plan in Strassengräbcn! Böhmerwald: Dreisesselberg (Sendtner). G. H. aurantiacum L. Blätter grün, länglich bis länglich-lanzettlich, vorn breiter; grundständiges meist nur 1 erhalten, stielartig verschmälert; das oberste Stengclblatt üher dem Grunde plötziich stielartig iUsammengesogen. Hüllen breit eiförmig. Kro- nen orange- scharlacJiroth., Griffel braun. .Sonst wie vorige Art, derselben sehr ähnlich, die Ilaare länger, etwas starrer. Köpfe grösser. 1— IV2' hoch. 4 Juni, Jidi. Auf IViiclit baren Wiesen der Gränzgebirge, (rlazcr Schneeberg (Wafiiier). Riosengcddrgc: Riesengrund (Tausch)! Kesselbandon, St. Pefersbaude, Gränz- Hieracium. 197 bauden , Schlingelbaude, kl, Teich (Wimmer). Iserwiese (Wiramer). Uöhmerwald : bei Aussergeüld mit Gentiaua pannonica (Jirus) ! ß) Wurzelstock kurzgliederig, schief, ohuc unterirdische Läufer. *) Stengel schaftartig, 1— Sblätterig, zur Blüthezeit mit frischen (TrundbUltteru. 7. H. praealtum (Villars) Koch. Mit oder ohne beblätterte Läufer. Stengel aufrecht, steif und schlank, unterwärts mit 1—3 (selten 4) Blättern, stcifhorstü/, d\e Borsten alle oder die meisten länger als der Stengeldurchmesser. Blätter mehr weniger graugrün, lanzettlich bis länglich-lanzettlich, die unteren langverschmälert, spitz, die äussersteu oft stumpf, am Rande und unterseits auf der Mittelrippc und auch auf den Flächen steifborstig, sonst kahl oder zerstreut sternhaarig. Köpfe klein oder mittelklein, eiförmig-walzlich, ziemlich langgestielt, .zahlreich in lockerer Doldenrispe mit nnf/leich hoch abgehenden Ilauptästen, am Grunde wie die Stiele sternhaarig filzig, etivas drüsig und 7neist schivachhorstig : innere Hüllblätter ziemlich kahl, am Rande meist bleich mit schmalem dunklem, schwarzhaarigem Kiele. 1_2' hoch. Die Borsthaare auf Stielen und Köpfchen meist spärlich, selten reichlich aber stets steif und borstcuartig. a) genuin um. Stengel ziemlich kahl, nur zerstreut borstisj. Blätter nur am Rande und der Mittelrippe stcifliorsthaarig, meist ganz ohne Sternliaare. Köpfe klein, grün. — Bald ohne oberirdische Läufer (H. praealtum Vill. s. stricto), bald mit solchen (TL Bauhini Bess.). Besimdere Vur. ß) fallax (H. fallax DC), Blätter auch auf den Flächen borstig, y) incanum m., Stengel- basis und Blattunterseite mit zahlreichem Sternhaar, Stengel sonst fast ganz ohne Borsten. Blätter (^sich roth färbend) mit zerstreuten steifen Borsten auf der O'erseite, Köpfe grausternhaarig-flaumig. b) ob s cur um (Rchb. ampl.) Blätter wie hei a). Köpfe doppelt grösser, kürzer gestielt (wie bei H. tloribundum oder auricula), Flüllen an 3'" lang, trübgrün nebst den dichtfil;^igen Könf- chenstielen stärker drüsenhaarig. — Dahin IL obscurum Rchb. (IL praealtum Tausch!) ohne Läufer. IL radincaule Tausch! mit im Kreise ausgebreiteten kräftigen Läufern, IL tiliferum Tausch! mit sehr schmalen Blättern und fädlichen Läufern. c) coli in um (Gochnat, Tausch!) (IL Zizianum Tausch, H. praealtum varr. hirsutnm et setosum Koch). Meist ohne Läufer. Stengelgrund und Blätter dicht borsthaarig. Borsten dünner. Blätter weniger graugrün, fast gi'asgrün, unterseits mit zerstreuton Sternhaaren. Köpfchen dichter borstbaarig — Nähert sich dem II. cymosum und wird selbst von Geübten mit ihm öfter verwechsplt. Hiezu ß) effusum m., Doldenrispe locker, armköpfig mit verläntierteu Stielen, und y) setosi- ssimum m., eine grosse Form mit sehr dichten, starren, fuchsrothen Borsten, grösseren, dichter und länger borstigen Köpfen; nähert sich dem H. setigerum. 2j. Mai — Juli, öfter wieder im Herbst. Auf trockenen Wiesen, buschigen, grasi- gen Hügeln, Rainen, Mauern, in lichten Wäldern, im niederen Hügellandc wie auch in Gebirgsgegenden, gerne auf Kalk, zerstreut, a) Bei Prag häutig, z. B. Zizkaberg, Pelz, Podbaba (auch /3.), Baumgarten (/3), Slichov, Hlubocep, Krc, Karlstein (auch ß.) u. s. w. Melnik (Kratzm.)! Cäslau (Opiz)! Podebrad (Opiz)! Hohenmauth! Böhm. Trübau hinter Schirmdorf (/3) ! Grulich gegen den Schneeberg (/3), Starkoc bei Xächod (/3 ) ! Zvol bei Jaromef (Cenek) ! Jicin (mit ß.) ! Jungbunzlau, Weisswasser (Hipp.) ! Rollberg am Fusse (Schauta)! Böhm. Leipa unter dem Kosel auf Lehmboden! Thal hinter Maischen bei Gastoi'f (7) ! Erzgebirge bei Osseg (Eichler) ! Brüxer Schlossberg (Eichler) ! Eidlitzer Busch bei Komotau (mit ß) ! Karlsbad und Ellbogen (Ortmann) ! — Krumau : Kalklehne über der Budweiser Vorstadt (7) ! — b) Obstgärten um Prag (Tausch) ! Generalka bei Prag (Opiz)! Münchengrätz (Sekera)! Vorberge des Riesengebirges (Tausch)! — c) Bei Prag : Folimanka (Opiz) ! St. Pankraz (E. Hofm.) ! Kornthorschanzen (Opiz) ! Michlerwald (Opiz)! Zizkaberg (Tausch)! Kuchelbader Berg! Sarka! u. a. 0. Kolin (Veselsky)! Bei Podebrad (Opiz) ! Jaromef (Knaf) ! Jungbunzlau, Weisswasser (Hippelli) ! Gipfel des Sovic bei Rondnic ! Häufig um Leitmeritz: Raine gegen den Radobyl (/i, A. Mayer)! auf dem Radobyl selbst, Strachizkenberg ! Biliner Sauerbrunn (Reuss)l Schladniger Berg (Laube). Brüx gegen Selnitz , am Schlossberge (7, Eichler) I Thiergarten bei Schlackenwerth (Reiss) ! — Krumau oberhalb der Budweiser Vorstadt ! 8. H. cymosum L. (H. Nestleri Vill.) Ohne Läufer, mit kurzen Rhizomsprossen. Stengel aufrecht, im unteren Dritttheil meist Sblätterig, oben nackt, rauhhaarig, Haare 198 TTieraoinm. dicht, gleich lang, höchstens so lang als der Stengeldurchmesser. Blätter weich, lebhaft gribh länglieh, die üussersten der Rosette selbst cilänglicli, stumpf, zum Grunde versolinuilert. die oberen audi länaiicli-lanzettlioli, rauhhaarig und stern flaumig. Köpfe klein, eikegelfürmig, zahlreicli in diebter oder etwas lockerer Doldenrispe mit hei- nahe aus einem Pmikte abgehenden, gleiehgipfeligen Hauptästen, nebst den dünnen Stielen von meist langen, weicben, mehr weniger dichten Ilaaren grauzottig, mit spär- lichen schwarzen Drüsenhaaren. 1 — 2'o' hoch, Blumen hell goklgolb. Durch die weichen, grünen, breiten Blätter, weiche kurze Behaarung von II. coUiiiuin leicht zu unterscheiden. Die Ilaare und die Zotten der Köi)fe sind stets viel weicher, dünner. <4leichn]ässiger als bei jedem IT. i)raealtum. Varürt: /?) Vai llan tii (Tausch spec"). dicht grausternhaarig, Stengel etwa Oblättrin-, Blätter schmal, lansrgezogen. Z(»tten der Iliülen und Kopfstiele spärlich, ziemlich kurz, dafür die Drüsenhaare mehr ausgebildet. 2j. Mai — Juli. Auf grasigen, waldigen Hügeln, Waldwiesen, auch auf freien Wiesen im wärmeren Hügellande und Mittelgebirge. Bei Prag: ^izkaberg, Podhaba, Schanzgrahen- wiesen des Sandthores, Särka St. Prokop, Kuchelbad, Zävister Berg, Radotiner Thal. Karlstein, Waldhänge bei Täbcicl Stechovicer Wälder! — Zvol bei Jaromef (Cenek) ! Cliobot bei dungbunzlau fllipp.)! Ilorkaherg bei Müncbengrätz (Sekera). — Dreikreutz- herg bei Schlau (Rotb)! Libochovic (Reuss) ; um Leitmeritz sehr häufig: Uhuberg, Satana- bergl, Radiscliken, Malitschen, Straschitzkenberg! Eibabhang bei Sedl unweit Aussig! Göltsch (Sternberg)! Fuss des Kleis (Neumann). Tetschen (Malinsky) ! Boren bei Bilin! Selnitzer Berg (Eichler)! Erzgebirge bei Eisenberg. Hanersdorf, Rothenhaus (Sachs, Roth)! Komotauer Grund, Eidlitzer Busch! Vysocan (Thiel). Karlsbad und Ellbogen (Ortmann)! — Goldenkron (Jungbauer). — ß) Obstgärten bei Prag (Tausch) ! Grasige Haine bei Jungbunzlau (Hippelli) ! 9. H. setigerum Tausch ! Fries Epicrisis ! Ohne liäufer, mit kurzen Rhizom- sprossen. Stengel im unteren Theile oblätterig, oberwärts nackt, mit horizontal abste- henden langen Borsten. Blätter bleichgrün, länglich, die grundständigen zum Grunde langversehmälert, ziemlich zahlreich, nebst dem Stengel sternflaumig, unterseits dünn graufilzig, zerstreut borstig, Borsten der Blattoberflächc derber, angedrückt. Köpfe ziem- lich gross, hauchig, in einer bald dichter hurzästigen. bald lang -gahelästigen, über- gi2)felnden Doldenrispe. Hüllen nebst den Stielen granfilzig, mit am Grunde schivar- zen Borstenhaaren und sehr sparsamem Drüsenhaar. '/•.. — 2' hoch, steif. In den Blättern ähnlich dem 11. collinuiii Tausch, jedoch die Köpfe viel grösser, fast wie bei H. Pilosella, und minder zahlreicli, der Blüthenstaiul oft sehr locker, gabelästig. — Diese Form gehört keineswegs, wie Koch und Fries behaupten, zu H. echioides, und H. setigerum Fries ist ganz diesellio Pflanze; ein Bastart (etwa 11. echioides K pilosella) kann sie nicht sein, da sie l)ei uns rein für sicli und zahlreich l)eisammen, wie eine echte Art, vorkonunt. H. cinereum Tausch, welches mir in einem inivollstiindigen, jedenfalls knltivirten Exemplar vorliegt, scheint nicht wesentlich verschieden. 21- Juni, Juli. Auf grasigen, sonnigen Hügeln, Felsen, in trockenen Strassengräben der wärmsten Gegenden auf Kalk- und Lehmboden. Bei Prag: Podbaba (Purkyne) ! beim Bubencer Bahnhofe am Strassenraine (Poläk)! Strassengräben vor dem Neuthor (K. Knafj! Wimnier'scbc Anlagen (Bendl)! Nuslc (Reuss)! Felsen bei Hlubocep ! bei Kuchelbad ! — Auf dem Lobosch zahlreichst ! bei Cernosek auf Basalt (Hampel) ! Schil- lingethal bei Bilin (Reuss, als H. echioides)! **) Stengel hart, im unteren Theile dicht, iiacli oben abnehmend beblättert (10— 20hlättrig). Grundständige und selbst die untersten Stengelblätter zur ülüthezeit schon vertrocknet. 10. H. echioides Lumnitzer. Ohne Läufer. Stengel steii anh-echt, mit angedrücli- ten Borstenhaaren, an der Spitze bald gedrungen, bald vom oberen Drittheil an un- gleich langästig, doldcnrispig. Blätter länglicb-lanzettlich. stumpfiicb, zum Grunde ver- schmälert, mit massig steifen, unterseits mit düiuieren Borsthaaren dicht besetzt und zerstreut sternhaarig. Köpfe mittelgross, dicht und glatt weissfilzig, drusenlos, mit mehr weniger Borst cjdiaaren. PTieraeiuni. 199 1 — 2' hoch. Das Ilaarkk'id wird im Altor und im Herbar ol't fuchsroth. Köpfe kleiner als hei H. setigerum. Kronen gold- oder dotteroelb. Var., durch Mittelformen verbunden: a) setosum, Köpfe und ilire Stiele nebst dem Filze dichter borsthaarig zottig, ß) albociner eum, Köpfe und deren Stiele wegen der sehr sjjärlichen, kaum bemerkbaren, kurzen und bleichen Borst- haare weissgraufilzig. 2\. Juli, August. Auf sonnigeu, grasigen und felsigen Hügelu nur im unteren Moldau- und Elbthale, dann in Südböhmen. Bei l'rag: Podbaba (a), Pelz, Troja! Selc (Opiz)I Felsen von Klecau gegen Vetrusio (ß)l l)ei Kucbelbad (mit ß.)\ Melnik (Kratzm.) ! Leitmeritz : auf dem Radobyl ! und Dreikreuzberg bei Cernosek (A. Mayer, Winkler) ! — Kaplitz (Kirchner) ! Tl. ( Archhierarium). Früchte grosser, IV^-I^'" lang, am oberen Eande ringförmig verdickt, ungezähnt. Haare des Haarkelchs sehr ungleich. Keine Ausläufer. Stengel mehr weniger beblättert, seltener blattlos. Köpfe gross, 1 — l'/a" Dnrchm. A. (Phyl 1 np oda). Wurzelstock durch kurze, noch im Herbst eine Rosette bildende Sprossen ausdauernd, daher fxrundblätter vorhanden, meist noch zur Blüthezeit, seltener zu dieser Zeit schon vertrocknet. a. (Aurclla\ Hüllkelcli reichblätterig, seine Blätter mehrreihig, nach aussen allmälig kürzer. Köpfe einzeln endständig oder auf hlattwinkelständigen Stielen, höchstens noch 1—2 oberste Köpfe in der Achsel von Hochblättern. k) Ohne Drüsenhaarc auf Stengel und Köpfen. 11. H. villosum L. Stengel beblättert, seltener Iblätterig, einfach oder oben mit einigen Iköptigen Ästen, von langen weichen, am Grunde oft schwarzen Haaren zottig oder rauhhaarig, oberwärts sternhaarig filzig. Blätter grau- oder bläulich- grün, ganzrandig oder seicht-, selten buchtig-gezähnt, die grundständigen (öfter schon verdorr- ten) länglich, spatelig in den geflügelten Blattstiel verschmälert, die oberen Stengelblätter cilanzef flieh, mit gerundeter Basis halbstengelumfassend , selten mit verschmälertem Grimde sitzend. Köpfe gross, bauchig, grauhaarig-zottig, äussere Hüllblätter ahstche)id^ mehr blattartig. Kronensaum meist kahl. Früchte bräunlich. Vi — 1' hoch. Blumen hellgelb. Nach den Blättern ähnlich dem H. sudeticum. 2|. Juli, August. Auf felsigen Abhängen , Bergtriften des Hochgebirges. Im Böhmerwalde bei Aussergefild (Malinsk}) ! Ich nahm diese sehr auffallende Angabe auf, da ich den Sammler als zuverlässig kenne. ß) Köpfe und deren Stiele mehr weniger drüsenhaarig. 12. H. alpinum L. Stengel blattlos oder 1 — fiblätterig, einfach oder mit 2 — 3 einköpfigen, seltener bis 5 theilweise 2küpfigeu Asten, sternhaarig, die Kopfstiele dicht filzig, von eingestreuten langen am Grunde schwarzen gezähnten Haaren zottig. Blätter grasgrün, die grundständigen spatelig oder eiförmig, in den geflügelten Blattstiel ver- schmälert oder zugeschweift, fast ganzrandig bis buchtig-grobgezähnt. Stengelblätter läng- lich lanzettlich, zum Grunde heilig verschmälert. Köpfe gross, bauchig. Kronensaum langgewimpert. a) genuin um (H. alpinum Presl fl. c., Fries Epicris ! Tausch! H. melanocephalum, sudeticum Tausch !) Stengel und besonders die Köpfe von langen, rostfarbenen Haaren zottig, Drüseuhaare sehr spärlich und verdeckt. Blätter meist spatelig, meist seicht, selten tief gezähnt. 1)) Halleri (Vill. sp., Presl tl. c.) (H. nigrescens Willd., Fries, Tausch!, H. apiculatum, tortuosum Tausch!). Stengel besonders oben mit spärlichen Zotten, dafür mit längeren und dichteren schwarzen Drüsenhaaren. Zotten der schwärzlichen Köpfe kurz, mit zahlreichen Drüsenhaaren ver- mengt. Grrundblätter meist eiförmig, in den Blattstiel zugeschweift und meist buchtig grob säge- zähnig; übrigens giebt es in der Blattform alle Übergänge zu a), dahin H. decipiens Tausch! V, — 1' hoch. Blumen hellgelb. Von beiden Racen giebt es 2 Formen: 1) scapiforme, Stengel schaftförmig, eioköpfig, fast blattlos oder mit einigen kleineu, schmalen Blättchen, und 2) foliosum, Stengelblätter .3 — 6, unten laubige, oberwärts am Stengel verkleinerte, dazu meist mehrere Blüthenäste aus den obersten oder auch den unteren Blättern. 2|. Juli, August. Verbreitet in beiden Racen auf den Kämmen und grasreichen Lehnen des Riesengebirges kaum unter 4000' und am Glatzer Schneeberge. 200 Hieraoium.. * H. pallidifolium Knaf. Stengel beblättert, von der Mitte an bis dicht unter das Kndküpt'chen lange, 1 — Sköptige Äste treibend, mit spärlichen kurzen, am Grunde schwärzlichen Zotten und wenigen Drüsenhaaren, Stiele unter den Köpfen sternhaarig- graufilzig. Blätter blass, unterseits etwas graugrün, locker langzottig; grundständige länglich, in den geflügelten Blattstiel zugeschweift, etwas buchtig gezähnt; die stcngel- ständigen unteren in einen Blattstiel verschmälert, mittlere und obere breiteiförmig, lang-mgespitzt, huchtig gezähnt, die oberen in einen kurzen breiten Blattstiel zuge- heilt, die obersten hochblattartig. Köpfe gross, bauchig, schtvärzlich, mit spärlichen hurzen Zotten und noch wenigeren Drüsenhaaren. Kronensaum sehr spärlich behaart. Nur ein Exompl. liec;t \or, 1' .,' hoch, mit nur 2 Grundblättorn, entfernten grossen Stongol- blättern und 3 asttragenden lieckblättern. Ästigen Formen des II. Ilalleri nahe stehend, durch die Blattgestalt, grössere Kahlheit und die Verästelung verschieden. Yielleicbt hybrid? 2|. In der kleinen Schneegrube des Riesengebirges (August 1841, Knaf)! 13. H. sudeticum (Sternberg part.) Fries (H. amplexicaule ß. hirsutum Tausch !). Stengel beblättert (4— Gblätterig). einköpfig oder mit mehreren Iköpfigen Ästen, stern- haarig, oben filzig, mit langen am Grunde schwarzen Zotten und zerstreuten Drüsen- haaren. Blätter grasgrün, locker langzottig, grundständige wenige, zur Blüthezeit oft schon vertrocknet, eilänglich, in den geflügelten Blattstiel verschmälert, seicht gezähnt ; Stengelblätter länglich, seicht oder tiefer buchtig-gezähnt, unterste nach unten verschmä- lert, die folgenden mit ahgerundeter Basis sitzend bis sclnvachiimfassend. Köpfe gross^ Hüllkelch bauchig, rostfarbig-langzottig mit einzelnen Drüsenhaaren. Kronen- saum gewimpert. Früchte rothbraun. Vj— 1' hoch; trägt bald beblätterte Iköpfige Äste aus den unteren Blattachseln, bald blattlose aus den oberen. Wimmer's Ansicht, dass diess ein IL alpinum ■ bohemicum ist, hat viel für sich. 2}. Juli, August. Auf grasigen Lehnen des Riesengebirges. Veigelstein, Eibgrund (Sternberg)! Krkonos (Wimmer). Kesselberg (Tausch)! 14. H. bohemicum Fries (H. sudeticum Sternberg part!, H. cydoniaefolium Tausch! nee Villars, H. pulmonarioides Presl fl. c. nee Vill. ; H. carpathicum Wimmer nee Besser, H. prenanthoides e. macrostylum Tausch !). Stengel beblättert, oben dolden- t raubig-ästig, mit beblätterten Ästen, seltener einfach, mit zerstreuten, am Grunde schwärzlichen Zotten und nach oben eingestreuten Drüsenliaaren, nur die Köpfchenstiele sternhaarig-filzig. Blätter grasgrün, am Rande und Blattstiele locker zottig, die wenigen, etwa 2 grundständigen und die untersten etwas grösseren stengelständigen eilänglich, in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blüthezeit grösstentheils schon verdorrt, die mittleren eilanzeftlich, über dem Grunde etwas geigenförmig ausgeschweift, halb- st eng dum fassend. Köpfe mittel, IlüllJcelch bauchig, schtvärzlich, mit vielem Drüsen- haar, dünnem Sternhaar und tvenig kurzen Zotten, die inneren Hüllblätter grünlich, kahler. Kronensaum kurz, gewimpert. Früchte rothbraun. 8"— l'/i' hoch. Stcngelblütter bald seicht, bald tiefer gczilhut, die Zahnspitze eine deut- liche braune Drüse. '^' Juli, August. Auf grasreichen Lehnen des Riesengebirges, 3000 — 4400' hoch: Eibwiese (Tausch)! über dem Elbfalle (Kablik)! Pantschewiese, Veigelsteine, Kessel- koppe, Krkonos, am grossen und kleinen Teich, Riesengrund, Melzergrube (Wimmer). b) (Pulmonarea). Hüllkelch aus ziemlich gleich langen Blättern fast einreihig, am eirunde mit 1—2 Reihen weit kürzerer Aussenblättchen. Köpfe in endstäudiger, deckblätterigcr, von der Laubblattregion entfernter Trugdolde. «) Stcngelblütter mit etwas stengelumfasscndem Grunde sitzend. Hüllkelche schwärzlich. 15. H. albinum Fries (II. prenanthoides |. sparsifolium Tausch!) Stengel 2 — 4- blätterig, unten mit si)ärlichem Borstenhaar, oben mit wenig Sternhaar, nur die Stiele unter den Kopfchen filzig, zottenlos, mit zahlreichen schwarzen Drüsenhaareu. Blätter Ilieracinm 201 grüu, unterseits etwas graugrün, locker kurzzottig, seicht drüsig-gezähnelt, grundständige spärlich, zur Blüthezeit oft vertrocknet, die unteren eiförmiff^ in den Blattstiel zuge- schtveiff, die stengelständigen smn Grunde stark verschmälert^ eilänfjIicJi, spitz. Doldentraube armförmig ästig. Kupfchen mittel, innere Hüllblätter stumpflieb, äussere abstehend, stark drüsenhaarig, zottenlos. Kronensaum sehr spärlich behaart. Früchte rothbraun. Stengel hin und her gebogen, l'/-.' hoch, Blätter dünn, breit. Ob diess eine eigene Art odoi- vielleicht ein Bastart von H. prenanthoides und etwa H. murorum ist, werden Untersuchungen an Ort und Stelle lehren. 2|. Juli, August. Im höheren Riesengebirge, wie die vorigen. Kleine Schneegrube (Knaf 1841)! Kesselberg (Tausch)! ß) Stengelblättcr mit verschmälertem Grunde fast sitzend. Hüllkelche schwärzlich. 16. H. atratiim Fries (H. alpinum var. nigrescens Wirara. et Grab., Koch). Stengel Ihläiterifj, aufrecht, nrmMpfifi (meist 3köpfig) mit (/eraäe aufrechten Kopf- stielen. Grundblätter mehrere, zur Blüthezeit noch grösstentheils (3 —4) frisch, eilänalich oder lanzettlich, in den Blattstiel verschmälert, gezähnt, besonders am Grunde grobge- zähnt, zerstreut weichzottig. Köpfe ziemlich gross. Hüllblätter lineal, langzugespitzt, wie die filzigen Kopfstiele steif schwarzhaarig und etwas drüsenhaarig. Kronensaura spär- lich behaart. ^2 — 1' hoch. Ist dem gar nicht nahe verwandten H. Halleri nur etwa so ähnlich, wie H. albinum dem bohemicum. 2}- Juli, August. Auf grasigen und felsigen Lehnen des höheren Riesengebirges (leg. Halla!): Kleine Sclmeegrube (1841 Knaf)! y) Stengelblätter mit verschmälerter Basis sitzend oder kurzgestielt. Hüllkelche grün, mehr weniger graufilzig. *) Blätter stark blaugrün und steifhaarig, alle zur Basis verschmälert, nicht herzförmig. 17. H. Schmidtii Tausch (H. rupestre Schmidt nee All., H. Stcrnbergii Frölich, H. Retzii Fries, H. pallidum Biv. inedit.). Stengel meist blattlos oder Iblättrig, doch auch ziemlich beblättert. Grundblätter eiförmig bis länglich-lanzettlich, kleingezähnt, sel- tener am Grunde etwas eingeschnitten gezähnt, oberseits satt, unterseits bleicher blau- grün, oberseits und am Rande borstig-steifhaarig, auf der Rippe unterseits und den Blattstielen langzottig. Köpfe ziemlich gross, etivas hauchig auf aufrecht abstehenden Stielen, graugrün mit bleicheren drüsenlosen und mit kurzen, weingelbe Drüsen tragen- den Haaren, selten fast drüsenlos, V2— 1' hoch. Kronen goldgelb. Variirt: a) vulgare. Stengel Iblätterig oder blattlos. Grundblätter länger gestielt, länglich, zum Grunde mehr verschmälert, zerstreut steifhaarig. ß) foliosum. Stengel 3— 4blätterig, Stengelblätter ähnlich den grundständigen, diese wie bei a. 7) pilosissimum (H. vulcanicum Griseh. ?). Stengel blattlos oder Iblätterig. Ginnd- blätter kurzgestielt, rosettig ausgebreitet, eiförmig, in den Blattstiel zugeschweift, beiderseits und auf den Blattstielen durch dichtes, langes, weicheres Borstenhaar weisszottig. — Form rauher, sonniger Orte. 8) transicns (H. candicans Tausch?). Grnndblätter eilänglich oder eilanzettlich, am Grunde gerundet, die inneren am Grunde eingeschnitten gezähnt, weicher und spärlicher langhaarig. Ist den Blättern nach beinahe ein H. murorum, hat aber die Köpfe und die blaugrünc Farbe des H. Schmidtii. '^ Juni, Anfang Juli, einzeln öfter im Herbst. Auf felsigen Abhängen, Kalk, Basalt, Thonschiefer im wärmeren Hügel- und Mittelgebirgslande. Bei Prag: Scharka (Tausch) ! Kaisermühlfelsen (mit ß.), bei Lieben und Troja (mit ß.), Podbaba, sehr zahl- reich von Vetrusic bis Husinec (mit ß.) ! Unhost im Thale gegen die Rothe Mühle {y.) ! Stechovic zahlreich! Karlsteiu (Ruda). Berg Lejsek bei Beraun (Purkynej! Loretto- 202 TTieracium. Felsen bei Jicin ! Bösig (Malinsky)! KuUbeig Easaltgipfei ! Kleis (iScaiuaiui). Geiiscli (Malin.) I Kelchberg bei Triebscb ! "Winterberg bei Leitnieritz (Hackcl), Schreekenstein (A. Mayer. y.)l Telsclien Ilopfeiiberg (Maliii.)! Teplitzer Schlossbei'g (Eiehler). Milayer P)erg bei Laun ! Milescbaner (mit d^ Malin.)! llerg Wostray {d) und Plora bei Milescliau! Boren bei Bilin (mit ß.)] Brüxer Schlossberg (Rcuss), Rothenbauser Waldrevier am Sehreiberhau (Roth)! Karlsbad hie und da (Ortm.): am Ilirscbensprung (Ascherson). Anmerk. Dass TT. Sclimidtii Tausch ursprünglich eher gleich deni TT. lasiophyHum sei, als vnrlipo-ender Art (Fries Epici-isis p. 81), ist unbegründet, denn TT. bisioiihylhim wächst nicht in Pcdimen und es hat Tausch nie etwas anderes gemeint, als das in I>(ihnien Mohlhekannte IT. rupestre Schmidt! "Winkler giebt (in Reuss' Skizze p. 62) ehie ]<'orm dieser Art als bifidum hei Mileschau und ein 1 as iojjhy 1 1 u m unweit Tetschen an; dass beide hieher gehören, ist Avohl als sicher anzu- m>hmen, dagegen ist TT. ]asioi)hylluui Koch von Triest eine ganz andere Ttianze. TT. rupicolum l'V., bei Tcplitz ausecrehen. kenne ich nicht, doch scheint es nach den I)iagnosen und der Abbildung Itei I^eichenbach auch nicht sonderlich verschieden zu sein. **) Blätter grün oder etwas graugriui, weich behanrt, die ginndständigen meist zahlreich, am Grunde treruudet bis etwas herziormig. 18. H. subdolum Jord. (teste Fries) (H. ineisnm Koch nee TToppe, IL muro- rnm * snbeaesium Fries). Stengel blattlos oder 1 blätterig. Grundblätter (3 — -4) eiförmig, eilänglieb oder cilanzettlicb, an der Basis ahf/frnndet oder ahgeMutst und in einen längeren Blattstiel zngeselnveift, kleingezähnt oder am Grunde abstehend eingeschnitten gezähnt, ^)a^)?>rrrr/K/ steif, sipmlich JcaJd, nur unterseits und am Rande mit wenigen TTanren; das Stengelblatt und der Stengel oben fein sternflaumig. Köpfe eiförmig, 2 — 3 auf steif nufrechten Stielen, Hüllblätter lleiehgrün^ von Sternliaar und einfachen Haaren gran, drüsenlos, lang und, fein zuyesjiitH. Früchte brannroth. Niedlich, nui' ' .,' hoch. Verhält sich zu niuroruin, wie Tl. pallescens "W. Ivit. zu H. silvaticuni ; durch die Kahlheit, den steifen meist gahclig-2köpfigen Blütheustand, die bleichen, fast grannigen TTidlblättchen ausgezeichnet. 2|. Juni — August. Auf Felsen. Bisher bloss auf dem Sperlingstein bei Tetschen (Malinsky 1855)! 19. H murorum L. Stengel blattlos oder 1-, sehr selten 2blätterig. Grundblät- ter zahlreich, eiförmig bis länglich und länglicb-lanzettlicb, an der Basis abgerundet bis herzförmig, klein entfernt gezähnelt oder häufig am Grunde tief eingeschnitten gezähnt mit meist rückwärts gerichteten Zähnen, tvcich, auf den Flächen, am Rande und den Blattstielen weichbaarig-zottig. Köpfe am Grunde eiförmig, meist auf armförmig abste- henden, hogig aufsteigenden Stielen^ Hüllldätter trühgnln, lansettlich, spitz, wie auch die dickfilzigen Stiele mit schwarzen Borsten und Drüsenhaaren. 1— iV hoch. Yariirt mit ganz kurzi>estieUen und mit langgestielten (irundidättern ; bisweilen ästig von der Basis und aus dem Steugelblatte. F;irbe der Blätter bald sattgrün, bald in das Grau- grüne, einzelne Blätter sind auch manchmal zum Grunde verschmälert. Ivöpfe kleiner, nicht so hauchig wie bei H. Schmidtii. Eine Abnormität flosculis tubulosis beobachtete Neuinann um Kleinskal. 2J. Ende Mai — Juli, einzeln auch im Herbst. In "W'äldern, Haiden, Schlägen des ganzen Landes gemein bis auf die FTidien der Gränzgebirge, im Böhmerwalde bis auf den Arbergipfel 4540' hoch. ***) TMätter grasgrün, nur unterseits graugrün, weich behaart, in den Blattstiel allmälig verschmälert. 20. H. bifidum W. Kit. (IL Retzii Griseb. nee Fries). Stengel blattlos oder mit 1 — 2 kleinen Blättern, am i'^nde oder schon von der Mitte an gabelästig. Grund- blätter zahlreich, oberseits kahl und grün, unterseits graulich., sternhaarig- flaumig , son.^t zerstreut kurzhaarig, kursgestielt, elliptisch oder lanzettlich , eckig-gezähnt. Köpfe auf abstehenden längei-en Stielen, eiförmig. Hüllblätter lanzettlich, spitz, die inne- ren verkahlt, die äusseren nebst den Stielen graufilzig, kurzbehaart, mit spärlichen Drüsenhaaren. "rtieraciiiiTi. 003 Niedrig, nur ', — 1' hoch, schlank, mit gedrungenen kleinen Gruudblättern, oft uieur- stengelig. Blumen gelb, ihr Saum kahl, Früchte dunkelrothbraun. Die böhmische Pflanze ist völlig identisch mit der von Fries anerkannten thüringer Wallroth's (Epicrisis p. '.I4). 2|. Juni. Juli? und wieder im Herbst. Bisher nur im Erzgebirge dberhalb Komotau bei Petsch im Laubgebüsche (Herbst 1827, Knaf) ! 21. H silvaticum Lrimk. FI. frano. 1778 (R. vulgatum Fries Novit. 1828). Stengel beblättert. 3— melirblättorig (sehr selten 1 — 2blättcrig). Grundblätter meist lanqgestleU, ivenitf .i:alüreich (1 — 3), zur Blütliezeit öfter schon trocken, Stengelblätter entfernt, gestielt, die obersten sehr karzgostielt. fast sitzend: alle eilänglich oder eilan- zettlich bis länglich-lanzettlich , eckig-gezähnt bis eingeschnitten-gezähnt. die unteren Zähne oft grösser und vorivärtfi qer'wlitet; serfitreut iveichheliaart, die unteren Blatt- stiele auch zottig. Trugdolde meist vielköpfig, Köpfe kurz eiförmig auf gerade aufrerltt ahsifehenäen Stielen. Hüllblätter lanzettlieh , spitz, trübgrün, nebst den sternlilzigen Stielen mit schirarsen Dorsten und meist auch mit Drüsenhaaren. \—?,' hoch. Kronen goldgelb. Lnnfre vor Fries hnt Lamarck diese Art beschrieben und von H. mnrorum sehr gut untcrschioden. Kine Form hat Blütlienäste ans den obersten Iilättern. Yariirt sonst: /?'i maculatum, Blätter dunkler grün, schwarz gefleckt, und y'i Knafii (Tl. canes- cens Schleich.. Fries?). 1',' hoch, Blätter oval, geschweift kleiuzähnig, unterseits srraulich grün, die grundständigen kurzgesticlt, Blattstiele zottig. Köpfe und Stiele spärlich oder gar nicht drüsenhaarig. 2}. Juni. Juli. Tu Wäldern, Gebüschen verbreitet bis auf die höchsten Punkte der Gränzgebirge, ß) z. B. um Karlstein! Moldauthal südlich von Krumau! — y) Eich- buscli bei Eidlitz !, Toberrachel bei Komotau (Knaf) I Brandeis a. Adler ! B) (A ph vllopoda, Accipitrina Fries"). "Wnrzelstock durch Knospen ausdauernd, die sich erst im Frühiahr entwickeln; Grundblätter fehlend, Stengel reich beblättert, unterste Blätter kleiner, zur Blüthezeit meist schon zerstört. a) Stengelblätter kurzgestielt, oder mit verschmälerter oder abgerundeter Basis sitzend. ci) Hüllblätter wenigrcihig. innere verschmälert, spitzlich, fast Ireihig. gleich lang, am Grunde aussen mit unregelmässig gereihten kürzeren Aussenblättern. 22. H laevigatum Willd. Stengel aufrecht, beblättert, kahl oder am Grunde langhaarig. Blätter sehr kurz, die untersten deutlicher gestielt, länglich-lanzettlich, jeder- seits mit ivenigen foft nur 3) entfernten grösseren Zähnen, dariiher lanqzugespitzt, die oberen allmälig kleiner, zuletzt oft lineal-lanzettlich, mit verschmälerter Basis sitzend. Köpfe doldentraubig oder fast rispig. mittelgross, am Grunde abgerundet. Hüllkelch aussen locker, mit spärlichem Sternhaar und zerstreuten, drüsenlosen, seltener etlichen drüsen tragenden Haaren. 1 — 3' hoch. Kronen goldgelb. a) tridentatum (Fries spec, H. silvaticum var. Tausch!) Stengel nicht sehr steif, Blätter entfernter, die mittleren meist langgezogen, weicher mit wenig vorspringenden Nerven. Hüllblätter schmal lineal, grün, die inneren am Bande bleich. Hiezu ß) decrescens (Knaf spec. !), nur l'/, — 2' hoch; untere Steugelblätter grösser, ge- drängt und genähert, zur Blüthezeit noch frisch, falsche Grtnidblätter nachahmend, die oberen sehr deutlich an Grösse abnehmend. — Darf nicht mit ähnlichen Formen des H. silvaticum ver- wechselt werden ! Fries citirt diese Form zu H. canescens Schleich, aus der Gimppo des H. silvaticum. Knaf hat sie mit H. silvat. y) Knafii zusammen gesammelt, daher mag, Avenn letzteres wirklich ~ \l. canescens ist, eine Verwechselung oder Yermengung der Pflanzen stattgefunden haben. Übrigens ist dieKomotauer Lokalität weder alpin noch subalpin (Fries Epicr. p. 99). b) gothicum (Fries spec, H. silvaticum Tausch!) Stengel nicht sehr steif, Blätter entfernt, weich, glatt, glänzend, mittlere und obere an der Basis mehr abgerundet Hüllblätter breiter, schwärzlich-gi'ün. c) rigidum (Hartm., Fries, sp.i, H. lanceolatum Tausch!) Stengel hart tmd holzig, dichter beblättert: Blätter starrer, glatt, vorragend nervig, mittlere und obere kürzer mit mehr 2Q4 ITieracixiin. genäherten Zähnen. Ilülk'u grösser, llüllbUitter breiter, schwärzlich-grün. — Nähert sich dem H. umbellatum, lässt sich aber von vorliegender Art nicht trennen. 2\. Juli, August. In Hellten Wäldern, Gebüsclicn, auf buschigen Hügeln, a) im Hügel- und Gcbirgslandc verbreitet, ß) im Eidlitzer Eichbusch bei Komotau, zahl- reich mit H. silvaticum und tridentatum ! — b) selten: Hügel um Prag (Tausch)! Hohen- elbe, Kessclberg (Kablik) ! — c) scheint ebenfalls selten: Felsen bei Prag (Tausch)! Alaunhütte und Galgenberg bei Komotau (Knaf) ! Karlsbad (Ortmann) ! AnmerJc. Ilieracium Garckcanum Ascherson, von Garcke und Ascherson zwisclion Johannisbad und I'Yeiheit gefunden, hält der Autor fiir hybrid ans H. laevigatuni und jnaealtum. Das mir freundlichst mitgetheilte Exemplar hat das Ausselicn eines H. laevigatnm (tridentatum), welches aus den Achseinder Deckblättchen und selbst der oberen Stengellanbblätter verlängerte dünne Zweige mit kleineren zahlreichen lüipfen, und ans den Achseln der untersten Stengelblätter zahlreiche kleinblätterige Triebe treibt. Ohne mir ein endgiltiges ürtheil anznmassen, kann ich doch meine subjektive Ansicht nicht verhehlen, nämlich dass di(> Pllanzc nur ein II. laevigatnm mit durch irgend eine lokale Ursache erzeugter Zweigwucberung sein möchte. Eine ganz ähnliche Eorm mit langen Zweigen und kleinen Kiijjfen hat auch Knaf im I']ichltnsche Itei Eidlitz gesammelt, an der nur die unteren Triebe fehlen. Ich selbst habe eine, wie mir scheint, analoge Eorm des IL murorura bei Gratzen auf dem nochwaldberge gesammelt, welche ebenfalls dünne fädliche Zweige aus den Achseln der beiden Stengellaubblätter trieb , deren Köpfchen sogar doppelt kleiner waren als gewöhnlich; die Grundblätter waren theilweise uuregelmässig gezähnt und geschlitzt, theilweise ganz schmal und langgezogen und trieben ebenfalls viele kleinblätterige Sprosse. Pängsnm auf dem hohen Berge wuchs sonst nur gewöhnliches H. murorum, aber keine Piloselloiden-Art. ß) Iliillblätter regelmässig vielreihig, innere breit, stumpflich. Stengel steif und hart, dichtblätterig, am Grunde zur Blüthezeit blattlos. 23. H. umbellatum L. Stengel an der Spitze durch genälierte Äste fast dol- den rispiy, daselbst dichter sternhaarig, ohne Drüsen und längere Borsten. Blätter länglich, lauzettlich bis lincal, ganzrandig, kleingezähnt oder mit wenigen grösseren Zähnen, starr, am oft umgcrollten Rande und den vorspringenden anastomosirenden Nerven rauh, mit verschmährter Basis oder einem ganz kurzen Stielchen sitsend. Köpfe an der Basis kreiseiförmig, in den etwas verdickten Stiel übergehend. Hüllblätter gleiclifarbig, getrocknet schwärzlich, fast kahl, äussere schmäler^ spitzer, mit der Spitze zurücJcfjehogen. l—:y hoch. Blumen goldgelb. Variirt auch mit ästigem Stengel, ausserdem /?) coronopi- olium, Blätter verlängert, schmal, beiderseits mit 2—;^ verlängerten Zähnen, und y) angusti- olium, Blätter schmal-lineal, kaum 1" lang. 2|. Juli — Septemb. Auf trockenen Wiesen, Hügeln, in Wäldern, Waldschlägen, Gebüschen verbreitet, ß. und y. seltener. 24. H. boreale Fries (II. sabaudum Autt. boh. pl., H. silvestre Tausch 1828 !). Stengel oben doldentranhio-rispig. Blätter eiförmig bis cilanzettlich, grob- bis cinge- schnitten-gezähnt, die oberen über einem ganz kurzen Stielchen mit abgerundeter, ein U'enig stengelumfassender Basis sitzend, die unteren länglich, in den kurzen Blattstiel verschmälert, alle rauh, meist ziemlich kahl. Köpfe ziemlich gross, Hüllblätter sehr zahl- reich und vielreihig, bis auf dm oben verd/cJctrn Kopfstiel herabgehend, liroit, gleich- farbig dunkelgrün, ganz kahl und glatt, oder nur in der Mittellinie mit spärlichen Borst- chen, die äusseren 3 eckig -lanzettlich, stumpf, locJcer angedrücM. 172—4' hoch, bald oberwärts weichhaarig, bald kahl. Die grossen Stengelblätter bisweilen in der Stengelmitte zusammengerückt, darüber plötzlich viel kleinere Blättchen. Yar.: ß) pecti- natum (Knaf spec. !), Blätter grob und dicht sägezähnig, mittlere gegen den Grund kämmig eingeschnitten, llüllkelch heller, und y) hirsutum, Stengel und Blätter bis hinauf abstehend rauhhaarig. 2|. August— Oktober, von allen die letzte. Tu Wäldern, Gebiischen, besonders an schattigen Bach- und Gräbenrändern im Hügellande und niederen Gebirge verbreitet, ß) bei Eisenberg am Erzgebirge, y) Jungbunzlau (Hipp.) ! Tklulgedium.. 205 b) Stengelblätter ganz oder halb steugelumfassend-sitzeud, nur die untersten in einen breiten Stiel verschmälert. 25. H. crocatum Fries (Synib. 1848) (H, iuuloidcs Tausch ! pl. sei., Flora 1834 sed absque detiuit.). Stengel steif, dicht beblättert, spärlich kurzhaarig, an der Spitze doldeutraubig, ziemlich armki)ptig. Elätter länglich oder länglich-lanzettlich, imter- seits etAvas vorragend nervig, besonders auf den Nerven und dem Rande kurzhaarig, die unteren zum Grunde verschmälert, die oberen lialbumfassend-sitsend. Köpfe auf mehr weniger filzigen, spärlich horstigen und fast drüsenlosen Stielen, ziemlich gross, am Grunde breit, Hüllblätter breit, stumpf, die inneren fast kahl, die äusseren spärlich borstig oder armdrüsig, schwärzlich. Kroneusaum ImUI. Früchte schwai'zbraun. 1—1^2' hoch. Kronen goldgelb, Griffel safrangelb. Steht gleichsam zwischen vorigem und folgendem in der Mitte, aber kaum hybrid. 2J- Juli, August. Auf Grasplätzen in der niederen Hochgebirgsregion der Sudeten. Glazer Schneeberg (Tausch )I Rehorn und Kesselberg (Tausch, Kablik) ! Isergebirge bei Karlsthal, auf der Kobel- und Iserwiese (Wiramer). 26. H. prenanthoides Vill. (H. bupleurifolium Tausch). Stengel steif, vielblätte- rig, am Ende doldentraubig-rispig, zerstreut, behaart, am Grunde meist kahl. Blätter fein gezähuelt, kurzhaarig, unterseits graulich grün, erbaben nervig- netzig, die untersten in den theilweise geöhrten Blattstiel verschmälert, länglich-lanzettlich, die folgenden am Grunde geigeiifönnig znsanrnicn gezogen, 2öhrig, die mittleren und oberen länglich oder eilänglich. lanzettlich zugespitzt, liersförmig-stengelumfassend. Köpfe mittel, nicht bauchig, auf filzigen, mit kurzen sclitvärzlichen Drüsenl Klaren dicht besetzten Stielen. Hüllblätter trübgrün, innere stumpflicli, äussere kurz, wenige, mit Stern- und Ürüsen- haar. Kroneusaum feinhaarig. Früchte lichtbraun. IV2— ^' hoch, Blumen hellgelb. Blattbreite etwas veränderlich. 4^ Juli, August. Auf kräuterreichen grasigen Lehnen des höheren Gränzgebirges. Glazer Schnceberg, Eibgrund (Tausch)! Kesselgrund (Gottstein)! Kesselkoppe, Riesen- grund, Schneegruben, kleiner Teich u. s. w. — Schilteich bei Schlackenwerth (J. Reiss als H. ramosum W. Kit.) ! 6. Mulgedium C'ass. Milchlattich. 1. M. alpinum Less. (Sonchus alpinus L., S. coeruleus Sm.). Wurzelstock wal- zig. Stengel aufrecht, einfach, an der Spitze eine gedrungene traubige Rispe tragend, oben drüsenhaarig. Blätter schrottsägeförmig, leierförmig, ungleich geschwoift-gezähnt, in den breitgeflügelten, am Grunde geöhrteu Stieltheil verschmälert ; ihr Endabschnitt 3eckig- spiessförmig, zugespitzt, seitliche 1 — 2 Paare breitlanzettlich ; die oberen Blätter ganz, lanzettlich, stengelumfassend sitzend. 2—5' hoch. Blätter sattgi-ün, unterseits bläulich, ziemlich kahl. Blumen violcttblau, sehr selten weiss. '^ Juli, August. Auf feuchten, quelligen Waldstellen, Waldwieseu der Gränzge- birge und Vorgebirge, sehr gesellig. Im Riesengebirge häufig: Eibgrund, kl. Teich; Glatzer Schneeberg ! Stiebnitz bei Senftenberg (Brorsen), Adersbach (Knaf) ! Johannisbad (Opiz), Reichenberg (Langer) ! Verbreitet auf dem Kamme und in den Gründen des Erzgebirges: Zinnwald (Reuss), Krinsdorfer Grund (Thiel)! Fleyh, Göhrn, Gabrielahütte bei Kaliich (Reuss), Grundthal bei Petsch (Knaf) ! Gottesgab am Sonnenwirbel, Joachims- thal (J. Reiss) ! Wiesen bei Karlsbad (Knoll) ! — Böhmerwald im oberen Theil der Buchenregion und häufiger in der Fichtenregion von 3000—4000' (Sendtner). Alpen- weide bei Glöckelsberg, Dreisesselbcrg und Plöckelstein, bei Hirschbergcn (Jungbauei) : 206 ÖonctLus, bei Aussergetild (Malinsky) ! Schwarzer See (Jirus) ! — Auch in den Zbirower Wäldern (Purkyne) ! 7. Sonchus L. (part.) Saudistel. Gänsedistel. a.) Perenuireuile Arten,, mit ineist einfachem Stengel und grösseren Köi>feu. Früchte weniger zusammengedrückt, beiderseits gewölbt mit je 5 starken Rippen. ? 1. S. palustris L. Wurzelstock kurz, dickwalzig. Blätter stachelig gezähnt und gewimpcrt, schrottsägefih'mig mit grossem spiessförmigem Endabschnitt und wenigen lanzettlichen Seitenzipfcln, obere ganz, länglich-lanzcttlich, oberste lanzettlich, langzuge- spitzt, die stcngelständigcu pftiltormig mit spitzen oder sugespitsten, abstehenden Ohren slenydiimfasscnd. Früchte bleichgelb, dickberandet, beiderseits mit einer mitt- leren dicken und 1 seitlichen feinen, öchivachrunseliyeH EipiJcn, dadurch zusammen- gedrückt 4scitig, etwas gekrümmt. Stengel steif aufrcdit, ilick, 3-7' hoch. Blatter sehr gross, steif, oberseits glänzend, uuterseits bUuilichgrnn, vorspringend nervig. Köpfe dagegen kleiner als bei folgendem, nebst den Stielen dicht driisenborstig. Ulumcn blassgelb. 2J. Juli — Scptcmb. In Sümpfen, Wassergräben, sumpfigen Ufergebüschen. Sumpf- wiesen bei Ilabstein (Pfund), am Dammteiche bei Urüx (Eichler), Püllna, Kommerner Seewiesen (Roth). Ich habe kein böhm. Flxempl. gesehen und traue den Angaben nicht ganz, weil oft die grössere Wiesenform von S. arvensis mit der Art verwechselt wird, 2. S. arvensis L. Wurzel spindelig mit starken horizontalen Seitenwurzeln, aus denselben Adveutivknospen treibend. Blätter buchtig bis schrottsägeförmig, mit spitzen Jjeckigeu oder ;3eckig-lauzettlichen Absi'hnitten, seltener ganz, ungleich stachelig gezähnt und gewimpert, die stengelständigen herzförmig mit ahgermideten angedriick- teu Ohren stengelumfassend. Früchte dunkelbraun, beiderseits mit 5 dickeren^ gleich- starken, knotig-runzeligen Bippen, beiderseits verschmälert. Stengel steif aufrecht, Blätter steif, oberseits glänzend. Auf Äckern gewöhnlich nur 1—2' hoch, wenigköpfig, auf feuchten oder siunptigcu Wiesen bis 5' hoch, in allen Thcilen grösser mit zahlreicheren Köpfen. Diese und ihre Stiele meist mit gelben Drüsenborsteu, selten kahl iß. laevipes). Blumen goldgelb. 4 Juli— Septemb. Auf Äckern und Ackerrändern, Gräben, feuchten Wiesen und in feuchten Gebüschen verbreitet bis in das niedere Gebirge; ß) viel seltener: Malesice (Opiz), unter dem Spitzberg b. Böhm, Leipa in einem Kartoffelfelde ! b) Einjährige Arten, ndt meist ästigem Stengel luul kleineren Köpfen. Früchte flach- gedrückt, jcderseits fein 3 — örippig. 3, S. laevis All. (S. oleraceus laevis L., S. oleraceus Autt, plur.). Untere Blätter in den geflügelten Blattstiel hcrablaufend, obere mit herz- oder pfeilförmig ge- öhrteni Grunde stengelumfassend, mit gerade vorgestreckten, ahstehendcn, meist zuge- zpitzten Ohren, ganz oder öfter lcierförmig-fiedersi)altig, einfach oder doppelt gezähnt, mit ans breiterem Grunde fast dornig zugespitzten Zähnen. Früchte lederbraun, beiderseits mit 3 (seltener 5) feinen, gesägt-runzeligen Rippen, zwischen denselben deutlich querrunzelig. 7,-3' hoch, röhrig, ]l;ltter verliümniert, wohl durch den starken Druck der achsel- ständigen abstehenden Aste, daher die grossen Pfcillappen doppolt grösser als der abgestutzte liest der Blattfläche. ^ Juli, August. An Wegen, auf Schutt, Hügeln, steinigen Abhängen, auf Lehm und Kalk, die verbreitetste, in manchen Gegenden, namentlich in Südböhmen, in rauheren Lagen, jedoch kaum über 1500' die einzige Art. Verbreitet in den wärmeren Lagen, wo L. saligna und viminea vorkommen, ausserdem zerstreut: Kleinskal, Weisswasser, Kuttenberg, Chlumec, Pardubic, Chrudim! Bei Karlsbad, Schlackenwerth einzige Art und selten (Ortmann, Reiss), häufiger schon zwischen Klösterle und Kaaden ! Podersam auf dem Eichberge auf einer Waldblösse ! — Neuhütten im Vüznice-thal ! Zdic (Sternberg) ! Um Krumau einzige Art (Jungbauer)! u. s. w. j L. sativa L. (Kopfsalat). Stengel oben rispig-ästig ; Äste aufrecht, oberwärts dicht und klein beblättert^ an der Spitze ebensträussiy . Blätter ziemlich horizontal, eiförmig^ ungetheilt, am Grunde winkelig-gezähnt, tieflierzförmig-pfeilförmig, die kleinen rispenständigen zahlreich und genähert, stachelig-gezähnt. Früchte verkehrteiförmig-länglich. O und £3 J"^^' August. Wird in Gärten und Kräutereien als Salatpflanze all- gemein gebaut; ist wahrscheinlich die Culturrace der L. scariola. **) Früchte ziemlich breit (flügelartig) berandet, schwarz, kahl. -j- L. virosa L., der Giftlattich, mit wagrecht abstehenden, länglich eiförmigen, stachel- spitzgezähnten oder buchtigen Blättern, 3 — 7' hoch, ist iu Böhmen nicht einheimisch: mag aber, obwohl nur selten, bisweilen zum Arzneigebrauche gebaut werden und verwüdern ; so war er z. B. im Garten des böhm. Museums durch viele Jahre verwildert. 10. Chondrilla L. Ch. juncea L. Wurzelstock walzig, senkrecht, Stengel unterwärts steifhaarig, mit ruthenförmigen Ästen, oberwärts kahl und rispig- oder fast traubig-ästig. Grundblätter rosettig, wie die untersten Stengelblätter länglich-verkebrteiförmig , schrottsägeförmig, zur Blüthezeit vertrocknet; übrige Stengelblätter länglich-lanzettlich bis lineal, aufrecht, fein wimpciig-gezähuelt. Köpfe gegen die Spitze der oberen Äste zu 2 — 3, kurzgestielt. Hüllen grauflaumig. Schnabel oberwärts verdickt, länger als die Frucht. Schuppen des Krönchens lanzettlich. 2 — 4' hoch. Blumen dottergelb, Ilaarkelch weiss. Variirt: k) angustifolia D(dl. Stengelblätter lineallanzettlich bis lineal, mit entfernten sehr feinen Bandwimpern, Mittelnerv wehrlos. ß) latifolia (M. Bieb. spec.) Stengelblätter länglich bis elliptisch-lanzetthch, mit stärkeren, dichteren, am Grunde dornartigen Wimpern und ebensolchen Stacheln am Mittelaerven. 2}. Juli, August. Auf trockenen Hügeln, Dämmen, felsigen Abhängen, Mauern, in Feldern, auf Kalk- Thon- und Sandboden, öfter mit Lactuca viminea, aber von weiterer Verbreitung. Bei Prag: Belvedere, bei Bubna im Wickenfelde, Baumgarten, gegenüber Libcic, Folimanka, Vrsovic, Krcer Wald, Hodkovicky, Kuchelbad, Motol ! ^tifin (Sykora). — Sandfluren zwischen Cecelic und Konctop nahe der Elbe, Elbe- Teinitz gegen Ivzovic, Sand auf Gneuss ! Bohdanec bei der St. Georgskapelle auf Sand! Jung-Bunzlau auf Mauern (Aschers ). Weisswasser (Hipp., ß) ! Münchengrätz unter dem Kloster und bei Zvit^etic (Sekera). Bürgstein b. B. Leipa (Hocke, a) ! Leitmeritz am Uhu- berg, Dreikreutzberg b. Cernosek (A. Mayer). Tetschcn (Malinskj', «)! Stephanshöhe, Schönauer Berg bei Teplitz (Eichler), Bilin im Zizkathale auf einem Gneussfclde ! Rothrn- haus (liotli)! Losau (Thiel), zwischen Schicsselitz und Saaz, bei Straupitz am Egerabhang! "Willeraetia. Taraxacum. 211 zwischen Klösterle und Kaaden auf Gneussfelsen und an der Strasse! Tocnik (Purkyne), Vorlik (Sternberg Herb,)! Strakonic auf dem Abhänge der Wotawa (Podskali genannt)! 1]. Willemetia Neck. 1. W. hieracioides Monn. 1829 (W. apargioides Less. 1832, Crepis apargioides Willd.) Wurzelstock kurzgliedrig, walzig, schief aufrecht Grundblätter Länglich verkehrt- eiförmig, spitz, zum Grunde keilig verschmälert, schrottsägeförraig-gezähnt, fast kahl. Stengel hohl, fast nackt, meist nur oberwärts mit einigen schmalen kleineu Blätcchen, nebst denselben und den Hüllblättern mit borstlichen schwärzlichen Drüsenhaai'en besetzt, einfacli oder doldentraubig 2 - Ököpfig. Hülle am Grunde nebst der Spitze der Kopfstiele sternhaarig-filzig. ^li—2' hoch. Blätter hell- etwas graulichgrün. Blumen sattgelb. Vom Aussehen einer Crepis oder eines Hieracium. Wenn mao durchaus auf den ältesten spezifischen Adjektivnaraen zurückgehen will, dann muss man die Art W. stipitata (nach Hieracium stipitatum Jacq.) nennen. 4 Juli, August (Koch)? Auf nassen, quelligen oder sumpfigen Bergwiesen im Böhmerwalde und auf seinen Vorbergen sehr gesellig : Neuern (Purk.)! S ubenbach (Tausch)! Aussergefild, Plöckenstein, Dreisesselberg (Purkyne); um Lagau, im Blanskerwalde, z. B. beim Kokeisheger, im östlichen Theile gegen Rojau! Hocliwaldberg bei Gratzen ! 12. Taraxacnm Juss. Butterblume, Pfaffenröhrlein. 1. T, ofFicinale Web. (Leontodon taraxacnm L.) Wurzel und Wurzelstock dick, ästig, Blätter grundständig, länglich bis lineal-lanzettlich, in einen am Grunde verbreiterten Blattstiel verschmälert, selten nur geschweift gezähnt, meist schrottsägeförmig oder tief fiederspaltig mit spitzen, gezähnten Abschnitten, kahl oder nebst dem Schaft etwas kraus- wollig. Schaft Iköpfig, röhrig. Der ungefärbte Theil des Schnabels länger als die Frucht mit dem gefärbten Theile desselben. 1" — 1' hoch. Blumen gelb, äussere oft graublau gestreift. Variirt sehr: «) pratense Neilr. Äussere Hüllblätter lineal oder lanzettlich oder aus eiförmiger Basis lineal, herabgeschlagen. — Hiezu '■'') dissectum Tausch herb., Blätter bis auf den Mttel- nerv geschlitzt üedertheilig, mit schmalen, sehr ungleichen, aus breiterem Grunde lanzettlichen oder liuealen, gekrausten Abschnitten. ß) laevigatum (DC. spec, Leontodon glaucescens M. Bieb., L. alpestris ß. arcuatus Tausch !). Äussere IlüUblätter anfangs augedrückt, dann mehr weniger horizontal abstehend, eiför- mig bis lanzettlich. Oft bläulichgrün. Innerste Hüllblätter oft unter der Spitze mit einem Hörn- chen oder einer Schwiele {L. corniculatus Kit ), was bei a) und y) aber auch manchmal vorkommt. y) palustre Huds. (Leont. lividus W. Kit.j. Äussere Hüllblätter aufrecht, angedrückt, eiförmig oder eilanzettlich Hüllen gross wie bei den vori■) cou- fertus m., 2— 3' hoch. Köpfe genähert gehäuft am Ende des Stengels und der Äste. O Juli — Septemb. An Gräben und schlammigen Stellen in niedrigeren Gegen- den gemein; y) Hetzinsel bei Prag 1870! 27. Rudbeckia L. 1. R. laciniata L. Stengel kahl, oben mit Iköpfigen Ästen. Blätter rauh, untere fiederschnittig, oberste einfach mit eiförmigen, eingeschuitten-gezähnten Abschnitten, End- abschnitt 31appig. 15* 298 ^ohillea, 3—5' hoch. Köpfe gross. Zungenblumen IV2" lang, gelb, abstehend. Scheibenblumen grünlich-braun. 2). August, Sept. An Flussufern in Gebüschen im nördlichen Böhmen bisweilen verwildert, aus Nordamerika stammend. An einigen Bäclien bei Fricdland (Menzel). Ufergebüsch vor Wichstadtel bei Grulich mehrere Exemplare! 28. Achillea L. Garbe. a) (Ptarmica). Strahlblumen etwa 10, ihre Zunge so lang als die halbkugelige Hülle. 1. A. ptarmica Iv. (Weisser Dorant). Wurzelstock kriechend. Blätter lineal- lanzettlich, sitzend, bis zur Mitte klein und dicht, von da tiefer und entfernter gesägt, Sägezähne fein knorpeliggesägt, Hüllblätter eiförmig-lanzettlich, braungerandet. Stengel 1—3' hoch, kahl oder oben flaumig, doldenrispig. Strahlblumen weiss, Scheibe gelblich-weiss. 2J. Juli — Septemb. An Flussufern im Gebüsch, an Gräben, in feuchten Auen verbreitet, sowohl in den Niederungen, z. B. Eger bei Budin, Elbe bei Nimburg und Podebrad, Chrast bei Lobkowic (auf Torfmoor!) als auch in kühleren, gebirgigeren Gegen- den, daselbst auch auf Waldwiesen und Moorwiesen, so bei Geyer und Karlsbrunn an der mähr. Gränze. Im Erzgebirge in den Bergthälern, auf dem Klotzberge im Mittelge- birge (Reuss). Häufig in Südböhmen bei Budweis, Krumau an der Moldau, noch hinter Rosenberg gegen Hohenfurth ! In den wärmsten Lagen selten, so bei Prag : Hetzinsel, Kaiserwiese, bei Karlstein selten (Ruda). b) Strahlblumen 4—5, kürzer als die eiförmige Hülle. Köpfchen kleiner als bei vor. 2, A. millefolium L. Wurzelstock mit Jcriechenden Läufern. Blätter im Um- riss Jansettlich oder Imeal, 2 — 3fach fiedertheilig mit kurz lanzettlichen bis fädlichen, ganzen oder 2 — Sspaltigen Zipfeln. Blattspindel ungezähnt oder vorn mit einseinen Zähnchen. Strahlblumen wagrecht abstehend, 2 — 3mal kürzer als die Hülle, Hüllblätter länglich-eiförmig, hautrandig. a) genuin a. Meist 1—2' hoch, dürftige Pflanzen auch nur wenige Zoll hoch. Blatt- zipfel kurz-lanzottlich oder lineal. Köpfchen und Blumen grösser. — Variirt vielfach : gewöhnlich zerstreut-wollig oder kalil, seltener {ß. Janata) wollig-zottig. Blätter in der Regel doppelt üeder- thei!i,t>-, so'tener die unteren dreifach tiedertheilig mit fein liuealen Zipfeln (A. Seidlii Presl). Zipfel kurz lanzettlicli, an der S])itze knorpelig verdickt (y. crustata Rochel) oder nicht verdickt. lUillblätter bald gleichfarbig oder am Rande etwas gebräunt oder schwarzbraun, Blumen weisslich oder rosenroth. — Eine besondere Standorts- Var. ist ö) alpestris W. &. Grab. (A. Haenkeaua Tausch, A. sudetica Opiz! A. magna Haenke, Presl fl. c.), Blätter 3fach fiedertheilig mit feinlinealen Abschnitten, Hülll)lütter breiter, schwarzbraun berandet, Zungcnblüthen meist rosenroth. — Ich fand ülierdiess hei Holienmanth auf einem mit der gewöhnlichsten Form wie übersäeten Brach- felde einen Blüthen-Uiniorphisraus: an einzelnen Exemplaren grössere aber wenige Blumen, an ande- ren bedeutend kleinere und zahlreichere im Köpfchen. b) setacea (W. Kit. spec). 3" — 1' hoch, wolligzottig. Blattzipfel sehr fein borstlich, sehr dichtstehend. Köpfchen und Blumen merklich kleiner, wenig grösser als bei A. nobilis. Strahlblumen gelblich weiss. — Übergänge zu a) sah ich nie. 2\. a) Juli — Septemb, b) Juni, Juli, fängt um 14 — 20 Tage früher zu blühen an. a) Auf Wiesen, Triften, Wegrändern, Waldrändern, sehr gemein, von der Ebene bis auf die höchsten Punkte der Gränzgebirge, d) besonders im Riesengebirge : Kl. Teich, Schncegiuben, Riesengrund (Wimmer), Schätzbar (Oj)iz)!, aber auch bei Karlsbad (Ort- raann als A. Seidlii) ! b) Auf trockenen, sonnigen Hügeln und Rainen, auf Sand- und Kalkboden, in den wärmsten Gegenden, daselbst ziemlich verbreitet. Um Prag: Baum- garten, Lieben, Roztok, Scharka, Zlichov, Illubocep, zwischen Modfan und Lhotka oben u. s. w. — Jungbunzlau, Thiergarten von Kosmanos (Hippclli)! Kloster bei München- grätz (Sekera). Eibgegend, Tisic auf Sand, Bysic auf Kalk ! bei Wegstädtol, Racic Eib- ufer, Borfraine ! Gipfel des Sovice! um Leitmeritz nicht selten: Radobyl, Lobosch u. s. w Anthemis. 229 Berge des b. Mittelgebirges (Wmkler)! Gipfel des Milayer Bergs niul bei Webfan (auf Kalk) Dächst Laun ! Bilin im Zlizkathale ! Brüxer Schlossberg (Eichler) ! Schiesselitz bei Saaz! Kl. Palec bei Schlan (Knaf) ! 3. A. nobilis L. Wurzelstock Icursgliedrig, ohne Läufer. Blätter im Umrisse eiförmig oder länglich, doppelt fiedertheilig mit linealen fast kämmigen Zipfeln. Blatt- spindel von der Älitte sur Spitze sivisclien den Ähschnitfen nnrcgelmässicj gezähnt. Strahlblumen zurückgeschlagen, 3 — 4mal kürzer als die Hülle, Hüllblätter länglich, weiss- lich hautrandig. V2— l'/j' hoch. Blätter graulich-grün. Köpfchen kleiner als bei vor., rostgelb behaart. Strahlblumen weisslich oder gelblich, kaum 'A'" lang. 2|. Juli — Septemb. Auf trockenen, steinigen und buschigen Hügeln des wärmeren Hügellandes und Vorgebirges, selten, sehr zerstreut. Bei Prag: Scharka, Podbaba! Roztok (Opiz). Cäslau (Opiz). Gastorf und Brozau (Neumann). Am häufigsten auf den Basalt- bergen bei Ceraosek und Leitmeritz I : Radobyl, Kl. und Gross. Radischken, Dreikreutz- berg, Debus und Theinberg hinter Praskovitz (A. Mayer), Kreutzberg bei Schüttenitz (Reuss), Lobosch (Opiz). Teplitz (Winklcr) 1 Xeundorf bei Seestadtl (Prof. Reuss). Schwarzer Hübel und Grundthal bei Komotau (Knaf) I Heiliger Berg bei Kaaden (Reuss). — Krumau an der Mauth gegen Lagau (Mardetschläger) ! 29. Anthemis L. a) (Maruta). Spreublättchen fädlich-borstlich, meist nur am oberen Theile des verläugert- kegelförmigen Blüthenlagers. Strahlblumen geschlechtslos. Früchtchen auf den Rippen kleinwal-zig. 1. A. eotula L. (Maruta foetida Cass.). Stengel und Blätter kurzflaumig oder ziemlich kahl. Blätter 2 — Sfach fiedertheilig, mit schmallinealen, fast fädlichen, unge- theilten oder 2 — 3spaltigen Zipfeln. Hüllblätter stumpflich, mit schmalem grünem Kiel- streifen, mit aufrechter Spitze. Früchte stielrundlich kreiselfürmig, mit rundlichem Höf- chen an der Spitze. V2— IV2' hoch, von unten an ästig mit 1— mehrköpfigen Ästen. Köpfe kleiner als bei den folgenden, käseartig eckelriechend. Strahl weiss. O Juni — Oktob. Auf Dorfangern, wüsten Plätzen, an Wegen, stellenweise auch auf Feldern verbreitet, bisweilen massenhaft, jedoch nur in den Niederungen und im Hügellande. Massenhaft in den Elbegegenden von Bodenbach bis Königgrätz und Josef- stadt, so auch an der Eger um Laun u. s. w. Um Chrudim, Hoheumanth, Chotzen über- all als Unkraut in Feldern statt Anth. arvensis. Um Krumau schon nirgends zu sehen (auch bei Jungbauer nicht verzeichnet), jedoch bei Hohenfurth noch einmal gesehen. b) Spreublättchen starr, lanzettlich, stachelspitz, unter sämmtlichen Blüthen ausgebildet. Strahlblumen weiblich. Früchtchen auf den Rippen glatt. a) (E u a n t h e m i s). Blüthenlager verlängert-kegelförmig. Früchtchen stielrundlich, stumpf 4kantig, an der Spitze mit rundlichem Höfchen. Blätter doppelt fiedertheilig, Abschnitte nicht kammförmig gestellt. 2. A. arvensis L. Wolligflaumig oder ziemlich Jcahl. Blattabschnitte lineal- lanzettlich. Spreublättchen lineal-lanzettlich, fast ganzrandig^ mit starrer Stachelspitze. Früchtchen oben mit stumpfem wulstigem Rande, die inneren häufig mit scharfem Rande. Vj— l'/i' hoch, oft ausgebreitet ästig, Äste Iköpfig. Blätter trübgrün. Strahl weiss. Geruch unangenehm. O und Juni— Oktob. Auf Äckern, Rainen, wüsten Plätzen, an Wegen, ver- breitet, und im Gebirge bis zur Gränze der Culturen: in den wärmsten Lagen, in denen A. austriaca verbreitet ist, dagegen seltener, stellenweise ganz fehlend. Bei Prag selten: Kosif gegen die Cibulka (Leonhardi), Holesovic (K. Knafj ! — Jungbunzlau, München- 230 ^.zitliexiais. grätz, Weisswasser ! Leitmeritz (Mayer) ! Bilin (Reuss) ! Häufig im nördlicheren Böhmen und am Erzgebirge. In Südböhmen allein herrschend, so bei Strakonic, Budweis, Krumau, Gratzen ! P,. A. ruthenica M. P)ieb. (A. retusa liink, A. Neilreichii Ortmann). Wollig- c/rau£Otiü/. Blanabsclniittc lincal-lanzettlich. Spreublättchen 1 anglich- Jceilic/, nach oben rerhrcitcrt und (jesähnelt. dann in eine starre Stachclspitze zugespitzt. Früchtchen mit Scharfan Ilandc, die äusseren öfter mit einem halbseitigen Krönchen. '/j— r hoch, graugrün bis weissgrau, meist ästig, Äste Iköpfig. Strahl weiss. Geruch aromatisch-bitter. Der vor. sehr nahe stehend. O Mai — August. Auf Sandfcldern, Eisenbahndäramen der Niederungen nördlich von Prag, zerstreut, aber immer sehr zahlreich ; entschiedene Sandpflanze. Bei Prag bei Ilolesovic nahe dem Baumgarten und in demselben ! Jungferbf ezaner Schlossberg (Leon- hardi), bei Chrast und Neratovic nächst Lobkovic! bei Kolin nördlich gegen Sendrazic mit Plantago arcnai'ia, Salsola und Anthemis austriaca, minder häufig als die letztere ! Jungbunzlau (Ilippclli) ! Häufig um Wegstädtl und Roudnic ! ß) (Cota Gay). Blütlienlager gewölbt bis hall)kugelig. Früchtchen zusammengedrückt 4kantig, an der Spitze mit rhombischem Höfchen. Blätter doppelt fiedertheilig, Abschnitte regel- mässig kammförmig gestellt. 4. A. austriaca Jacq. Wurzel spindlig, ] jährig. Blätter mit fast gansrandiger Spindel und lineal-lanzettlichen, stachelsnitzen ganzrandigen Abschnitten, flaumig-wollig. Spreublättchen lineal-Jceilig, plötzlich in eine lange Stachelspitse sugespitzt. Frücht- chen jeder seits Srippig. 1—1' V hoch, meist vom Grunde buschig-vielästig. Strahlblumen weiss, selten fehlend. Mai — Juli. Auf Äckern, wüsten Plätzen, Rainen, Sandfluren, besonders auf Alluvien, Lehm und Sand, auch auf Kalk, sehr verbreitet in den niederen wärmeren Gegenden, anderwärts ganz fehlend; wo die vorige wächst, meist in ihrer Gemeinschaft, dagegen selten mit spärlicherer A. arvensis zusammen. Um Prag allgemein verbreitet, z B. Baumgarten, Podbaba, Troja, Lieben, Vrsovic, Zäbehlic, Krö, Veleslavin, Scharka, Kaiserwiese, St. Prokop u. s. w. .Neuhütte bei Beroun (Feistmantel) ! Ebenso in der Elbeniederung und auf angrenzenden Plateau's: Bysic, Tisic, Pecek, Nimburg, Podebrad, um den Woskoberg überall ! Kolin ! Kuttenberg (Opiz) ! Koufim (Jims) ! Elbe-Teinitz ! Bei Pardubic und weiter östlich und nordwärts an der Elbe nicht mehr notirt. — Jung- bunzlau (Hipp.) ! bei Münchengrätz schon selten, vereinzelt (Sekera) ; noch bei Niemes auf den Hüflit/.er Feldern (Schauta) ! — Wegstädtel, Gastorf, Roudnic sehr zahlreich ! auch um Leitmeritz gemein! Aussig, Tetschen (Malinsky)! Teplitz (Eichler), Osseg (Thiel)! allein berrschend. Bilin (Reuss). Fehlt um Komotau schon gänzlich. Laun an der Prager Strasse! Karlsbad, Elbogen (Ortm., Ascherson), Marienbad (Heidler). 5. A. tinetoria L. Wurzel spindelig-ästig, Grundachse ausdauernd. Blätter mit gezähnter Spiitdd, stachclspitzen, sparsam gezähnten Abschnitten, unterseits oder I)eiderseits grauwollig. Spreublättchen lincal-lanzettlich, in die Stachelspitze verschmä- lert. Früchtchen jederseits Östreifig. 1 — 2' hoch, oberwärts ästig. Strahlblnmen wie die Scheibe citronengelb. Die Aharten mit weissem Strahl und ohne Strahl bei uns nicht beobachtet. 2|. Juli — September. Auf steinigen sonnigen Abhängen, Rainen verbreitet und stellenweise häufig in gebirgigeren Gegenden, wiewohl nicht im höheren Gebirge über 2000', seltener und spärlicher im Hügellande, in den Niederungen ganz fehlend. Bei Prag selten: Bauragarten, Scharka, Kuchelbad, Zävist, Karliker Thal, Karlstein, Tetfn! — Thal Vuznice bei Neuhüften! — Husov bei Melnik (Prazäk) ! Iserthal bei Jungbunzlau (Hipji.)!, spärlich zwischen Mobclnic und Koryt (Sekera), Jicfn unter dem Tdbor spärlich, sehr bäufig bei Starkenbach (Pospichal) ! Landskron (Erxleben), Leitomyschl sehr selten. Miatricaria Chrysanthemum. 231 bei Hopfendorf (Pospicbal)! — Böhm. Leipa (Watzel), B. Kamniti (Zizelsb.)! Georgs- walde (Xeumann). Sperlingstein! Leitmeritz: Wostrey, Strascbitzkenberg, Dreikreutzberg (A. Mayer), Loboscb (Opiz). — Abhänge und Fuss des Erzgebirges : Mariaschein ! Brüxer Felder selten (Eichler), Rothenhaus, Birken, Grimdthal b. Komotau! Eidlitz (Reuss). Vysocan gegen Losau (Thiel). Eichberg bei Podersam und äusserst häufig in dem Ge- birge und der Umgebung von Duppau ! auch bei Karlsbad (Ortmann) und Marienbad (Fr. August) gemein. — Winterberg (Claudi). Moldauthal: bei Rosenberg einzeln, Felsen bei Rojau und Kalkfelsen bei Krumau ! Naserthal bei Platz (Xovotny) ! 30. Matricaria L. Kamille. a) Blütbenlager eiförmig, zuletzt kurz kegelförmig, ausgefüllt. 1. M. inodora L. (Chrysanthemum inod L., Tripleurospermum inod. Schultz bip.) Blätter 2 — 3fach fiedertheilig mit lineal-fädlichen Abschnitten. Scheibenblumen özähnig, Strahlblumen zungenförmig; länger als die Hülle, selten fehlend. Früchte mit 3 ivulstigen Fappen, auf der sch^Yachge^völbten Rückseite und zwischen den Rippen der Bauchseite querrunzelig, zuletzt schtvarzhraun, mit ganzrandigem oder 41appigem Kronchen, unter demselben auf der PdicJcseite mit 2 drüsigen Grübchen. 3"— 2^2' hoch, völlig kahl, einfach oder ästig. Früchte viel grösser als bei den folgen- den. Geruch kaum merklich. Variirt in der Grösse der Köpfe, die bisweilen mit dea weissen Strahlblumen fast so gross als bei Chr. leucauthemum, feruer ß. disoidea, ohne Strahlblumen. O und D^, sogar 2|. .Juni — Oktob. Auf Äckern, wüsten Plätzen, an Wegen, Dorfangern verbreitet, bis an den Fuss der Gebirge; ß) sehr selten, Neuhütte bei Berouu (Feistmantel) ! b) Blütbenlager kegelförmig, hohl. 2. M. chamomilla L. (Echte Kamille). Stengel locJcer beblättert, Köpfchenstiele verlängert, haum verdickt, Blätter 2 — 3fach fiedertheilig, mit linealen und lineal-fädlichen Zipfeln. Scheibenblumen 5zähnig, Strahlblumen sungenförmig, länger als die Hülle. Früchte sehr klein, auf der Bauchseite arippig, ohne Seitenstreifen und Drüsengruben, auf der Rückseite fein gestreift, meist ohne Kronchen. Y2 — 1' hoch, ganz kahl. Strahl weiss. Von bekanntem augeuehm aromatischem Gerüche. O Mai — August. Auf Äckern, wüsten Plätzen verbreitet, aber nicht überall häufig, gegen das Vorgebirge allmälig aufhörend; so z. B. um Budweis noch sehr häufig, gegen Goldenkron immer seltener, bei Krumau schon ganz fehlend ; fehlt ebenso um Lomnic und tritt erst bei Jicin auf (Poldk). f 3. M. discoidea De Cand. (Santolina suaveolens Pursh). Stengel dicht be- blättert. Köpfchenstiele ganz kurz, oberwärts verdickt. Blätter 2 — 3fach fiedertheilig mit linealen bis lineal-lanzettlicben Zipfeln. Scheibenblumen dzähnig, Strahlblumen fehlend. Früchte auf der Bauchseite Srippig, auf den 2 Seitenrippen mit einem braunen Drüsenstreifen, auf der Rückseite kaum merklich längsgestreift, ohne Drüsengruben. 2"— 1' hoch. Blumen grüngelblich. Riecht angenehm aromatisch wie vorige. O Juni — August. In Nordamerika und Ostasien einheimisch; verwildert bei Prag auf feuchten Wiesen nächst Zäbehlic (Schöbl 1853, Ruda 1862)!, bei Bodenbach im Weidengebüsclie unter dem Landbogen der Nordbahnbrücke (Ascherson). 31. Chrysanthemum L. ampl. Wucherblume. a) Köpfe gross, einzeln, am Stengel und seinen Ästen endständig. Blätter nngetheilt. 1. (Xanthophthalmuui C. II. Schnitz). Früchte der Scheibe 4seitig-stielrundlich, die des Strahls .Sseitig, die Seitenkanten in einen oberwärts in einen Zahn ausgehenden Flügel ver- breitert. Strahlblumcn gelb. 232 Chrysantlieinuin. t 1. Ch. segetum L. Stengel aufrecht, meist etwas ästig. Blätter eingeschnitten gezähnt bis seicht iiedcrspaltig, die unteren kurzgestielt, die oberen herzförmig halbum- fassend sitzend, länglich-lanzettlich, zum Grunde meist keilig. Kopfstiele keulig verdickt. Früchtchen lOrippig. 1—2' hoch, ganz kahl. Blumen dottergelb. — Darf trotz der abweichenden Raiidfrüchtc von der folgenden nah vorwandten generisch nicht getrennt werden. Juni — August. Auf Feldern, sehr selten und einzeln, jedenfalls nur einge- schleppt. Pakomei-ic b. Prag (nach Ilofmann) ! b. Schluckenau einmal vorübergehend (Karl). Soll zu Clusius' und Matthiol's Zeiten (vor 300 Jahren) auch in Böhmen häutig ge- wesen sein. 2. (Leucant hemum). Früchte alle gleichmässig berippt. Strahlblumen weiss, sel- ten fehlend. 2. Ch. leucanthemum L. Blätter grobgezähnt, die unteren langgestielt, spatelig, verkehrteiförmig oder länglich verkehrteifurmig, die oberen halbumfassend-sitzend, lineal- länglich oder keilig, am Grunde oft eingeschnitten-gezähnt. Früchtchen schwärzlich mit 10 weissen Rippen, stielrund, die des Strahls 3kantig. 1 — 2' hoch, einfach oder oberwärts langästig, kahl oder zerstreut behaart. Var. a) pra- tense Fenzl, Früchte ohne Krönchen, ß) auriculatum Peterm. (Ch. inontanum Autt. nonmill.), randständigo, selten alle Früchtchen mit einem einseitigen, halbirten, häutigen Krönchen, y) dis- coidcnm Koch, Strahlblumen fehlend. 2}. Juni— August, einzeln noch später. Auf trockenen Wiesen, in lichten Hainen, gemein, auch im höheren Gebirge (Böhmerwald bis 4000'); ß) selten beobachtet: bei Komotau im Erzgebirge und in den Bürglitzer Waldungen (Knaf) ! y) sah ich noch nicht. h) Köpfe ziemlich klein, doldenrispig. Blätter (,bei uns stets) tiederth eilig. Früchte alle mit Krönchen. 3. (Pyrethrum). Blumen des Randes zungenförmig, strahlend, selten und ausnahms- weise fehlend; die der Scheibe mit 2kantig zusammengedrückter Röhre. t 3. Ch. parthenium Pers. (Matricaria parth. L.). Grundachse kurz, in die ästige Pfahlwurzel übergehend. Blätter weich, gestielt, im TJmriss eiförmig, fiedertheilig mit länt/Uchen oder ovalen, stumpfen^ fieder spaltigen ÄbscJmitten, kerbig gezähnten Zipfeln; Blattspindel vorn breiter, nicht gesägt. Früchtchen mit 10 — 12 tveissen Rip- pen und einem kurzen geschärften Hautrande. 1—2', zerstreut behaart. Köi)fchen kleiner als an folgendem, bisweilen gefüllt, d. h. aus lauter Zungeiiblüthcn bestehend. Strahlblumen weiss, selten fehlend. Riecht stark aromatisch. 2|. Juni, Juli. Auf Schutt, Mauern, in Gebüschen in der Nähe menschlicher Wohnungen, nicht ursprünglich wild, sondern aus dem südlicheren Europa stammend, aber häutig verwildert, fast eingebürgert ; z. B. um Prag, Melnik, Jungbunzlau, Weiss- wasser, Elbe-Teinitz, Pardubic, Rollberg, Osseg, Komotau, Karlsbad, Winterberg, Kruraau und so weiter. 4. Ch. corymbosum L. Wurzclstock walzlicb, langfaserig. Blätter etwas derb, im Uinriss länglich, die unteren langgestielt, die mittleren sitzend, am Grunde einge- schnitten^ fiedertheilig; Abschnitte länglich bis lanzettlich, spitz, die unteren fieder- spaltig mit stachels]}itzen gesägten Zipfeln; Blattspindel nicht sägezähnig, Früchtchen mit :'} vorspringenden B.i])pen und längeren, gezähnten, häutigen Krönchen. 2 — .3' hoch, aufrecht, zerstreut behaart. Köpfchen mittelgross; Scheibe goldgelb, Rand- hlunicn weiss, höchst selten gelb (bei uns nicht beohachtet). Var. ß) discoideum, ohne Strahl- Mimicn. Ich sah diese Form in Böhmen, weiss aber nicht mehr wo. 2|. Juni, Juli, Auf trockenen, waldigen und steinigen Abhängen, in Waldgebüschen im Iliigellande und Vorgebirge verbreitet, gerne auf Kalk. Um Prag: l^izkaberg, Hügel am Kleinscitner Kirchhofe hinter der Cibulka, Scliarka, Horomefic, Zdiby bei Pakomefic, , ufSL-rtenaisia. 233 St. Prokop, Kuchelbad, Zavist, Karlstein, Tetin, Stifin u. a. 0. Fasanerie zwischen Smecno und Sternberg! Dvakacovic bei Herman-Mestec ! Chedrby, Selau (Opiz), Ebersdorf an der mähr. Gränze bei Iglau (Pokorny). In östliclisten Theile um Leitomyschl, Chotzen, Senftenberg von mir nicht gesehen. Gradlitz (Opiz). Zvol bei Jaromef (Cenek) ! Jiein Loretta! Wälder hinter Königstadtel ! Woskoberg bei PodebradI Chlum, Chobot, Baba bei Jungbunzlaul Husov bei Melnik (Pra'ak) ! Bösig (Schauta), Horkaberg bei München- grätzl Bensen (Zizelsberger), Tetschen, Sperlingstein! Leitmeritz : Straschitzkenberg, Satanabergl u, s, w. Maischen Thalabhang ! Mileschauer Südabhang (Aschers.). Rabuy- berg b. Türmitz ! Turner Pai'k, Brüx (Eichler). Hrobschitz bei Bilin ! Am Erzgebirge : Rotheuhaus, Grundthal b. Komotau! Laun am Milayer, Permischer Sandstein b. List'an! Schiesselitz auf Lehmboden, Holetitz bei Saaz ! Eichberg bei Podersam, Duppauer Gebirge, Karlsbad (Ortm.)! — Zbirov (Finger), Berg Kufidlo bei Strakonic! Um Krumau nicht gesehen, noch von Jungbauer aufgeführt. 4. (T a 11 a c e t u m), Blumen des Randes fädlich-röhrig, meist Szähiiif?, die der Scheibe mit cylindrischer Röhre. 5. Ch. tanacetum Karsch (Tanac. vulgare L., Rainfarn^. Blätter fiedertheilig mit lanzettlichen, eingeschnitten-gesägten oder fiederspaltigen Zipfeln und vorn verbreiteter gezähnter Spindel. Doldenrispe vielköpfig. Hüllblätter stumpf, an der Spitze breit weissrandig. Früchtchen kantig, örippig, mit kurzem häutigem Rande. 2—4' hoch. Köpfchen weit kleiner als bei voriger, niedergedrückt scheibenförmig; Scheibe goldgelb. Stark riechend. 2|- Juli — Oktob. An Rainen, "Wegen, Ufern, in Holzschlägen auf sandigem und thonigem Boden, im niederen und gebirgigeren Lande (bis gegen 2000') verbreitet. 32. Artemisia L. a) Äussere Hüllblätter filzig. Alle Blüthen fruchtbar. Blätter wenigstens unterseits weiss- oder graufilzig. a) Blüthenlager behaart. Blattstiel am Grunde nicht geöhrt. 1. A. absinthium L. (Wermuth). Wurzelstock aufrecht ästig. Stengel holzig, oben traubig-rispig, seidenartig graufilzig. Blätter seidenhaarig grau oder gelhlicli- filsig^ oberseits oft verkahlt, 2— Sfach fiedertheilig, die oberen Stheilig oder ganz, Zipfel lanzettlich oder lineal-lanzettlich, stumpflich ; Köpfchen fast kugelig, nickend. 2 — 4' hoch, aromatisch-bitter. Köpfchen l','" breit, Blumen hellgelb. A. absinthioides Tausch! ist nicht einmal als besondere Varietät verschieden. "^ Juli — Septemb. Auf Dorfangern, Schuttplätzen, an Wegen, auf Felsen ver- breitet im Hügel- und Gebirgslande, öfter massenhaft, so besonders am Fusse des Erz- gebirges bei Schlackenwerth u. s. w. Das gewöhnlich auf die Nähe von Dorfschaften beschränkte, wiewohl äusserst häufige Vorkommen lässt wohl schliessen, dass die Pflanze vielfach durch ehemaligen Anbau verbreitet ist, jedoch ist sie jetzt völlig eingebürgert, manche Standorte, zumal auf Felsenabhängen, sind vielleicht wirklich ursprünglich, so z. B. in dem Gebirgsthale Vüznice bei Neuhütten, Kalkfelsen bei Krumau u. s. w. ß) Blüthenlager kahl. Blattstiel am Grunde geöhrt. *) Blätter 2—3facli fiedertheilig mit schmalen linealen Zipfeln. Köpfchen eiförmig oder kugelig. 2. A. pontica L. Wurzelstock kriechend. Stengel holzig, oberwärts schmal traubig-rispig. Blatter unterseits glanzlos iceissUch fhig, oberseits meist verkahlt, mit kurzen, linealen, abstehenden Zipfeln, die blüthenständigen ungetheilt. ziemlich kurz. Köpfchen fast kugelig, angedrückt graiifilzig, nickend. 1'',— .3' hoch. Köpfchen klein, Blumen schwefelgelb. Von aromatischem Geruch und bitte- rem Geschmack. 234 A-rfcemisia. 2J, August, Scptemb. Auf sonnigen, grasigen Abliängen und Rainen, steinigen Hügeln nur in den wärmeren Gegenden, daselbst aber meist häufig. Bei Prag seltener, nur an der Moldau bei Holesovic, Troja und Pelz (Opiz)! Hlubocep (Opiz)! Unter- Poccrnic! — Podebrad beim Dorfe Odfepes (sandiges Alluvium)! und gegen Jicin zu (Vafecka). Sovic bei Gastorf (Opiz). Leitmeritz hie und da auf den Basalthügeln, z. B. Radobyl, Straschitzkenberg! Lobositz (Malin.)! Kost'al bei Trebnitz (Renss). Sehr häufig in der Ebene längs des Erzgebirges: Tqilitz (Winkler)! Bilin, Rudelsdorf (Reuss), Schloss- berg bei Brüx (Stika) ! Seestadtl, Neundorf, Sadschitz bei Görkau (Reuss), Eidlitz und Sporitz bei Komotau! Strössau, Schiesselitz, Saaz am Egerufer, Laun am Milayor! 3. A. austriaca Jacq. Wurzelstock kriechend. Stengel holzig, oberwärts schmal traubig-rispig. Blätter seidenartig weissgraußhig, mit längeren, linealen, aufgerichteten Zipfeln, die oberen unregehnässig fast fingerig getheilt, die blüthenständigen ungetheilt, die Köpfchen lang überragend. Köpfchen rundlich- eiförmig, raulihaarig-ßUig, etwas nickend. 1-2' hoch, Köpfchen kloin, Blumen Hchmutzig-gclblich, von dem Hüllkelch überragt. 2|. August, September. An denselben Standorten, wie die vorige, jedoch sehr selten, nur in der unteren Elbcgegend. Bei Teplitz (Malinsky, als A. pontica)! Da nach der allgemeinen Annahme die Westgränze dieser Art in Nieder- und Oberösterreich liegen soll, so glaubte ich anfangs eine Verwechselung der Pflanze mit dem Zettel annehmen zu müssen, obwohl in dem musterhaft wohlgeordneten Herbar Malinsky's selbe nicht sehr wahrscheinlich wäre; im Hinblick auf die Notiz Ascherson's (in Flora v. Branden- burg), dass Dr. Engelmann (jetzt in St. Louis) die Art als bei Leitmeritz von ihm ge- sehen angiebt, zweifle ich nicht mehr an ihrem böhmischen Bürgerrechte und hoife zu- versichtlich, dass uns der sehr eifrige Leitmeritzer Botaniker, Herr A. C, Mayer, bald genauere Nachweise über diese Art geben wird. **) Blätter einfach fiedertheilig mit breitliclien lanzettlichen Abschnitten. Köpfchen länglich-eiförmig. 4. A. vulgaris L. (Echter Beifuss). Wurzelstock aufrecht ästig, Stengel hrautig, oben ästig mit traubig-rispigen Ästen. Blätter oberseits kahl, trübgrün, unterseits weiss- filzig, Abschnitte lanzettlich, zugespitzt, ganz oder eingeschnitten. Hüllkelch weissfilzig. 2 — 5' hc:h, oft trübroth angelaufen. Blumen gelb oder rötlilich. 2|. August, Septemb. Auf unbebautem Lande, in Hecken, Zäunen, an Wegen allgemein verbreitet. b) Hüllblätter kahl, liautrandig, glänzend. Scheibenblütben luifrnchtbar. Blätter erwach- sen ziemlich kahl, nur in der Jugend seidenhaarig-grau. Blüthenlager kahl. 5. A. campestris L. Wurzelstoch aufrecht ästig. Stengel halbstrauchig, holzig, von unten vielästig\ die unfruchtharen rasig., niederJiegcnd, die blühenden aufsteigend, rispig mit ruthenförmigen, traubigen Rispenästen. Untere Blätter 2 — 3fach, obere 1 fach fiederspaltig mit linealen stachelspitzen Zipfeln. Köpfchen eiförmig, ihre Deckblätter ungetheilt, ungeöhrt. Stengel 1 — 4' hoch, oft geröthct. Köpfchen etwa 1'" lang. Blumen röthlich. 2|. August — Oktober. Auf trockenen Abhängen, Felsen, Rainen, sandigen Plätzen, an Wegen im Hügellandc verbreitet, in gebirgigeren Gegenden seltener, stellenweise fehlend. Um Krumau z. B. von mir nicht gesehen, noch von Jungbauer angegeben. 6. A. scoparia W. Kit. Wurzel spindelig, ästig, 1 — Sjährig. Stengel einzeln, Jcrautig, steif au fr echt., oberwärts vielästig- rispig. Untere Blätter 2 — 3fach, obere Ifach fiederspaltig, mit schmal linealen, stachelspitzen Zipfeln. Köpfchen rundlich-eiförmig, ihre Deckblätter theilweise geöhrelt, die obersten ungetheilt. I^lago. 235 1 — 2' hoch. Gnindhlütter rosettig, zur Blüthezcit meist vertrocknet. Ähnlich der vorigen, Rispenbau feiner, Köpfchen noch kleiner. Blumen röthlich. Q und O August, Septemb. Auf sandigen Hügeln, Triften, Mauern, selten, sehr zerstreut, vielleicht nicht überall ursprünglich einheimisch. Bei Prag: Lieben (Koste- letzky), Folimanka (Opiz) ! — Mauern um Jungbunzlau (Ascherson), Sandsteinfelsen in Münchengrätz ! Karlsbad und Elbogeu (Ortmann, Aschs.). Beneschau, Vlasim (Presl). Felsen bei Tabor (Sieber in Gf. Sternberg's Ilerbar). 33. Filago L. a) Blüthenlager verlängert, dünn walzlich. Hüllblätter zur Fruchtreife aufrecht, feingran- nig zugespitzt. 1. F. germanica L. Wollig filzig. Blätter lanzettlich. Köpfchen zahlreich in gabel- und endständigen, kugeligen, sehr entfernten Knäueln. Hüllblätter wollig-filzig mit trockenhäutiger, kahlei", glänzender, feingranniger Spitze. 1"—!' hoch. Spitzen der Hüllblätter gelblich-braun oder röthlich. Blumen winzig, gelb- lich. Var. : a) albida Wimm. it Grab. (F. canescens Jordan), das filzige Ki-aut weissgrau, und ß) vires cens W. Grab (F. lutescens Jord.), graulich grün oder häufiger schmutzig-gelblichgrün; öfters auch (wenigstens im Herbar) unentschiedene Mittelfarbe. O Juli — Septemb. Auf trockenen, steinigen und sandigen oder lehmigen Hügeln, Haiden und Ackern, zerstreut im Hügel- und niederen Gebirgslande. «. viel seltener als ß. Um Prag: Kobylis (Opiz)! Roztok! Krcer Wald (a)\ Radlic (Opiz)! Scharka, Hodko- vicky, Karlstein (Ruda), Beroun ! Schieferfelsen im Unhoster Thal ! Libovic bei Schlan ! — Krchleb, Chedrby auf Felsen (Opiz) ! Chlumec bydz. : bei Tfesic, hinter Horka im Walde, und bei Luzec auf grussigen Feldern ! Moravany, Dvakacovic b. Hrochovv-Teinitz auf Waldhaide im Kalkthonboden ! Leitomyschl Holzscliläge im Chlumeker Walde (Pospi- chal) ! Berg Podhura bei Küuigingrätz (Cenek a.) ! Milicoves bei Jicin ! Vom Kloster gegen Weisslein (Sekera) ! Splzov bei Kleinskai (Xeumann), Reichenberg (Siegmund) ! Niemes (Schauta) ! Neuschloss b. Böhm. Leii)a (Mann)! Fugau selten (Karl). Tetschen (Malinsky)! Wachholderberg bei Teplitz (Reuss), oberhalb Debfe bei Bilin! Osseg (Thiel)! Türmaul über Rothenhaus (Knaf)! Fischern, Hammer bei Karlsbad (Ortmann)! Tepl: bei Arischau gegen Poplovic (Konrad), Turkovic bei Krumau (a) ! b) Blüthenlager kurz , verbreitert. Hüllblätter stumpflich , zur Fruchtreife sternför- mig abstehend. a) Hüllblätter zwar am Grunde etwas rinnig, aber die Früchte nicht einhüllend. Deckblätter nicht länger als die Knäuel. 2. F. arvensis L. Dicht weisswoUig. Stengel und Äste oben vorherrschend trauhig- ästig, nur an der Spitze gabelig-ästig. Blätter lanzettlich. Köpfchen zu 2 — 7 gehäuft, ivalsig. Innere IlüUblättcben his fast zur äussersten Spitze dichtiv ollig, lineal-lansettlich, innen am Grunde seicht rinnig. V2— 1' hoch. O Juli — Septemb. Auf Äckern, Weiden, steinigen Hügeln, in Waldschlägen ge- mein, oft massenhaft. 3. F. minima Fries (F. montana DC. L. part. quoad synon.) Dünnwollig-filzig. Stengel oben vorherrschend gabelästig, Blätter liueal-lanzettlich. Köpfchen zu 3 — 6 ge- häuft, hauchig- Jcegelförmig. Innere Hüllblättchen wollig-filzig mit trocJcenhäutiger, kahler^ glaubender, stunipflicher Spitze, eilanzettlich, am Grunde sackförmig vertieft. 3 —8" hoch, viel zarter als vor. ; Köpfchen klein, an der Spitze grünlich-gelblich. O Juli — Septemb. Auf trockenen Sandfeldern, Hügeln, Äckern, in Waldschlägen, zerstreut im ganzen Lande, bis an den Fuss der Gebirge. 236 Gruaphalium. ß) Die mittleren Iliillblätter ihre achsclstandigen Früchte mit holzig-erhärteter Höhlung am Grunde vollstäudig-einhülleud. Deckblätter länger als die Knäuel. f 4, F. gallica L. BLätter lineal-pfriemlicli. Kuäuel 3 — ökopfig. Von dem feinen Bau und der Behaarung der ähnlichen F. minima; Blätter sehr zahl- reich, dicht, angedrückt. O Juli — Septeinb. Auf Äckern, an Wegrändern, wohl nur mit fremdem Samen eingeschleppt, selten. Scliluckenau (Neuniaun), zwischen Franzensbrunn und Marienbad (Sternberg), Tepl (Konrad). 34. Gnaphalium L. Ruhrkraut. a) Köpfchen gleichblüthig zweihäusig, entweder mit lauter fädlichen 9 Blumen und fäd- lichen IlaareJi des Haarkelches oder alle mit lauter röhrigen, unfruchtl)areu Zwittcrblüthen und keulig-verdickten Haaren des Haarkelches. Hülle sternförmig ausgebreitet. . 1. G. dioicum L. (Antennaria dioica Gärtner). Mit beblätterten Läufern. Stengel einfach mit endständiger, ^Yenigköpfiger, gedrängter Trugdolde, Blätter besonders unter- seits weissfilzig, oberseits später vergrünend, die unteren spatel'g stumpf, die oberen lineal-lanzettlich. 3—8" hoch. Hüllblätter rein weiss oder rosa und hellpurpurn, die der mehr J" Pflanze breiter spatelig, stumpfer. 2|. Mai, Juni. Auf trockenen Waldstellen, Waldwiesen, in Ilaiden, Schlägen, auf sandigem und grussigem Boden im ganzen Hügel- und niederen Gebirgsland verbreitet und häutig. AnmerTc. G. margarit aceum L. aus Nordamerika ist verwildert beim Schwarzen See im l'öhmerwalde (Purkyne) ! b) Köpfchen verschiedenblüthig; randständige 9 fädliche Blüthen meist zahlreich, mehr- reihig; Haare des Haarkclches fädlich. Hüllkelch sternförmig ausgebreitet. a.) Pereunirend, rasig, mit walzlichem Wurzelstock. 2. G. silvaticum L. Wurzelstock walzlich, einzelne oder mehrerr^ aufrechte oder aufsteigende, hchläfterte Stenr/el treibend. Blätter lanzettlicli bis lineal, weiss- wollig-tilzig oder oberseits kahl. Köpfchen kurz kegelförmig, einzeln oder zu mehreren auf einem Achselzweige in einfach oder zusammengesetzt traubigem Blüthenstande, Hüll- blättchen deutlich dachig, die äussersten 3mal hürser als die ganze Hülle. Rand- blumen mehrreihig. Früchte dünn, walzig, kurzhaarig. a) rectum (Smith spec). Stengel ^j^ — ^' hoch, steif, reichbeblättert. Blätter unterseits, Avie auch der Stengel angedrückt grau- oder weissfilzig, oberseits zuletzt ziemlich kahl, die sten- gelständigen nach oben allmälig kleiner M'erdend, untere lanzettlich, obere lineallanzettlich mit wenig deutlichen Seitennerven, daher meist Inervig erscheinend. Hüllblätter bald grünlich-weiss- randig, bald unter der Spitze mit einem heller oder dunkler braunen hufeiseiifiirmigen Flecken. b) fuscatum Wahl. (G. fuscatum Pers., G. norvegicura Gunn.). Stengel minder steif, entfernt beblättert. Blätter unterseits flockig filzig, auch oberseits dünner filzig, die mittleren so lang oder länger als die unteren. Hüllblätter der meist etwas grösseren Köpfchen unter der Spitze mit einem schwarzbraunen hufeisenförmigen Flecken. — Die Hauptform ^l-^ — i' hoch, mit breiten lanzettlichen, selbst läuglich-lanzettlichen und wegen der deutlicheren Seitennerven Snervigen P)lättern. — Var. ß) Ho])peanum (Koch spec), nur V?"*^" hoch mit schmal lineal-lanzettlichen oder linealen, Inervigen Blättern; Köpfchen wenige in der kurzen Traube. 2|. Juli— Septemb. a) In trockenen Wäldern, Halden, Schlägen, auf Hügeln verbreitet im ganzen Hügel- und Gebirgslande, geht im den Grenzgebirgen bedeutend hoch, im Böhmerwalde am Arber bis ;}6üO', Rachelgipfel 4500' (Sendtner), daselbst bisweilen in Gesellschaft von b). — b) Auf Waldwiesen und buschigen Lehnen des Hoch- und Vorgebirges. Im Riesengebirge verbreitet, z. B. Iserwiese (Tausch)! Kessel- berg (Kablik)! bei Rochlitz (Gottstein)! u, s. w. Glatzer Schneeberg! Im höheren Erz- gebirge bei Gottesgab (Fischer). Im Böhmerwakle am I'iöckenstein, Dreisessel, Arber, G-naphalium., 237 Rachel, Lusen (Sendtner). Am Schöninger (Hillardt). — ß) im Riesengebirge (Koch, Wimmer), Erzgebirge (nach Koch), Arber (Purkyne) ! Schöninger (Krögler) ! also höchstens 3400' hoch. 3. G. supinum L. (G. pusillum Haenke). "Wurzelstock rasige, niederliegende oder aufsteigende, dicht beblätterte Stämmchen treibend. Stengel einfach, dünn, wenig- blätterig. Blätter lineal oder schmal lauzettlich-lineal, weisslich filzig oder oberseits ziemlich kahl. Köpfchen eiförmig zu 1 — 5 in einer sehr kurzen, beblätterten, an der Spitze zuriickgekrümmten Traube. Hüllblätter fast 2reihig, die äusseren länger als der halbe Hüllkelch. Randblumen in 1 — 2 Reihen. Früchtchen zusammengedrückt, beider- seits verschmälert, kurzhaarig. 1/2—4" hoch. 2|. Juli, August. Auf kahlen Triften und steinigen Plätzen der Kämme des Riesen- gebirges. Weisse Wiese, Eibfall, Brunnenberg, Riesengrund, Kesselgruud u. s. w. — Angeblich am Kleinskaler Felsenkamme (Neumann), wohl irrthümlich. ß) Pflanze einjährig mit spiudelig-ästiger Hauptwurzel. 4. G. uliginosum L. Blätter sämmtUch zum Grunde langver schmälert, lineal- verkehrtlänglich. Köpfchen geknäuelt, Knäuel von mehreren überragenden Blättern umgeben. Hüllblättchen ungleich, in der oberen Hälfte trockenhäutig, die inneren lineal, spitz. Früchtchen glatt oder fein weichstachelig. Stengel V2~9" hoch, besonders unter den Knäueln weiss-filzig; Blätter grauwollig oder verkahltnd. Die ganz kahle, grasgrüne Var. (G. nuduin Hoffm.) sah ich nicht aus Böhmen ; sie dürfte bei Gratzen und Wittingau vorkommen. Hüllblättchen bräunlich-gelblich. Karben gelblich. O Juli — Oktob. Auf nassen oder überschwemmten Plätzen, sandigen Teich- und Flussufern, feuchten Äckern, Gruben, sumpfigen Waldstellen überall gemein, mit Ausnahme des höheren Gebirges. 5. G. luteo-album L. Die mittleren und oberen Stengelblätter halbsten gelum- fassend, die oberen lineal-länglich, die unteren länglich-spatelig. Köpfchen geknäuelt, Knäuel von ivenigen kurzen Blättchen gestützt. Hüllblättchen ziemlich gleich^ fast ganz häutig, abgerundet stumpf. Früchtchen fein warzig-punktirt. Stengel V2~l' hoch, nebst den Blättern weisswollig-filzig. Hüllblätter glänzend, gelblich- weiss. Narben vorragend, purpurroth. O Juli — Septemb. Auf feuchten Äckern, Sandfeldern, Fluss- und Teichufern, feuchten Holzschlägen, in Gräben, sehr zerstreut, in feuchteren wasserreicheren Gegenden stellenweise nicht selten, aber nirgends gerade massenhaft von mir gesehen ; in wärmeren, trockenen Gegenden spärlich oder fehlend. Bei Prag nur spärlich, fast nur an der Moldau: Kaiserwiese, Podskal, Hetzinsel I bei Brevnov (Opiz) ! Öihova bei Karlstein (Ruda) ! Kamenic (Sykora) ! — Koh'n! Kacina (Pejl)! Vchynic bei Chluniec! Semtiner Teich bei Pai'dubic, Teich Rozkos bei Bohdanec! zwischen Adler-Kostelec und Borobrädek in Waldschlägen! Voksic bei Jicin (Pospichal)! Kloster gegen Mankovic (Sekera), Kleinskal (Neumann). Hirschberger Teiche häufig! Ziegelhütte am Roll (Schauta)! Tollsberg (Benes). Wettel (Reuss)! Tetschen (Malinsky)! Brüx nahe dem Kommerner See (Reuss). — Pilsen (Eichler), Teich Sobotka bei Tucap (lierchtold). Opatovicer Teich bei Wittingau ! Platz und Chlumec (Leonhardi) ! Krems bei Krumau (Jungbauer) ! c) Köpfchen verschiedenblüthig; randständige ? Blütheu wenige, Ireihig. Haare des Haar- kelches fädlich. Hüllkelch zur Fruchtreife nicht ausgebreitet. 6. G. arenarium L. (Helichrysum aren. DC.). Wurzelstock ästig, holzig. Stengel nebst den Blättern weiss wollig-filzig. Untere Blätter länglich verkehrt-eiförmig, obere lineal-lanzettlich. Köpfchen kugelig-eiförmig in gedrungener Doldenrispe. Hüllblätter locker anliegend, zur Fruchtreife oberwärts zurückgebogen, die innersten nicht strahlend. 238 -A-rnioa. Doronicum. Vj— 1' hoch. Hüllblätter glänzend, citronengelb bis orangefarben. 2|. Juli, August. Auf Sandboden, Sandfluren, sandigen Triften, Hügeln und Haiden niederer und hügeliger Gegenden, zerstreut, aber ziemlich allgemein verbreitet, am häufig- sten und massenhaftesten freilich in den eigentlichen Sandgegenden, wie in den Alluvien der Elbe um Roudnic, Nimburg, Podebrad, Kolin, Bolulanec und Pardubic und auf den verschiedensten Sandsteinböden Nordböbmens, ausserdem nur hin und wieder, in manchen Gegenden auch ganz fehlend. Bei Prag sehr sporadisch: über der Cibulka, Scharka, Holin, Kuchelbad, Slivenec, Hodkovicky. Modfan, Krcer Wald, bei Karlstein! — In Süd- böhmen angetroffen: bei Pilsen! Sobeslau (Berchtold), Frauenberg (Purkynej! und Veseli (Jechl)!, aber in den Teichgegenden von Wittingau und Budweis nicht gesehen, in der Krumauer Gegend schon ganz fehlend. 35. Arnica L. (part.) Wohlverlei. 1. A. montana L. Wurzelstock walzlich, schief. Stengel drüsig-flaumig, unter der Mitte mit 1 — 2 kleineren Blattpaaren, oberwärts nackt, Iköpfig oder mit Iköpfigen Ästen aus seinen Blattachseln. Blätter gegenständig, grundständige rosettig, länglich, verkehrteiförraig, sehr kurz gestielt, stengelständige viel kleiner, länglich-lanzettlich. Rand- blumen strahlend. 1— 1V2' hoch. Köpfe ansehnlich, Hüllblätter lanzettlich, grün, am Rande roth angelaufen. Blumen orangegelb. 2}. Juni, Juli. Auf Wald- und Bergwiesen, häufig in Gebirgsgegenden auf ver- schiedenen Bodenarten, bis auf die höchsten Kämme und Gipfel der Grenzgcbirge, selte- ner in niedrigeren Gegenden, in den wärmsten Theilen ganz oder grösstentheils fehlend. Bei Prag nur auf dem Hügel über dem Kleinseitncr Kirchhof (Krell); weiterhin erst im Osten bei Klokocnä und im Fiederholz bei Ouval! feruer beim Bade Sternberg mit Coro- nilla vaginalis ! und im Klicava-Thale bei Lana ! — Im Riesengebirge z. B. am Kl. Teiche (Wimmer,. Verbreitet auf den Vorbergen des Sudetenzuges in einem etwa 5 Meilen breiten Streifen längs desselben; im Osten bis zur mährischen Gränze: südöstlich von Lcitomyschl in allen Nadelwäldern, z. B. bei Karlsbrunn, Nickel (mit Gladiolus imbri- catus) ! Senftenberg, Reichenau, Holic, Altbuch, Eisenbrod, Klein-Skal, Böhm. Aicha, Reichenberg, Friedland, Haindorf. Ebenso im nördlichsten Theile: Weisswasser, Niemes, am Rollberg, Georgenthal, Kreibitz (am Pickelsberge), B. Kamnitz, Rumburg, Georgs- walde häufig. Liebwerd bei Tetschen, bei Leitmeritz nur nördl. im Gebirge bei Babina mit Scorzonera Immilis! Fehlt dem Mileschauer Mittelgebirge. Kämme des ganzen Erz- gebirges und seine Vorberge, stellenweise auch in der Ebene am Fusse : Geiersburg, Kulm, Kuhbusch bei Teplitz, Osseg, Rothenhaus, Eidlitzer Eichbusch ; um Joachimsthal (Sonnenwirbel), Carlsbad, Eger und Franzensbad, Marieubad, Tepl. — Zbirower Gebirgs- gegend, Rozmitäl. Allgemein im Böhmcrwalde bis auf die Gipfel und auf seinen Vor- bergen: Ronsperg, Eisenstein, Kubani bei Winterberg u. s, w., ebenso im Blanskerwalde, Hochwaldberg bei Gratzcn, geht herab in die Budweis-Wittingauer El)ene auf Torfmoore, so im Unteren Forst bei Gratzen, Kanzler-Teich bei Chlumec, Waldschlucht Gutwasser bei Budweis ! An der mähr. Gränze gegen Iglau von Pokorny nicht angegeben, wohl aber bei Deutschbrod (Opiz). 36. Doronicum L, 1. D. austriacum Jacq. Wurzelstock kurzgliedrig, walzlich, abgebissen, ohne Läufer und Grundblätter. Stengel oberwärts spärlich flaumig und drüsenhaarig oder ziemlich kahl, 1 — .'5k(')pfig, öfter doldentraubig-ästig. Stengelblätter geschweift klein- gezähnt, die unteren seiclit herzförmig mit getlügeltem, geöhreltem Blattstiel, die folgen- den meist geigenförmig, d'e oberen stengeliimfassend-sitzcnd, die obersten Mein, hoch- Senecio. 239 hlattartig, lanseUlich. Hüllblätter lineal-lanzettlich, nicht oder wenig länger als die Scheibe. 2—3' hoch, Blätter M'eich, rückseits blassgrün. Köpfe gross, Blumen goldgelb, Zungen lang, strahlend. 2|- Ende Juni, Juli. Auf bewaldeten, kräuterreichen Lehnen, in Schluchten an Bergbächen zwischen 2000 und 4000'. Glatzer Schneeberg, ziemlich tief hinab zum Mohrauthal! Südöstlicher Theil des Böhmerwaldes: Kubani (Sternberg)! Mader (Jims)! Aussergefild (Malinsky)! Kuschwarta, Böhm. Röhren, Salnau (Müncke). Langaue bei Gutthausen (Jungbauer). Dreisesselgebirge, zumal um den Plöckensteiner See, am See- bach (Jungbauer), Hohenfurth (Nenning, als D. pardalianches)! — Nezdasov bei Moldau- tein auf dem Kozi vrch (Ziegenberg) (Gf. Berchtold), sehr unwahrscheinlich. ? 2. D. pardalianches L. Wurzelstock fleischige, beschuppte, an der Spitze knollig vrdickte Läufer und grimdsiändige Blätter treibend. Stengel oberwärts dickter drüsenhaarig-flaumig bis zottig, 1 — Sköpfig. Blätter herzeiförmig, geschweift- gezähnt, grundständige langgestielt, mittlere geöhrelt gestielt, obere stengelumfassend- sitzend, nicht hochblattartig. Hüllblätter lineal-lanzettlich, langzugespitzt, weit länger als die Scheibe. IV2 — 4' hoch. Dem vorigen ähnlich. Köpfe gross. Blumen hellgelb. 2j. Mai, Juni. In schattigen Bergwäldern. Im Erzgebirge (Tausch) ! leider ohne genauere Angabe des Standortes, vielleicht nur in Bauerngärten, wie auch anderwärts, angebaut; das mir vorliegende Exemplar jedenfalls kultivirt. Im Böhmerwalde bei Stuben- bach (Presl fl. cech.), am Plöckenstein (nach Pfund). Was ich unter diesem Namen aus dem Böhmerwalde sah (auch die Pflanze Mardetschlägers im Lotos 1869) war austriacum ; auch Sendtner kennt die Art weder vom Piöckenstein noch sonst auf baierischer Seite, daher obige Angaben sehr zweifelhaft. 37. Senecio L. Baldgreis, Kreuzkraut. 1. (Eusenecio). Pflanze Ijährig. Aeussere Hüllblätter in verschiedener Anzahl vor- handen, innere Hülle walzenförmig oder kegelig-walzig. Strahlblumen fehlend oder kurz, meist zurückgerollt. 1. S. vulgaris L. Kahl oder mehr weniger spinnivebig-ivollig. Blätter fieder- spaltig, die oberen sitzend und geöhrelt-stengelumfassend, Zipfel eiförmig oder länglich, eckig gezähnt. Aussenhüllblätter sehr kurz, meist 10, im oberen Tbeile brandig schwarz. Zungenblumen im Strahle fehlend. Früchte spärlich behaart. Aufsteigend, V—V hoch, meist ästig. O März — Noverab. Auf Äckern, überhaupt auf bebautem Boden, wüsten Plätzen, an Wegen äusserst gemein. 2. S. viscosus L. Klebrig drüsenhaarig. Blätter tief fiederspaltig, die oberen sitzend halbumfassend, Zipfel länglich verkehrteiförmig, buchtig und winkelig gezähnt. Aussenhüllblätter fädlich, locker, 2 — 3mal kürzer als die innere Hülle, an der Spitze gefärbt. Strahlblumen tvenige, zurückgerollt. Früchte kahl. 7^—2' hoch, unangenehm riechend. Köpfchen grösser und lockerer als an folgendem, Strahl hellg'elb. O Juni — Oktöb. Auf Sandfeldern, dürren Hügeln, an Mauern, besonders in Waldschlägen in Gesellschaft der folgenden gemein im ganzen Lande. 3. S. silvaticus L. Zerstreut iveichhaarig und spinmvebig, drüsenlos. Blätter fiederspaltig, obere stengelumfassend-sitzend. Aussenhüllblätter wenige, winzig, fädlich, 240 Seneoio. meist ungefärbt, viel kürzer als die Hülle. Strahlblumen tvenifje, zurückgerollt. Früchte hurzhaariy. 1—2' hoch. Strahl gelb. O Juli, August. Auf lichten Waldplätzcn, besonders in Schlägen, oft massen- haft, allgemein verbreitet. AnmerJc. S. vernalis W. Kit., elenfalls einjährig, ähnlich dem S. vulgaris, jedoch mit glockiger Hülle und längeren abstehenden Stralilbhuneii, wie die Arten von Jacobaea, mit buclitig- liederspaltigen, krausen Blätteru, soll von Konrad und Seidl (nach Pfund) auf lehmigen Äckeni an der Strasse von Tepl nach Karlsbad gesammelt worden sein. Pfund bemerkt dazu: „Ersterer will sie dort im September blühend gefunden haben, die Exemplare sehen kultivirten Pflanzen ähnlich.'' — Die Art ist zwar eigentlich osteuropäisch (in Ungarn, Galizien u. s. w.), ist aber auch in Preussen in neuerer Zeit eingewandert und wird ausserdem mit Kleesaat verschleppt: letzteres mag auch bei Tepl der Fall gewesen sein. 2. (Jacobaea). Pflanze vieljährig oder 2jährig. Aussenhülle vorhanden, innere Hülle glockig oder walzig-glockig. Strahlblumen gerade abstehend, nur ausnahmsweise fehlend. a) Blätter fiederspaltig oder tiedertheilig, bisweilen leierförmig. *) Aussenhüllblätter mehrere (4 — 6), fast halb so lang als die innere Hülle. Wurzel- stück fleischige, kurz kriechende Läufer und unfruchtbare Stengel treibend. 4. S. erucaefolius L. (S. tenuifolius Jacq.). Stengel steif aufrecht, dichtbeblättert, mit einer gedrungenen Doldenrispe. Blätter etwas derb, mehr weniger spinuwebig, die unteren gestielt, fiederspaltig, die oberen sitzend mit einem kleinen einfachen oder 2thei- ligen Öhrchen, tiedertheilig; Abschnitte einfach oder gespreizt, 2— 3spaltig, Zipfel meist spitz, lineal, am Rande umgerollt, meist ganzrandig. Früchte sämmtlich kurzhaarig. 1 — 3' hoch. Blätter dunkelgrün. Blumen gelb. 2j. Juli — Septemb. Auf feuchten Wiesen mit Lehmboden, Wiesengräben, Rainen» Waldrändern und grasigen buschigen Abhängen, nur im nördlichen niederen und hügeligen Theile, selten. Fehlt ganz in der eigentlichen Präger Gegend (trotz Presl in Fl. cech.) ; erst bei Cecelic nahe der Elbe auf Wiesen schwarzen, thonigen Moorbodens (1870) ! Münchengrätz : Fasanerie Kdcov und bei Podol (Sekera) ! Rand einer Remise zwischen Choteschau und Libochovic (Reuss 1864)! Feldraine um Mileschau (Tausch)! am Sauer- brunnberg bei Bilin zahlreich (1869)! Wiesengräben bei Saidschitz! Grasabhänge bei ^^ixdorf (Neumann). — Marienbad (Eversmann). **) Aussenhüllblätter Avenige (meist 1 — 2), mehrmals kürzer als die Hülle. Wurzelstock kurzgliedrig, zuletzt abgebissen, ohne Läufer und unfruchtbare Stengel. 5. S. Jacobaea L. Stengel aufrecht, locker beblättert, am Ende mit ziemlich dichter regehnässiyer Doldenrispe. Blätter spinnwebig-wollig oder kalil, die unteren gestielt, fast ungctheilt oder leierförmig, zur Dlütliezeit meist abgestorben, die mittleren und oberen mit getheilten Öhrchen halbstengelumfassend, fiedertheilig mit länglichen oder länglich-linealen, ungleich ficdersi)altig gezähnten, oft 2 — Sspaltigen Abschnitten; Seiten- abschuitte fast rechtwinkelig abstehend. Hüllkelch kurz cylindrisch, Hüllblätter länglich- lanstttlich mit dickem schwieligem, durch eine Furche von den Seitenrändern getrenntem Kiele; Blüthenlager .ziemlich flach^ innen hohl und in den Blüthenstiel zugekeilt. Früchte des Randes kahl, die der Scheibe auf den vorspringenden Hippen rauhhaarig. 1—3' hoch. Blumen gelb. Var. ß) discoideus, ohne Strahl. Q und 2|. Juli — Septemb. Auf trockenen Wiesen, Rainen, Hügeln, Waldplätzen, meist häufig und allgemein verbreitet ; ß) selten und vereinzelt, Vrsovic bei Prag (Opiz), Budweis beim Dorfe Hummeln ! 6. S. barbareaefolius Krocker (S. erraticus Bertol., Jacobaea aquatica Presl fl. cech,). Stengel aufrecht, locker beblättert, oft schon von der Mitte an doldenrispig- ästig mit straffen., meist ausgespreizten., unregelmässigen Ästen. B'ätter schwach Senecio. _ 241 spiunwebig-woUig oder kahl, grösstentlieils leierförmig-fiedertheilig , die unteren öfter ungcthcilt oder mit Icleinen Seitenabschiiitten, gestielt, zur Blütliezeit noch frisch, die n)itt!ercn und oberen mit gctheilten aufrechten Öhrchen halbstengclumfassend-sitzcnd ; Seitcnzipfel meist 4, rechtwinklig abstehend oder etwas vorwcärts gerichtet, länglich, der mittlere keilförmig. Hlillke'ch fast halbkugelig, am Grunde abgestutzt, Hüllblätter hreit, suletst Xflötzlich lavg zugespitzt, mit massig vorragendem Kiele, Blüthenlager gewölbt, innen nur ivcnig ausgehöhlt. Früchte des Randes kahl, die der Scheibe schwach berippt, kahl oder nur sehr feinhaarig, 1—3' hoch. Steht dem vorigen nahe. Äste des Blüthenstandes manchmal mehr aufrecht. Die oberen Blätter sind bald mit schmalem langem Endzipfel, dabei Zipfel und Dlattspindel fieder- spaltig gezähnt und so der vor. Art ähnlicher, bald mit breitem läuglich-keüförmigem Phulzipfel und mit" nur oberflächlich gezähnten oder fast gauzrandigeu Abschnitten und iUattspindeln. Hierauf rcduciren sich die von mir (im Lotos) angegebenen üebergangsformen zu vor. Art. Ob S. aqua- ticus Huds., der in Böhmen nicht nachgewiesen ist und den ich lebend noch nicht beobachten konnte, genügend verschieden ist, kann ich nicht beurtheilen. Die kleine selbstverständliche Cor- rectur von barbareao foliis bei Krocker in barbareaefoliiis wird wohl erlaubt sein, um den sehr guten alten Namen zu retten. Q Juli, August. Auf feuchten und nassen Wiesen, an Ufern in feuchtem Gebüsche der Niederungen. Am häufigsten in den östlichen Elbegegendeu, um Pardubic gegen Brozau, zwischen Güusdorf und Zminy, bei Dasic und Teichdorf! Königingrätz, Smii-ic! Jiciu südwärts! Lcitomyschl unterhalb der Sträfi spärlich (Pospichal)! Cäslau (Opiz). Bei Prag nur am Ufer der Keppel'schen Insel nicht zahlreich! (seit 1869 beobachtet, wahrscheinlich erst neuerer Zeit angesiedelt, war Opiz daselbst unbekannt.) Eibufer bei Lcitoieritz (Aschersou). — Budweis (Jcchl) ! b) Blätter ungetheilt oder nur am Grunde hederspaltig. Früchte kahl. a) Obere Blätter mit gespaltenen Öhrchen umfassend. Strahlblumen zahlreich. [S. subalpinus Koch (S. alpinus Tausch!). Wurzelstock schief, kurzgliedrig. Blätter wenig länger als breit, auf den Adern kurzhaarig-flaumig, die unteren seicht herzförmig, grobgezähnt, langgestielt, die oberen kleiner, kürzer gestielt, ganz oder am Grunde fiedcrspaltig, eingeschnitten gezähnt, ihr Blattstiel geflügelt, am Grunde mit gespaltenen Öhrchen halbstengelumfassend. 1 — 2' hoch, aufrecht, wenig-köpfig, Köpfe ansehnlich, goldgelb. 4 Juli, August. Auf feuchten Waldwiesen und quelligen Waldstellen der höheren Region des Böhmerwaldes über 3000' selten, bisher nur auf baierischer Seite: Arbcrsce (Tausch)! Rachel (v. Poschinger nach Schrank) u. a. Q,] ß) Obere Blätter gar nicht oder mit ganzen Öhrchen umfassend. AussenhüUblätter 3 — 5, meist ebenso lang als die Hülle. Strahlblumen 5—8. 7. S. nemorensis L. ampl, (Koch). Wurzclstock tvaldich, horizontal oder schief öfter mit kriechenden Läufern. Blätter locker.sfehcnd, abstehend, die untersten in den Blattstiel zusammengezogen, die oberen kurzgcstielt oder halbumtassend-sitzend, lanzettlich bis oval, ungleich gezähnt mit abstehenden Zähnen. Hüllblätter spärlich- kurzhaarig oderfast kahl, mit brandiger Spitze, äussere 3—5, lineal-fädlich. Strahl- blumen meist 5 (selten 4 — 6). a) Jacquinianus (Rchb. spec.) (S. nemorensis L. genuinus, S. frondosus Tausch!) Mittlere und obere Blätter unter dem Grunde verschmälert, mit erweitert halbstengelumfassendem Grunde sitzend, unterseits wie auch die breitere Hülle meist kurzhaarig-flaumig. b) Fuchsii (Gmel. spec.) (S. saraceuicus L. part., Pollich etc. Solidago saracenica Fuchs), Blätter sämmtlich gestielt, die oberen mit kurzem, am Grunde gar nicht oder schwach verbreitertem Blattstiel, unterseits wie auch die schmäleren, länger walzlichen HiUlcu ziemlich kahl. — Var. mit breiteren ovalen Blättern (S. ovatus ^V"illd.), sogar mit kreisrundlichen, zuge- spitzten (var. sphacrophyllus Knaf in herb. !) und mit schmalen, lanzettlicheu Blättern (S. salici- folius Wallr.). 16 242 Senecio. Stenffel 2—4' hoch, oben mit reichköpfiger Dolrlenrispe und bis zu derselben beblättert; Blumen gelb, schwach riechend. Die beiden Racen sind durchaus nicht scharf getrennt, sondern gränzea durch Mittelforraen ganz nahe an einander. 2|. Juli, August. In Wäldern, Schlägen, an Waldbächen der Gebirgsgegenden bis auf das Hochgebirge, a) bisher wenig beoliachtet, nur in Nordböhmen, jedenfalls auch seltener: Riesengebirge (Tausch)! am Kessel (Kablik) ! bei Rochlitz (Gottstein)! Johannisbad (Opiz)! — Neustadt an der Mettau! Jaromef ([vnaf) ! Nedosiner Park bei Leitomyschl mit b) ! bei Holienmauth (Pospichal)! Iserlehne bei Cejtic bei Jungbunzlau, Bösig (Hippelli)! Jeschken (Opiz)! — b) In allen grösseren Gcbirgsvvaldungen verbreitet und stellenweise auch im Hügellandc. Im südlichsten Böhmen sah ich nur diese. 8. S. fluviatilis Wallr. (S. salicetorum Godr., S. saracenicus L. partV) Wurzel- stock init rerlän(/erte)i, Jcriecltenden Läufern. BLätter zahlreich, dicht gestellt^ auf- recht abstehend, länglich-lanzettlich oder lanzettlich, knorpelig berandet, urifjleich ge- sägt, wit vortvärts gebogenen Sägezähnen, die unteren in den Blattstiel hcrablaufend, die oberen keil'örmig verschmälert, mit breiterer Basis sitzend. Hüllblätter von kurzen Häärchen grau, mit brandiger Spitze. Strahlblumen 7 — 8. Stengel aufrecht, dick, '^—C^' hoch, mit reichköpfiger Doldenrispe. Blätter etwas derb, zieinlicli kahl, ge\vimi)eit. Blumen goldgelb, geruchlos. Der Name saracenicus L. wird am besten ganz aufgegeben, da Linne, wenn er den S. tluviatilis überhaupt kannte, auch den S. Fuchsii mitbegrift' oder nicht zu unterscheiden wusste, was auch heutzutage noch öfter vorkommt ; umso ■ mehr, da Salidago saracenica Fuchs, auf welche Linne sich stützt, gerade den fS. Fuchsii bedeutet. 4 Juli, August. An Ufern im Weidengebüsch, nur in den Niederungen, selten, jedoch gewöhnlich truppweise beisammen. Hauptsächlich an der Elbe: bei Pardubic (Ojiiz) ! bei Cldumec im Weidengebüsch am Teiche! bei Podei)rad linkes Eibufer! bei Tetschen (INIalinsky) ! An der Moldau bei Prag selten und zerstreut, nicht bleibend, so bei der Hetzinsel, am Baumgarten (Opiz), bei Kuchelbad! gefunden. — Verschiedene andere Angaben des „S. saracenicus" beziehen sich offenbar auf S. Fuchsii. )') Obere Blätter mit verschmälerter Basis sitzend. Aussenhüllblätter etwa 10, kaum halb so lang als die Hülle. Strahlblumen 10—16. D. S. paludosTis L. Wiirzelstock kriechend. Stengel oben mehr weniger spinn- Avebig- wollig, an dei- Spitze doldenrispig. Blätter verlängert lauzettlich, schaifgesägt, die untersten kurzgestielt. Hülle halbkugelig-glockig, Hüllblätter etwa 20. a) tomentosus. Blätter oberseits dunkelgrün, untcrseits, oder auch obwohl schwächer oberseits, si)iniiwebig-wollig bis filzig. b) bohemicus (Tausch spec). Blätter kahl, gleichfarbig grün. Stengel 3— ß' hoch, steif, hohl. Köpfe grösser als an den vorigen, Blumen goldgelb. 2}- Juli, August. In feuchten Gebüschen , Wiesengiäben , an Flussufern der Niederungen in Nordböhmen, sehr selten, a) bei Podebrad gegenüber Libic am Rande der Eibauen! Dasic (Mann 1819, Tausch)! Nicki an der mähr. Gränze in einem Wiesen- graben zwischen Wäldern, nur ein nicht blühender Stock (1869)! — b) Libic bei Podebrad (Kosteletzky, Tauscli)! 3. (Ciuerar ia). Hülle glockig ohne Ausseidiülle, selten ein oder das andere Blättchen derselben ausgebildet. a) Pflanze i>jährig, drüsonhaarig-zottig. Stengel oberwärts etwas ästig mit doldentraubi- gen Asten, am (irunde blattlos, sonst ziemlich gleichmässig beblättert. 10. S. palustris DC. (Cineraria jial. L.) Blätter lauzettlich, die unteren in den am Grunde verbreiterten Blattstiel zugeschweift, huchtig- gezähnt, die oberen halh- stengehm fassend, grobgezähnt bis ganzrandig. Fruchtknoten kahl. Haarkelch mehrmals länger als die Frucht. Senecio. 243 1—2' hoch, hellgrün. Blumen sattgelb Die junge Pflanze des ersten Jahres bildet im Herbste eine grosse Blattrosette. Q Juni, Juli. In Torfsümpfeii, besonders auf frischen Torfstichen, auf moorig- schlamniigeii Teichufern. Erzgebirgsschluchl bei Klostergrab (Winklev) ! Strassteich zwischen Kummer und Hühnerwasser (Purkyne)! Angeblich bei B. Kamnitz (Zizclsberger), dann bei Nicki an der mähr. Gränze. Neuhaus: auf abgelassenen Te.cheu bei Kirchen-Radoun mit Carex cyperoides (Novotny). b) Pflanze vieljäbrig, mehr weniger spinnwebig-wollig. Stengel einfach, an der Spitze doldentraubig, am Grande mit einer Blattrosette, die obersten Steugelblätter stark verkleinert und entfernt, hochblattartig. 11. S. crispatus DC. arapl. (Cineraria crispa L., C. integrifolia Tausch !j. Blätter ungleich ausgefressen- gezähnt, manchmal wellig-gekraust, die unteren eiförmig oder eilänglich, am Grunde herzförmig, am Blattstiel flügelig herablaufend, die oberen länglich, halbumfassend-sitzend. Fruchtknoten kahJ. Haarkelch so lang oder wenig länger als die Frucht. 1—3' hoch, röhrig. Köpfchen ziemlich ansehnlich. Var.: a) geuuinus (S. crispatus DC), Blätter und besonders der breitgeflügelte Blattstiel wellig-gekraust, Blumen dottergelb, ß) rivularis (Cineraria riv. W. Kit.), Blätter und Blattstiele ziemlich flach, nicht gekraust, Blumen üell- oder dottergelb, Hüllkelche grün oder mehr weniger rothbraun überlauten (Ciuer. sudetica Koch); y) croceus (Ciuer. crocea Truttiu.). Hüllen rothbraua, Blumen safranfarbeu. — Senecio crispus Thunberg ist eine Kap'schc Art. 2|. Ende Mai — Juli, einzeln auch im Herbst. Auf feuchten, quelligen und moorigen Waldstellen, an Waldbächen. Torfmooren aller Gränzgebirge und ihrer Yorbergc, a) und ß) verbreitet. Häutig im Rieseiigebirgc (alle Var.), am Glazer Schneeberg (Opiz). Senftenberg : Popluz, Hclkovic (Brorscu). Bergrücken zwischen B. Trübau und Leitomysl ! Lomnic am Tabor u. s. w. (K. Poläk)! Reichenberg (Tausch)! Kalteuberg b. B. Leipa (Zizelsberger). Nixdorf (Neumanu) ! Zinkeusteia bei Werustadt (Malinsky) ! Im Erzgebirge auf den Kämmen und Schluchten häufig von üsseg bis Gottesgab (a. und /?.), z. B. Krinsdorfer Thal , Moosbeerhaide bei Kaiich , Teltschgrund bei Görkau , Komotauer Grundthal bei Petsch, bei Presnitz, Haueustein, Gottesgab und Abertham. Podlioru bei Marienbad (Konrad). Im Böhmerwalilgebirgc ebenfalls häufig, z. B. Kubani, bei Eisen- stein, Arber, bei Ilohenfurth (Ncnning)! Lagau und Krumau, besonders im Blansker- walde (Jungb.). Hochwaldberg bei Gratzen (ß) ! Wittingau (Jechl) ! Neuliaus (Novotny). Bei Pisek „na Hiirkäch" (Dedecek) ! — y) nur im Riesengebirge, z. B. im Riesen- grunde (Tausch) ! 12, S. campestris DC. ampl. (Neilreich) (Cinerar. camp. Retz). Blätter ganz- ranäig oder gesch/reift schwachgesähnt, die unteren eiförmig oder länglich, in den Blattstiel verschmälert oder spatelig zugekeilt, die oberen länglich-leüig bis lineal- lanzettUch, sitzend. Fruchtknoten mehr weniger rauhhaarig. Haarkelch mehrmals länger als die Frucht. Vi— ^/t' hoch. Var. «) genuin u s (S. campestris DC), Hülle grün, Blumen hellgelb. ß) aurantiacus (Cinerar. aurantiaca Ploppe), Hüllblätter ganz oder an der Spitze purpurn tiberlaufen, Blumen rothpomeranzengelb , Strahlblumen vorhanden, y) discoideus (Cinerar. capitata Wahlb.), ohne Strahlblumen. Sonst wie ß). 2[. Mai, Juni. Auf grasigen Hügeln im Mittelgebirge, sehr zerstreut, a) Georgen- berg (Rip) bei Roudnic nahe dem Gipfel! Zlatniker und Selnitzer Berg bei Bilin (Eichler)! St. Benigna bei Zbirow (Graf Sternberg, als C. longifolia) ! Krumau (Jechl) ! — ß) Radel- stein im Mileschauer Mittelgebirge, am Gipfel und am Leierberge häufig (Reuss), non vidi. — y) Radelstein (Winkler, schon Mann 1824)! Winterberg bei Leitmeritz (Tausch, Dittrich) ! 16* 244 LiguUiria. iPetasites. 38. Ligularia Cass. 1. L. sibirica Cass. (Cineraria sibirica L.). Wurzelstock kurz, abgebissen, büsclielig-faserig. Blätter ausgefressen gezäbnt, die grundständigen langgestielt, nierenf.- lierzfönnig Seckig, fast pfeilfürraig; Blattstiel der Stcngclblätter geflügelt, der obersten verbreitert, umfassend, mit ganz kleiner, zuletzt schwindender Spreite. Köpfchen in end- ständiger Traube, ihre Tragblätter im oberen Theilc der Traube an ihren Stielen emporgerückt. 1V2— 3' hoch, stattlicb. Hüllblätter besonders am häutigen Rande roth angelaufen, meist mit 1—2 schmalen Ausseuhüllblättchon. Randblumeii zungenförinig, gross., gelb. Steht sowohl in der Tracht als in der Gritfclbilduug der Gattung Petasites nahe. 2|. Jnni, Juli. In Torfsümpfen, Eibrüchen nur bei Ilabichtstein und Hirschberg (zuerst von Neumann und Fischer entdeckt)!, dann beim Forsthause Reckov im Bicla- thalc zwischen Weisswasscr und Münchengrätz (Sekera, Hippelli) ! Fehlt in allen Nachbar- ländern. 39. Petasites Tourn. Pestwurz. 1. P. ofFicinalis Möncli (P. vulgaris Dcsf.), Wurzelstock kriechend, der gestauchte Theil knollig verdickt. Grundblättcr rundlich oder .^eckig-herzförmig, winkelig-seichtbuch- tig und ungleich spitz gezähnt, unterseits dünn gi-auwollig, im Alter verkablend, am Grunde bis auf die beiden Seitennervenäste herdförmig ausf/eschnitten. Schaft grau- tilzig mit spärlichen Gliederhaaren, mit eiförmigem oder länglichem Stransse, Hüll- und Deckblätter oberivärts glatt. Narben der Zwitterblüthen hurs, eiförmig, spits. Anfangs nur V2' hoch, später verlängert über 1' hoch. Schuppenblätter des Schaftes bisweilen an ih'i- Spitze mit einer kleinen Spreite, purpurröthlich. Die kleineren Zähne dicht zwischen den grösseren dem geraden Blattrande aufgesetzt. Blumen fleischroth, d(u- ? Ptiauze bleicher. — Die Zwitterptlanze (Tussilago petasites L.) mit eiförmigem Strausso und grösseren Köpfchen, die 9 Pllanze (\\ hybrida L.) mit länglichem Strausse und kleineren Köpfchen. 2j. März — Mitte April. Auf feuchten Wiesen, an Flüssen, Bächen, Gräben zer- streut, aber allgemein verbreitet in ebenen, biigeligen und gebirgigen Gegenden, doch nur bis an den Fuss der Hochgebirge, Ziemlich selten in der näheren Präger Gegend: Krc, Veleslavin, Jungferngarten vor dem Strahovcr Thore, weiterhin bei Unbost, Srbec, Beroun u. s. w. 2. P. Kablikianus Tausch (Lotos 1851) (P, officinalis X albus?). Wurzelstock krieclicnd, der gestauchte Theil vielköpfig, knoUig-verdickt. Grundblättcr 3cckig-herz- fürmig, seicht bucbtig-gezähnt, jung graufilzig, erwachsen verkablend, zerrissen-flockig, lederartig, am Grunde ticfl)uchtig bis auf die beiden Seitennervenäste ausgeschnitten. Schaft ziemlich dünn graufilzig, oberivärts ivie auch die Hüllschuppen mit zahlreichen Gliederliaaren. Strauss eilänglich oder kurzeiförmig. Narben der Zwitterblüthen lineal- lansettlich, zugespitzt. '/j', später r hoch. Schuppen bleich, oft stark gekraust. Blumen gclblichweiss. — Eine merkwürdige Pflanze, möglicherweise Bastart der beiden anderen Arten, aber sicher keine blosse Varictiit einer derselben ; der Strauss beinalie von P. albus, die Blätter mehr von P. officinalis, aber die kleinen Zälme niclit so dicht und durch mehr boG:igc Buchten getrennt ; so lederartig steif (und schief aufrcclit, nicht ausgebreitet nach Fr. Kablik) sind sie aber bei keiner beider Arten. 15cobachtungen am Standorte werden die Bedeutung dieser Form sicherstellen. 2{. März, April (?). Am Eibufer bei St. Peter im Riesengebirge (Kablik, zuerst 1845)! Zvoler Berglehne am Aupaufer bei Jaromef (Knaf 1838, als P. laevigatus Rchb.?)! Falkenau bei Karlsbad (Leistner, als Tuss, petasites, nach dem Standort die var. b. cinerco-tomcntosus Ortmann) ! Hoxnogyne. 245 ÄnmerJc. Der Petasites laevigatus Rchb. (Tussilago bohemica Hoppe), angeblich von Stumpf bei Lana im rakonitzer Kreise auf der Herrschaft der Fürsten Fürstenberge gefunden, kann nicht zu Pot. Kablikianus gehören, -wie Knaf und Maly vermutheten, sondern ist in der That die sibirische TussiLigo Lievigata Wilkl. Die Abbildung in den Neuen Abb. d. Gesellsch. d. Wiss. I. Th. 1801 wurde von Meyer, der viel sibirisclie Pflanzen besass und gerne die böhmische Flora auf eine billige Weise bereicherte, nach einem sibirischen Exemplar verfertigt. 3. P. albus Gärtner, Wurzelstock kriechend, sein gestauchter Theil nnverdicM. Grundblätter berzförmig-rnndlich, winkelig, ungleich fcinspitsig-gcziilint, untcrscits iveiss- lich dümnvoJlig-filsig ; die Scitennervcnäste am Ausschnitt von Blattsuhstans umsäumt. Schaft dickwcissfilzig, oben mit im Filz versteckten Gliederbaaren, auch die Deck- und Hülllilätter oherivärts gUcderliaarig. Strauss flachgewölbt oder eiförmig. Narben der Zwittcrblüthcn lineal-lansettlwh^ zugespitzt. 3" — 1' hoch. Scliuppen bleichgrün. IJlumen gelblich weiss. Blattzähne langgezogen und mit längerer Enddrüse, durcli bogige Buchten getrennt. — Die Zwitterpflanze ist die Tussilago alba L., die 9 Pflanze die T. ramosa Hoppe. 7^ April. An Waldbächcn, quelligen Waldstellen, Schluchten der gebirgigeren Gegenden, gern in Lehmboden, bis auf das Hochgebirge. Im Riesengebirge in allen Gründen, z. B. um die Tciclie, Schneegruben, Kesselgrube (Wimmer); bei Rochlitz und Hohenelbe (Kablik) ! zwischen Freiheit und Johannisbad (Ascberson) ; unter dem Glazer Schneeberg! Gebirgsrücken zwischen Böhm. Trübau und Leitorayschl ! Zvoler Lehne bei Jaromef (Knaf)! Lomnic selten „v popclkäcli" (K. Poläk)! Bad Wartenberg b. Turnau (Jirus)! Jeschken bei Reichenberg (Prochäzka) ! Rollberg selten (Schauta) ! B. Leipa: Fuss des Koselberges u. a. 0. (Watzel). Lausche (Aschers.), Kleisberg (Mann). Kalten- berg. Wüstes Schloss bei B. Kamnitz ! Kixdorf, Georgswalde (Neumann) ! Ziukenstein (Malinsky) ! Erzgebirge: Krinsdorfer Grund (Thiel), Tcltsch, Gabrielamühle bei Görkau, Grundthal bei Komotau ! Hauenstein (Opiz) ! Karlsbad : am Ploben, bei Elbogen (Ortmann) ! Marienbad (Conrad). Kameniccr Thal bei Stifin (Sykora) ! einziger Standort der Prager Gegend. Volesna bei Zbirov (Mörk) ! Neuhaus (Novotny) ! Im Böhmerwalde bin und wieder bis über 3000': Stubenbach (Streinz), Aussergefild (Claudi)! Winterberg bei den Kubanihütten, Kuschwarta (Müncke), Guthausen und Böhm. Röhren (Jungb.), Herrenwald bei Lagau (Mardet.). 40. Homogyne Cass. 1. H. alpina Cass. (Tussilago alpina L.). Wurzelstock kriechend. Schaft ober- wärts mit 2 — 3 Schuppenblättern, 1 — 2köpfig, besonders unter dem Köpfchen wollig. Grundblätter mit dem Schafte gleichzeitig, später lederig, glänzend, herzförmig-rundlich oder nierenförraig, grobgezälmt, oberseits vorspringend nervig , unterseits blasser, zer- streut behaart. V2— 1' hoch. Blätter klein, zahlreich. Hüllblätter röthlich, Blumen röthlich oder weisslich. 2|. Mai — Juli. Auf feuchten Bergwiesen, schattigen, quelligen und moosigen Stellen der höheren Gebirge, meist zwischen 3000 — 4500, aber auch bis 2000' auf die Vorberge herabsteigend; gewöhnlich heerdenweise auf grösseren Strecken. Im Riesenge- birge häufig z. B. Kesselberg, Riesengrund (Tausch) ! Wiesenbaude (Bracht) ! Brunnberg ; Rehhorn, Johannisbad (Aschers.) Rochlitz (Gottsteiu) ! Adersbach (Purkyne). Glatzer Schneeberg ziemlich tief hinab in das Marchthal! Hoher Stein bei Grulich etwa 2000' hoch! Rokytnitz (Titz)! — Haindorf am Isergebirge (Petters). Jeschken unter der Kuppe ! Erzgebirge : Keilberg bei Natschung (Reuss) ; häutig bei Pressnitz ! Hauenstein, Gottes- gab, Joachimsthal (Sonuenwirbel), Platten (Ortmann). Im Böhmerwald bis auf die höchsten Punkte: Arber, Eiseustrasser See, Aussergefild, Kubani, Plöckeustein und Dreisessel, Thomasgebirge u. s. w. Blanskcrwald (Jungb.). 246 Tussilago — Eupatoriiina, 41. Tussilago Tournef. Huflattich. 1. T. farfara L. Wurzelstock kriechend, dünn, stiolrund. Grundblättcr nach der Blüthezcit hervorkommend, herzförmig-rundlich, winkelig-gezähnt, unterseics graufilzig, im Alter etwas verkahlend, fast lederartig. Schaft beschuppt, spinnwebig-wollig. Schcaft 3-6", später bis 1' hoch. Die erwachsenen Blätter unterscheiden sich von den ähnlichen des Petasites' officinalis ausser durch geringere Grösse auch dadurch, dass im Herzaus- schnitt die Seitennerven wie bei Petas. albus von Blattsubstanz berandct sind. Blumen goklgelb. 2|. März, April. Tn Gräben, Hohlwegen, an Bächen, feuchten Äckern in Lehm- b